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Einleitung

  • Walter Grottian

Zusammenfassung

Kein verstorbener Politiker des 20 Jahrhunderts steht seit Jahrzehnten so stark im Licht der Öffentlichkeit eines Landes wie Lenin. Tag für Tag preisen sowjetische Veröffentlichungen — Redner, Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk — Lenin als Vorbild in jeder Hinsicht. Jede wichtige Maßnahme der kommunistischen Parteiführung auf dem Gebiete der Außenpolitik, Wirtschaftspolitik, im organisatorischen Aufbau, im Erziehungswesen, sogar im Kampf gegen „Abweichungen“ einst einflußreicher Parteimitglieder werden mit der Lehre Lenins begründet. Wüßte man nichts von Lenins Tod, so könnte man leicht nach den täglichen zahlreichen sowjetischen Veröffentlichungen einen immer noch lebenden Lenin vermuten. Einen Lenin, der sich wegen seines Alters auf einen Landsitz zurückgezogen hat und dort nach wie vor seine weisen und zugleich unbedingt verbindlichen Ratschläge an seine Schüler in der Parteiführung gibt. „Lenin ist immer bei uns!“ lautet die Oberschrift eines Aufsatzes der Moskauer „Prawda“ zu Lenins neunzigstem Geburtstag (22. 4. 1960). Die ständige Gegenwärtigkeit Lenins beschrieb dieser Aufsatz u. a.: „Mit Lenin im Herzen, nach seinem Plan, bauten die Sowjetmenschen den Sozialismus auf. Mit Lenin im Herzen, unter seiner Fahne schützten sie in harten Kämpfen ihre Heimat. Mit Lenin im Herzen, diesem nach einem Ausdruck A. M. Gorkis ‚großen‘ gegenwärtigen Menschen dieser Welt‘, bauen wir heute die helle und freudige Welt des Kommunismus auf... So schreitet unser Land, die heilige Fahne Lenins immer höher hebend, von einem Sieg zum anderen“. A. Mikojan drückte die Gegenwärtigkeit Lenins auf dem XX Parteikongreß (Februar 1956) wie folgt aus: „Leninscher Geist und Leninismus durchdringen unsere ganze Arbeit und unsere ganzen Beschlüsse, als ob Lenin lebte und unter uns weilte“1.

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Literatur

  1. 1.
    XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion“, Düsseldorf 1956, S. 274.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. die Vorankündigung in der „Prawda“, Moskau, 27. 10. 1957.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen 1962

Authors and Affiliations

  • Walter Grottian

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