Advertisement

Ökonomische Sanktionen

untersucht am Beispiel der Embargos in der amerikanischen Außenpolitik
Chapter
  • 51 Downloads
Part of the Politische Vierteljahresschrift book series (PVS, volume 1/1969)

Zusammenfassung

Mit Ausnahme der Auslandshilfe, wirtschaftlicher Faktoren von Integrationsprozessen und gelegentlich der Zollpolitik sowie spektakulärer, quantitativ oder qualitativ gewichtiger gouvernementaler, öffentlicher wirtschaftlicher Sanktionen hat sich die politische Wissenschaft bisher nur sporadisch mit ökonomischen Aspekten und Instrumenten der Außenpolitik und internationalen Beziehungen bzw. mit politischen Aspekten wirtschaftlicher Beziehungen befaßt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    A. Zehnder: Politique extérieure et politique du commerce extérieure, Genf und Paris 1957; Y.-L. Wu: Economic warfare, New York 1952. Google Scholar
  2. 2.
    P. Bernholz: Außenpolitik und internationale Wirtschaftsbeziehungen, Frankfurt a. M. 1966. Google Scholar
  3. 3.
    J. Stone: Legal controls of international conflict; A treatise an the dynamics of disputes-and war-law, London 1954; R. F. und H. J. Taubenfeld, The »economic weapon«: The League and the United Nations; in: Proceedings of the American Society of International Law, 1964, S. 183 ff.Google Scholar
  4. 4.
    J. Galtung: On the effects of international economic sanctions; With examples from the case of Rhodesia; in: World Politics, Vol. XIX, Nr. 3, S. 378 ff.; A. Leiss (ed.), Apartheid and United Nations collective measures; An analysis, New York: Carnegie Endowment of International Peace, 1965 (mimeo); R. Segal (ed.): Sanctions against South Africa, London 1964. Google Scholar
  5. 6.
    P. Wallensteen: Characteristics of economic sanctions, in: Journal of Peace Research, 1968, Nr. 3, S. 248 ff.Google Scholar
  6. 7.
    R. J. Rummel: The relationship between national attributes and foreign conflict behavior, in: J. D. Singer (ed.), Quantitative international politics; Insights and evidence, New York und London 1968, S. 214. Google Scholar
  7. 8.
    Michael Haas: Krieg und gesamtgesellschaftliche Bedingungen, in: E. Krippendorff, Hrsg., Friedensforschung, Köln-Berlin 1968, S. 53 f.Google Scholar
  8. 9.
    Robin N. Williams: Norms, in: International Encyclopedia of the Social Sciences, Vol. 11, S. 205, New York 1968.Google Scholar
  9. 10.
    Fredrik Hoffmann: The functions of economic sanctions, in: Journal of Peace Research, Vol. 4, 1967, S. 140 ff.Google Scholar
  10. 11.
    Stephen J. Cimbala: Foreign Policy as an issue are: A roll call analysis, in: APSR März 1969, S. 155.Google Scholar
  11. 3.
    Rummel, a.a.O., S. 290 bzw. 292. Als negativ gelten ihm Handlungen, die gespannte, unfreundliche oder feindselige Gefühle oder Beziehungen reflektieren. (Positive Sanktionen, wie sie Galtung erörtert, a.a.O., S. 379 ff., d. h. Belohnungen für erwünschtes Verhalten, spielen in Rummels conflict code sheet bedauerlicherweise keine Rolle.) Es ist aber fraglich, ob sich Galtungs Definition negativer Sanktionen ausschließlich als Bestrafung für Abweichung halten läßt. Diese Definition ergibt sich daraus, daß Galtung wesentlich ökonomische Sanktionen zugunsten primär innerstaatlich relevanter Normen untersucht; d. h. internal sanctions und zu dem Ergebnis kommt, daß diese nur unter bestimmten, sehr begrenzten Bedingungen compliance erzwingen, überwiegend aber expressive Bestrafung darstellen, die ihre (psychologische) Belohnung in sich trägt. Eine negative Sanktion kann nach unserer Auffassung aber auch der Entzug der Mittel für abweichendes Verhalten gegenüber der Außenwelt sein, z. B. von Waffen, Treibstoff, Transportraum für militärische Aktionen. Die Sanktion dient dann weder der compliance, noch ist sie punishment for deviance, läßt sich aber als deprivation of means nicht anders als negativ bezeichnen.Google Scholar
  12. 4.
    Galtung, a.a.O., S. 383, berücksichtigt nur den Abbruch der wirtschaftlichen Beziehungen, nicht aber die Beschränkung von Handelsbeziehungen, die wirtschaftlich möglich wären (Amerikanisches Chinaembargo trotz Umorientierung des Außenhandels der VRC nach nichtkommunistischen Staaten).Google Scholar
  13. 6.
    Rummel, a.a.O., S. 292 f.,definiert den Boykott einmal unter der Rubrik amtlichen, negativen Verhaltens als Verweigerung der Interaktion (refusal to deal with), z. B. der Kommunikation, des Kaufes, der Verhandlungen, soweit derartiges Verhalten nicht durch andere Begriffe speziell bezeichnet wird (blockade, embargo, diplomatic rebuff…), zum anderen unter der Rubrik nichtamtlichen nichtgewaltsamen Verhaltens als Verweigerung der Interaktion, durch Gruppen von Bürgern (Konsumentenboykott, Entladeboykott).Google Scholar
  14. Renouvin, a.a.O., S. 80, bezeichnet den Boykott sowohl als konzertierte Aktion von Gruppen, als auch als Aktion eines Staates gegen einen anderen. Galtung, a.a.O., S. 383, impliziert mit seiner Unterscheidung zwischen Boykott und supervised boycott (if passage of goods… to or from the receiving country is reported) die Definition des Boykotts als gesellschaftlichen. Eine andere Frage ist, ob sich nicht die Verweigerung der Interaktion durch Gruppen von Staaten, d. h. Teilen der Weltstaatengesellschaft als (staatengesellschaftlicher) Boykott bezeichnen läßt.Google Scholar
  15. 7.
    Fraglich ist hier, ob die Waffenembargos europäischer Staaten gegen afrikanische Stämme und der USA gegen die beteiligten Gruppen in zentralamerikanischen Bürgerkriegen mit der Wehrlosigkeit die koloniale Eroberung (aus Prestigegründen) bzw. wirtschaftliche Abhängigkeit bewirken sollten. (Vgl. Renouvin/Duroselle, Introduction to the history of international relations; New York, Washington, London 1967, S. 78 f.)Google Scholar
  16. 10.
    Vgl. Kenneth Boulding: Principles of economic policy, Englewood Cliffs 1958, Kap. 1.Google Scholar
  17. 14.
    Z. B. Michael von Berg: Die strategische Bedeutung des Ost-West-Handels im Rahmen der weltpolitischen Auseinandersetzung, Leiden 1966, bes. S. 164 ff. (Wobei in der Regel einheitliche Strategie und geschlossenes Auftreten gegenüber Staatshandelsländern im Vordergrund stehen.)Google Scholar
  18. 4.
    »The distinctions introduced here are based on the Singer-Small and Vellut ranking schemes. They are different and not immediately comparable: Singer-Small gives ranking from diplomatic representation and covers only the 1930s; while Vellut uses economic and demographic criteria and is concerned with the period 1960–1966… These were the only available, however, and here our intention was only to arrive at an estimation of highranked nations.«Google Scholar
  19. (Wallensteen, a.a.O., S. 254; J. D. Singer und M. Small: The composition and status ordering of the international System: 1815–1940, in: World Politics, Vol. XVIII, S. 236 ff.; J.-L. Vellut: Smaller states and the problem of war and peace, in: Journal of Peace Research, 1967, S. 252 ff.) Wir stützen uns auf die gleichen Schemata. Andere liegen nicht vor.Google Scholar
  20. 5.
    Singer-Small geben folgende Rangbeziehung für 1940 an: USA 100, Japan 60, Deutschland 83. Scheint schon der errechnete Rangunterschied zwischen Deutschland und Japan übertrieben, so läßt der Unterschied zwischen den USA und Japan die konfliktbezogene Gleichrangigkeit beider außer Betracht. Rangunterschiede bei direkten oder quasi direkten Konflikten lassen sich u. E. nur konfliktbezogen sinnvoll feststellen.Google Scholar
  21. 6.
    Im November 1940 befürwortete die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung starke Maßnamen gegen Japan. Die Hälfte der Befürworter war bereit, auch militärische Maßnahmen hinzunehmen. Vgl. B. C. Cohen: The political process and foreign policy; The making of the Japanese peace settlement, Princeton 1957, S. 30 f.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1969

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations