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Die Ergebnisse der Erhebungen an den Modellorten

  • Lis Keimeleder
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Part of the DJI-Reihe book series (DJI, volume 8)

Zusammenfassung

Die im Rahmen des Projektantrags formulierte Ausgangssituation in der Tagespflegequalifizierung wurde durch die vorliegenden Ergenbisse bestätigt: Die untersuchten Ausbildungsprogramme unterscheiden sich voneinander hinsichtlich zeitlicher Struktur, Inhalte, Methoden und personeller Ausstattung. Im nächsten Abschnitt werden die untersuchten Curricula anhand ihrer zentralen Merkmale skizziert. Daran schließt sich eine Darstellung und kritische Betrachtung der wesentlichen Ergebnisse zur Arbeitssituation der pädagogischen Fachkräfte an. In den darauf folgenden Abschnitten werden Ergebnisse zur Situation der Fortbildung an den Modellorten im Kontext anderer Säulen der fachlichen Unterstützung sowie die wichtigsten Ergebnisse der Befragung der Teilnehmerinnen der Kurse dokumentiert. Im fünften und letzten Abschnitt dieses Kapitels werden die Ergebnisse zusammenfassend gewürdigt, insbesondere vor dem Hintergrund der Eindrücke und Ergebnisse aus den teilnehmenden Beobachtungen.

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Literatur

  1. 5.
    Generell gilt dies für alle in der familialen Erziehungsarbeit Tätigen. Junge Frauen betonen, daß sie sich mit den familialen Aufgaben allein gelassen fühlen und signalisieren gegenüber Weiterbildungsinstitutionen einen Wunsch nach Unterstützung und Information (Gieseke 1997e ).Google Scholar
  2. 6.
    Die Prüfungsformen, die an manchen Modellorten vorgefunden wurden, entsprechen sehr dem Lernansatz des problemorientierten Lernens (POL), der im Rahmen einer Expertise in seiner Übertragbarkeit auf die Qualifizierung in der Tagespflege überprüft wurde (Handgraaf/Bögemann-Großheim 2000, unveröf-fentlichte Expertise im Auftrag des Modellprojekts).Google Scholar
  3. 8.
    Betroffen sind überwiegend Frauen, die Rede ist daher auch von „Tagelöhnerinnen im Bildungsbereich“ (Poljak/Pulz 2000), die fehlende Sozialleistungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand durch ihre niedrige Bezahlung ausgleichen müssen, damit die Bildungsinstitutionen ein noch bezahlbares Bildungsangebot bereithalten können (Weisel 1998).Google Scholar
  4. 9.
    Die Referentlnnen können für die Teilnehmerinnen diesbezüglich kein Modell für erfolgreiches berufliches Identitätslernen darstellen, denn: „die Deutungen der Frauen enthalten schon die Einsicht: Auch eine gebildete Frau (die Lehrerin) findet trotz engagierter, erfolgbringender Berufsarbeit keine Anerkennung. Die immer drohende Erwerbslosigkeit der auf Honorarbasis arbeitenden Dozentinnen überschattet das Bild der Frauen und führt deren Bildungsgläubigkeit ad absurdum.“ (Sauer 1993, S. 95 )Google Scholar
  5. 10.
    Der Ansatz des problemorientierten Lernens (POL) beschreibt die Anforderungen an Referentlnnen in der Tagespflege als die von Lernbegleiterinnen bzw. Tutorinnen: Diese geben ihre Rolle als traditionelle WissensvermittlerInnen zugunsten eines Rollenverhaltens auf, das selbstgesteuertes Lernen ermöglicht, die Zusammenarbeit in der Gruppe stimuliert und auf die persönlichen Anliegen der Teilnehmerinnen eingeht. Eine didaktische Vorbereitung (Schulung der Tutorinnen) der ReferentInnen ist notwendiger Bestandteil des POL-Konzeptes (Bögemann-Großheim/Handgraaf 2000, un-veröffentliche Expertise im Auftrag des Modellprojekts).Google Scholar
  6. 11.
    Untersuchungen des DJI zur Situation von freien Trägern in der Kinder-und Jugendhilfe zeigen, daß Sparmaßnahmen vor allem die Fort-und Weiterbildungen für Haupt-und Ehrenamtliche betreffen, da sie am wenigsten aus Haushaltsmitteln oder Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln abgedeckt werden können. Die Ergebnisse belegen andererseits auch einen Zusammenhang zwischen der Qualität der Dienstleistungen freier Träger und deren Möglichkeiten der Aktualisierung und Vertiefung personeller Kompetenzen (vgl. Weigel/Seckinger/van Santen/Markert 1999 ).Google Scholar
  7. 12.
    Generell ist eine Tendenz zu positiven und zufriedenen Antworten bei Befragungen festzustellen, in denen Teilnehmerinnen Qualitätsurteile zu Weiterbildungsveranstaltungen abgeben sollen, vgl. zusammenfassende Auswertung von Studien zur Weiterbildungsqualität aus Sicht der Teilnehmenden (Gnahs 1995). Auch Befunde amerikanischer Studien zur Tagespflege zeigen, daß Tagesmütter und Eltern mit der Qualität in der Tagespflege deutlich zufriedener waren als die Forscherinnen (vgl. Textor 1998 ). Die Teilnehmerinnen wurden in der vorliegenden Untersuchung zu einem sehr ausdifferenzierten Urteil aufgefordert, indem eine Vielzahl von Aspekten des Lehr-Lern-Prozesses abgefragt wurde. Außerdem wurden zusätzliche „offene“ Antwortmöglichkeiten angeboten, die relativ häufig genutzt wurden. Die Fragen waren so formuliert, daß sie sich nicht gegenseitig verstärken oder ausschließen und einer „Ja-Sage-Tendenz” entgegengewirkt werden kann. Dennoch ist davon auszugehen, daß ein „psychologischer“ Effekt bei den Teilnehmerinnen zu positiveren Bewertungen „ihrer” Kursleitung bzw. Referentin führt: Die Teilnehmerinnen in der Erwachsenenbildung nehmen häufig eine unterstützende Haltung gegenüber Lehrenden ein und bemühen sich um „Dozentenorientierung“ (Siebert 1998 ).Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2001

Authors and Affiliations

  • Lis Keimeleder

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