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Asylbewerberfamilien als primäre Sozialisationsinstanz

  • Hilde von Balluseck
  • Jutta Ringel

Zusammenfassung

Der unsichere Aufenthaltsstatus ist das Thema, das den Interviewerinnen der Aufnahmekultur (zur Methodologie bei interkulturellen Studien (vgl. Herwartz-Emden/Westphal 2000a) gerne präsentiert wird. Eltern wie Kinder betonen die Bedeutung der Unsicherheit über ihr Verbleiben oder die Rückführung. Die demütigenden Rituale anlässlich der halbjährlichen Einholung eines Stempels bei der Ausländerbehörde bringen immer wieder Unruhe und Angst in die Familie. Zumindest die Eltern haben zumeist Traumatisierungen unterschiedlichen Grades erlitten durch den Krieg oder andere Ereignisse, vor denen sie geflohen sind. Sie sind ausnahmslos dankbar, in Deutschland zu leben und wünschen sich nichts sehnlicher als eine Erlaubnis zum dauernden Aufenthalt. Das allseits geäußerte Gefühl der Dankbarkeit muss allerdings auch auf dem Hintergrund der Distanz von Forschenden und erforschten Subjekten gesehen werden. Es ist nicht auszuschließen, dass Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft1 Dankbarkeit präsentiert wird, wo auch Bitterkeit um sich greift oder auch das Kalkül, über die Teilnahme am Forschungsprojekt Unterstützung für die Verbesserung der eigenen Situation zu erhalten.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2003

Authors and Affiliations

  • Hilde von Balluseck
  • Jutta Ringel

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