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Mythen des Möglichen — Mögliche Mythen

  • Wolfgang Frindte
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Zusammenfassung

Alljährlich ereignet sich am Ostersonntag wenige Minuten nach ein Uhr in der Jerusalemer Grabeskirche ein Wunder besonderer Art. Das Heilige Feuer kommt direkt vom Himmel auf das Grab Christi herab und wird vom griechisch-orthodoxen Patriarchen in Empfang genommen. Tausende Gläubige feiern emphatisch die Ankunft des Feuers und versuchen, ihre Kerzen daran zu entzünden, um es als Zeichen der Erlösung heim und in die Winkel christlichen Daseins zu tragen. In jedem Jahr zur gleichen Zeit, die gleiche Prozedur. Wenige Minuten vor der erwarteten Ankunft des Feuers schließt sich der Patriarch in der Grabeskirche ein. Der Eingang wird versiegelt. Die Erregung der anwesenden Pilger steigert sich ins Unermeßliche. Und dann geschieht es.

„In der Kirche ist kein Laut zu hören. Dann gehen die Lichter aus. Und plötzlich dröhnt ohrenbetäubendes Glockengeläut durch die Finsternis. Im selben Augenblick — perfektes Timing — schiebt der Patriarch die brennende Fackel aus dem Grab durch ein Loch nach draußen, die Menge stürzt nach vorn, und wenig später ist die ganze Kirche von Tausenden kleiner Lichter erleuchtet, die über die Köpfe hinweg von einer Kerze zur nächsten weitergereicht werden. Der Patriarch taucht gold- und silberblitzend aus der Grabeskammer auf, in jeder Hand triumphierend eine brennende Fackel schwingend. Die Menge teilt sich vor ihm wie das Rote Meer. Das Wunder ist vollbracht.“ (Elon 1990, S. 304)

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Frindte

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