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Die Zeitstufe des Schiffskataloges in Ihrem Verhältnis zu Ilias und Odyssee

  • Günther Jachmann
Chapter
Part of the Wissenschaftliche Abhandlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen book series (WISSABHAGFO, volume 5)

Zusammenfassung

Um seinen Glauben an die Realität des trojanischen Kriegszuges in homerischer Form zu rechtfertigen, beruft sich Burr S. 3. 139 f. außer auf die Gutgläubigkeit des Thukydides und der sonstigen antiken Geschichtsschreibung auch auf den bekannten Ausspruch von Jacob Grimm, wonach derjenige, welcher dem Epos den historischen Hintergrund nimmt, ihm das benehme, was ihm den frischen Erdgeruch verleiht. Dieses wohlklingende Wort des großen Gelehrten ist eine romantisch inspirierte Phrase, ungefähr ebenso viel wert wie die mit ihr homogenetische kindliche Idee vom dichtenden Volksgeist und auch ebenso überwunden wie diese. Dafür kann man verweisen auf die wohlüberlegten, ebenfalls an J. Grimm anknüpfenden, dann allerdings weit von ihm abweichenden Ausführungen von E. Bethe, Homer III (1927) 1 ff. Hinzugefügt sei ein beherzigenswerter Satz aus J. G. v. Hahns Sagwissenschaftlichen Studien (Jena 1876) 68, den ich freilich nur als Zitat dem höchst einsichtsvollen Aufsatz von W. Kroll, Sage und Dichtung, N. Jahrb. 29 (1912) 168 entnehmen kann: „Wir finden überall, wo Sage und Geschichte sich zu verschmelzen scheinen, die Erscheinung, daß die Sage jede Verbindung mit der Geschichte zurückstößt und sie von dem Felde, auf welches sie sich ansiedeln will, vertreibt, um es gänzlich mit ihren Erzeugnissen zu erfüllen.“ Was nun unseren Gegenstand betrifft, so scheidet ja Troja VI, welches bis vor einigen Jahrzehnten als das homerische angesehen wurde, als solches aus, nachdem C.

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Reference

  1. 7.
    Über die troische Schichtenfolge im Lichte der neueren Forschungen unterrichtet auf dankenswerte Weise F. Goethert, Zur trojanischen Frage, in: Altertumskunde u. Unterricht, Berlin 1948, 22ff. Seitdem ist das Hin und Her der Meinungen, zumal um Troja VIIa, rastlos weitergegangen, vgl. etwa Klaffenbach in den Anmerkungen zu U. JVilcken, Griech. Geschichte (1951) 340 u. hinwiederum Malten DLZ 1952, 716.Google Scholar
  2. 8.
    Ebenso H. Bengtson, Griech. Geschichte (München 1950) 47. Aber Einhelligkeit besteht nicht, manch anderer urteilt abweichend, begreiflicherweise besonders etwa dann, wenn er den Raub der Helena als die geschichtliche Kriegsursache ansieht wie J. F. Daniel AJA 52 (1948) 107ff., s. Referat in Historia 1 (1950) 156 (vgl. auch ebenda 157 den Bericht über J. L. Caskey). Anders denkt auch R. Hampe, welcher in der Besprechung DLZ 1948, 429ff. sowie in seinem Aufsatz „Die homerische Welt im Lichte der neuen Ausgrabungen: Nestor“ in: Vermächtnis der antiken Kunst, hrsg. v. R. Herbig (Heidelberg 1950) 11 ff. Burr in allem Wesentlichen rückhaltlos beipflichtet.Google Scholar
  3. 9.
    Zur Sache vgl. auch Wilamowitz, Glaube der Hellenen I (1931) 72 A. 2.Google Scholar
  4. 10.
    S. Burr S. 107 u. sonst.Google Scholar
  5. 11.
    So nennt ihn Focke a. O. 272.Google Scholar
  6. 12.
    Diese findet man nach Früheren behauptet und besonders betont von Bethe, Horn. I 324, und die Wahnidee von dem Anfangs-und Schlußstück, die in gewollter Responsion stehen, treibt ihn gar zu der Behauptung, daß die Ilias das Ende des Krieges gibt (Horn. II 397). Das tut sie angeblich „durch kunstvoll angelegte Andeutungen“. Dabei ist mehreres übersehen. Erstens, in allgemeinem Sinne: das Nicht-Ausführen von andeutungsweise Proponiertem kann unter ästhetischem Aspekt doppelt schwer wiegen, nämlich wie ein Vorenthalten von Verheißenem, was denn einer Enttäuschung gleichkommt. Zum anderen, in speziellem Sinne: auf solcher Grundlage ließe sich mit mindestens gleichem, wo nicht besserem Rechte behaupten, die Ilias gäbe den Tod des Achilleus. Aber ihn schließt sie vielmehr aus: so Bethe — ganz anders als ehedem —Horn. III 88 unter dem Einfluß einer unzulässigen Ausdeutung von A 127–129, welche Stelle für eine derartige Folgerung total untauglich ist, geschweige daß sie gegen die zahlreichen vorahnenden Hindeutungen auf Achills frühen und baldigen Tod irgendwie aufzukommen vermöchte.Google Scholar
  7. Das alles soll unsererseits nicht etwa eine Parteinahme für die bekannte Hypothese von Wilamowitz und Schwartz aussagen, nach welcher die ursprüngliche Achilleis-Ilias im Tode Achills ihren Abschluß fand (von Schwartz selbst widerrufen Herrn. 75, 1940, 2 A. 2, und zwar in stark übersteigerter Form; denn wenn er annimmt, der Tod Achills und die Zerstörung Ilions seien lange Zeit reine Motive geblieben und erst spät in „robuste“ Erzählungen umgesetzt worden, so ist das wenig überzeugend). Es sollte nur dazu dienen, an einem eindrücklichen Beispiel erneut vor Augen zu stellen, welch eine geistige Verwirrung der Begriff der Symmetrie, auf Homer angewendet, hervorzurufen vermag. Diese Fähigkeit teilt er mit anderen: Parallele, Kontrast, Reziprozität, Vorbereitung, Steigerung und wie alle diese denkbar unhomerischen, auch weiterhin öfters zu berührenden Kunstkniffe sonst noch heißen mögen, mittels welcher man heutzutage weitgehend glaubt, bei Homer künstlerische Ordnung durch artifizielles Raffinement ersetzen zu können (einiges mehr darüber schon Horn. Einzellieder 32. 51 ff. 59).Google Scholar
  8. 13.
    Lehrreiches darüber neuerdings bei H.J. Mette, Pytheas von Massalia, Berlin 1952 Einl. S. 3 ff.Google Scholar
  9. 14.
    So Ed. Meyer, Gesch. d. A. II 1 (1928) 299; ähnlich Wilh. Schmid, Phil. 80, 73.Google Scholar
  10. 15.
    Catal. 48ff. — Über die Euriposströmungen neuerdings F. Pfister, Die Reisebilder des Herakleides, SB Oest. Ak. 227 II (1951) 189.Google Scholar
  11. 16.
    So nach der Vermutung von E. Thrämer, Pergamos (Leipzig 1888) 161 Ed. Meyer GA a. O. und 1II2 (1937) 394, ebenso Schmid a. O., Bethe Horn. III 29. Auch Schadewaldt in: Das neue Bild der Antike I (1942) 71 = Von Homers Welt u. Werk (Stuttgart 1951) 108 schließt sich dieser Parallelisierung an, scheint allerdings den einen wie den anderen Vorgang gleicherweise als historisch zu betrachten.Google Scholar
  12. 18.
    Dies scheint mir eine leichtere und übrigens auch eine für den Verfasser weniger bloßstellende Lösung der Frage zu sein als die von Focke a. 0. 268 vorgeschlagene, derzufolge dieser — nach Focke Homer selbst — Halos vom pagasäischen Golf an den malischen versetzt habe.Google Scholar
  13. 19.
    Diese Klarstellung war notwendig, um weiteren unheilvollen Auswirkungen der Haloshypothese Burrs vorzubeugen, nachdem dieselbe schon mannigfache Zustimmung gefunden hat, so etwa bei Hampe a. O. (Nestor) 48. H. T. JVade-Gery, The Poet of the Iliad (Cambridge 1952) 53ff. 57. 66. 80.Google Scholar
  14. 20.
    Zenodot verwarf die drei Verse und G. M. Bolling, Ilias Atheniensium (Publ. Am. Phil. Ass. 1950) schließt sich ihm an. Darin vermag ich ihm nicht zu folgen, wie auch H. Düntzer seine einstige Zustimmung (De Zenod. stud., Gottingae 1848 p. 183) in seiner Ausgabe (2. Aufl. 1873) zurückgenommen hat.Google Scholar
  15. 21.
    Ebensowenig übrigens bei F. Stählin in seinem von der gleichen Vorstellung beherrschten RE-Artikel Thessalia (Landeskunde).Google Scholar
  16. 22.
    Genaueres etwa bei Ed. Meyer GA III2 246 oder bei WiIamowit, Glaube der Hellenen I 63.Google Scholar
  17. 23.
    Vgl. Meyer GA II 1, 553. Wilamowit,, Horn. Unt. 246.Google Scholar
  18. 24.
    Die Zahl ist etwas zu hoch gegriffen, doch kommt es uns auf ein paar mehr oder weniger nicht an.Google Scholar
  19. 25.
    Über die Boioter Burr S. 28. Von der vielen „alten Geographie“, die der Katalog gibt, sprach sogar Bethe, Horn. III 53. Dabei schwebte ihm möglicherweise das „pylische” Messenien vor, welches Trugbild später zu entlarven sein wird. Das wenige an scheinbar (diese Bezeichnung gebraucht auch Bethe a. O. in einem bei ihm unklaren Sinne) alter Geographie, das sich in dem Katalog allenfalls namhaft machen läßt, beruht auf mythischer Erinnerung. Dahin gehört auch die schon (S. 23) berührte Abtrennung der beiden Städte Orchomenos und Aspledon (B 511) von Boiotien. Die Stelle bildet seit Otfried Müller, wie bekannt, einen Zentralpunkt in der endlosen Diskussion um Orchomenos, zu welcher wir in bewußter Kürze nur hier anmerkungsweise Stellung nehmen wollen. Die genannte Absonderung von Orchomenos werten nun Allen, Cat. 52 und Burr S. 30 als einen Zug des vordorischen Hellasbildes, wie es der Schiffskatalog gemäß seiner vermeintlich mykenischen Entstehungszeit entwickele. Das ist unberechtigt, denn Orchomenos hat nach dem Sturz von seiner eigentlichen Höhe noch jahrhundertelang, auch nach der Gründung des boiotischen Bundes, eine politische Eigenstellung behauptet, wie gewisse Münzfunde erwiesen haben (s. F. Caner RE III 643, 40). Das kommt denn auch in den Geschichtsquellen des öfteren zum Ausdruck (allerdings würde ich nicht mit Wilamowitz, Pindaros (1922)18 noch Strabo p. 416 — er hätte schon p. 414 sagen können — als Beleg dafür nennen, denn der Geograph nimmt sich ja bei seiner Beschreibung Boiotiens erklärtermaßen — IX 2, 21 p. 408 — das homerische Verzeichnis zum Leitfaden), und besonders kräftig lebte Glanz und Ruhm der Minyerstadt in der Sage fort, wofür Homer selbst in der Presbeia, an einer später noch eingehender zu behandelnden Stelle, ein eindrückliches Zeugnis darbietet. Aus solcher Sicht also ist die Katalogangabe über Orchomenos zu beurteilen als ein deutlicher Fall mythischer Geographie. Im Wesentlichen richtig über die Frage schon Busolt, Griech. Gesch. I2 (1893) 256 Anm. 4; vgl. auch Beloch, Griech. Gesch. I2 (1912) 209 Anm. 3. Minder klar und kenntlich Ed. Meyer GA II 1, 261 Anm. 3.Google Scholar
  20. 26.
    Vgl. auch Focke a. O. (Gymn. 1950) 257.Google Scholar
  21. 27.
    Genannt sei etwa Nilsson a. 0. 170 A. 1. Christ, Gesch. griech. Lit. I6 (1912) 64. W. Leaf, Ausg. (1900) z. St.Google Scholar
  22. 28.
    So bei Ed. Meyer GA II (1893) 269f. II 1 (1928) 287 A. 2. L. Erhardt, Entstehung der horn. Gedichte (Leipzig 1894) S. CXI Anm. 2. Ernst Meyer RE s. Megara XV 1 (1931) 181. s. Nisa XVII 1 (1936) 709, 23.Google Scholar
  23. 29.
    Burr S. 27, womit dann weiter an vielen Stellen operiert wird.Google Scholar
  24. 30.
    Daß die Lage von Nisa unbekannt ist, kann nichts beweisen; so richtig Ed. Meyer GA II (1893) 270. Übrigens teilt es dies Schicksal mit anderen boiotischen Ortschaften in dem Katalog, und nicht allein boiotischen, wie sich im folgenden noch öfters zeigen wird.Google Scholar
  25. 32.
    Siehe Niese, Schiffskat. 32. Die Entwicklung der hom. Poesie (Berlin 1882) 213 A. 1. Sonst etwa Wilamowitt, Glaube der Hell. I 74 A. 2.Google Scholar
  26. 33.
    Wenn Bethe, Rh. Mus. 80 (1931) 235 die Reiche des Agamemnon und des Diomedes nach Zuschnitt und Abgrenzung, wie sie der Katalog bietet, als sagenecht hinstellt, so war das gewiß verfehlt, ebenso wie wenn er in dieser Willkürmaßnahme eines epischen Spätlings den vermeintlichen, in mykenische Zeit hinaufreichenden, historischen Gegensatz zwischen Mykene und Argos (darüber auch Bethe, Tausend Jahre altgriech. Lebens, München 1933 S. 12. 20) ausgeprägt findet (in ähnlicher Richtung bereits Roscher, Mythol. Lex. I 90, 52 ).Google Scholar
  27. 34.
    So nennt sie A. Lesley, Thalatta (Wien 1947 ) 24.Google Scholar
  28. 35.
    Deshalb mußte denn Agamemnon auf der Heimfahrt den ganzen Peloponnes umschiffen, um so durch den korinthischen Golf in sein Königreich zu gelangen — so Allen, Class. Quart. 3 (1909) 89, ganz folgerichtig gemäß seinem Standpunkt. Das hat Methode; was es sonst ist, brauche ich wohl nicht auszusprechen.Google Scholar
  29. 37.
    Die Allseitigkeit muß nicht zuletzt in dem Sinne gefordert werden, daß man an dem Verse 649 nicht länger vorbeisehe.Google Scholar
  30. 38.
    Ob diese Auffassung das Richtige traf oder vielmehr, wie Wilamowitz, Heimkehr 93,1 annimmt, vom Dichter ein Fährenverkehr zwischen der Insel Kephallenia und dem Hafen von Ithaka gemeint war, kann hier unentschieden bleiben. Die erstere Auffassung war in antiker Zeit die herrschende, und das muß denn auch im gegenwärtigen Gedankenzusammenhang maßgebend sein.Google Scholar
  31. 40.
    S. Von der Müh11, Odyss. RE Suppl. VII 720, 2. Vgl. außerdem R. Herbst, RE s. Nerikos, Neriton, Nerikos.Google Scholar
  32. 41.
    Das wäre also eine Wiederentdeckung, welche erinnert an die von Megara in Nisa, wovon im Früheren die Rede war.Google Scholar
  33. 42.
    So von E. Belrner, Land u. Heimat des Odyss. (München 1915) 45, 1, wie ich der Angabe bei Herbst RE XVII 38, 64 entnehme.Google Scholar
  34. 43.
    Allen, Catal. 24 ist geneigt, die Differenzen teilweise auf den Iliastext der euripideischen rlomerrecension zurückzuführen!Google Scholar
  35. 44.
    So darf man sagen, gleichviel was unter Dulichion zu verstehen sei, und in Sonderheit dann, wenn dahinter nichts weiter steht als eine Stadt in Akarnanien, wie Burr S. 74ff. zu erweisen sucht; doch das ist ein undiskutabler Gedanke. Wahrscheinlich wird man sich über das Dulichion des Kataloges so zu entscheiden haben wie Wilanowitz, Heimkehr 185, 2 sich entschieden hat.Google Scholar
  36. 45.
    Daß er N 691. 0 519 der Führer eines anderen Stammes, nämlich der Epeier, sein kann, ist ein Zug seiner Schattenhaftigkeit. Wenn Burr S. 122. 134 diesen Widerspruch dadurch wegzudeuten sucht, daß Meges nach der Liste das Kontingent von Dulichion und den Echinaden nur als vorübergehender Befehlshaber kommandiert habe, von Homer jedoch im Katalog fälschlich als „Regent“ dieses Gebietes hingestellt worden sei, so wird man diese harmonistische Ausrede unmöglich ernst nehmen.Google Scholar
  37. 46.
    Daß von einem Odysseus, der mit nur einem einzigen Schiff am Trojakriege teilgenommen habe, bei Homer, sei es in Ilias oder Odyssee, irgendwelche Spuren vorhanden seien, trifft nicht zu. Wenn Schwartz Od. 161 Anzeichen dafür in A 5 und 2 259 erkennen wollte, so hat Wilamowitz, Heimkehr 186 A. 2 dem mit Recht widersprochen. Vielleicht läßt sich noch mehr und Genaueres dazu sagen. Wenn Eris A 5 sich auf das Schiff des Odysseus stellt, dann gewiß nicht lediglich, weil sie nur auf einem stehen kann, sondern weil es das Führerschiff ist. Oder war etwa das Schiff des Protesilaos, jenes als einziges vielbesagte, heiß umkämpfte und schließlich in Flammen aufgehende, in der ursprünglichen Sage oder Dichtung das einzige, welches Phylakesier und Pyrasier übers Meer gebracht hatte ? Und warum zerstört Hektor gerade dieses Schiff? Die Antwort darauf lautet allgemein: weil Protesilaos zuerst an Land gesprungen war und somit sein Schiff in der vordersten Reihe stand, s. Lachmann, Betracht. 68; Wilamowitz, Il. 159. Gewiß stand es da, aber zusammen mit anderen, so dem des Aias (N 681), das genügt also nicht zur Erklärung. Zu ihr führt die so formulierte Frage: warum darf Hektor dies Schiff zerstören? Darauf erteilt sich die Antwort von selbst: weil dieses herrenlos gewordene Schiff keinem Fürsten mehr zu dienen braucht, wo doch jeder Achaierkönig Anspruch darauf hat, die Heimfahrt, wenn überhaupt, dann auf seinem Führerschiff anzutreten (in ähnlicher Richtung bewegte sich schon die Exegese der Schol. TB zu O 705, welche Gewicht darauf legen, daß Protesilaos damals nicht mehr unter den Lebenden weilte; allerdings stellen sie auch eine andere Erklärung, die von der zcptht vaós hergeholte, zur Wahl). So versteht sich denn in der Odyssee für uns — im Gegensatz zu Schwartz Od. 41 — auch x 32 ohne alle Untergründigkeit: Odysseus spricht von seinem, dem von ihm selbst gesteuerten Leitschiff der ithakesischen Flotte einfach als von dem Schiffe. Ganz ähnlich so später 127, und nur 132 von „meinem“, im Unterschied von „den anderen”, die ja nun wirklich einen sehr anderen Weg gehen.Google Scholar
  38. 47.
    Ich finde sie ausgesprochen bei Beloch Griech. Geschichte I 2 (1913) 133, der selbstverständlich, gerade als großer Historiker, der er war, der Zahl keinerlei Glauben beimißt. Wenn F. Jacoby in seiner noch vielmals heranzuziehenden gewichtigen Abhandlung „Die Einschaltung des Schiffskataloges in die Ilias“ SBer. Berl. Ak. 1932, 615 A. 2 umgekehrt den Odysseedichter die Schiffszahl 159 aus B 637 herholen läßt, so ist dieses Quellenverhältnis für uns aus den sogleich darzulegenden Gründen natürlich unannehmbar, vielmehr liegt uns gerade daran, jene alte, jetzt verschüttete Erkenntnis, die vermutlich nicht erst von Beloch gewonnen war, wieder zu Ehren zu bringen.Google Scholar
  39. 48.
    Daß man in den alten µo$oAoyCac nicht die gleiche Genauigkeit fordern dürfe wie von der Historie, schärft Diodor gerade im Falle des Herakles ein, IV 8, 3.4. Nichtsdestoweniger natürlich verzeichnet er dann bei der Erzählung von Herakles’ Zug gegen Laomedon die Zahl der Schiffe gemäß der zwischen sechs und achtzehn schwankenden Tradition, IV 32, 2.Google Scholar
  40. 49.
    Schiffskatalog 44.Google Scholar
  41. 50.
    Siehe schol. B zu Vers 150.Google Scholar
  42. 51.
    Vgl. Bernert RE s. Phthia XX 955, 14. Heubeck, Gnom. 1949, 202. Auf das Fehlen der Städte in der Kynuria des östlichen Peloponnes weist mit Recht hin E. Kirsten, Gnom. 1937, 518. Wenn er allerdings in gleichem Zusammenhang die Kenntnis des Katalogisten zwei Jahrhunderte über die Komposition des Anfangs unserer Ilias zurückreichen läßt, so zeigt er sich damit in recht bedenklicher Weise als ein Nachfolger von Allen und Vorgänger von Burr.Google Scholar
  43. 52.
    Dabei ist es belanglos, ob in der Aussage über die epiknemidischen Lokrer B 535 ot va(ooct aépo [eprs Eúßotris eine Hindeutung auf die ozolischen Lokrer steckt, was Strabo IX 4,7 annahm, Niese S. 30 bestritt, Burr S. 36f. erneut vertritt. Ich meinerseits halte es mit Niese, der die Angabe lediglich als eine floskelhafte geographische Verzierung betrachtet. Doch kommt darauf nichts weiter an, da es keines eigenen Beweises dafür bedarf, daß der Katalogist, in der Spätzeit des Epos lebend und geographisch lebhaft interessiert, Kenntnis von den ozolischen Lokrern besaß.Google Scholar
  44. 53.
    Ed. Meyer hat seinen skeptischen Standpunkt unverwandt beibehalten: GA III2 (1937) 233.Google Scholar
  45. 54.
    Die Athetese der V. 552/3 (Schwartz ed.) ist in jeder Hinsicht unangebracht.Google Scholar
  46. 55.
    Vgl. Bälle RE s. Phara ( Pharai) XVI 1799. Hieraus auf reale geschichtliche Verhältnisse zu schließen, wie Bölte tut, ist natürlich ebenso verkehrt wie die ganze Historisierungsmode überhaupt; doch dies nur beiläufig.Google Scholar
  47. 56.
    Vgl. etwa Homer III (1927) 50ff. 164. Rhein. Mus. 80 (1931) 223ff. Vorher insbesondere Nilsson a. O. ( Rh. M. 60 ) 172.Google Scholar
  48. 57.
    Aus diesen sei als ausnehmend phantastisch noch vermerkt die von L. 1FVeber, Philol. 87 (1932) 413, mit welcher er meint, die eigentliche Lösung des Rätsels gefunden zu haben.Google Scholar
  49. 58.
    S. 57 A. 1. Ebenso entscheidet sich in der Datierungsfrage des ersten messenischen Krieges neuerdings Bengtson, Griech. Geschichte 74.Google Scholar
  50. 59.
    Zuletzt Odyssee S. 75ff.Google Scholar
  51. 60.
    So dachte anscheinend auch Wilamowitz, Il. u. Horn. 177, vgl. Heimk. d. Od. 112. 119.Google Scholar
  52. 61.
    Das gleiche gilt natürlich von dem conciliatorischen Ausweg, Messenien auf Menelaos und Agamemnon zu verteilen; so J. Schmidt RE s. Menelaos XV (1931) 810, 11.Google Scholar
  53. 62.
    So Burr S. 61. Die Erinnerung an die Zugehörigkeit Messeniens zum Reiche Nestors war ja noch so lebendig, daß es notwendig schien, sie zu schwächen (Burr 64).Google Scholar
  54. 63.
    Übrigens sei erwähnt, daß sogar ein Herausgeber, der als solcher doch in besonderem Grade Anlaß hätte, sich in den Text hineinzudenken, die Einordnung Messeniens in das Herrschaftsgebiet Nestors unbedenklich vornahm: J. van Leeuwen, ed. Il. (Lugd. Bat. 1912) zu I 150. Aber diese unsinnige Idee gewann überhaupt so manche Anhänger, Reincke RE Messenien XV (1931) 1239, 26 vertrat sie und auch Hiller v. Gärtringen, Gnom. 1931, 151 distanzierte sich nicht davon. Ja selbst Bethe liebäugelte mit ihr, wie der von ihm erwogene Gedanke (Horn. III 164,2), daß Messenien sich unter Pylos B 591 verberge, zu erkennen gibt (vgl. o. S. 27 A. 25).Google Scholar
  55. 64.
    Horn. Il. ed. Christ (Lips. 1884) zu B 590. I 149. SB Münch. Ak. 1884 S. 16.Google Scholar
  56. 65.
    Vgl. Burr S. 61. Hampe a. O. (Verm. ant. Kunst) 29.Google Scholar
  57. 66.
    Nach Christ war das der Katalog in seiner Urform, nämlich der in die fünfzeiligen Köchlyschen Strophen gegliederte.Google Scholar
  58. 67.
    Die Nachweise in dankenswerter Vollständigkeit bei Ernst Meyer, Mus. Hely. 8 (1951) 122.Google Scholar
  59. 68.
    Anerkannt auch von Burr S. 53 A. 5.Google Scholar
  60. 69.
    Vgl. darüber W. Schulze bei Heidemann a. O. 13 A. 1; J. B. Hofmann, Etym. Wb. des Griech. s. véo.Google Scholar
  61. 70.
    Die Stellennachweise in den adn. crit. bei Ludwich und Allen; eine Behandlung bei Schwartz, Herm. 34 (1899) 446, die allerdings nicht zum Kern der Sache vordringt, auch nicht vordringen konnte, weil sie dem Verhältnis dieser Stelle zu A 712 allzu wenig Aufmerksamkeit schenkt.Google Scholar
  62. 71.
    So stellt Heidemann a. O. 13 A. 1 es hin — kein Wunder daß er zu lauter verkehrten Folgerungen gelangt.Google Scholar
  63. 72.
    Eine überraschende Fülle von Neuem dieser und verwandter Art hat ja noch kürzlich Leumann in seinen „Homerischen Wörtern“ aufgedeckt.Google Scholar
  64. 73.
    Beide Argumente beispielsweise bei C. Rothe, Die Ilias als Dichtung, Paderborn 1910 S. 63f.Google Scholar
  65. 75.
    Daß er dabei aus einer,älteren Dichtung’ — welcher Art und welchen Inhalts ? —die Bethe (S. 152) ebenso willkürlich wie phantastisch als Vorlage ansetzt, geschöpft haben solle, kann beiseite bleiben — was wäre hier daraus auch nur an Geringstem zu gewinnen ? Im übrigen kennen wir das bequeme übertriebene Operieren mit früheren Dichtungen, älteren Fassungen und dgl. ohnehin zur Genüge, selbst ein Wilamowitz war damit allzu leicht bei der Hand, wie wir später gelegentlich (so u. S. 144 ff.) werden feststellen müssen (an Früherem vgl. etwa Einzellieder 29).Google Scholar
  66. 77.
    Placide sagt G. Hermann in seiner klassischen Charakterisierung dieses Vorganges (De interpolationibus Homeri 1832 p. 10 = Opusc. V 61), aus welcher hier ein Satz herausgehoben sei: (Achilles) oblitus mandati, oblitus vulnerati illius, oblitus adeo missum ab se esse Patroclum, placide quaerit, quid lacrimetur.Google Scholar
  67. 78.
    Schadevaldt, der sich Bethe anschließt, führt (Iliasstud. 75) als Analogon zu diesem Sachverhalt einen anderen an: genauso habe Antilochos am Anfang des E seinen Auftrag, Achill solle helfen,,vergessen`. Der Dichter belaste sich eben nicht mit Details. Diese Parallelisierung der Vorgänge scheint auf Versehen zu beruhen, denn tatsächlich hat Antilochos keinen derartigen Auftrag erhalten: Menelaos bittet ihn (P 685–693) auf Anraten des Aias (P 652–655) darum, dem Achilleus den Tod des Patroklos mitzuteilen, um nichts anderes; von Hilfeleistung Achills ist mit keinem Wort die Rede. Demgemäß verfährt Antilochos bei Achilleus, und diesem wird der Ansporn zur Rettung der Leiche des Patroklos erst später und von ganz anderer Seite zuteil, nämlich von Iris im Auftrage Heras. Gewiß ließ Aias sich bei der Entsendung des Menelaos zu Antilochos von der Hoffnung auf Hilfe seitens Achilleus leiten, und das wäre dann nicht sowohl ein Detail als eher die Hauptsache. Für uns hier aber geht es um das Verhältnis zwischen Wort und Tat, deshalb mußte die obige Klarstellung vorgenommen werden.Google Scholar
  68. 79.
    Je unmerklicher..., desto anerkennenswerter’, so lautet das initiamentum mysticum, welches Bethe, Horn. I 64 uns erteilt. Wodurch wir uns lebhaft erinnert fühlen an eine Lehre, die wir seit langem aus anderem Munde kennen: ‚je wunderlicher, desto respektabler‘.Google Scholar
  69. 82.
    So wundert sich denn Wilamonitz (Il. u. Hom. 118), gewiß kein kleinlich-pedantischer (vgl. o. S. 60) Poesieleser, mit Recht darüber, daß nicht wenigstens ein Rhapsode den Machaon eingefügt habe,,von dem Patroklos reden müßte, wenn H auf A 2 irgend Rücksicht nähme. Mit Recht, sage ich, um so mehr als diese Ehre doch dem Eurypylos (II 27) zuteil geworden ist, obgleich dieser darauf entschieden geringeren Anspruch hatte als Machaon und wahrlich nicht mit Diomedes, Odysseus und Agamemnon in gleiche Linie gehört (die von Lachmann, Betr. 69, vorgenommene Athetese des Verses acceptiert auch Schwartz ed.). Aber für Interpolatoren (einen Rhapsoden braucht man für II 27 nicht zu bemühen) gibt es eben keine festen Prinzipien; überdies wäre eine Bezugnahme auf Machaon mit wenig Worten zu bewerkstelligen gewesen, aber doch schwerlich mit einem einzigen Verse, geschweige denn mit einem einfach anaphorisch angereihten wie diesem über Eurypylos.Google Scholar
  70. 84.
    Über das so gelagerte Verhältnis zwischen dem A und der Patroklie vor ihrer Überdichtung (um diesen von Von der Mühll glücklich geprägten Ausdruck zu gebrauchen) s. W’ilamowitz, Ilias 119. 299. Beloch, Herrn. 62 (1927) 451.Google Scholar
  71. 85.
    So urteilt auch Bethe, Horn. I 72 ungeachtet all seiner sonst gern geübten Duldsamkeit gegenüber Widersprüchen.Google Scholar
  72. 86.
    Lachmann, Betrachtungen über Horn. Il. 81 hatte nur die Verse 605–607 verworfen.Google Scholar
  73. 87.
    Zu denen Eurypylos nicht gehört: o. S. 61 A. 82.Google Scholar
  74. 89.
    Daß unter diesen Odysseus bei ihm fehlt, ist für das Kampfbild ohne Belang, bedeutet aber doch ebenfalls einen Zug von Unstimmigkeit gegenüber dem Vorausgehenden; bei umgekehrter Reihenfolge wäre es gleichgültig.Google Scholar
  75. 90.
    Wenn Schwartz, Entstehung der Ilias 37 A. 1 lehrte, die Verse 23–29 seien an die Stelle einer eindringlicheren Schilderung der Not der Achaier getreten, so ist das eineGoogle Scholar
  76. 91.
    So sagt treffend v. Wilamowitg, Il. u. Horn. 242. Von einem eigenen,Gedicht M-O` würde ich allerdings lieber nicht sprechen.Google Scholar
  77. 92.
    Il. u. Horn. 160. 238f. 509, vgl. Heimk. d. Od. 126 Anm. 2; auch Christ ed. Il. zu 0 405.Google Scholar
  78. 93.
    Schwartz (Ausgabe) setzt ihn geradezu in Klammern.Google Scholar
  79. 94.
    Als ein vielsagendes Kuriosum, zugleich in Ergänzung des o. S. 58 A. 75 Mitgeteilten, sei erwähnt, daß Bethe, im Banne der fiktiven Einheitlichkeit der Ilias, diese Szene in die Reihe der drei Patroklosauftritte (im A, hier und am Anfang des H) stellt, welche über diese Strecke des Epos weislich verteilt seien (Horn.I145), und eben aus dieser Weisheit wird dann ein weiteres Argument gewonnen für die oben (S. 63) von uns kritisierte These, daß der Verfasser unserer Ilias selbst es gewesen sei, der die Sendung des Patroklos aus kompositionellen Gründen erfand.Google Scholar
  80. 95.
    Um so verkehrter ist die beliebte Methode, zweifelhafte Stücke bei Homer dadurch zu rechtfertigen und als organische Glieder eines größeren Ganzen hinzustellen, daß sie notwendig seien zur „Zeitausfüllung“, so etwa die Teichoskopie im P oder die GlaukosDiomedes-Szene im Z. Und doch ist die inhaltliche Unangemessenheit der Mauerschau für ihren jetzigen Platz schon längst erkannt, und noch schlimmer steht es in diesem Betracht mit der Glaukosepisode, deren absolute innere Unvereinbarkeit mit Umgebung und Handlungszusammenhang jedem zu vertiefter Einsicht Befähigten unschwer erkennbar sein sollte, wie ich das, Einzellieder 30ff., dargelegt habe.Google Scholar
  81. 96.
    Eine Art Analogon zu diesem Befund, wenn auch von geringerem Gewicht, bildet der sekundäre Passus P 723–736, welcher mit dem Handlungsvorgang in Widerspruch steht und zugleich mehrere unhomerisch-junge Wortformen bietet. Wilamowitz, Il. u. Hom. 152 hat ihn zur Hauptsache richtig behandelt, und wir werden ihn später von neuem berühren müssen.Google Scholar
  82. 97.
    Auch Wilamowitz hätte besser daran getan, die „erbärmliche Interpolation“, wie er (Il. u. Horn. 160) die Eurypylosszene bei grundsätzlich richtiger Gesamtbeurteilung bezeichnet, lieber nicht ein Bindeglied zwischen Nestoris und Patroklie zu nennen (ebda). Gewiß will er damit, in tieferem kompositionellem Sinne, nicht viel sagen. Es klingt aber nach mehr als es bedeuten soll und kann, denn aus vertiefter Sicht betrachtet bildet die Episode eher einen trennenden Fremdkörper als ein vereinendes Bindeglied, und das gleiche gilt im Grunde von dem gesamten Botengange.Google Scholar
  83. 98.
    Vgl. Wilamowitz, Reden u. Vorträge I (1925) 54. Fachmann, Einzellieder 64. B. Marvullo, Maia 1 (1948) 310, der mit treffendem Ausdruck von dem fallimento architettonico der Ilias spricht.Google Scholar
  84. 99.
    Wobei freilich andererseits nicht vergessen werden darf, daß dem Nestorliede bzw. seiner Einschaltung die Schlußpartie des grandiosen Agamemnongedichtes zum Opfer gefallen ist.Google Scholar
  85. 100.
    Treffender ließe sich die Art der Verarbeitung vorhandener Rhapsodien bezeichnen durch Ausdrücke wie Zusammenrücken, Zusammenschieben; vgl. Einzellieder 62.Google Scholar
  86. 101.
    Einzellieder 50.Google Scholar
  87. 102.
    Neuausgabe der Vossischen Iliasübersetzung (Basel 1943 ), Einl. S. XII, worauf dankenswerterweise R. Merkelbach, Rhein. Mus. 95 (1952) 40 A. 48 hinweist.Google Scholar
  88. 103.
    Vgl. immerhin — was mir nachträglich ins Auge fällt — die verständige Bemerkung von Bergk, Griech. Lit.-Gesch. I 634 Anm. 282, wo er von dem Bestreben spricht, nichts untergehen zu lassen, was irgendwie an die homerische Dichtung sich anschloß.Google Scholar
  89. 104.
    Homerische Abhandlungen (Leipzig 1872) 307 (ursprünglich Philol. 1857).Google Scholar
  90. 105.
    Daß in K 266 eine rein äußerliche Entnahme vorliegt, wird man [Vilamowitz, Il. u. H. 62 ohne weiteres zugeben und sich über den Amyntor, wo er nichts zu schaffen hat, und dort, wo er wohlverwurzelt ist, keine tieferen Gedanken machen (s. etwa bei Leaf) oder gar zwei verschiedene Namensträger annehmen. Vgl. auch Theiler, Festschrift f. Tièche (1947) 163, 56.Google Scholar
  91. 106.
    So Howald DLZ 1948 S. 18.Google Scholar
  92. 107.
    So Heubeck, Gymnasium 58 (1951) 370.Google Scholar
  93. 108.
    Richtig Wilamowitz, Il. u. Horn. 119,die Geschichte stand soweit fest`.Google Scholar
  94. 109.
    So Bethe, Horn. I 72 richtig, freilich nicht ohne daß alsbald gewisse Vorbehalte nötig wären, vgl. Einzellieder 62 A. 74.Google Scholar
  95. 110.
    Dabei sei noch auf einen weiteren, nahezu belustigenden Umstand hingewiesen. Unsere Ausgangsstelle, K 106/7, gehört für Bethe nicht zu der von ihm rekonstruierten Urdolonie, sondern fällt in das dem Iliasdichter zugeschriebene Verknüpfungsstück K 1–198. Demnach hätte dieser selbst jene störende Dissonanz geschaffen, und aus dem, was wir vorhin Unterlassungssünde nannten, würde sogar eine Begehungssünde. Wie dem Kompositionsmeister indulgentia für dieses peccatum hätte zuteil werden sollen, das dürfen wir getrost der neglegentia unseres Einheitsschwärmers überlassen, welcher, verblendet von dem selbstgeschaffenen Trugbild eines vollkommenen Iliasbaues, über diese ebenso bedeutsame wie unbequeme, weil einheitswidrige Stelle seines Untersuchungsobjektes (der Dolonie) frank und frei hinwegsah.Google Scholar
  96. 111.
    Vgl. dens. Homer and Mycenae (London 1933) 215 ff. Antike 14 (1938) 29.Google Scholar
  97. 112.
    So nennt ihn Aischylos Cho. 1072 (‚Herzog der Hellenen‘ übersetzt Wilamowitz).Google Scholar
  98. 115.
    Wenn W. Leaf, Homer and History (London 1915) 232 eine allgemeine Vasallen- pflicht der griechischen Fürsten gegen Agamemnon annimmt, von welcher Achilleus als einziger ausgenommen gewesen sei, so ist das, wie jeder sieht, eine ebenso willkürliche wie ausflüchtige Konstruktion.Google Scholar
  99. 117.
    Gegen die Versetzung des Zeus Agamemnon Spartas in Urzeiten vgl. Wilamowitr, Heimkehr des Odysseus 122.Google Scholar
  100. 118.
    Vgl. auch Bartoletti a. 0. 195.Google Scholar
  101. 119.
    Dies besagt ja die unitarische Doktrin über diesen Punkt, vgl. o. S. 32.Google Scholar
  102. 121.
    So etwa von Ed. Meyer GA II 1, 249 A. 1.Google Scholar
  103. 122.
    Leaf in seiner Behandlung der Argosfrage, Horn. and History 193ff., führt für die Peloponnes-Bezeichnung aus der Ilias gar keine Stelle an. Bethe a. 0. 234 A. 1 übertreibt die schillernde Bedeutung von Argos ein wenig; wie er Zweifel daran äußern konnte, ob A 30. N 379 das eigentliche Argos bzw. die Argolis gemeint sei, begreift man nicht, es sei denn aus seiner hartnäckigen Voreingenommenheit gegen ein argolisches Königtum Agamemnons.Google Scholar
  104. 124.
    Ähnlich empfand offenbar Paul Friedländer, Argolica (Diss. Berol. 1905) 69.Google Scholar
  105. 125.
    Die Homererklärer machen es sich ganz allgemein recht leicht mit der Ausschaltung jener Schauergeschichten, von denen „Homer“ — die 7reipa gehört gewiß nicht zum Urbestande der Ilias (vgl. Von der Mühll, Mus. Hely. 3, 1946, 197 ff.) — noch nichts gewußt haben soll. — Bethe scheint seinen ehedem (Horn. III 54) geäußerten, nicht allein „zu kühnen”, sondern auch höchst unglücklichen Einfall, daß Atreus seine ganze Existenz lediglich Homer verdanke, später verständigerweise selbst aufgegeben zu haben. Jedenfalls begegnet dieser Gedanke in dem vier Jahre späteren, von uns wieder und wieder herangezogenen Aufsatz „Troja, Mykene, Agamemnon und sein Großkönigtum“ nicht mehr, nicht einmal in dem letztgenannten Abschnitt (S. 229), wo er am ersten zu erwarten wäre.Google Scholar
  106. 126.
    Diesen Charakter werden wir, im Einvernehmen mit Nilsson a. O. (SB Berl. 1927) 27, dem Szepter hier doch nicht ganz absprechen, und nicht mit Bethe a. O. 229 es einfach als das gewöhnliche Zeichen des Redners betrachten.Google Scholar
  107. 127.
    Von Thyestes als homo non legitimus spricht in weiterem Zusammenhange Friedländer 1. c. 71.Google Scholar
  108. 128.
    Diesen wichtigen Gesichtspunkt der Momentaneität hebt gebührend hervor B. Marrzllo in seinem nach der Abfassung dieser meiner Seiten erschienenen Buch,I1 problema Omerico’ (Firenze 1952) 257 Anm. 1.Google Scholar
  109. 129.
    Von dem Heerkönig als erblichem Oberbefehlshaber spricht Nilsson, Antike 1938 S. 24, wobei für ihn ersichtlich die Stelle über das Pelopidenszepter (B 100ff.) maßgebend war.Google Scholar
  110. 130.
    So etwa G. Finsler, Homer I 2 (1924) 147. Nilsson SB Berl. 1927, 32, und auch Schadevaldt, Iliasstud. 39 A. 1 (vgl. vorher Bartoletti a. O. 203) wertet unsere Stelle als ein Symptom dafür, daß gerade in der Presbeia, welche der analytischen Kritik zu Unrecht als jung gelte, viel Altes stecke. Weiter auf dieser Bahn geht Burr S. 61.Google Scholar
  111. 134.
    Also nicht von Heyne und seinen variierenden Nachfolgern im 19. Jahrhundert, über welche der Anhang bei Ameis-Hentze unterrichtet.Google Scholar
  112. 135.
    Homer and the Monuments (London 1950) 97, wogegen mit Recht Widerspruch erhebt Marzullo, Il problema Omerico 216.Google Scholar
  113. 136.
    Hom. and Monum. 76. 97.Google Scholar
  114. 138.
    So zuletzt Lorimer a. O. 97.Google Scholar
  115. 139.
    So Bergk, Griech. Lit.-Gesch. I 597, der die beiden Stellen dem nämlichen Interpolator zuschreibt. Die gleiche Zuweisung nimmt Lorimer a. O. 450 vor, indem sie die Verse 404/5 aus historischen Gründen verwirft. Ob man den V. 403 mit Leaf als sekundäre Übertragung aus X 156 anzusehen habe oder nicht, ist für uns hier unwesentlich.Google Scholar
  116. 140.
    Die hier angegebenen Zahlenproportionen sollen natürlich nur zur ungefähren Veranschaulichung der Größenverhältnisse dienen; für den Presbeiadichter selbst gab es selbstverständlich noch keinen Schiffskatalog. Bis zur Fabrikation solcher ledernen Produkte war die epische Dichtung zu seiner Zeit noch nicht herabgesunken.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1958

Authors and Affiliations

  • Günther Jachmann

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