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Reputation und Kapitalflüsse

  • Mariano R. Viola
Part of the Gabler Edition Wissenschaft book series (GEW)

Zusammenfassung

Im vorliegenden Kapitel wird der theoretische Rahmen für Reputationsbildung formuliert und gezeigt, wie die Kapitalflüsse eines Landes durch kooperatives Verhalten dieses Landes beeinflußt werden. Der Darstellung der Investitionsumgebung in Ungarn und Polen folgt die Untersuchung von einigen Reformmaßnahmen zur Verbesserung der Reputation dieser beiden Länder. Im Anschluß daran werden implizite Verträge und stragegisches Verhalten erläutert. Mit Hilfe dieser beiden Begriffe kann dann Reputation formal definiert und modelliert werden.

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Literatur

  1. 1.
    Für einen Überblick vgl. Lessard, D. R. (1993) S. 452.Google Scholar
  2. 2.
    Der Internationale Währungsfonds verwendete auch den Begriff counterparty credit risk zur Beschreibung des Ausfallrisikos. Vgl. International Monetary Fund (IMF) (1991) S. 68.Google Scholar
  3. 3.
    Für einen ausführlichen Überblick über die Portefeuille-Theorie vgl. Elton, E. J., Gruber, M. J. (1991).Google Scholar
  4. 4.
    Auskunfteien wie Moody’s Investors Service veröffentlichen ihre Bewertungen üblicherweise unter einer sovereign ceiling rule, welche stipuliert, daß die Kreditbewertung eines privaten Kreditnehmers niemals höher ist als die Risikobewertung seines Landes. Vgl. Szymczak, P. (1992) S. 71, Fußnote 15.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Mathieson, D. J., Rojas-Suárez, L. (1993) S. 4.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Mathieson, D. J., Rojas-Suárez, L. (1993) S. 4Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Hiemenz, U., Nunnenkamp, P. et al. (1991) S. 19.Google Scholar
  8. 8.
    Kreditplafonds auf die Menge der refinanzierten öffentlichen Anleihen werden von der Zentralbank häufig zur Durchsetzung der Kontrolle von Staatsanleihen angewendet. Mindestreserven sind ein weiteres monetäres Instrument der Zentralbank zur Kontrolle von Krediten an das Geschäftsbankensystem. Einen Überblick über Kreditkontrolle und ihre Instrumente geben Coats, W. L., Khatkhate, D. R. (1980) S. 3–33. Vgl. auch die Sammlung von Aufsätzen in Teil IV von Downes, P., Vaez-Zadeh, R. (1991) S. 247–359.Google Scholar
  9. 9.
    Die 82 Firmen der Referenzstichprobe stammen aus Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien und Italien; sie waren bereits durch Joint Ventures, Direktinvestionen oder Niederlassungen in Osteuropa tätig. Vgl. Genco, P., Taurelli, S., Viezzoli, C. (1993) S. 3.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Boote, A., Somogyi, J. (1991).Google Scholar
  11. 11.
    Für eine Ausführung dieses Problems vgl. Kapitel 4.Google Scholar
  12. 12.
    Zur Problematik der Reformen im Bankensektor vgl. Kapitel 5.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. Barro, R., Grilli, V. (1994) S. 167.Google Scholar
  14. 15.
    Vgl. Pindyck, R. S. (1991). Pindyck hat auch die Opportunitätskosten des Abwartens quantifiziert und behauptet, daß diese in die Analyse der Investitionsmöglichkeiten inkorporiert werden sollten.Google Scholar
  15. 16.
    Insgesamt weisen Ungarn und Polen in der Umfrage im Vergleich zu anderen befragten Ländern (Bulgarien, Tschechoslowakei, Rumänien und die GUS-Staaten) am wenigsten Probleme auf. Vgl. Genco, P., Taurelli, S., Viezzoli, C. (1993) S. 8.Google Scholar
  16. 17.
    Vgl. Genco, P., Taurelli, S., Viezzoli, C. (1993) S. 10.Google Scholar
  17. 18.
    Vgl. OECD (1993) S. 48.Google Scholar
  18. 19.
    In der Literatur über Vertragstheorie und Spieltheorie wird eine vertrauensbildende Strategie auch als commitment strategy bezeichnet. Beispielsweise signalisiert der Kauf eines teuren Ringes oder das Eröffnen eines gemeinsamen Kontos (commitment strategy) die Glaubwürdigkeit eines Heiratsversprechens, da diese Strategie die Möglichkeit von zeitinkonsistentem Verhalten reduziert. Vgl. Williamson, O. (1985) S. 167–169, Werin, L., Wijkander, H. (1992) und Fudenberg, D., Tirole, J. (1993) S. 74–77.Google Scholar
  19. 20.
    Ostrom, E., Schroeder, L., Wynne, S. (1993) S. 46.Google Scholar
  20. 21.
    Darüber hinaus führen die Transaktionskosten zu unvollständigen Verträgen. Diese werden auch als unvollkommene Verträge bezeichnet. Das heißt, Teile des Vertrages werden, aufgrund der Schwierigkeiten, alle zukünftigen Eventualitäten vorherzusehen, absichtlich vage gehalten. Weil die Vertragsbedingungen nicht vollständig spezifiziert sind, kann ein unvollständiger Vertrag nicht von einer dritten Partei durchgesetzt werden. Vgl. Klein, B. (1992) S. 153f.Google Scholar
  21. 22.
    Williamson, O. (1985) S. 20.Google Scholar
  22. 23.
    Ostrom, E., Schroeder, L., Wynne, S. (1993) S. 47.Google Scholar
  23. 24.
    Ostrom, E., Schroeder, L., Wynne, S. (1993) S. 48.Google Scholar
  24. 25.
    Für eine Diskussion über Glaubwürdigkeit in Stabilisierungsprogrammen vgl. Dornbusch, R. (1991).Google Scholar
  25. 26.
    Vgl. United Nations (1991) S. 156.Google Scholar
  26. 27.
    Vgl. Aizenman, J. (1989) S. 84. Für eine vergleichende Analyse des Öffnungsgrads von Ungarn und Polen vgl. Abschnitt 3.2.1.Google Scholar
  27. 28.
    Vgl. Abschnitt 4.1.1.Google Scholar
  28. 29.
    Vgl. Abschnitt 5.2.1.Google Scholar
  29. 30.
    Vgl. Klein, B., Leffler, K. (1981).Google Scholar
  30. 31.
    Vgl. Lipson, C. (1991) S. 502.Google Scholar
  31. 32.
    Eaton, J. et al. (1986) S. 482.Google Scholar
  32. 33.
    Nach dem Prinzip der nationalen Souveränität unterliegen Länder, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, nicht der Gesetzgebung des Kreditgeberlandes. Aus diesem Grund sind Bestimmungen über Sicherheiten und Vermögensbeschlagnahmungen des Kreditgeberlandes unter internationalem Recht weitgehend ungültig.Google Scholar
  33. 34.
    Vgl. Mohr, E. (1991) S. 13.Google Scholar
  34. 35.
    Vgl. Lipson, C. (1991) S. 501.Google Scholar
  35. 36.
    Vgl. Lipson, C. (1991) S. 500f.Google Scholar
  36. 37.
    Vgl. Macaulay, S. (1963) und Beale, H., Dugdale, T. (1975).Google Scholar
  37. 38.
    Vgl. Beale, H., Dugdale, T. (1975) S. 47.Google Scholar
  38. 39.
    Eine Ausnahme dieser Regel liegt vor, wenn die gelieferten Güter teuer und umfangreich sind (z.B. ein vollständiges Flugzeug oder andere teuere Maschinen) oder ein fertiges Produkt an einen Kunden verkauft wird, der nicht der Industriegruppe angehört und deren Gebräuche nicht kennt, geschweige denn akzeptiert. Ausnahmefälle sind auch Situationen, die ein hohes Risiko involvieren, beispielsweise wenn ein Kunde große Verluste hinnehmen müßte, falls eine Lieferung verspätet ankäme, oder eine defekte Maschine, die eine Lebensgefahr darstellen könnte.Google Scholar
  39. 40.
    Vgl. Beale, H., Dugdale, T. (1975) S. 47f.Google Scholar
  40. 41.
    Vgl. Telser, L. G. (1980). In der Spieltheorie wird eine sich selbst-stabilisierende Abmachung anreizkompatibler Vertrag (incentive compatible contract) genannt.Google Scholar
  41. 42.
    Vgl. Noorderhaven, N. (1992) S. 238.Google Scholar
  42. 43.
    Vgl. Noorderhaven, N. (1992) S. 238.Google Scholar
  43. 44.
    Vgl. Choi, C. J. (1994) und Lipson, C. (1991).Google Scholar
  44. 45.
    Vgl. Noorderhaven, N. (1992) S. 239.Google Scholar
  45. 46.
    Vgl. Sharpe, S. (1990) S. 1079f.Google Scholar
  46. 47.
    Vgl. Telser, L. G. (1980).Google Scholar
  47. 48.
    Vgl. Lipson, C. (1991) S. 509. Der Abzinsungssatz ist bei der Bewertung der Reputation von Bedeutung. Wird die Zukunft positiv eingeschätzt, dann ist der Abzinsungssatz niedrig oder beinahe null. Wenn der Agent einen relationalen Vertragsabschluß schätzt, ist folglich der Abzinsungssatz niedrig und deshalb wird der aktuelle diskontierte Reputationswert größer als die kurzfristigen Vorteile aus der Verletzung des Vertrages.Google Scholar
  48. 49.
    Zeitinkonsistentes Verhalten wurde von Williamson (1985) auch als ex ante- und ex postopportunistisches Verhalten bezeichnet. Nach Williamson (1985) zeigt sich opportunistisches Verhalten darin, daß die Parteien ihre eigenen Interessen verfolgen und zur Erreichung ihrer Ziele mitunter subtile Formen der Täuschung anwenden. Von ex ante- und ex post-opportunistischem Verhalten ist auch unter den Bezeichnungen Adverse Selection und Moral Hazard die Rede. In der Literatur über Principal-Agent versteht man darunter hauptsächlich das Versäumen der Agenten dem Auftraggeber (Prinzipal) ihre wahren Präferenzen oder ihre privaten Informationen zu offenbaren. Die Auftraggeber können Prüfungsmittel (screening devices) verwenden, um die Risiken des ex ante-Opportunismus der Agenten zu entschärfen. Sie können auch zu Beobachtungsmitteln (monitoring devices) greifen, um den ex post-Opportunismus der Agenten zu kontrollieren. Dennoch sind beide Mittel nicht sinnvoll, wenn sie mit hohen Informationskosten verbunden sind. Sie sind auch nicht sinnvoll, wenn die institutionellen regulierenden und gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht vollständig entwickelt sind. Es könnte dann sein, daß die Parteien zu vertrauensbildenden Maßnahmen schreiten oder ihr Reputationskapital einsetzen, um dem Vertragspartner zu signalisieren, daß zeitinkonsistentes Verhalten für sie zu teuer wäre. Vgl. Williamson, O. (1985) S. 47. Beispiele für Zeitinkonsistenzprobleme bei internationalen Anleiheverträgen vgl. Swoboda, A. (1985).Google Scholar
  49. 50.
    Vgl. Kreps, D. (1990) S. 752 und Williamson, O. (1985).Google Scholar
  50. 51.
    Vgl. Kreps, D. (1990) S. 752, Williamson, O. (1985) und Abschnitt 1.2.1.1.Google Scholar
  51. 52.
    Grossman, H., van Huyck, J. (1988).Google Scholar
  52. 53.
    Vgl. Gale, D. (1993) S. 117.Google Scholar
  53. 54.
    Gemäß Eichberger (1993) haben Spieler, die wiederholt in Wechselwirkung zueinander treten, einen Anreiz, das Wohlwollen ihrer Partner zu erhalten. Ihr Interesse an einer langfristigen Kooperation könnte stärker sein, als der Anreiz, einen kurzfristigen Vorteil wahrzunehmen. Vgl. Eichberger, J. (1993) S. 205.Google Scholar
  54. 55.
    Vgl. Fudenberg, D., Tirole, J. (1993) S. 145.Google Scholar
  55. 56.
    Vgl. Telser, L. (1980).Google Scholar
  56. 57.
    Eine Vorbedingung dafür, daß diese Strategie teilspielperfekt (sub-game perfect) ist, liegt auch darin, daß der Abzinsungssatz beider Spieler nahe 1 sein muß. Vgl. Gibbons, R. (1992) S. 91. Diese Art von Triggerstrategie wird in der Literatur über Spieltheorie auch als die GrimStrategie bezeichnet. Vgl. Rasmusen, E. (1989) S. 91 und Binmore, K. (1992) S. 480.Google Scholar
  57. 58.
    Ob die Drohung von Spieler 1, diese Strategie gegen Spieler 2 zu verwenden, glaubwürdig ist oder nicht, hängt von den Umständen ihrer Beziehung ab.Google Scholar
  58. 59.
    Vgl. Persson, T., Tabellini, G. (1990) S. 38.Google Scholar
  59. 60.
    Diese Art von Anreizkompatibilitätsbeschränkung wird auch als die selbstgewählte Beschränkung (self-selection constraint) bezeichnet, denn sie bringt verschiedene Arten von Agenten dazu, verschiedene Verträge auszuwählen. Vgl. Rasmusen, E. (1989) S. 161.Google Scholar
  60. 61.
    Vgl. Diamond, D. (1989) S. 829.Google Scholar

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© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1996

Authors and Affiliations

  • Mariano R. Viola

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