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Ethik und Außenpolitik

Chapter
Part of the Demokratische Existenz heute book series (DEH, volume 16)

Zusammenfassung

Die Behandlung der Beziehungen zwischen Politik und Ethik leidet darunter, daß globale Aussagen über Standpunkte gemacht werden, die in ihren Grundannahmen wesentlich verschieden sind. Im folgenden soll der Versuch gemacht werden, das Thema vom Standpunkt der Einzelfragen her zu behandeln, aus denen es sich zusammensetzt. Über diese mag man immer noch verschiedener Auffassung sein; vielleicht läßt es sich ermöglichen, die Differenzen zu konkretisieren. So würde auch eine Verständigung in bezug auf die Teilaspekte des Problems möglich werden.

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Literatur

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    Vielleicht sollten einige terminologische Unterscheidungen gemacht werden in bezug auf die Begriffe, die mit »Macht« zusammenhängen. 1. Der allgemeinste Begriff ist der der Kraft, deren Wesen darin liegt, daß ein aktueller oder potentieller Widerstand beseitigt werden kann. »Kraft« braucht nicht spezifisch menschlich zu sein und ist uns am bekanntesten als Naturkraft. 2. Im Falle von Macht handelt es sich um Beziehungen von Mensch zu Mensch. 3. Neben »Macht« steht jedoch der »Einfluß«. Sein Wesen besteht darin, daß jemand, der eigentliche »Macht« nicht besitzt, einen anderen durch Überredung oder auch durch Beispiel veranlassen kann, das zu tun, was er für richtig hält. 4. Sprechen wir nun von »Autorität«, so haben wir im allgemeinen den Anspruch auf moralische Geltung im Auge, den wir mit Zentren von Macht und Einfluß unter bestimmten Verhältnissen verbinden. 5. Schließlich ist »Gewalt« der »Macht« insofern verwandt, als auch ihr die Möglichkeit der Überwindung eines physischen Widerstandes im Verhältnis von Mensch zu Mensch innewohnt, aber im allgemeinen denken wir hier mehr an den illegitimen Gebrauch der »Macht«. Wenn wir von »Macht« im eigentlichen Sinne sprechen, könnten wir den Begriff jedenfalls auf diejenigen beschränken, für die Macht mit moralischer Autorität verbunden ist. »Macht« wäre dann die Möglichkeit, physische Kraft notfalls in legitim empfundener Weise einzusetzen. (Hier ist der deutsche Sprachgebrauch allerdings nicht so klar wie etwa der englische, wo es leichter ist, zwischen »power« und »violence« zu unterscheiden.) Das alles heißt, daß es sich, wenn staatliche Organe eine Verbrecherbande physisch überwältigen, um die Anwendung von »Macht« handelt, daß dagegen, wenn die Verbrecher physische Kraft einsetzen, ein Fall von »Gewalt« vorliegt.Google Scholar
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    Siehe dazu F. A. Hermens, Ethik, Politik und Macht. Frankfurt 1961, S. 27 ff.Google Scholar
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    »Politik und Moral«, in: Zeitschrift für die Gesamte Staatswissenschaft, Bd. 105.Google Scholar
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    Zur Alternative »direkte« und »repräsentative« Demokratie siehe F. A. Hermens, The Representative Republic. Notre Dame 1958, S. 48 ff. und S. 152 ff.Google Scholar
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    Siehe dazu F. A. Hermens, Verfassungslehre. Frankfurt-Bonn 1963, Kap. V.Google Scholar
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    Siehe dazu das Kapitel über die »Tyrannei der Mehrheit« in: F. A. Hermens, Verfassungslehre, a.a.O.Google Scholar
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    Für die Hemmungen siehe F. A. Hermens, Der Ost-West-Konflikt. Gründe und Scheingründe. Frankfurt 1961, S. 42 ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1968

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