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Reputationsbildung und ausländische Direktinvestitionen

  • Mariano R. Viola
Part of the Gabler Edition Wissenschaft book series (GEW)

Zusammenfassung

Gegenstand dieses Kapitels sind die Reaktionen der Investoren auf die ungarischen und polnischen Reformmaßnahmen zur Öffnung ihrer Wirtschaften für Kapitalflüsse. Der Darstellung der verschiedenen Investitionsformen folgt die Untersuchung des strategischen Verhaltens der Investoren und der Gründe für ihre Investitionen in Ungarn und Polen. Daran schließt die Untersuchung, wie die beiden Länder versuchten, eine Reputation für Kooperation auf dem Markt für Direktinvestitionen zu schaffen, indem sie Schritte zur Öffnung ihrer Wirtschaften unternahmen. Zum Schluß wird ein Reputationsmodell formuliert. Sein Zweck ist die Darstellung der Anreize eines Landes für den Erhalt seiner Reputation auf den internationalen Kapitalmärkten.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Dunning, J. (1993) S. 56, Brewer, T. (1993) S. 180–182 und Broll, U. (1990) S. 17.Google Scholar
  2. 2.
    Ressourcenintensive Investitionen erfordern üblicherweise erhebliche Kapitalausgaben — noch dazu sind sie standortspezifisch, sobald sie getätig wurden.Google Scholar
  3. 3.
    Die Rolle der ungelernten und angelernten Arbeitskräfte bei ausländischen Direktinvestitionen in der Industrie hat an Bedeutung verloren, da immer mehr Firmen nach Ländern mit einem großen Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften Ausschau halten. Andererseits hat der Zugang zu Technologie, Informations- und spezialisierten Managementfähigkeiten an Wichtigkeit gewonnen. Der Grund dafür ist, daß immer mehr Entwicklungsländer in fortgeschrittenen Industrieländern investieren, um Zugang zu diesem Wissen zu erwerben, und mehr Industrieländer ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten innerhalb der Entwicklungsländer diversifizieren. Vgl. Dunning, J. (1993) S. 58, Brewer, T. (1993) S. 82 und Pfefferman, G. P., Madarassy, A. (1992) S. 5.Google Scholar
  4. 4.
    Grenzüberschreitende Unternehmenskäufe zwischen Firmen im Rechnungs- und Prüfungswesen, in der Werbebranche und Anwaltskanzleien waren motiviert durch den Bedarf dieser Firmen, ihren globalorientierten Klienten ihre Anwesenheit auf den führenden Märkten der Welt bieten zu können. Vgl. Dunning, J. (1993) S. 58.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Broll, U. (1990) S. 15.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Dunning, J. (1993) S. 59 und Fink, G. (1993) S. 353.Google Scholar
  7. 7.
    Dunning, J. (1993) S. 59.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Dunning, J. (1993) S. 60 und Walter, I. (1993) S. 151.Google Scholar
  9. 9.
    Brezinski, H. (1991) S. 7.Google Scholar
  10. 10.
    Informationsdienst des Instituts der Deutschen Wirtschaft (1990) S. 4f.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. Brezinski, H. (1991) S. 6f.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Inotai, A. (1992) S. 131.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. Inotai, A. (1992) S. 131.Google Scholar
  14. 14.
    Diese Konzentration überrascht nicht, da Polen bereits vor 1990 im Industriesektor Kooperationsabkommen mit dem Westen geschlossen hatte. Nello (1991) betont, daß die zwischen 1988 und Mitte 1989 geschlossenen polnischen Kooperationsabkommen ausschließlich den Herstellungssektor betrafen. Die hohe Wachstumsrate der polnischen Joint Venture-Investitionen im Herstellungssektor stammte auch aus der Umwandlung dieser Kooperationsabkommen in Joint Ventures. Vgl. Nello, S. S. (1991) S. 238, Tabelle 11.5.Google Scholar
  15. 15.
    Die geringe Anzahl von Arbeitnehmern in Unternehmen mit ausländischer Beteiligung bestätigt ihre Größe als kleine Unternehmen. Vgl. OECD (1993) S. 87.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. UNCTD (1993) und Braunerhjelm, P. (1993).Google Scholar
  17. 17.
    Die Anzahl der im Ausland expandierenden mittelständischen Unternehmen ist stetig gestiegen, da sie die Fähigkeit hatten, ihre Eigentums- und Kontrollfunktionen zu trennen. Diese erlaubte Minderheitsaktionären die Kontrolle über die Operation eines Joint Ventures zu bewahren, ohne daß sie unbedingt eine Mehrheit in den Eigentumsanteilen halten mußten. Vgl. Oman, C. (1984) S. 85.Google Scholar
  18. 18.
    Die Transaktionskosten werden geringer, weil die Firmen nach und nach mit der Umgebung sowie der Natur der Risiken und dem Risikoniveau in Ungarn und Polen vertrauter werden.Google Scholar
  19. 19.
    Aus makroökonomischer Sicht führen auch niedrige Arbeitskosten zu höherer Beschäftigung. Darüber hinaus erlaubt eine höhere Arbeitsproduktivität dem Arbeitsmarkt eine Steigerung der aggregierten Löhne, ohne inflationären Druck auf die Wirtschaft zu erzeugen. Die Steigerung der aggregierten Löhne verursacht einen Multiplikatoreffekt, welcher eine Vergrößerung des aggregierten Konsums nach sich zieht. Dieser wiederum führt zu einer Steigerung der aggregierten Nachfrage, infolge deren es zu einer expansionären Wachstumsphase der Wirtschaft mit Steigerung des Volkseinkommens und der Vergrößerung der Marktgröße kommt. Insgesamt wirkt sich das schließlich positiv auf den Lebensstandard in Ungarn und Polen aus.Google Scholar
  20. 20.
    Die Theorie besagt, daß zunehmende Handelsströme zwischen zwei Ländern schließlich zu einer Zunahme der Direktinvestitionen derselben führen. Wenn der Handel eine minimale „kritische Masse“ erreicht und ein gutes Arbeitsverhältnis zwischen der westlichen Niederlassung und dem östlichen Partner besteht, dann kann die Muttergesellschaft im Westen entscheiden, einen Teil aus der Wertkette ihres Produktionsprozesses in den Osten zu transferieren (vertikale oder horizontale Integration). Sie kann auch beschließen die restliche Mehrheitsbeteiligung zu kaufen, wodurch das Joint Venture ein Teil der Muttergesellschaft wird. In beiden Fällen steigen die Zuflüsse von Direktinvestitionen in den Binnenmarkt, und das wirkt sich auch auf die Zahlungsbilanz positiv aus.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. Fröhlich, A. (1991) S. 75–133.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. Fröhlich, A. (1991) S. 34.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. Tirole, J. (1992) S. 315.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Tirole, J. (1992) S. 322f.Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. Abschnitt 1.1.1.Google Scholar
  26. 26.
    Für eine umfassende und ausführliche Diskussion dieses Themas vgl. Tirole, J. (1992) Kapitel 4 und B. Einen allgemeinen Überblick über die Hauptformen von wettbewerbsbeschränkendem Verhalten gibt Mouton, D. J. (1974).Google Scholar
  27. 27.
    Vickers, J. (1993) S. 117.Google Scholar
  28. 28.
    Diese Art von Risiko verhindert das tatsächliche Abführen der Investorengewinne. In der Literatur über internationale Schulden wird es auch als Transferrisiko bezeichnet. Vgl. Eaton, J., Gersovitz, M. (1983) S. 78 und Cole, H. L., English, W. B. (1991) S. 205.Google Scholar
  29. 29.
    Enteignung wird in der Tat sogar als rechtmäßig betrachtet, solange der ausländische Investor ausreichend kompensiert wird. Dieses Prinzip ist in der United Nations General Assembly Resolution 3281, 1974 Charter of Economic Rights and Duties of States verankert (zitiert in Thomas, J., Worrall, T. (1990) S. 1, Fußnote 2.). Es besagt: Each State has the right to... nationalize, expropriate, or transfer ownership of foreign property, in which case appropriate compensation should be paid by the State adopting such measures, taking into account its relevant laws and regulations and all circumstances the State considers pertinent. In any case where the question of compensation gives rise to controversy, it shall be settled under the domestic law of the nationalizing State and by its tribunals.Google Scholar
  30. 30.
    Z.B. haben beide Regierungen die ausländischen Investoren über die inoffizielle Vorbedingung zum Kauf eines staatlichen Betriebes informiert. Sie besagt, daß die ausländischen Investoren die Anzahl der potentiellen Arbeiterentlassungen während der Umstrukturierung der staatlichen Betriebe beschränken sollten.Google Scholar
  31. 31.
    Eaton, J., Gersovitz, M. (1983) S. 77.Google Scholar
  32. 32.
    Eaton, J., Gersovitz, M. (1983) S. 90–92 und Thomas, J., Worrall, T. (1990) S. 4f.Google Scholar
  33. 33.
    Durch vertrauensbildende Maßnahmen werden Verträge oder Vereinbarungen zwischen Investoren und Empfängerstaaten sich selbst-stabilisierend. Zwei Parteien können zu sich selbststabilisierenden Vereinbarungen kommen, wenn ihre Kooperation in der Zukunft Gewinne abwirft. Darum gibt es für ein Land — obwohl es kurzfristige Anreize für Enteignungen hat — auch langfristige Anreize dafür, eine gute Beziehung mit den potentiellen Investoren zu pflegen, um in der Zukunft mehr Investitionen anziehen zu können.Google Scholar
  34. 34.
    Jedoch gibt es noch Quoten auf Weizen, Automobile, Alkohol, Zigarren, Zigaretten, Motorenöl und Benzin. Vgl. EBRD (1994) S. 109.Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. EBRD (1994) S. 109.Google Scholar
  36. 36.
    Vgl. EBRD (1994) S. 109.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. EBRD (1994) S. 107–114.Google Scholar
  38. 38.
    Vgl. United Nations (1994) S. 109.Google Scholar
  39. 39.
    EBRD (1994) S. 107.Google Scholar
  40. 40.
    Das Modell in diesem Unterkapitel stammt vom Cole, H. L., English, W. B. (1991). Ihr Modell wurde jedoch im spieltheoretischen Rahmen formuliert.Google Scholar
  41. 41.
    Es wird angenommen, daß der Staat diese kurzfristigen Gewinne an die Bevölkerung zurückverteilt.Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. Cole, H. L., English, W. B. (1991) S. 206.Google Scholar
  43. 43.
    Investoren gelten als risikoneutral, wenn sie in einer Anzahl kleiner Länder investieren und jedes dieser Länder eine erwartete Rentabilität von r hat. Solange die Rentabilitäten nicht korrelieren, erhalten die Investoren in jeder Periode ihre erwartete Rentabilität. Vgl. Cole, H. L., English, W. B. (1991) S. 215.Google Scholar
  44. 44.
    Die Annahme, daß Investoren atomistisch sind, bedeutet, daß ihre Investitionsmenge im Vergleich zur gesamten Investitionsmenge sehr klein ist. Deshalb betrachten die Investoren ihr Grenzprodukt des Kapitals und die Wahrscheinlichkeit einer Enteignung als gegeben.Google Scholar
  45. 45.
    In diesem Fall ist der Zustand der Natur der Produktivitätsschock, der von den ausländischen Investoren beobachtet werden kann.Google Scholar
  46. 46.
    Ein Auslöserstrategien-Gleichgewicht bildet eine kleine Teilmenge der möglichen Gleichgewichte für dieses Modell. Sein Vorteil ist seine Einfachheit. Vgl. Cole, H. L., English, W. B. (1991) S. 204.Google Scholar
  47. 47.
    Vgl. Fröhlich, A. (1991) S. 49.Google Scholar
  48. 48.
    Vgl. Fröhlich, A. (1991) S. 95.Google Scholar
  49. 49.
    Vgl. United Nations (1988) S. 46.Google Scholar
  50. 50.
    Vgl. Nello, S. S. (1991) S. 233.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1996

Authors and Affiliations

  • Mariano R. Viola

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