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Grundlegung und Ausgangspunkt

  • Eva Bauer Lucca
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Part of the Literaturwissenschaft / Kulturwissenschaft book series (LWKW)

Zusammenfassung

Einem Leser, der die autoritative Leserlenkung des Doktor Faustus ignoriert und statt dessen den Doktor Faustus in Genettes Sinne als “Text zweiten Grades”1 liest, der von einem anderen, früheren Text abgeleitet worden ist, eröffnet sich eine fruchtbare Perspektive. Neue Quellen, die nachgewiesen werden können, belegen, daß Thomas Mann viele seiner Lektüren verschwiegen hat. Der Leser kann allerdings die vom Autor gesetzten Signale nicht immer erkennen. Beachtet man jedoch, daß sich die Kompetenz des Lesers und die vom Autor gesetzten Signale ergänzen, so verliert der Dissens zwischen produktions- und rezeptionsästhetischen Ansätzen von Intertextualität an Gewicht. In einer fundierten Analyse sollten beide Ansätze berücksichtigt werden, gerade weil die pragmatische Funktion einer Markierung im Zusammenhang mit der Identifizierung einer mehr oder weniger deutlichen intertextuellen Referenz zu suchen und es andererseits auch unbestritten ist, daß die Produktion eines Textes durch diverse Strategien der Rezeptionslenkung beeinflußt wird. In diesem Sinne wird die Markierungstheorie zu einem heuristischen Hilfsmittel der Textbeschreibung, die darüber hinaus zwischen den beiden letztlich antagonistischen Ansätzen von Intertextualität vermittelt.

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Referenzen

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    Mein Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Leiter des Thomas-Mann-Archivs der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, Dr. Thomas Sprecher, für die gewährte Einsicht in die Materialien und Vorarbeiten Thomas Manns zum Roman Doktor Faustus und sonstige Manuskripte, die in den ersten Jahren des Exils entstanden sind. Weiterer Dank gehört Frau Dr. Frauke Bartelt, Fachreferentin der Thomas-Mann-Sammlung der Universitätsbibliothek Düsseldorf für bibliographische Angaben und Frau Beatrice Schärli lic. phil. vom Münzkabinett des Historischen Museums Basel für ihre Informationen über ein Jupiteramulett der Basler Sammlung und vor allem aber Prof. Dr. Jochen Vogt einfach für alles.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Eva Bauer Lucca

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