Advertisement

Die undemokratische Stadt der Gegenwart

Chapter
  • 55 Downloads
Part of the Otto-von-Freising-Vorlesungen der Katholischen Universität Eichstätt book series (OVFT, volume 19)

Zusammenfassung

Die Beschäftigung mit einem derart umfangreichen Thema, wie es mit dem Titel meines zweiten Beitrages formuliert ist, im Rahmen einer einzelnen Abhandlung muß sich notwendigerweise auf die Skizzierung einiger Grundelemente beschränken. Die Kriterien für die Auswahl dieser Elemente habe ich in der Einleitung zum ersten Beitrag angedeutet. Dieser hatte darauf abgezielt, in der Stadtsoziologie Max Webers einen sinnhaften Zusammenhang zwischen der Stadt und dem Tatbestand der nichtlegitimen Herrschaft aufzuzeigen. Im zweiten Beitrag soll es hingegen darum gehen, eine methodisch und systematisch begründete idealtypische Vorstellung der gegenwärtigen Stadt zu entwickeln, wobei belegt werden soll, in welcher Hinsicht und aus welchen Gründen die gegenwärtige okzidentale Stadt als undemokratisch zu bezeichnen ist.

Literatur

  1. 79.
    Raymond Aron, Les étapes de la pensée sociologique, Paris 1967, S. 497 ff. Vgl. auch Detlef J.K. Peukert, Max Webers Diagnose der Moderne, Göttingen 1989.Google Scholar
  2. 80.
    Otto Gerhard Oexle, Kulturwissenschaftliche Reflexionen über soziale Gruppen in der mittelalterlichen Gesellschaft: Tönnies, Simmel, Durkheim und Max Weber, in: Christian Meier (Hg.), Die Okzidentale Stadt nach Max Weber. Zum Problem der Zugehörigkeit in Antike und Mittelalter, München 1994, S. 133.Google Scholar
  3. 81.
    Wilfried Nippel, Editorischer Bericht, in: Max Weber-Gesamtausgabe Bd. 1/22–5: Die Stadt, Tübingen 1999, S. 46.82 Otto Gerhard Oexle (FN 2 ), S. 159.Google Scholar
  4. 83.
    Ebd. S. 151. Vgl. auch Joachim Rückert, Autonomie des Rechts in rechtshistorischer Perspektive, zitiert ebd., Anm. 155.84 Peter Hall, Gibt es sie noch — die Stadt?, in: Tilo Schaben (Hg.), Die Welt der Stadt, München/Zürich 1990, S. 17.Google Scholar
  5. 86.
    Ulrich Menzel, Globalisierung versus Fragmentierung, Frankfurt a. M. 1998, S. 99–199.87 Max Weber (FN 3), S. 61ff.Google Scholar
  6. 88.
    Tilo Schabert (FN 7), S. 13 und ders., Wie werden Städte regiert, in: ders. (FN 6), S. 172f. Klaus Ronneberger und Stephan Lanz stellen sich aus diesem Grund die Frage, ob sich gegenwärtige Urbanität „Auf dem Weg zur neofeudalen Stadt“ befindet in: Hermann Schwengel (Hg.), Grenzenlose Gesellschaft?, 29. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie; 16. Österreichischer Kongress für Soziologie; 11. Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie, Bd. II/1: Sektionen, Forschungskomittees, Arbeitsgruppen, Pfaffenweiler 1999, S. 634–637 ).Google Scholar
  7. 90.
    Zum Einfluß des durch Globalisierungsprozesse induzierten ökonomischen Strukturwandels westlicher Gesellschaften auf die Machtverteilung innerhalb des städtischen Interessenvermittlungssystems vgl. in komparativer Perspektive Oscar W. Gabriel/ Vincent Hoffmann-Martinot/ Hank V. Savitch (Hg.), Urban Democracy, Opladen 2000.Google Scholar
  8. 91.
    Ulrich Beck, Was ist Globalisierung? Irrtümer des Globalismus — Antworten auf Globalisierung, Frankfurt a. M. 1997.Google Scholar
  9. 93.
    Robert Kurz, Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft, Frankfurt a. M. 1999.Google Scholar
  10. 97.
    Hartmut Häußermann (Hg.), Ökonomie und Politik in alten Industrieregionen Europas. Probleme der Stadt und Regionalentwicklung in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien, Basel/Boston/Berlin 1992.Google Scholar
  11. 98.
    Zur grundsätzlichen Notwendigkeit solcher neuen Verfahren der Interessenvermittlung und deren kooperativer Ausrichtung als Antwort auf die gegenwärtigen Herausforderungen an eine „rationale Politik“ vgl. Ralf Herbold, Innovationsnetzwerke: Organisationsbedingung für Innovationsdynamik und Demokratie?, in: Renate Martinsen/ Georg Simonis (Hg.), Demokratie und Technik — (k)eine Wahlverwandtschaft?, Opladen 2000, S. 225–246Google Scholar
  12. Norbert Konegen/Paul Kevenhörster/Wichard Woyke (Hg.), Politik und Verwaltung nach der Jahrtausendwende — Plädoyer für eine rationale Politik. Festschrift für Gerhard W. Wittkämper zum 65. Geburtstag, Opladen 1998.Google Scholar
  13. 99.
    Zur Art und Weise, in der sich in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um Orte und Plätze der Stadt deren Machtverhältnisse manifestieren, vgl. Klaus Ronneberger/ Stephan Lanz (FN 10).Google Scholar
  14. 100.
    Renato Bocchi, R., Carlo Oradini, Trento. (Le città nella storia d‘Italia), 2. Aufl., Roma — Bari 1989. Renato Bocchi, Carlo Oradini, C., Immagini e struttura della città: materiali per la storia urbana di Trento, Roma — Bari 1983.Google Scholar
  15. 101.
    Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie, Tübingen 1956, S. 16.Google Scholar
  16. 104.
    Zum Zusammenwirken von demokratisch legitimierten und nicht durch Wahl legitimierten, aber nichtsdestotrotz sozial anerkannten und einflußreichen Akteuren in kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen vgl. Sabine Paschke, Kommunale Entscheidungsstrukturen und kommunale politische Akteure am Beispiel der Verkehrsplanung, in: Politisches Handeln/Experteninterview. Referate beim Workshop in Bamberg vom 28.-30.6.1991, unveröff., S. 102–126.Google Scholar
  17. In bezug auf die damit verbundenen Gefahren eines zunehmenden Einflusses demokratisch nicht legitimierter Interessengruppen vgl. Utz Schliesky, Unmittelbar-demokratische Elemente in den Kommunalverfassungen Deutschlands, in: Archiv für Kommunalwissenschaften, 2, 1998, S. 308–335.Google Scholar
  18. 105.
    Mathew D. Rose, Berlin: Hauptstadt von Filz und Korruption, München 1997, S. 251. Ein solches Zusammenspiel von politischer Entscheidungsfindung und ökonomischen Interessen läßt sich allerdings nicht nur in der Bundesrepublik beobachten. In bezug auf entsprechende neuere Entwicklungen innerhalb der italienischen Metropolen vgl. Marco Venturi, Tangentopoli: der unaufhaltsame Aufstieg der städtischen Großereignisse, in: Hartmut Häußermann/Walter Siebel (Hg.), Festivalisierung der Stadtpolitik: Stadtentwicklung durch große Projekte, Opladen 1993, S. 56–70.Google Scholar
  19. Dieses Leviathan-Sonderheft enthält auch in seinen weiteren Beiträgen eine Fülle von Belegen für diehier vertretene These. — Zur theoretischen Modellierung der klientelistischen Struktur kommunalpolitischer Entscheidungsprozesse vgl. Peter Kappelhoff, Macht in sozialen Tauschsystemen, in: Hartmut Esser/Klaus G. Troitzsch (Hg.), Modellierung sozialer Prozesse: neuere Ansätze und Überlegungen zur soziologischen Theoriebildung, Bonn 1991, S. 663–694.Google Scholar
  20. 107.
    Erika Spiegel, Zur Institutionalisierung gesellschaftlicher Interessen auf der kommunalen Ebene, in: Archiv für Kommunalwissenschaften, 1, 1999, S. 3–22.Google Scholar
  21. 109.
    Zu diesem neuartigen institutionellen Arrangement vgl. Klaus Grimmer, Struktur und Innovation: theoretisch-praktische Grundlagen der Gestaltung öffentlicher Verwaltungen, Baden-Baden 1997.Google Scholar
  22. 110.
    Zu diesem neuen Verfahren der Interessenvermittlung und Konfliktschlichtung innerhalb öffentlicher Entscheidungsprozesse vgl. erneut Ralf Herbold (FN 20).Google Scholar
  23. nalwissenschaften, 1, 1995, S. 119–135; in bezug auf das Instrument des Koordinierungsausschusses Karin Lenhardt, „Bubble-politics“ in Berlin: das Beispiel Koordinierungsausschuß für innerstädtische Investitionen: eine „black box“ als Macht und Entscheidungszentrale, in: PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, 110, 1998, S. 41–66.Google Scholar
  24. 112.
    Competizione territoriale e pianificazione strategica nelle aree urbane. Atti del Convegno Trento 2 giugno 2000. Trento, 2001, S. 57–64 ).Google Scholar
  25. 113.
    Sergio Giovanazzi, La montagna: uno spazio per il tempo libero, Padova 1971.Google Scholar
  26. 114.
    Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit: Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft, 2. Aufl., Neuwied — Berlin 1965.Google Scholar
  27. 115.
    Henning Walcha/Klaus Hermanns, Partnerschaftliche Stadtentwicklung: Privatisierung kommunaler Aufgaben und Leistungen, Köln 1996.Google Scholar

Copyright information

© Katholische Universität Eichstätt 2001

Authors and Affiliations

  1. 1.TrientSchweiz

Personalised recommendations