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Wer und was erzeugt studentischen Zeitstreß? Temporale Muster an Universitäten als Basis von Studienberatung und Evaluation

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Zusammenfassung

Kürzlich hat Kromrey (1999) die in Deutschland üblich werdende Praxis der Programmevaluation der Hochschullehre auf der Basis von Studentenbefragungen mit gewichtigen theoretischen, methodologischen und statistischen Argumenten umfassend kritisiert. Einige seiner wichtigsten Befunde lauten zusammengefaßt: Verglichen werden oft unvergleichliche Erscheinungen und Aggregatartefakte. Das Modell der allseits informierten und objektiv urteilenden Befragtenperson sei unangemessen. Studentische Urteile über Lehrveranstaltungen und Dozenten seien stark situationsspezifisch gefärbt und daher nicht ohne weiteres aggregierbar, um zentrale Tendenzen als zuverlässige und gültige Evaluationskriterien zu verwenden. Die meisten Alltagstheorien über Besuch und Beurteilung von Lehrveranstaltungen, Studienbedingungen, Studienverhalten und Kommunikationsstrukturen an Hochschulen seien auf Sand gebaut. Evaluationsstudien sollten daher auf die Basis verfeinerter theoretischer Modelle, Konzepte und Forschungsmethoden gestellt werden, und empirisch arbeitende Soziologen könnten mit ihrem Expertenwissen dazu viel und Relevantes beitragen.

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© Leske + Budrich, Opladen 2000

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