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Die Dardaner in der Ilias

  • Günther Jachmann
Chapter
Part of the Wissenschaftliche Abhandlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen book series (WISSABHAGFO, volume 5)

Zusammenfassung

In unserer gesamten Ilias führen die Δάρδανoι, Δαρδανίωνες und Δρδανίδες immer nur ein nominelles Dasein neben den Tρες und Tρωάδες, mit denen sie stets in einem Atem genannt und so gleichsam verschmelzend in eins gesetzt werden. Dazu stimmt, daß adjektivisches Δάρδανoς an den beiden Stellen seines Vorkommens einfach gleichbedeutend mit Tρώιoς steht, nämlich II 807 Δάρδανoς ανήρ Πανoίδης Eϋφoρβoς sowie B 701 Δάρδανoς ανήρ, wo mit ανήρ Hektor bezeichnet wird26. Alledem gegenüber steht eine einzige Ausnahme, nämlich im Tρωιòς διάoσμoς, welcher also beginnt, B 816–823

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Reference

  1. 26.
    Darüber o. S. 119.Google Scholar
  2. 27.
    Darüber E. Vörner,Rosch. Lex. I 158ff.Google Scholar
  3. 28.
    Die Behauptung von dem Haß des Kroniden gegen das Priamoshaus (T 306) widerspricht schroff den ausdrücklichen Worten, welche der Gott vor wenigen Tagen (die Tagesnumerierer mögen sagen: vor fünfen) an Hera gerichtet hat (0 44ff.), ja sie fällt angesichts seiner allgemeinen Haltung gegenüber Troja vollständig aus dem Rahmen der gesamten Ilias und läßt sich demnach nicht einfach als ein momentanes Impromptu entschuldigen.Google Scholar
  4. 29.
    Kammer,Zur hom. Frage II (1870), mit Recht gerühmt von Wilamowitp, Il. u. Horn. 23.Google Scholar
  5. 30.
    Mit Recht wurde es von Christ ed. Il. p. 615 als eine fabula omnibus nervis carens bezeichnet. Schon die antike Kritik stieß sich an einer charakterischen Stelle (180–186) und erklärte die Worte als des Achilleus unwürdig — was sie auch sind, allerdings wie wir sagen wollen: des wahren Achilleus der grundständigen Ilias. Dieses Moment des Unvermögens bei einem epischen Spätling verdiente wohl stärkere Beherzigung auch bei neuzeitlichen Versuchen der Versaussonderung in diesem Gedicht (so recht weitgehend auch Schwartz,Ausg.). Ich meinerseits möchte mich demgegenüber im großen und ganzen dem bereits früher einmal (S. 129) wiedergegebenen Urteil Kammers anschließen, wonach dem Dichter dieses Zweikampfes auch das Schlechteste zuzutrauen sei.Google Scholar
  6. 31.
    W7ilamowitz,Il. 83 dachte mit,anderen an Skepsis als Wohnsitz, wofür Strabo XIII 1, 53 p. 607 einen gewissen Anhaltspunkt bietet. Diese Stadt würde dann mit der Y 216 genannten Dardanie identisch.Google Scholar
  7. 32.
    Gleiches wird, wie bekannt, mancherseits, obzwar mit weit geringerer Wahrscheinlichkeit, für den Hymnus auf Aphrodite (Hymn. hom. IV) vermutet.Google Scholar
  8. 33.
    Einige unabweisliche Vorbehalte werden alsbald zur Sprache gelangen, doch betreffen sie nicht den Kern der Sache.Google Scholar
  9. 34.
    Selbst ein so entschiedener, für Unterschiede des dichterischen Wertes und Ranges weitgehend blinder, Unitarier wie Rothe fühlte sich nicht berechtigt, die Aineiasepisode seinem Homer aufzubürden: Die Ilias als Dichtung 304.Google Scholar
  10. 35.
    Eine Ausnahme bildet R. Merkelbach,Zum T der Ilias, Philol. 97 (1948) 303ff., was Anerkennung verdient, auch wenn man den Versuch, eine andersartige Urform der Aineiasszene zu rekonstruieren, nicht gutzuheißen vermag; bleibt doch die Grundfrage und ihre Beantwortung unabhängig davon.Google Scholar
  11. 36.
    Dies richtet sich gegen Bethe,Horn. I 278, der aus dieser Übereinstimmung eine gemeinsame „Überlieferung“ für das E und das Y erschloß, — eine ganz verschwommene Vorstellung, um so geeigneter zu gründlichem Mißbrauch, wie er auch sonst zu jeglichem Zweck gern getrieben wird (vgl. beispielsweise o. S. 238 A. 350).Google Scholar
  12. 37.
    Womit natürlich dem Urheber der Aineiasszene im Y nicht etwa die Kenntnis jenes Auftritts im E abgesprochen werden soll. Diese müßte als selbstverständlich gelten, auch wenn sie sich nicht in der Entnahme von E 302–304 (= Y 285–287) offen dokumentierte.Google Scholar
  13. 38.
    So Robert,Studien zur Ilias 382ff. Bethe,Homer II 261. 320f. III 40f. 62. 133.Google Scholar
  14. 40.
    Die hie und da (so etwa bei Ihilh. Schmid,Philol. 80, 67) begegnende Behauptung, die Dolonie sei zeitlich dem Schiffskatalog nachzuordnen, entbehrt jeder haltbaren Grundlage.Google Scholar
  15. 41.
    Mit diesem Ergebnis bewegen wir uns in einer Richtung, welche diametral zuwiderläuft der Entwicklungslinie, wie sie Jacoby in seiner Abhandlung über den Schiffskatalog zieht, wo er (S B Berl. 1932 S. 578) lehrt, daß der Unterschied, den die Ilias zwischen Troern und Dardanern machte, früh vergessen wurde. Ist doch die Unterscheidung im Grunde der Ilias fremd.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1958

Authors and Affiliations

  • Günther Jachmann

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