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Die Hospitalisierung des Kranken

  • Jens Lachmund
  • Gunnar Stollberg

Zusammenfassung

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts erlangt ein kulturelles Muster der Krankheitsbewältigung immer mehr Bedeutung: die Hospitalisierung des Kranken. Das Krankenhaus ist in seiner modernen Form ein Produkt des ausgehenden 18. Jahrhunderts. In der Frühen Neuzeit waren die Spitäler Institutionen zur Bewahrung Hilfsbedürftiger jeglicher Art: gesunde Obdachlose und Arme wurden dort ebenso versorgt wie arme und/oder alleinstehende, akut oder chronisch Kranke und „Irre“. Diese Institutionen wurden von der Kirche und/oder der Gemeinde finanziert, und manche Organisationen, z.B. Gesellenbruderschaften, zahlten Pauschalen für die Pflege bedürftiger Mitglieder. Auch kauften sich Einzelpersonen, insbesondere Alleinstehende, ihren Alterswohnsitz im Hospital. Das Pflegepersonal bestand aus Angehörigen religiöser Orden oder aus nicht speziell ausgebildeten Laien. Neben den Hospitälern gab es spezielle Häuser für Pest- und Leprakranke. Auch in diesen Häusern arbeiteten in der Regel keine Ärzte. Zum Ende des 18. Jahrhunderts ging insbesondere von Paris die Tendenz aus, die Versorgung Kranker von derjenigen anderer Hilfsbedürftiger räumlich zu trennen und die Krankenhäuser zu Orten medizinischer Lehre und Forschung zu machen (Ackerknecht 1968; Faure 1982).

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Jens Lachmund
  • Gunnar Stollberg

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