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Der Deutsche Liberalismus in der Entscheidung: Die Elite im Spannungsfeld von Geistiger Qualität und Politischer Tätigkeit

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Part of the Staat und Politik book series (STOPP, volume 9)

Zusammenfassung

Die im vorangegangenen Kapitel untersuchten Grundlagen des liberalen Elitebegriffs wurden für die deutsche Revolution von 1848/49, ihren Verlauf und ihr Ergebnis, praktisch-politisch bedeutsam. Es wurde gezeigt, daß das Bürgertum während des Vormärz’ seinen Führungsanspruch im Wirtschafts- und Geistesleben durchgesetzt hatte. Jetzt verlangte es die politische Führung und kämpfte, gemeinsam mit dem fortschrittlich gesinnten Teil des Adels, gegen die Reaktion in Staat und Gesellschaft. In der Bildungsschicht, die im Kern unpolitisch war, hatte sich im Zuge der preußischen Reformen, der Freiheitskriege, der Entwicklung vom Weltbürgertum zum Nationalstaat ein quasi-politisches Bewußtsein entwickelt1. 1848 stand sie auf der Höhe ihrer allgemeinen Wertschätzung und Leistung. Es war fraglos ihr Verdienst, daß sich in breitesten Schichten des Volkes Einsicht in staatliche Probleme und »politischer« Verstand durchsetzten, daß der dumpfe Untertanengeist überwunden wurde. Gleichwohl kam es nicht zu jener breiten einheitlichen Oppositionsbewegung, für die es vor 1848 noch manche Voraussetzungen2 gegeben hatte. Sie wurde verhindert vor allem durch den offenen Ausbruch der sozialen Gegensätze zwischen dem neofeudalen Geld- und Titelpatriziat und den unteren sozialen Schichten3. Dieser Interessenwiderstreit spaltete das Bürgertum und schwächte seine politische Wirksamkeit. Indem sich die Bourgeoisie als soziale Klasse zwischen Aristokratie und Mittelstand schob, wurde die bisherige Dreiteilung der Gesellschaft überwunden. Das Titelpatriziat aus dem Beamtentum der bürgerlichen Akademikerschichten und der Armee und das Geldpatriziat aus Fabrikanten und Bankiers4 leisteten mit ihrem Bemühen um Aufstieg in die Feudalaristokratie einen Beitrag zur Mobilisierung der Gesellschaft. Sie blockierten aber zugleich den natürlichen gesellschaftlichen Prozeß, indem sie im Interesse der Vermehrung ihres Reichtums die unteren Schichten am Aufstieg in den Mittelstand hinderten.

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Literatur

  1. 1.
    Mommsen, Größe und Versagen, S. 44, 152, 166 f.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Valentin, Revolution, Bd. II, S. 556 f.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Mommsen, Größe und Versagen, S. 152.Google Scholar
  4. 4.
    Valentin, Revolution, Bd. I, S. 291 ff. Eine brauchbare Teilübersicht über die Berufs-und Gesellschaftsgruppen der Revolutionszeit gibt Walter Buzengeiger: Die Zusammenhänge zwischen den wirtschaftlichen Verhältnissen und der politischen Entwicklung in Württemberg um die Mitte des 19. Jahrhunderts, Diss. München 1949, S. 47 ff.Google Scholar
  5. 5.
    Zur Entwicklung des Wahlrechts in Deutschland unter dem Einfluß von 1848 vgl. G. Meyer, a. a. O., S. 174–205.Google Scholar
  6. 6.
    Zum Problem der direkten oder indirekten Wahl vgl. Gerhard Schilfert: Sieg und Niederlage des demokratischen Wahlrechts in der deutschen Revolution 1848/49, Berlin 1952, S. 89 ff. Schilferts Untersuchung ist wegen der ihr zugrunde liegenden marxistischen Geschichtstheorie mit Vorsicht zu benutzen. Der Klassenkampfcharakter der deutschen Revolution wird von ihr zu stark herausgestellt. Gleichwohl enthält sie wertvolle gedankliche Ansätze und gibt vor allem eine minutiöse Darstellung der verschiedenartigen, ineinander-greifenden Strömungen im Kampf um ein allgemeines, gleiches Wahlrecht. Schilfert, a. a. O., S. 103.Google Scholar
  7. 8.
    Zur Austragung gesellschaftlicher Interessengegensätze im Frankfurter Parlament vgl. Gilbert Ziebura: Anfänge des deutschen Parlamentarismus (Geschäftsverfahren und Entscheidungsprozeß in der ersten deutschen Nationalversammlung 1848/49), in: Faktoren der politischen Entscheidung, Festgabe für Ernst Fraenkel, Berlin 1963, S. 218 ff. Über die allgemeine Bedeutung der deutschen Arbeiterbewegung für den Verlauf der Märzrevolution vgl. Stadelmann: Soziale und politische Geschichte der Revolution von 1848, München 1948, S. 155 ff.Google Scholar
  8. 10.
    Walter Gagel: Die Wahlrechtsfrage in der Geschichte der deutschen liberalen Parteien 1848–1918, Düsseldorf, S. 15 f.Google Scholar
  9. 13.
    Stadelmann, Soziale und politische Geschichte, S. 117 f.Google Scholar
  10. 14.
    Nach Karl Demeter: Die soziale Schichtung des deutschen Parlaments seit 1848, in: Vierteljahresschrift für Sozial-und Wirtschaftsgeschichte, Bd. 39, 1952; L. Rosenbaum: Beruf und Herkunft der Abgeordneten zu den deutschen und preußischen Parlamenten 1847 bis 1919, ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Parlaments, Frankfurt a. M. 1923.Google Scholar
  11. 14.
    a Demeter stützt sich bei seinen Zahlenangaben auf das gedruckte amtliche Verzeichnis vom August 1848 mit dem Stichmonat des vorangegangenen Juli; vgl. ders., a. a. O., S. 6(Anm. 7).Google Scholar
  12. 18.
    Rosenbaum, a. a. O., S. 54 nennt bei der Summe von 547 Abgeordneten 182 Juristen, d. h. Advokaten, Justizbeamte und Assessoren.Google Scholar
  13. 19.
    Nach Demeter, a. a. O., S. 13 sank die Zahl der im öffentlichen Dienst stehenden Vertreter 1871 auf 178, d. h. auf 47 °/o aller Abgeordneten.Google Scholar
  14. 20.
    ebdt., S. 14 f. 1871 waren die Advokaten nur noch halb so stark vertreten.Google Scholar
  15. 21.
    ebdt., S. 22. Interessant ist Demeters Vergleich zum Reichstag von 1871, in dem der Adel mit 147 Personen, d. h. 40°/o aller Abgeordneten vertreten war: ein Beweis für die immer stärkere Feudalisierung der politischen Führungsschichten; vgl. dazu auch Preradovich, a. a. O., S. 157 ff.Google Scholar
  16. 22.
    Rosenbaum, a. a. O., S. 55; ähnlich Demeter, a. a. O., S. 21 f.Google Scholar
  17. 25.
    Ober die Ansätze zur Rationalisierung des »internen Entscheidungsprozesses« in der Paulskirche vgl. Ziebura, a. a. O., besonders S. 229.Google Scholar
  18. 27.
    Stadelmann, Soziale und politische Geschichte, S. 137.Google Scholar
  19. 28.
    Stadelmann, Soziale und politische Geschichte, S. 137 zitiert einen schwäbischen Abgeordneten, der über die Frankfurter Nationalversammlung urteilt: »Die billigen und unbefangenen Beurteiler der Mit-und Nachwelt werden von ihr sagen, sie sei von den Schwächen des deutschen Charakters nicht freigeblieben; es haben ihr aber auch die edelsten und besten Eigenschaften unseres Volkes nicht gefehlt, und besser als eine Nation selber im Großen und Ganzen ist, kann sie auch ihre Vertreter nicht verlangen.«Google Scholar
  20. 30.
    Vgl. Wolfgang Hock: Liberales Denken im Zeitalter der Paulskirche, Droysen und die Frankfurter Mitte, München 1957, S. 45.Google Scholar
  21. 31.
    Rümelin am 21. 2. 1849, zitiert bei Hock, a. a. O., S. 46: »Es ist nicht die einfache Mehrheit aller erwachsenen Männer, worin die herrschenden Gedanken eines Volkes und einer Zeit ihren Ausdruck finden, sondern es ist der allgemeine und unabänderliche Gang der Geschichte, daß die Ideen und geistigen Triebräder eines Zeitalters einen der Zahl nach kleineren Teil der Gesellschaft früher und reiner durchdringen als die übrigen, und daß zwischen dem, was die träge Masse erfüllt, und den Anschauungen der geistig Erregteren und Fortgeschritteneren ein Unterschied, wo nicht ein Widerspruch ist.«Google Scholar
  22. 32.
    Hock, a. a. O., S. 126 ff.; ebdt., S. 62 f. bezeichnet Hock den »Staatsenthusiasmus« der Liberalen als »bürgerlichen politischen Anspruch«. (Hervorh. v. H.) Das Wort »politisch« verleitet in diesem Zusammenhang jedoch zu falschen Vorstellungen. Tatsächlich handelte es sich um einen bürgerlichen Anspruch auf die Erhaltung der Bildungs-und Besitzprivilegien. Demgegenüber H. Rosenberg, a. a. O., S. 143, der in der Haltung des Bürgertums mit Recht »eine Preisgabe seiner politischen Ansprüche« sieht.Google Scholar
  23. 34.
    H. Rosenberg, a. a. O., S. 202 f. gibt ein eindrucksvolles Résumé: »Zuschanden geworden war das in seinem identitätsphilosophischen Denken verwurzelte Streben, die Politik mit der idealistischen Metaphysik zu versöhnen, in der Realität das Reich der Idealität zu errichten, die Materie mit der Vernunft zu durchleuchten, die Wirklichkeit zu vergeistigen, den Geist zu verwirklichen und die papierene Konstruktion in die Tat umzusetzen.«Google Scholar
  24. 35.
    Dazu Gagel, a. a. O., S. 16 ff.; Schilfert, a. a. O., S. 277 ff.; Braunias, a. a. O., S. 110 f.Google Scholar
  25. 36.
    Wolfgang Zorn: Wirtschafts-und sozialgeschichtliche Zusammenhänge der deutschen Reichsgründungszeit (1850–1879), in: HZ 197, 1963, S. 326.Google Scholar
  26. 38.
    Karl Griewank: Ursachen und Folgen des Scheiterns der deutschen Revolution von 1848, in: HZ 170, 1950, S. 520 f.Google Scholar
  27. 42.
    Vgl. Walter Bussmann: Zur Geschichte des deutschen Liberalismus im 19. Jahrhundert, in: HZ 186, 1958, S. 541 f.; neuerdings vor allem Heinrich August Winkler: Preußischer Liberalismus und deutscher Nationalstaat, Studien zur Geschichte der Deutschen Fortschrittspartei 1861–66, Tübingen 1964, S. 1 fF. Beispiele für die parlamentarische Vertretung des Unternehmertums, die sich in bescheidenen Grenzen hielt, gibt Wolfgang Zorn: Typen und Entwicklungskräfte deutschen Unternehmertums im 19. Jahrhundert, in: Vierteljahrsschrift für Sozial-und Wirtschaftsgeschichte 44, 1957, S. 75.Google Scholar
  28. 43.
    Bussmann, Zur Geschichte des deutschen Liberalismus, S. 542.Google Scholar
  29. 44.
    Gagel, a. a. O., S. 20 ff.; Winkler, a. a. O., S. 24 ff.Google Scholar
  30. 45.
    Vgl. Ernst Schraepler: Linksliberalismus und Arbeiterschaft in der preußischen Konfliktzeit, in: Forschungen zu Staat und Verfassung, Festgabe für Fritz Hartung, Berlin 1958.Google Scholar
  31. 47.
    Bussmann, Zur Geschichte des deutschen Liberalismus, S. 551.Google Scholar
  32. 48.
    Schraepler, Linksliberalismus und Arbeiterschaft, S. 399.Google Scholar
  33. 49.
    Hermann Schulze-Delitzsch: Capitel zu einem deutschen Arbeiterkatechismus, 6 Vorträge vor dem Berliner Arbeiterverein, Leipzig 1863; ders.: Die sociale Frage, Berlin 1869.Google Scholar
  34. 50.
    Ders., Arbeiterkatechismus, S. 5 f., 73 ff.Google Scholar
  35. 51.
    ebdt., S. 97; ders., Sociale Frage, S. 15.Google Scholar
  36. 52.
    Ders., Sociale Frage, S. 5. Schulze-Delitzsch nennt ebdt., S. 16 folgende Methoden: »Pflege der individuellen Entwicklung, leiblichen, intellectuellen und sittlichen Tüchtigkeit der Einzelnen, Verbreitung von Einsicht und Thatkraft unter allen Schichten der Bevölkerung, Erweckung der schlummernden Kräfte, besonders in den gedrückten Klassen, um Antrieb wie Befähigung bei ihnen zu stärken, die Hebung ihres Looses in selbsteigene Hände zu nehmen…«Google Scholar
  37. 53.
    Ders., Arbeiterkatechismus, S. 110 ff.Google Scholar
  38. 54.
    Der Fortschrittler Max v. Fordcenbeck sagte am 16. 5. 1861 im Abgeordnetenhaus: »In der Gemeinde hat jeder, gleichviel ob arm oder reich, verhältnismäßig ein gleiches Interesse an den Gemeindeangelegenheiten. Die Ansichten der Gemeindeverwaltungsbehörden wirken auf ihn, gleichviel ob arm oder reich, in gleichem Maße zurück. Ich glaube daher, daß gerade für die Gemeindewahlen am allerwenigsten eine Veranlassung vorliegt, ein Wahlsystem einzuführen oder beizubehalten, welches an die zufälligen Unterschiede des Vermögens verschiedenes Wahlrecht knüpft.«; zit. bei Hellmuth v. Gerlach: Die Geschichte des preußischen Wahlrechts, Berlin-Schöneberg 1908, S. 212.Google Scholar
  39. 56.
    John H. Hallowell: The Decline of Liberalism as an Ideology, with particular reference to German politico-legal thought, London 1946, S. 7 f., 21 if. spricht von »Integral Liberalism«.Google Scholar
  40. 57.
    Dazu jetzt namentlich Winklers bedeutende Arbeit. Von der älteren Literatur vgl. Otto Westphal: Welt-und Staatsauffassung des deutschen Liberalismus, eine Untersuchung über die preußischen Jahrbücher und den konstitutionellen Liberalismus in Deutschland von 1858 bis 1863, München und Berlin 1919, S. 197 ff., 218 f., 255 ff.; für die späten sechziger Jahre vgl. Eduard Wilhelm Mayer: Aus der Geschichte der nationalliberalen Partei in den Jahren 1868 bis 1871, in: Deutscher Staat und deutsche Parteien, Beiträge zur deutschen Partei-und Ideengeschichte, Friedrich Meinecke zum 60. Geb., München und Berlin 1922, S. 135 ff.Google Scholar
  41. 60.
    Vgl. Friedrich Meinecke: Die deutsche Katastrophe, Betrachtungen und Erinnerungen, 2. Aufl., Wiesbaden 1946, S. 83.Google Scholar
  42. 61.
    Winkler, a. a. O., S. 117. Zu dieser Problematik vorher schon Stadelmann, Deutschland und die westeuropäischen Revolutionen, a. a. 0., S. 28.Google Scholar
  43. 65.
    Vgl. auch Zorn, Wirtscharts-und sozialgeschichtliche Zusammenhänge, S. 340.Google Scholar
  44. 66.
    Hans Rothfels: Bismarck und das 19. Jahrhundert, in: Schicksalswege deutscher Vergangenheit, Beiträge zur geschichtlichen Deutung der letzten hundertfünfzig Jahre, Festschrift für Siegfried A. Kähler, Düsseldorf 1950, S. 239 f.Google Scholar
  45. 67.
    Meinecke, Deutsche Katastrophe, S. 21 f.; vgl. auch Kohn, a. a. 0., S. 145 if.Google Scholar
  46. 88.
    Vgl. etwa Duncker an Sybel, 18. 11. 1861: »Die deutsche Frage ist Machtfrage und ohne Machtentfaltung Preußens, ohne Beweise des nationalen Machtgebrauchs und Machterfolgs wird sie nie gelöst werden;« in: Julius Heyderhoff/Paul Wentzke (Hrsg.): Deutscher Liberalismus im Zeitalter Bismarcks, eine politische Briefsammlung, Bd. I, Bonn und Leipzig 1925, S. 71.Google Scholar
  47. 69.
    Das Verhältnis von Liberalismus und Machtstaat behandelt auch Gerhard Ritter, Dämonie der Macht, S. 131, 135 ff.; seiner Meinung nach schwand im Zuge der Verschmelzung von nationaler Idee und Staatsraison endgültig der liberale »Widerwillen… vor dem Dämonischen der Macht…« (ebdt., S. 137); vgl. auch ders.: Das deutsche Problem, Grundfragen deutschen Staatslebens gestern und heute, München 1962, S. 107 f.Google Scholar
  48. 70.
    Hermann Baumgarten: Der deutsche Liberalismus, eine Selbstkritik, in: Preußische Jahrbücher 18, 1866. Dazu Sell, a. a. O., S. 222 ff.; Kohn, a. a. O., S. 166 ff.Google Scholar
  49. 72.
    ebdt., S. 471: »Er (der Mittelstand, K. K.) wird den Kammern die einsichtigsten und kenntnisreichsten Mitglieder, aber nur selten Führer geben, welche die gesammte Situation mit staatsmännischem Blick zu beherrschen und im entscheidenden Augenblick die entscheidende That zu thun verstehen…«Google Scholar
  50. 76.
    Duncker an Treitschke, 23. 6. 1867, in: Heyderhoff/Wentzke, a. a. O., Bd. I, S. 385: »Wollen wir den Liberalismus erhalten, wollen wir endlich eine Partei gründen, auf welche die Regierung hören muß, so müssen wir den Liberalismus regierungsfähiger machen, so muß derselbe auf gewisse Sätze seiner Doktrin verzichten. Wir sind wohl darüber einverstanden, daß sich die Völker nicht von Natur oder von Doktrin wegen auf das Regieren verstehen, daß auch diese Kunst gelernt sein muß… Während dieser Lehrjahre nun wird jedermann nach den bitteren Erfahrungen, die wir gemacht haben, zugeben, daß die Freiheitsrechte, das Gewicht der Vertretung nicht so ausgedehnt, nicht so überwiegend sein dürfen, daß die Regierung schlechthin der öffentlichen Meinung, der Presse, der Mehrheit des Parlaments gehorchen muß. Sowohl aus diesem Gesichtspunkt als aus dem der inneren Erziehung des Liberalismus zur Regierungsfähigkeit werden wir immer mehr auf eine besonnene Kritik als auf Unterstützung weitgehender Forderungen, populärer Strömungen angewiesen sein.«Google Scholar
  51. 77.
    A. L. v. Rochau: Grundsätze der Realpolitik, angewendet auf die staatlichen Zustände Deutschlands, Stuttgart 1859.Google Scholar
  52. 83.
    Valjavec, a. a. O., S. 256. Ober die Abneigung des konservativen Adels gegen die wissenschaftliche »ratio« der bürgerlichen Geisteselite vgl. Neumann, Stufen des preußischen Konservatismus, S. 134 f.; Dieter Grosser: Grundlagen und Struktur der Staatslehre Friedrich Julius Stahls, Köln und Opladen 1963, S. 3 ff.Google Scholar
  53. 84.
    Zur Dogmenlosigkeit des Konservatismus vgl. Klemens v. Klemperer: Konservative Bewegungen, zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus, München und Wien 1962, S. 23 ff.; vgl. auch J. Löwenstein, Hegels Staatsidee, S. 91.Google Scholar
  54. 85.
    Neumann, Stufen des preußischen Konservatismus, S. 7.Google Scholar
  55. 87.
    Neumann, Stufen des preußischen Konservatismus, S. 68: »Romantik und liberaler Konservatismus lösen sich einander ab, wie Thesis und Antithesis.«Google Scholar
  56. 88.
    Klemperer, a. a. 0., S. 32 prägt für den Konservatismus den Begriff der »sozialen Freiheit«.Google Scholar
  57. 89.
    Klemperer, a. a. O., S. 33. Der konservative Theoretiker Friedrich Julius Stahl: Die gegenwärtigen Parteien in Staat und Kirche, 29 akademische Vorlesungen, Berlin 1863, S. 10, definiert die Freiheit folgendermaßen: »(Die >inhaltvolle Freiheit<) darf den Menschen nicht lösen von der Naturmacht des Staates und der sittlichen Substanz und der geschichtlichen Tradition des Staates, um den Staat auf seinen Willen zu gründen. Sie mußte befreien… von Feudalität und Patrimonialität und Hintersassigkeit und den kastenartigen Ständen; aber nicht, um die Souveränität des Einzelnwillens oder Volkswillens aufzurichten; sondern um ein Staatskönigthum zu gründen…«Google Scholar
  58. 93.
    Zum monarchischen Prinzip, auf das hier nicht näher eingegangen werden kann, vgl. Grosser, a. a. O., S. 111 ff.Google Scholar
  59. 97.
    Stahl, a. a. O., S. 100 ff. verkennt nicht die Bedeutung von Bildung und Besitz für ein modernes Staatswesen.Google Scholar
  60. 102.
    Michels: Probleme der Sozialphilosophie, Leipzig und Berlin 1914, S. 150.Google Scholar
  61. 103.
    Vgl. Michels, Probleme der Sozialphilosophie, S. 132 ff.; ders.: Umschichtungen in den herrschenden Klassen nach dem Kriege, Stuttgart und Berlin 1934, S. 39 f., 42 ff., 112 ff.; ders., Oligarchische Tendenzen der Gesellschaft, a. a. O., S. 81 ff.; ders., Soziologie des Parteiwesens, S. 16; Sombart, a. a. O., S. 468 ff.; Maurer, a. a. O., S. 152 ff.Google Scholar
  62. 104.
    Zorn, Typen und Entwicklungskräfte, S. 76; vgl. auch Zunkel, a. a. O., S. 357. los Michels, Probleme der Sozialphilosophie, S. 186.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  1. 1.BonnDeutschland

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