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Zur Entwicklung ‘metropolitaner Urbanität’ in der Ära Wallmann

  • Hubert Beste
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Part of the Reihe: Studien zur Inneren Sicherheit book series (SZIS, volume 3)

Zusammenfassung

Am 20. März 1977 errang die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Walter Wallmann mit 51,4 Prozent und 50 von 93 Sitzen die absolute Mehrheit im Frankfurter Stadtparlament. Der Wahlsieg der CDU basierte vor allem auf der tiefen politischen Krise der lokalen Sozialdemokratie, die es nicht verstanden hatte, die Metropolitanisierung der Stadt mit einer Integrationsstrategie zu verbinden, die den veränderten sozialen und kulturellen Bedingungen der siebziger Jahre entsprach. Die Konservativen unter Wallmann hingegen waren in der Lage, diese Transformation zum postmodernen Management zu vollziehen. Der Machtwechsel in Frankfurt ging der “Wende” in Bonn um einige Jahre voraus und hatte auch für die Stadtentwicklungsstrategien der achtziger Jahre Vorbildcharakter. Nach einer Phase der Stagnation setzte nun eine sogenannte Boosterism-Politik ein, die die Internationalisierung und die sozialräumliche Zentralisierung vorantrieb (vgl. Ronneberger/Keil 1995). In der zwölf Jahre andauernden konservativen Vorherrschaft expandierte nicht nur die ökonomische “Superstruktur” der Stadt (Messe, Flughafen, Finanz- und Dienstleistungskomplex), sondern in diesem Zeitraum vollzog sich auch der Ausbau Frankfurts zur Kultur-Metropole.

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Literatur

  1. 11.
    Damals versuchte die Polizei, die Szene auch dadurch aufzulösen, daß sie die Abhängigen busweise in die neu errichtete Haftanstalt Hadamar (“Drogenknast”) verbrachte. Eine gesetzliche Grundlage für diese Vorgehensweise lag übrigens nicht vor.Google Scholar
  2. 12.
    Der neue Hochhausentwicklungsplan, der von Oberbürgermeisterin Petra Roth als das Ergebnis der “Plattform” von CDU und SPD präsentiert wird, geht im übrigen bis zum Jahr 2010 von nicht weniger als 15 weiteren Standorten für Bürotürme mit insgesamt einer Million Quadratmeter Geschoßfläche aus: “Wir Frankfurter identifizieren uns sehr mit dieser Skyline”, so das Motto des Stadtoberhaupts (FR v. 10.9.1998, S. 19).Google Scholar
  3. 13.
    Bestand im Jahre 1981 das Team des Ordnungsdienstes aus zwölf Personen, so waren etwa 1994 bereits 53 Personen beim Sicherheitsdienst der Stadtwerke beschäftigt, die zudem noch von 52 Mitarbeitern einer Privatfirma unterstützt wurden (Fuchs 1994, S. 108).Google Scholar
  4. 14.
    Siehe zum Gesamtkomplex “gewerbliche Prostitution in Frankfurt” die näheren Ausführungen unter Punkt 11. An dieser Stelle soll lediglich auf die unmittelbaren (strategischen) Zusammenhänge mit der Wallmann-Regierung hingewiesen werden. Im übrigen dürften die Debatten um eine räumliche Verlagerung der Prostitution in der Stadt so alt sein wie die städtische Prostitution selbst: “Das Wechselspiel von Protektion und Protest ist eines der Wesensmerkmale der Frankfurter Prostitutionsgeschichte”, so der Ansatz des Historikers Fritz Koch in seiner Untersuchung über 100 Jahre Frankfurter Prostitution (FR v. 27.8.1998, S. 22).Google Scholar
  5. 15.
    Im Jahr 1970 lag der Kulturetat der Stadt Frankfurt noch bei fünf Prozent des Gesamthaushalts. In der Amtszeit von Kulturdezernent Hilmar Hoffmann wurden insgesamt zwölf Museen, zwanzig Stadtteil-Bibliotheken und ebenfalls etwa zwanzig Bürger-Gemeinschaftshäuser geschaffen, wobei letztere aufgrund der katastrophalen Finanzsituation der Stadt zunehmend wieder geschlossen werden.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Hubert Beste

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