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Jugendhilfe in Ostdeutschland vor und nach der Wende

  • Thomas Olk
  • Kerstin Bertram
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Part of the Studien zur Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung book series (SZEUB, volume 2)

Zusammenfassung

Jugendhilfe in den neuen Bundesländern befindet sich in einer schwierigen Umbruchsituation. Die normative wie strukturelle Formierung der Jugendhilfe als ein ausdifferenziertes pädagogisches Handlungsfeld zwischen Elternhaus und Schule mit dem Anspruch auf eigenständige Zuständigkeiten, Kompetenzen und Vorgehensweisen erfolgte in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts und damit in einer Phase der gemeinsamen Vergangenheit. Dennoch gilt, daß gerade in diesem gesellschaftlichen Bereich die Entwicklungen in den Jahren der deutschen Teilung diametral auseinanderliefen. Nach der Herstellung der deutschen Einheit wurden die neuen Bundesländer daher mit einem System der Jugendhilfe konfrontiert, das seine entscheidende inhaltlich-programmatische wie organisatorische Prägung unter gesellschaftlichen Verhältnissen erhalten hat, die den Gegebenheiten der DDR zuwiderlaufen. Die fachlich-programmatischen Maximen, die jugendhilfe-rechtlichen Regelungen sowie nicht zuletzt die organisatorischen Strukturen der westdeutschen Jugendhilfe stellen das vorläufige Resultat jahrzehntelanger Entwicklungs- und Auseinandersetzungsprozesse dar; sie sind damit ein wichtiger Bestandteil der Geschichte der Bundesrepublik. Deren Anwendung bzw. Übertragung auf die Gegebenheiten in den neuen Bundesländern setzten daher den Bruch mit gänzlich andersgearteten Traditionen, Erwartungen und Strukturen der östlichen Jugendhilfe voraus.

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© Leske + Budrich, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Thomas Olk
  • Kerstin Bertram

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