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Ausblick: Am Ende der Erfolgsgeschichte?

  • Boris Holzer
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Part of the Forschung Soziologie book series (FS, volume 48)

Zusammenfassung

Die wechselhafte Geschichte der ostasiatischen Region in den letzten Jahrzehnten rät zur Vorsicht, wenn es um längerfristige Prognosen geht. Noch vor einigen Jahren erschien es angebracht, das kommende „Pazifische Jahrhundert“ (Linder 1986) zu verkünden. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftsdynamik Ostasiens und der Stagnation des Westens, insbesondere der USA, teilten viele Beobachter die Erwartung — und politische Eliten in der Region die Hoffnung —, daß sich das Zentrum wirtschaftlicher und kultureller Impulse in den pazifischen Raum verschieben werde. Derartige Voraussagen stießen auf berechtigte Skepsis (Abramowitz 1993; Cumings 1994; Doktor 1990; Takashi 1994). Nach der Währungskrise ist die Resonanz für entsprechende Zukunftsvisionen nochmals deutlich gesunken. Politiker, die noch vor einigen Jahren selbstbewußt die moralischen und ökonomischen Fehler der westlichen Industrieländern anprangerten, blicken nun ernüchtert in die Zukunft: Singapurs Ex-Premier Lee Kuan Yew spricht von zwei bis fünf Jahren, die allein der ökonomische Erholungsprozeß in der Region benötigen werde (Lee Kuan Yew 1998).

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Literatur

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    Zitiert nach Spiegel Extra 7/1995, S. 25.Google Scholar
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    Siehe zum,Ende der Geographie O‘Brien (1992); zum,Ende der Hegemonie` Bühl (1986) und Keohane (1984); zum,Ende der Politik Guéhenno (1994: 39ff.); zum,Ende der Differenz‘ vgl. beispielsweise die Idee einer,globalen Ökumene bei Hannerz (1992). Zu dreien dieser vier,Enden` siehe auch Inoguchi (1994).Google Scholar
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    Siehe den schwelenden Konflikt um die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer, auf die sechs Staaten Anspruch erheben, darunter vor allem China und Vietnam (vgl. Gesamtbericht 1995: 386). Weitere wichtige Konfliktherde sind das geteilte Korea sowie Indien und Pakistan.Google Scholar
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    Below the superficial uniformity, at the deeper level of aspirations and values, diversity is being further reinforced, especially in terms of culture, i.e. values, behaviour and value-loaded action, which take much longer to change“ (Masini 1993: 325). Dazu auch Waller-stein (1991f: 75): „it is that our only Gesellschaft,the capitalist world-economy [chrw(133)] has been creating our multiple, meaningful Gemeinschaften Far from Gemeinschaften dying out, they have never been stronger, more complex, more overlapping and competing, more determinative of our lives“. Vgl. zur Reformulierung kultureller,Tradition` auch Sardar (1992: 505f.). Entsprechende Gesichtspunkte zum Problem der europäischen Integration finden sich bei Hornstein/Mutz (1993).Google Scholar
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    Vgl. etwa die Äußerungen von Lee Kuan Yew (1995). Zum Universalitätsanspruch west-licher Normen siehe Apel (1994).Google Scholar
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    Ronald P. Dore faßt dies bündig zusammen: „In the very long run, the convergence theory may be true. In the long run, technology may make morons, and the same kind of morons, of us all. But not for a long time yet“ ( 1973: 66 ).Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1999

Authors and Affiliations

  • Boris Holzer

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