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Wilhelminische Zeit (1890–1918)

  • Benno Hafeneger

Zusammenfassung

Der Beginn von Verrechtlichung der Jugendphase und der aktiven staatlichen Jugendpolitik datiert — über die „Fürsorge für die schulentlassene Jugend“ und die preußischen Erlasse zur Jugendpflege in den Jahren 1901, 1905 und 1908 — in den Zeitraum 1911 bis 1914. Hierin drückt sich die absolute Vorrangstellung des preußischen Staates im autoritären (und radikalen, aggressiven) Nationalstaat des Kaiserreiches der Vorkriegszeit aus, denn „der preußische Staat ist im alten Reich den übrigen Bundesstaaten, soweit sie ihm auf diesem Arbeitsfeld überhaupt folgen wollten, in der Jugendpflege beispielhaft vorangegangen“ (Siemering 1931, S. 632). Zeitlich vorgelagerte Phasen der Jugendpflege reichen bis zum Jahre 1848, zu den systematischen pädagogischen Überlegungen von Schleiermacher, den christlich inspirierten Intentionen von Wichern und Kolping, den evangelischen Jünglingsvereinen und katholischen Gesellenvereinen, den Gruppen aus den christlich-bürgerlichen Organisationen und den Arbeiterbildungsvereinen, zurück (vgl. Wedekind 1971, Krafeld 1984, Naudascher 1990). Die dritte Phase der Jugendpflege — auf die hier wegen der Entwicklung von Professionalisierung und erste Ausprägungen von Professionalität Bezug genommen wird — liegt nach Wedekind um 1900, als Preußen „durch Erlaß in die Entwicklungen eingreift“ (ebda., S. 8) und einen Finanzfond für die Jugendpflege schafft.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Benno Hafeneger

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