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Kulturelle Modelle von Krankheit und Gesundheit um 1800

  • Jens Lachmund
  • Gunnar Stollberg

Zusammenfassung

Was bedeutete Krankheit in der Gesellschaft des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts? Die autobiographischen Quellen verweisen auf viele für uns fremde Grundzüge der damaligen Wahrnehmungsmuster und Bewältigungsstrategien von Krankheit. Viele dieser Grundzüge dürften für die damalige Epoche als ganze charakteristisch gewesen sein. Der Umgang mit Krankheit hängt jedoch auch immer mit den spezifischen sozialen Lebenslagen der Betroffenen zusammen. Es sind die Standards ihrer normalen sozialen Alltagspraxis, die spezifische Anforderungen an ihre Körperlichkeit stellen und vor deren Hintergrund bestimmte „problematische Erfahrungen“ (Dingwall 1976) auftauchen. Auch der Zugang zu den Ressourcen, die zur Definition und praktischen Bewältigung von Krankheit zu Verfügung stehen (Wissen, finanzielle Mittel, soziale Beziehungsnetze etc.), hängt mit dem spezifischen kulturellen Rahmen des Milieus des Betreffenden und der Position zusammen, die er innerhalb der gesamtgesellschaftlichen Privilegienordnung einnimmt. Hier ist die Differenzierung der Gesellschaft in die unterschiedlichen „Stände“ zu berücksichtigen, vom Adel über das aufstrebende Bürgertum zu den traditionellen städtischen und ländlichen Unterschichten. Dazu kommen weitere Differenzierungen durch lokale Traditionen, Einflüsse unterschiedlicher Konfessionen oder durch die geschlechtsspezifische Aufteilung sozialer Zuständigkeiten.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Jens Lachmund
  • Gunnar Stollberg

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