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Sequentielle Informationsausbreitung

  • Stefan Schmale
Part of the Trends in Finance and Banking book series (TFB)

Zusammenfassung

Bei den bisherigen Betrachtungen war davon ausgegangen worden, daß alle Investoren auf eine neue Information stets gleichzeitig reagieren konnten. Dies ist eine starke Annahme, die in solch extremer Form für reale Märkte kaum haltbar sein dürfte. Selbst nach Informationen, die eindeutig öffentlichen Charakter aufweisen, können dort in den allermeisten Fällen nicht alle Investoren gleichzeitig handeln. Empirische Belege hierfür finden sich beispielsweise bei Patell und Wolfson (1984), die noch etwa zehn bis fünfzehn Minuten nach der öffentlichen Bekanntgabe von Gewinnen und Dividenden signifikante Auswirkungen auf den Preis entdeckten126 und bei Morse (1981), der sogar noch am dritten Tag nach Gewinnbekanntgaben signifikant erhöhtes Handelsvolumen fand.

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Literatur

  1. 126.
    Patell und Wolfson stellten signifikante Reaktionen aber auch für die Übernacht-Periode und den Eröffnungskurs fest. Sie führen dies auf die Neuinformation von Investoren zurück, „who are unable to execute intraday trading strategies“. Patell und Wolfson ( 1984, S. 235 ).Google Scholar
  2. 127.
    Verrechia nimmt in seinem Modell allerdings an (S. 67f), daß die Investoren noch bis zur endgültigen Verarbeitung der Information entsprechend ihrer Ausgangserwartungen vor Informationszugang agieren. Im Ergebnis unterscheidet es sich damit nicht von den folgenden Analysen, in denen zeitlich abweichender Informationszugang bei indes sofortiger Verarbeitung dieser Information angenommen wird. Die Annahme, daß ein Investor unverändert handelt, obwohl er eine neue Information bereits besitzt, erscheint freilich problematischer als die Annahme, daß er eine Information erst zu einem späteren Zeitpunkt erhält und diese dann unverzüglich umsetzt.Google Scholar
  3. 129.
    In ähnlicher Form findet sich der Gedanke eines Kontinuums bereits bei French und Roll (1986).Google Scholar
  4. 132.
    Empirische Untersuchungen von Insiderhandel finden sich bei Lorie und Niederhoffer (1968), Finnerty (1976) sowie Cornell und Sirrt (1992).Google Scholar
  5. 133.
    Tatsächlich widersprechen auch die meisten empirischen Untersuchungen der These von der strengen Informationseffizienz. Vgl. dazu z.B. Jensen (1968, 1969) und Jaffe (1974).Google Scholar
  6. 134.
    Für diese Problematik vgl. vor allem Jennings (1981), aber auch Wahl (1983) und die dort zitierte Literatur.Google Scholar
  7. 146.
    Einen Anhaltspunkt für tatsächlich monoton verlaufende Informationsausbreitung geben Oldfield, Rogalski und Jarrow (1977) mit ihrer Feststellung, daß sich aufeinanderfolgende Renditen in Form eines autoregressiven Sprungprozesses entwickeln. Hierbei wäre der verstärkende bzw. abschwächende Einfluß eines Leerverkaufsverbotes allerdings noch zusätzlich zu berücksichtigen.Google Scholar
  8. 147.
    Eine entsprechende Hypothese bestätigt auch Morse (1980). Er untersuchte dazu gezielt das Volumen vor großen Preisänderungen und stellte fest, daß es signifikant höher ausfiel als normal.Google Scholar
  9. 148.
    Vgl. dazu z.B. Scholes (1972, speziell S. 183). Wie Lavalle (1968) aufgezeigt hat, kann eine monotone Beziehung zwischen der Größe des Vermögens und dem Wert einer neuen Information allerdings nicht automatisch vorausgesetzt werden, da der Wert einer Information auch von der Form und den Parametern der Nutzenfunktion bestimmt wird. Eine ausfiihrliche Diskussion entsprechend eingeschränkter Nutzenfunktionen, die stets zu einem mit dem Vermögen steigenden Informationswert führen, findet sich bei Ohlson (1975).Google Scholar
  10. 149.
    Bereits Lore und Niederhoffer (1968) stellten in ihrer empirischen Untersuchung von Insiderhandel fest (S. 39), daß „different kinds of insiders typically trade in significantly different numbers of shares.“ Google Scholar
  11. 150.
    Vgl. hierzu z.B. auch Fama ( 1970, S. 388), der in diesem Zusammenhang von einer „sufficient number“ informierter Investoren, aber auch Franke (1985, S. 84ff.), der von einer,großen relativen Starke” der Informierten spricht.Google Scholar
  12. 151.
    Eine seltene Ausnahme stellt sicherlich die Untersuchung von Cornell und Sirri(1992) dar. Sie konnten mit Hilfe von Gerichtsmaterial jeden einzelnen Fall von Insiderhandel im Zusammenhang mit der Übernahme von Campbell Taggart durch Anheuser-Bush im Jahre 1982 zurückverfolgen.Google Scholar
  13. 161.
    Ausführlicher zu den wahrscheinlichkeitstheoretischen Aspekten vgl. Copeland (1973).Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Stefan Schmale
    • 1
  1. 1.VallendarDeutschland

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