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Erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Grundüberlegungen

  • Johannes Rüegg-Stürm
Part of the Organisation und Gesellschaft book series (OUG)

Zusammenfassung

Jede wissenschaftliche Arbeit bedarf der Klärung des Status von wissenschaftlichen Aussagen und des zugrunde liegenden Verständnisses von wissenschaftlicher Praxis, d.h. der impliziten Annahmen und Geltungsansprüche, die mit den präsentierten wissenschaftlichen Aussagen und den angewandten Methoden verbunden sind. Dieses Kapitel hat deshalb den Zweck, das erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Fundament dieser Arbeit zu erläutern.

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Literatur

  1. 20.
    Maturana (1991, 189) spricht diesbezüglich von einem kognitiven Bereich, in dem Behauptungen auf annehmbare Weise erklärt werden.Google Scholar
  2. 30.
    Kuhn 1976, 209ff, vgl. hierzu auch Gibbons et al. 1994, Nowotny 1996Google Scholar
  3. 31.
    Kuhns interpretationsbedürftiger Paradigmenbegriff ist allerdings verschiedentlich angegriffen worden, und deshalb hat er ihn mehrmals revidiert (vgl. hierzu Giddens 1984, 174ff; Kasper 1990, 59f; Kirsch 1992, 680.Google Scholar
  4. 32.
    Unter Epistemologie wird die Lehre verstanden, die sich mit der Thematik beschäftigt, wie sich menschliche Erkenntnis und der Prozess, durch den Menschen Erkenntnis und Wissen erlangen, begreifen lassen (vgl. hierzu auch von Krogh/Roos 1995, 7ff).Google Scholar
  5. 39.
    Der Begriff Inszenierung für diesen Zusammenhang stammt von Varela/Thompson (1992, 196, 205ff, vor allem 238). Oft wird in der Literatur des Radikalen Konstruktivismus (z.B. auch in Varela/Thompson 1992, 203, 207) synonym dazu auch der Begriff des Hervorbringens (von Wirklichkeit) verwendet. In der französischen Sprache braucht J.F. Lyotard (1977) den Begriff „mise-en-scène“ mit einer ähnlichen Bedeutung (vgl. hierzu Cooper/Burell 1988, 107f). In der englischen Sprache ist vor allem Weicks Begriff des Enactment (Weick 1985; vgl. auch Kapitel 3 dieser Arbeit) zu erwähnen, der das zum Ausdruck bringt, was im folgenden jeweils mit Inszenierung ausgesagt werden soll.Google Scholar
  6. 41.
    Watzlawick 1988, 118. Obwohl das konstruktivistische Paradigma sehr alte Wurzeln hat, beginnt es in den Sozialwissenschaften erst seit jüngster Zeit im Kontext der sprachpragmatischen (linguistic turn), „erkenntnistheoretischen“ (Fischer 1992, insbesondere 25; Wimmer 1992, 86ff) und „interpretativen Wende” (Reckwitz 1997, 317) richtig Fuss zu fassen.Google Scholar
  7. 41.
    Von Krogh und Roos (1995, 12ff und dort angeführte Literatur) bezeichnen dieses Paradigma als Kognitivismus („cognitivist epistemology“), Vaassen (1994, 20ff und dort angeführte Literatur) als Szientismus, und Gergen (1994b, 36) nennt die damit verbundene Einstellung gegenüber „der” Wirklichkeit als realistisch.Google Scholar
  8. 42.
    Vgl. hierzu Bardmann 1994, 66ff; von Foerster et al. 1995; von Glasersfeld 1987, einführend vor allem 198ff; Maturana/Varela 1987; Schmidt 1987; Varela/Thompson 1992; Watzlawick 1976, 1981, 1988; Watzlawick/Krieg 1991; Burla et al. 1994, 19ffGoogle Scholar
  9. 45.
    Vgl. hierzu Luhmann 1982, 368, Fussnote 8 und dort angeführte Literatur Maturana/Varela 1980, 1987; Maturana 1982; Varela 1979Google Scholar
  10. 50.
    Die grundlegende forschungsleitende Fragestellung dieser Forschungsarbeiten lautete: Was ist allen Lebewesen (lebenden Systemen) gemeinsam, damit wir sie überhaupt als lebend bezeichnen dürfen?Google Scholar
  11. 56.
    Selvini Palazzoli et al. 1977, 1984; Simon 1993; Watzlawick et al. 1969; Watzlawick et al. 1974; Watzlawick 1977; Watzlawick/Weakland 1980Google Scholar
  12. 58.
    Piaget 1975, zusammenfassend 1981; vgl. auch Ginsburg/Opper 1985Google Scholar
  13. 59.
    Vgl. hierzu von Glasersfeld 1987, 221–240. In diesem Band mit verschiedenen Aufsätzen, die durch von Glasersfeld zwischen 1970 und 1983 verfasst wurden, findet sich eine hervorragende Synthese von erkenntnistheoretischen, (sprach)philosophischen und entwicklungspsychologischen Überlegungen zum Radikalen Konstruktivismus.Google Scholar
  14. 61.
    Vgl. zu einer (konstruktiven) Kritik dieses Ansatzes Bardmann 1994, 61ffGoogle Scholar
  15. 62.
    Vgl. hierzu Osterloh (1993, 76ff), wo sich ein hervorragender Überblick über die wichtigsten interpretativ ausgerichteten soziologischen und organisationstheoretischen Forschungsansätze findet (vgl. auch Burell/Morgan 1979, 227ff).Google Scholar
  16. 63.
    Vgl. hierzu auch Baitsch 1993, 7; Bardmann 1994, 362; Blackler 1993, 875f; Gergen 1994b, 41f; Watzlâwick 1988, 15; Hewitt/Hall 1973 und Hosking/Morley 1991. Zudem gibt es Untersuchungen, die zu belegen versuchen, dass sogar naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse nicht „durch eine gegebene Realität diktiert“ sind, sondern „das Resultat eines sozialen Kommunikationsprozesses” darstellen. Dies bedeutet aber nichts anderes, als dass auch die Gültigkeit naturwissenschaftlicher Ergebnisse sozial ausgehandelt wird (Vaassen 1994, 202f, vor allem mit Bezug auf Latour/Woolgar 1979 und Klüver 1988 ).Google Scholar
  17. 67.
    Mit Dingen sind gemäss Blumer (1973, 81) physische Objekte, andere Personen, Einstellungen oder abstrakte Ideen gemeint.Google Scholar
  18. 68.
    Vgl. hierzu Helmuth Plessner in seinem Vorwort zu Berger/Luckmann 1980, XV; Berger/ Luckmann 1980, 142ff; P. Ulrich 1986, 42fGoogle Scholar
  19. 71.
    Ein wesentlicher Einfluss auf diesen Wandel dürfte auch der sprachpragmatischen Wendung (linguistic turn) der Transzendentalphilosophie von Kant zukommen, die zu einer grundlegend veränderten Sichtweise der Bedeutung von Sprache, Kommunikation und Kommunikationsgemeinschaft geführt hat (vgl. hierzu P. Ulrich 1986, 279f und Kuhlmann/Böhler 1982 ).Google Scholar
  20. 73.
    Bis heute wurde kein sozialwissenschaftliches Gesetz entdeckt, das der Vorgabe des Szientismus auch nur annähernd gerecht würde; nicht einmal ein einziger Anwärter.“ (Vaassen 1994, 37; vgl. auch Giddens 1984, 13ff)Google Scholar
  21. 74.
    Vgl. hierzu Osterloh 1993, 70–138, insbesondere 98 und Giddens 1984, 160ffGoogle Scholar
  22. 154.
    Interpretation meint hier, dass die Befragten die vor ihnen liegenden Fragen vor einem bestimmten Erfahrungshintergrund studieren und dabei aktiv einen vernünftigen Sinnzusammenhang zwischen Alltagswirklichkeit und Fragen herstellen müssen.Google Scholar
  23. 151.
    Vgl. hierzu auch Gibbons et al. 1994, insbesondere 34ff sowie Pettigrew 1997 und dort angeführte LiteraturGoogle Scholar
  24. 152.
    Dies stellt bisherige Formen der universitären Lehre, aber auch Managementausbildung in Frage und bedarf entsprechender Neuentwicklungen (vgl. hierzu Sattelberger 1991a, Tichy 1993, Tichy et al. 1993 und Tichy/Sherman 1994 ).Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Johannes Rüegg-Stürm
    • 1
  1. 1.St. GallenDeutschland

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