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Übergang zu Intertextualität mit implizierter Markierung im Haupttext

  • Eva Bauer Lucca
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Part of the Literaturwissenschaft / Kulturwissenschaft book series (LWKW)

Zusammenfassung

Die Analyse der offenen Zitate, dieser besonders evidenten Form explizit markierter Intertextualität, brachte im Schatten des exemplarischen Schicksals Adrian Leverkühns und seiner Faustkomposition eine weitere Faustgeschichte zutage. Es gilt nun festzustellen, welche Faustelemente in die Lebensgeschichte von Leverkühn, der ja schon im Romantitel mit Faust gleichgesetzt wird, übernommen worden sind. Erzähltechnisch unterscheidet man grundsätzlich zwischen expliziten und impliziten Hervorhebungen. Während sich die Intertextualität bei den expliziten Verfahren weitgehend nachweisen läßt, dienen implizite Markierungsverfahren bloß als Indiz für Intertextualität.1 Ein Autor entscheidet sich in der Regel für das eine oder das andere Verfahren — je nachdem, wie weit er seinen Leser aktiv am intertextuellen Spiel teilnehmen lassen will. Implizite Markierungen, die dem Leser einen größeren Spielraum zugestehen, lassen im allgemeinen auf eine ausgeprägt rezeptionsästhetische Haltung des betreffenden Autors schließen. Gelingt es dem Leser, die intertextuellen Bezugnahmen zu entziffern, so bereitet ihm dies Spaß oder Genugtuung. Oftmals jedoch ist die Lösung des “Rätsels” nur einem kleinen Leserkreis mit literarischem Vorwissen vorbehalten.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Eva Bauer Lucca

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