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„Akzeptierende“ und „Konfrontative“ Pädagogik: Differenzen — Gemeinsamkeiten — Entwicklungsbedarf

  • Peter Rieker
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Zusammenfassung

Der richtige Umgang mit Jugendlichen, die durch delinquentes und extremistisch motiviertes Verhalten auffallen, ist immer wieder Gegenstand öffentlicher und fachlicher Kontroversen. In den letzten Jahren haben die Begriffe „Akzeptanz“ und „Konfrontation“ in diesen Debatten großen Stellenwert, sie unterliegen allerdings konjunkturellen Zyklen: „Akzeptanz“ erfreute sich in den 1990er Jahren großer Beliebtheit, als rechtsextrem orientierte Jugendliche durch Sozialarbeit integriert werden sollten; inzwischen gelten die ent;sprechenden pädagogischen Konzepte weitgehend als gescheitert (Krafeld 2002), stattdessen macht man sich Gedanken über die Chancen der „Konfrontation“ — sowohl als Reaktion auf Extremismus (Osborg 2002) als auch auf Delinquenz bei Jugendlichen (vgl. Colla/Scholz/Weidner 2001; DJI 2002). Teilweise werden diese Begriffe sogar zur Kennzeichnung pädagogischer Konzepte herangezogen, dann etwa, wenn „akzeptierende Jugendarbeit“ und „konfrontative Jugendarbeit“ einander gegenüber gestellt werden (z.B. Hafeneger 2002: 468f.)

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

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  • Peter Rieker

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