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Historische Pädagogik = Politische Pädagogik? Überlegungen zum Verhältnis von Politik und Geschichte der Erziehung in der DDR

  • Brita Rang
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Part of the Studien zur Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung book series (SZEUB, volume 2)

Zusammenfassung

Daß Wissenschaft und Politik nicht einfach wie Feuer und Wasser zueinander stehen, wurde spätestens mit Piatons Politeia offenbar. Inzwischen ist dieses Verhältnis ein ausgiebig diskutierter Gegenstand der Wissenschaftsforschung geworden (vgl. u.a. Alchon 1985; Alter 1987; Cole 1983; Gas-coigne 1989; Mendelsohn et al. 1977; Van der Daele 1977). Sich moderne Wissenschaft vorzustellen als eine Praxis jenseits aller politischen Aktivitäten und aller Staatsmacht, wäre naiv und wohl nur als ein Zeichen des Nichtvertrautseins mit der Entwicklungsgeschichte von Institutionalisierung, Problemformulierung, Anwendung und methodischer Differenzierung der unterschiedlichen Disziplinen zu beschreiben. Insofern bedarf das Fragezeichen hinter dem Titel eher einer Rechtfertigung, als daß es bereits eine These enthielte. Wissenschaft ist immer auch politisch, hat immer auch mit Politik zu tun. Das gilt für die ehemalige DDR-Wissenschaft und für jede westliche Wissenschaft. Die Frage, die hier gestellt wird, hat also weniger mit dem Verhältnis an sich, als mit der jeweils historisch spezifischen Art und Weise des Verhältnisses von Politik und Pädagogik zu tun. Hinzu kommt, daß diese Frage hier nicht gleichsam im politikfreien Raum aufgeworfen werden kann.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Brita Rang

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