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Das Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule und die unterschiedliche Auslegung seiner harmonistischen Annahmen zum Verhältnis von Begabung und Bestimmung in den Jahren 1946/47

  • Dietrich Benner
  • Horst Sladek
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Part of the Studien zur Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung book series (SZEUB, volume 2)

Zusammenfassung

Der folgende Beitrag ist im Rahmen eines Projektes zur Rekonstruktion vergessener erziehungstheoretischer, bildungstheoretischer und bildungspolitischer Kontroversen in der Pädagogik der SBZ und DDR entstanden. Intention dieses Projektes ist es, das einheitliche Bild, das Erziehungswissenschaftler aus beiden deutschen Staaten in den zurückliegenden Jahrzehnten von der Pädagogik in der DDR gezeichnet haben, zu problematisieren und durch die Aufdeckung von Theoriekontroversen jene Pluralität theoretischer Ansätze zurückzugewinnen, die es in der SBZ und in der DDR gegeben hat.

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Anmerkungen

  1. Archivmaterialien werden im folgenden unter Angabe des Fundortes im früheren Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften, jetzt: Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung/ Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung/ Archiv (Kurzf: DIPF/BBF/ Signatur) sowie zusätzlicher Nennung der Aktennummern [] zitiert, unter denen Kopien im Archiv für Reformpädagogik der Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft im Institut für Allgemeine Pädagogik der Humboldt-Universität zu Berlin abgelegt sind.Google Scholar
  2. 1.
    Vgl. seinen Beitrag in dem von E. Cloer herausgegebenen Tagungsband, der 1994 erscheinen wird.Google Scholar
  3. 2.
    Freya Klier: Lüg Vaterland. Erziehung in der DDR. München 1990. S. 67ff.Google Scholar
  4. 3.
    Vgl. Textfassung des Gesetzes. In: Pädagogik 1 (1946) Nr.l S. 2–4Google Scholar
  5. 4.
    Unter den Erziehungswissenschaftlern trat damals A. Petzelt für die Beibehaltung kirchlicher Privatschulen ein. Vgl. hierzu die Besprechung seiner später unter dem Titel »Grundzüge systematischer Pädagogik« veröffentlichten Allgemeinen Pädagogik durch M. G. Lange: Zur Problematik einer »systematischen« Pädagogik. Kritische Bemerkungen zu Petzelt: Grundlagen einer systematischen Pädagogik. In: Pädagogik 4 (1949) S. 163–167Google Scholar
  6. 5.
    Zitiert nach G. Uhlig: Der Beginn der antifaschistisch-demokratischen Schulreform 1945 – 1946. In: Monumenta Paedagogica Bd. 2. Berlin 1965, S. 202; der tiefere Sinn dieser Frage wird bei Uhlig noch nicht deutlich, weil dieser die Fehlschlüsse nativistischer Begabungsvorstellungen einerseits sowie harmonisti-scher Verhältnisbestimmungen zwischen individuellen Begabungen und gesellschaftlichen Anforderungen nicht durchschaute.Google Scholar
  7. 6.
    Vgl. hierzu J.-J. Rousseau: Diskurs über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen (1755), hrsg. von H. Meier, Paderborn 1984. S. 103;Google Scholar
  8. 6a.
    J.-J. Rousseau: Emile oder Von der Erziehung (1762). München 1979. S. 10ff.; Zum Verhältnis von perfectibilité und Bildsamkeit und ihrer Differenz zu den Begriffen der Anlage und BegabungGoogle Scholar
  9. 6b.
    Vgl. D. Benner: Allgemeine Pädagogik. Eine systematisch-problemgeschichtliche Einführung in die Grundstruktur pädagogischen Denkens und Handelns. Weinheim/München 21991. S. 47ff.Google Scholar
  10. 7.
    Vgl. hierzu W. von Humboldts Ausführungen zu dem keineswegs harmonischen, sondern durchaus über Kampf und Auseinandersetzung vermittelten Verhältnis von individueller Bildung und gesellschaftlichen Anforderungen in seiner Schrift: Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen (1792). In: Bd. 1 der von der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften hrsg. Schriften. Berlin 1903. S. 144; siehe auch D. Benner: Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie. Eine problemgeschichtliche Studie zum Begründungszusammenhang neuzeitlicher Bildungsreform. Weinheim/München 1990; vgl. auch J. Ruhloffs Hinweise zum agonalen Charakter moderner Bildung in seinem Aufsatz: Widerstreitende statt harmonische Bildung -Grundzüge eines postmodernen pädagogischen Konzeptes (1990). In: W. Fischer/J. RuhlofF: Skepsis und Widerstreit. Neue Beiträge zur skeptisch-transzendentalkritischen Pädagogik. St. Augustin 1993. S. 43–56Google Scholar
  11. 8.
    Zum Geleit. In: Pädagogik 1 (1946) Nr. 1. S. 1Google Scholar
  12. 9.
    Brief Langes an Alt vom 05.04.1946. DIPF/BBF 2663/1 (III/B/Akte 1)Google Scholar
  13. 10.
    P. Wandel: Zur Demokratisierung der Schule. Rede P. Wandels auf dem I. Pädagogischen Kongreß. Vom 15. August 1946 (Auszüge). In: Monumenta Paedagogica. Band VI Teil I, 1970, S. 223–229, S. 225Google Scholar
  14. 11.
    P. Wandel (anonym): Die Demokratisierung der deutschen Schule. In: Pädagogik 1 (1946) Nr. 1. S. 9 (Hervorhebung durch uns)Google Scholar
  15. 12.
    Die folgenden Zitate finden sich auf den jeweils angegebenen Seiten in Alts Studie: Zur gesellschaftlichen Begründung der neuen Schule. In: Pädagogik 1 (1946) Nr. 1. S. 12–22 (Hervorhebungen durch uns)Google Scholar
  16. 13.
    Alts irrige Annahme, in einer gerechten Gesellschaft werde sich zeigen, wie verschieden die Menschen wirklich sind, ist in der alten Bundesrepublik von Kritikern der Ende der sechziger Jahre begonnenen Bildungsreform vertreten worden. Vgl. hierzu auch die 6. These des »Bonner Forums’Mut zur Erziehung’« aus dem Jahre 1978. Siehe hierzu D. Benner u. a.: Entgegnungen zum Bonner Forum »Mut zur Erziehung«. München 1978, S. VIIIGoogle Scholar
  17. 14.
    Vgl. hierzu auch die Studie von P. Heibig: Begabung im pädagogischen Denken. Weinheim 1988Google Scholar
  18. 15.
    Vgl. hierzu den Anlage- und Begabungsbegriff in Wilhelm Flitners Systematischer bzw. Allgemeiner Pädagogik.Google Scholar
  19. 16.
    Die zitierten Stellen finden sich auf den angegebenen Seitenzahlen in einem auf den 11. November 1946 datierten (unveröffentlichten?) Manuskript von H. Deiters: Die Schulpolitik im Westen und Osten Deutschlands. Ein kritischer Vergleich. In: Nachlaß Heinrich Deiters, DIPF-BBF 0. 0. 4. 05/46; (Iü/B/Akte 62)Google Scholar
  20. 17.
    Brief von Theodor Litt an Heinrich Deiters vom 15.7.1946. In: Nachlaß Heinrich Deiters, DIPF/BBF 0. 0. 4. 05/2; (III/B/Akte 62)Google Scholar
  21. 18.
    Diese Frage werden wir in Kürze in einem weiteren Beitrag zu klären suchen, der bisher unveröffentlichte und unerschlossene Dokumente zur Beratung und Diskussion des Erziehungsprogramms heranzieht. In ihm soll gezeigt werden, daß die Unterscheidung zwischen einer affirmativen und einer nicht-affirmativen Theorie pädagogischen Handelns innerhalb der Diskussion des Erziehungsprogramms eine wesentliche Rolle gespielt hat.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Dietrich Benner
  • Horst Sladek

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