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Frumentios und Ezana

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Part of the Wissenschaftliche Abhandlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen book series (AWAW, volume 32)

Zusammenfassung

Nach bisher allgemein akzeptierter Auffassung gehört die Geschichte von der Fahrt des Frumentios mit der ersten christlichen Mission im Aksumiten-Reich zusammen, womit sich für Ezana, den ersten christlichen Negus, eine ins 4. Jh. n. C. fallende Lebenszeit ergibt. Im 5. Band seiner Geschichte der Hunnen (158ff.) hat F. Altheim den Versuch unternommen, diese herkömmliche Datierung zu erschüttern, den Frumentios-Bericht auf Indien zu beziehen und Ezana ins 5. Jh. zu datieren. In dem jüngst veröffentlichten ersten Band seines Werkes über die Araber in der Alten Welt betrachtet er den neuen Vorschlag als gesichertes Forschungsergebnis, aus dem weitere Schlüsse gezogen werden können.

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Literatur

  1. 37.
    Für die konventionelle Datierung Ezanas spricht auch das von H. de Contenson, Journ. As. 248, 1960, 75ff., gesammelte numismatische Material.Google Scholar
  2. 38.
    Socrat. 1, 19, 3ff.; Sozom. 2, 24, 1ff.; Theodt. 1, 23; Gel. Cyz. 3, 9. Nur für Gelasios von Kyzikos ist Thomas, nicht Bartholomaios, der Apostel Indiens, während Thomas bei allen anderen gemäß der älteren Tradition Parthien (d. h. die Orrhoene) bekehrt (vgl. G. Bornkamm R.E. 2, 6, 317ff.). Theodoret und Gelasios wissen nichts von einem gebrochenen Vertrag zwischen Rom und den Bewohnern des Landes, in dem Meropios den Tod findet, Theodoret nichts vom Tode des „Inderkönigs“ und der Vormundschaft des Frumentios für den Kronprinzen.Google Scholar
  3. 39.
    Methodisch grundlegend zum Gelasios-Problem E. Honigmann, Bull. Acad. Belg. 1954, 122ff. Selbst der Hinweis Rufins auf seine persönliche Bekanntschaft mit Aidesios kann seine Priorität vor den griechischen Parallelautoren grundsätzlich nicht erweisen (144, 5). Daß Sokrates den Gelasios an mehreren Stellen direkt benutzt hat, zeigt P. Heseler, Byzant. 10, 1935, 438. Wichtige Bemerkungen zum Verhältnis Rufin/Sozomenos bei C. G. Hansen, Praefatio zur Sozomenos-Ausgabe von Bidez (Berlin 1960). p. XLVIII.Google Scholar
  4. 40.
    Freilich sollte dieser Sprachgebrauch nicht dazu verleiten, die indischen Bartholomäus-Christen, zu denen Clemens’ Lehrer Pantainos im 2. Jh. nach dem Bericht des Eusebios (h. e. 5,10) gereist ist, in Südarabien zu suchen. Hieronymus, der mit guten Indien-Informationen ausgestattet ist (adv. Jov. 1,42 mit der Geburtslegende Buddhas), bezieht diese Nachricht ausdrücklich auf das richtige Indien (ep. 70,4), und nach Philostorgios’ Darstellung (18,15ff. und 33,12ff.), der Theophilos als ersten Glaubensboten bei den Südarabern bezeichnet, gehören die Bartholomäus-Christen gleichfalls eindeutig nach (Süd)indien. Vgl. dazu Jahrb. f. Ant. u. Christ. 6, 1963, 54ff. — Die Differenzierung zwischen ‘Epυϑρά und ‘Ivδι.xὴ άλαaaα, die im ptolemäischen Ägypten seit 78 v. C., also nach der Erschließung der Monsunpassage, nachweisbar wird (Preisigke, Sammelbuch Nr. 2264; O.G.I. 186; O.G.I. 190), zeigt deutlich, daß die Gebildeten trotz des verbreiteten Sprachgebrauchs, der Rotes Meer und Indischen Ozean, Südaraber und Inder gleichsetzte, seither die Möglichkeit hatten, zwischen diesen geographischen Größen zu unterscheiden. Noch im 6. Jh. n. C. kommen gelegentlich veritable Brahmanen a.us dem richtigen Indien bis nach Alexandrien (Damasc. vit. Isid. 67 Westerm.), an denen man den Unterschied studieren kann.Google Scholar
  5. 41.
    Das Homeritenland liegt 30 Monai südlich von Phoinikien, 60 Monai von der Romania (Kleinasien) und 70 Monai von Indien entfernt. Von der Romania kann man zu Land ins Homeritenland reisen, von der Romania nach Aethiopien und von dort zum Homeritenland gelangt man über See. Persien, Indien und das Homeritenland liegen an ein und demselben Meer.Google Scholar
  6. 42.
    Vgl. Jb. f. Ant. u. Chr. 6, 1963, 54ff. — Der aethiopische Text bei Dillmann, Chrestomath. Aethiop. 21950, 150.Google Scholar
  7. 43.
    Daß die Menschenfresser der Acta Andreae et Matthiae und des Martyrium Matthaei (ed. Lipsius-Bonnet) in Aethiopien zu suchen sind, wird zwar im Text nirgends gesagt. Aber Menschenfresser gelten schon in der Antike als typisch für Afrika (Ptol. 4,8,3; Philostr. vit. Ap. 6,25; Chrestos F. g. H. 673 F 39).Google Scholar
  8. 44.
    Hierüber zusammenfassend mit reichen Literaturangaben G. Lanczkowski, Jb. f. Ant. u. Chr. 1, 1958, 148ff., E. Ullendorff, The Ethiopians, London 1960 sowie vor allem L. P. Kirwan, The Oxford University Excavations at Firka, Oxford 1939, Appendix 2,49 ff.Google Scholar
  9. 45.
    Nicht ganz korrekt erscheint mir deshalb die Deutung des Namens India citerior bei E. Hammerschmidt, Z. f. Missionswiss. 38, 1954, 292.Google Scholar
  10. 46.
    ed. J. D. M. Derrett, Class. et Med. 21, 1960, 108ff.Google Scholar
  11. 47.
    J. D. M. Derrett, Journ. Am. Or. Soc. 82, 1962, 21ff.Google Scholar
  12. 48.
    Die letztere — sehr plausible und für den weiteren Verlauf der Ereignisse wichtige — Mitteilung macht nur Sokrates, was auf seine Unabhängigkeit von Rufin bzw. seine direkte Abhängigkeit von Gelasios von Kaisareia schließen läßt.Google Scholar
  13. 49.
    Vgl. Proc. Cambr. Phil. Soc. 190, 1964, 15ff.Google Scholar
  14. 50.
    Vgl. R. Delbrück, Bonn. Jb. 155/56 (1955/56) 8ff.Google Scholar
  15. 51.
    Es liegt immerhin nahe, Habašat (Abessinien) zu arab. hbš zu stellen und den Namen als „Stämmebund, Vielzahl von Stämmen“ zu verstehen. Vgl. G. Lanczkowski, a.a.O. 136.Google Scholar
  16. 52.
    Refs>52 Die Insel heißt bei den Griechen sonst Dioskoros, aber Philostorgios’ Dibos entspricht dem indischen Namen der Insel, Dvīpa Sukhādāra, worauf schon Winstedt (Anm. z. Ausg. d. Kosmas p. 344f.) hingewiesen hat. Inder hat es auf Sokotra gegeben (Peripl. 30), und Theophilos mag sehr wohl aus einer indischen Familie gestammt haben. Daß ihn Gregor von Nyssa verächtlich einen Blemyer nennt, sagt gar nichts (c. Eun. 1,47). Die Beziehung der damals offenbar ganz oder teilweise christianisierten Insel zum Römerreich wird dadurch illustriert, daß Theophilos nach der Mitteilung des Philostorgios als Geisel an den Kaiserhof kam. Im 6. Jh. war sie politisch und kirchlich nach Persien orientiert (Cosm. Ind. 3 p. 119 Winst.)Google Scholar
  17. 53.
    Vgl. Jb. f. Ant. u. Chr. 6, 1963, 54ffGoogle Scholar
  18. 54.
    Daß Theophilos’ Tätigkeit späterhin so sehr in Vergessenheit geriet, liegt natürlich an seinem arianischen Bekenntnis. Zudem mag die „Bekehrung“ des Himyaritenkönigs ein Akt diplomatischer Höflichkeit gewesen sein, der keine dauernden Folgen zeitigGoogle Scholar
  19. 55.
    Vgl. C. Conti Rossini, Storia di Etiopia I, Roma 1928, 164Google Scholar
  20. 56.
    Zusammenfassend dazu E. Littmann, Deutsche Aksum-Expedition I, Berlin 1913, 48.Google Scholar
  21. 57.
    Die Behandlung, die Altheim (Klio 39, 1961, 241 ff.) der in Meroë gefundenen, fragmentarischen Inschrift eines Aksumitenkönigs in griechischer Sprache angedeihen läßt, führt nicht zu überzeugenden Ergebnissen. Weder die Zuweisung an Sembruthes, einen Vorgänger Ezanas, noch die Interpretation des im Text erhaltenen chronologischen Hinweises im Sinne des i. J. 313 beginnenden Indikationen-Zyklus kann als gesichert gelten.Google Scholar
  22. 58.
    J. Ryckmans, La persécution des Chrétiens Himyarites au VIe siècle, Istanbul 1956; R. Rubin, R. E. 23,1,102Google Scholar
  23. 59.
    Ob das Judentum aus Südarabien oder aus Oberägypten nach Abessinien kam, ist eine bis jetzt noch ungeklärte Frage. Zu den jüdischen Zügen im abessinischen Christenturm vgl. E. Ullendorf, Journ. Semit. Stud. 1, 1956, 216ff. ders. The Ethiopians 110ff. u. ö. Vgl. ferner Philostorgios 32,15ff. BidGoogle Scholar
  24. 60.
    Vgl. A. Grohmann, Aethiopische Marienhymnen, 1919Google Scholar
  25. 60a.
    ferner E. Lanczkowski, Z. f. Kirchengesch. 66, 1954, 25ff.Google Scholar
  26. 61.
    Wichtigstes Indiz hierfür sind die syrischen Lehnwörter im Aethiopischen, insbesondere in der Kirchensprache. Vielleicht aber hat es auch im 3. Jh. n. C. eine kommerzielle Kooperation zwischen Aksum und Palmyra gegeben, denn palmyrenische Kaufleute beteiligten sich schon seit dem 1. Jh. n. C. lebhaft am Handel im Gebiet des Roten Meeres (vgl. Rostowzew, Ges. u. Wirtsch. I 301fGoogle Scholar
  27. 62.
    Vgl. Th. Nöldeke, Tabari S. 1Google Scholar
  28. 63.
    Vgl. A. Moberg, The Book of the Himyarites, Lund 1924, p. LXI und XLIX. Natürlich kann die Gestalt des Hannān durchaus historisch und er wirklich der Gründer der Gemeinde von Neğ;rān sein, die nach Philostorgios’ Bericht jedenfalls nicht auf Theophilos zurückgeht. Da im 6. Jh. Neğ;rān unbestreitbar das Zentrum des südarabischen Christentums war, identifizierte man den Ursprung der dortigen Kirche mit dem des südarabischen Christentums schlechGoogle Scholar
  29. 64.
    Nur die metaphrastische Fassung des Arethas-Martyriums (Migne 115,1241) enthält einen Zusatz über die Tätigkeit des Theophilos in Südarabien, offenbar ein Resultat der durch Photios bezeugten Wiederentdeckung des PhilostorGoogle Scholar
  30. 65.
    Über das in Zafār gefundene Kapitell aus einer Kirche des 4. Jh. vgl. Grohmann, Arabien 216 u. neuerdings A. v. Wissmann, Muséon 57, 1964Google Scholar
  31. 66.
    Die anderen erhaltenen Berichte über frühe Bekehrungen in Arabien beziehen sich schwerlich auf Südarabien: Euseb. h. e. 6,19,15f.; Rufin. h. e. 11,6 = Sozom. 6,38,5ff. = Socrat. 4,36 = Theodt. 4,23.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen 1965

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