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Konzepte und Kooperationen zur Förderung der kindlichen Medienkompetenz durch die Eltern

  • Wolfgang Burkhardt
Part of the Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen book series (LAMNRW, volume 40)

Zusammenfassung

Die Recherchen, Sichtungen und Analysen sowie die Gespräche mit Experten und medienpädagogisch Tätigen aus der Elternbildung und Elternberatung erlauben es, die wesentlichen Ursachen familiärer Probleme mit einem großen, vielleicht übermäßigen und auch unreflektierten Medien- und vor allem Fernsehkonsum zu benennen. Es sind:
  • Kontinuierliche Vermehrung des Medienangebotes

  • zunehmende Freizeitpotenziale mit tendenziell beliebiger Verwendung, auch durch Eltern und Familien

  • z.B. regional/infrastrukturell, ökonomisch und bildungsmäßig verursachte Unterschiede beim Zugang zu kreativen Freizeitangeboten außerhalb der Medienszene

  • Dominanz der Medienofferten im Spektrum leicht zugänglicher und kostengünstiger Freizeitangebote

  • Informationsdefizite bezüglich Hintergründen, Zusammenhängen und Wirkungen von Medien oder Medienprodukten

  • Medien- und vor allem Fernsehkonsum im Übermaß und ohne Auswahl, Struktur bzw. Konzept

  • Verselbstständigung und Veralltäglichung der Kulturphänomene „Medien“ bzw. „Fernsehen“

  • übermäßige Beeinflussung der Gestaltung familiärer Tagesablauf-, Kommunikations- und Beziehungsstrukturen durch das Fernsehen

  • Problematische Funktionalität des Fernsehens im Rahmen der familiären Alltagsgestaltung.

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Literatur

  1. 135.
    Vgl. auch Tulodziecki (1989), der das von Wilkins vorgeschlagene „Vier-Wochen-Programm“ konkretisiert. In diesem Programm geht es um Handlungsalternativen zum Medienkonsum für (extrem) vielsehende Familien. Ziel des Projektes ist die „Ablösung vom Femsehen in behutsamen Schritten”. Die den Familien angebotene Intensiv-Maßnahme setzt Interesse und die Bereitschaft zur Teilnahme voraus und kann naturgemäß nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Tulodziecki empfiehlt ggf. die Auswahl und Durchführung einzelner Komponenten des Programmes, a.a.O., S. 135–136.Google Scholar
  2. 136.
    Als Gemeinschaftsaufgabe kann Familienerziehung auch in dem Sinne verstanden werden, dass die Informations- und Beratungsofferten von einer Vielfalt an Institutionen gemacht werden; beispielsweise in Form eines Medienverbundprojektes, wie es bei dem Verbund-Programm,Erziehen ist nicht kinderleicht“ bzgl. der allgemeinen Elternbildung durchgeführt wurde; vgl. dazu auch Abschnitt V., 2.3.3 dieses Untersuchungsberichtes.Google Scholar
  3. 137.
    Direkte (Informations-)Offerten für Kinder, beispielsweise spezielle Programmzeitschriften, Begleitmaterial in Kassetten-oder anderer Form — ebenso (private) TV-Kindersender — stoßen in den Familien eher auf Ablehnung (Hurrelmann u.a. 1996, S. 88 ). Offensichtlich wollen die Eltern ihre medienpädagogische Erziehungs-, Informations- und Kontrollfunktion nicht in Frage gestellt sehen.Google Scholar
  4. 138.
    Den dargestellten Maßnahmen liegen teilweise Strategien und Projekte zugrunde, die an anderer Stelle dieses Bandes ausführlich beschrieben sind.Google Scholar
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    Vgl. Abschnitt V. 2.1.2.Google Scholar
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    Sensibel und einfühlsam praktiziert, geht das,Monitoring“ nur unwesentlich über die generellen Fürsorgepflichten von Erzieherinnen, Lehrkräften etc. hinaus.Google Scholar
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    Lt. S. Aufenangers projektbezogenen,Überlegungen zu Modellen der ‘Vermittlung kindlicher Medienkompetenz durch die Eltern’“.Google Scholar
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    Generell und mittels sozialökologischer Merkmale hat Wendt im Jahre 1991 das Netzwerkkonzept beschrieben. In acht Punkten, die von der Verankerung (persönlicher, funktionaler, individueller oder professioneller Kontext) über Inhalt, Ausrichtung und Dauerhaftigkeit bis zur Modalität und Häufigkeit der Teilnahme reichen, skizziert er mögliche Eigenschaften von Netzwerken. S. auch Zacharias, der im Jahre 1999 in seinem Beitrag „Lebenswelten, Kulturen, Medien. Vernetzung in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit“ die Möglichkeiten und Synergien der Netzwerkbildung in der Bildungsarbeit thematisiert (vgl. Zacharias 1999 ).Google Scholar
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    Die einschlägigen Materialien und Initiativen der Bundeszentrale für politische Bildung sind im Rahmen dieses Berichtes dokumentiert. An einer Kooperation zur Förderung kindlicher Medienkompetenz besteht großes Interesse.Google Scholar
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    Die Auswahl der Institutionen und Einrichtungen erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit: Die Auskunftsbereitschaft der Institutionen ist sehr unterschiedlich.Google Scholar
  11. 145.
    Das Engagement von (Kinder-)Ärzten beschränkt sich nicht auf die Distributionsfunktion der Praxen. Die Ärzte werden zu Diavorträgen auf Elternabenden im Kindergarten eingeladen und beraten besorgte Eltern individuell.Google Scholar
  12. 146.
    Der Deutsche Städtetag (Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände“) versteht sich beispielsweise als Städte-Netzwerk, das durch Ausschussarbeit und div. Informationsmaßnahmen mit der Ebene der Kindergärten und Schulen verbunden ist; ebenso mit deren Trägern. Die Bereitschaft dieser Institutionen zur Unterstützung von Praxisprojekten ist groß.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2001

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Burkhardt
    • 1
  1. 1.RheinbachDeutschland

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