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Politisch-administrative Rahmenbedingungen: Gesundheitspolitik und Strukturmerkmale des Gesundheitswesens in Deutschland

  • Katja Ahlstich
Chapter

Zusammenfassung

Das vorherrschende Interpretationsmuster von Gesundheit ist sowohl Ursache als auch Folge der Entwicklungen im Gesundheitswesen. Die lange Zeit dominierende medizinisch-naturwissenschaftliche Sicht liegt in Arrangements begründet, die mit der Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 1883 verbunden waren. Gesundheit wurde hier zu einem “öffentlichen Gut”, für dessen Sicherung der Staat eine teilweise Verantwortung übernahm. Im Mittelpunkt stand die Regulierung von Krankheit als individueller “Schadensfall” (Blanke, Kania 1996: 518). Während man anfangs noch glaubte, daß sich innerhalb der sozialrechtlichen Normen der Krankheitsbegriff von selbst erschließen würde, mußte im Verlauf der weiteren Entwicklung - gekennzeichnet durch einen schnell wachsenden Versichertenkreis und Ausgabenkatalog - der “Schadensfall Krankheit” mit klaren Regeln verknüpft werden. Diese Regeln wurden in Abhängigkeit des medizinischen Wissens über die Biologie des menschlichen Körpers und die diagnostischen und therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten kodifiziert. Luhmann (1983) sprach daher zu Anfang der 80er Jahre noch ausdrücklich von einem “Krankheitsbehandlungssystem”. Im Verlauf der 80er Jahre sollte diese Perspektive allerdings zu relativieren sein: Mit der Ausweitung des Leistungsspektrums der gesetzlichen Krankenkassen auf allgemeine gesundheitsfördernde Maßnahmen wurde die Ausrichtung ihres Leistungskatalogs auf rein krankheitsbezogene Leistungen durchbrochen.1

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1999

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  • Katja Ahlstich

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