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Einführung

Minderjährige Flüchtlinge
  • Hilde von Balluseck

Zusammenfassung

Wenn heute in Deutschland von Flüchtlingen die Rede ist, so assoziieren verhältnismäßig wenige Menschen die Zeit des Nationalsozialismus, in der nicht nur Juden, sondern auch viele Europäer wie Franzosen und Polen vor den Deutschen flohen. Und außer den Alten und der rechtsgerichteten jungen Bevölkerung werden nicht viele spontan an die Ströme der deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen denken.1 Das Elend, das damals in Europa herrschte, ist fast vergessen. Denn sonst wären weite Teile der deutschen Gesellschaft und Politik nicht so fahrlässig und gleichgültig im Umgang mit den Flüchtigen der Gegenwart. Weltweit befinden sich schätzungsweise 50 Millionen Menschen auf der Flucht bzw. sind aus ihrer Heimat Vertriebene. Davon sind etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche (Nuscheler 1999). Ein Teil von ihnen flüchtet ohne ihre Eltern aus den Herkunftsländern. Nach Schätzungen handelt es sich hierbei um sechs bis zehn Millionen Minderjährige (UNICEF 1999, S. 6). In Deutschland lebten Ende 2001 1,1 Millionen Flüchtlinge. Von diesen hatten 435.000 eine Aufenthaltsgestattung oder Duldung, 247.772 eine Aufenthaltsbefugnis.2 Aus der Asylbewerberleistungsstatistik lässt sich ableiten, dass von den 314.116 Personen, die am 31.12.01 Leistungen erhielten, 121.858 Kinder und Jugendliche unter 18 waren. Die Anzahl der nach einer längeren Anwartschaftszeit Sozialhilfe erhaltenden Kinder und Jugendlichen mit unsicherem Aufenthaltsstatus ist nicht bekannt.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2003

Authors and Affiliations

  • Hilde von Balluseck

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