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Mehrsprachigkeit und Bildungserfolg

  • Gesa Siebert-Ott
Chapter
Part of the Interkulturelle Studien book series (IKS, volume 16)

Zusammenfassung

Ein Ergebnis der PISA-Studie, PISA 2000, die Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Bereich der Lesekompetenz, der mathematischen und der naturwissenschaftlichen Grundbildung testete, ist, dass in Deutschland eine besonders enge Koppelung zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg besteht (vgl. Deutsches PISA-Konsortium 2001, S.381ff.). Im Hinblick auf Schülerinnen und Schüler aus Familien mit Migrationshintergrund wird außerdem festgestellt, dass die beiden Faktoren beide Elternteile sind zugewandert und in der Familie wird eine von der Testsprache (und d.h. zugleich auch von der Unterrichtssprache Deutsch) abweichende Sprache gesprochen sich ebenfalls deutlich negativer auf den Bildungserfolg auswirken als in den meisten anderen Ländern, die an dieser internationalen Vergleichsstudie teilgenommen haben (vgl. Deutsches PISA-Konsortium 2001, S.394ff.). Als entscheidend fair den geringeren Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern aus Familien mit Migrationshintergrund werden in dieser Studie allerdings nicht die sozio-kulturellen, sondern die sprachlichen Faktoren angesehen. So wird ausdrücklich betont, dass fir Benachteiligungen in der Bildungsbeteiligung von Schülerinnen und Schülern aus Zuwandererfamilien weder primär deren soziale Lage noch eine eventuell vorhandene kulturelle Distanz verantwortlich sei, sondern vielmehr „die Beherrschung der deutschen Sprache auf einem dem jeweiligen Bildungsgang angemessenen Niveau“ (Deutsches PISA-Konsortium 2001, S.379).

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© Leske + Budrich, Opladen 2003

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  • Gesa Siebert-Ott

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