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Drogen, Drogenszene, Drogenpolitik — eine Einführung zum sogenannten “Drogenproblem” in den westlichen Metropolen

  • Hubert Beste
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Part of the Reihe: Studien zur Inneren Sicherheit book series (SZIS, volume 3)

Zusammenfassung

Im Verlauf der 80er Jahre entwickelte sich in zahlreichen westlichen Großstädten ein Phänomen, das als das sogenannte “Drogenproblem” öffentlich skandalisiert wurde und das bis heute die Diskussion über die innere Sicherheit in den städtischen Ballungszentren maßgeblich mitbestimmt (vgl. dazu die Beiträge in: Krausz/Raschke 1999). Der entscheidende Aspekt dieses Phänomens konzentriert sich dabei nicht auf die einfache Distribution und den Konsum illegaler Drogen, sondern auf bestimmte Erscheinungsformen im Gefüge urbaner Macht und Kontrolle. Diese sicherheitspolitische Thematisierung eines als sehr ernst anzusehenden Ordnungsproblems richtet sich dabei auf eine bestimmte, relativ klar umgrenzbare Personengruppe, die als Drogenkonsumenten und/oder Drogenhändler im öffentlichen Raum ausgemacht werden. Ausgangspunkt der Besorgnisse sind die sogenannten “offenen” Drogenszenen, die sich in den repräsentativen und stark frequentierten Innenstadtbereichen bildeten (vgl. Renn 1999). Die diffuse Bedrohung, die in der Existenz dieser Szenen zum Ausdruck kommt, wird dabei von Alltagstheorien gespeist, die sich in hohem Maße diverser Mythen, Feindbildkonstruktionen, Ritualisierungen sowie kontrollpolitischer Ideologien in bezug auf Drogen, Drogenhandel und Drogenabhängigkeit bedienen.

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Literatur

  1. 1.
    Bereits am 27.1.1997 berichtete Der Spiegel auf dem Titelblatt: “Polizeipräsidenten fordern: Heroin vom Staat”. Am 26.6.1998 titelte Die Woche: “Umdenken in der Drogenpolitik. Heroin auf Rezept”. Unterschlagzeile: “Hilfe statt Verfolgung, Therapie statt Strafe: Politiker gehen neue Wege im Kampf gegen die Sucht — nur so ist der Drogen-Krieg noch zu gewinnen”.Google Scholar
  2. 2.
    Der Prozeß einer zunehmenden Distanzierung des linken politischen Lagers gegenüber der Drogenszene zeigte sich etwa markant in dem von der Redaktion der Zeitschrift ‘Konkret’ vorbereiteten ‘Antidrogen-Kongreß’, der am 18./19. März 1972 an der Universität Hamburg stattfand.Google Scholar
  3. 3.
    Die Einteilung der Phasen greift zurück auf die Strukturierung bei Cattacin u.a. 1996. Scheerer/Vogt (1989a, S. 44) sprechen von einer “Medikalisierung von Drogenabhängigen und Süchtigen”, die sich seit 100 Jahren Jahren eingebürgert habe: “Wenn sie nicht einfach moralische Schwächlinge oder Sünder sind, sind Drogenabhängige im öffentlichen Bewußtsein Kranke, die in Therapie gehören.”Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Noller 1993, S. 65. Der Autor erwähnt eine Studie ohne Quellenbezug und Jahresangabe.Google Scholar
  5. 5.
    So Gerd Fürst (Bündnis 90/Die Grünen) in einem Experteninterview vom 21.5.1996, der als persönlicher Referent der ehemaligen Gesundheitsdezernentin Margarethe Nimsch tätig war.Google Scholar
  6. 6.
    Siehe Fn. 5.Google Scholar
  7. 7.
    Diese äußerst wichtige (informelle) Planungs- und Steuerungsinstanz im Feld der Frankfurter Drogenpolitik wird in einem gesonderten Abschnitt noch ausführlicher behandelt.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. dazu die folgenden Berichterstattungen: Der Spiegel v. 13.5.1991; FR v. 30.1.1992.Google Scholar
  9. 9.
    D.h.: “Bahnhof als Visitenkarte”. Diese Aktion wird wie die Räumung der Taunusanlage in einem separaten Abschnitt noch eingehender dargestellt.Google Scholar
  10. 10.
    FR v. 4.3.1992: “Überall Blutspritzer auf den Treppen, leere Tablettenpackungen, Einwegspritzen, blutgetränkte Taschentücher und überall der Geruch von Kot und Urin”.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. dazu die Berichterstattungen in der FR v. 21.3., 27.3. und 1.4.1992.Google Scholar
  12. 12.
    So die Interpretation von Gerd Fürst im obengenannten Experteninterview (Fn. 5).Google Scholar
  13. 13.
    So Martin Steinhoff, Intendant der Frankfurter Oper, der die Situation mit ‘Prozessionen mittelalterlicher Bettelorden’ verglich: “Jung, aber körperlich am Ende, zerlumpt, bandagiert mit schwärenden Wunden” (...) Warum man den Drogenabhängigen den Platz in der Taunusanlage nicht lasse, da seien sie doch “relativGoogle Scholar
  14. (Fortsetzung...)Google Scholar
  15. 13(...Fortsetzung)Google Scholar
  16. isoliert”. “Und wenn sich ein paar Bankenbosse daran stören — na bitte” (FR v. 5.6.1992).Google Scholar
  17. 14.
    Vgl. die Berichterstattung in der FR v. 3.6. und 5.6.1992.Google Scholar
  18. 15.
    So Gerd Fürst im obengenannten Experteninterview (Fn. 5).Google Scholar
  19. 16.
    Die sogenannten “Druckräume” wurden in juristischer Hinsicht legitimiert durch ein “Strafrechtliches Gutachten zur Zulässigkeit von Gesundheitsräumen für Drogenabhängige” des Frankfurter Oberstaatsanwalts Harald Hans Körner (vgl. Körner 1993). Siehe auch das Gespräch mit Körner: “Resignation lasse ich nicht gelten...” (Kleis 1992).Google Scholar
  20. 17.
    Vgl. folgende Berichterstattungen: FR v. 31.1.1997; Der Spiegel v. 27.1.1997.Google Scholar
  21. 18.
    Vgl. Crack Street Projekt 97. Endbericht der Projektphase vom 8.9.1997 bis 7.12.1997. Siehe hierzu auch die brilliante ethnographische Studie von Philippe Bourgois: In Search of Respect. Selling Crack in El Barrio, Cambridge 1995.Google Scholar
  22. 19.
    Unter dem Titel “Hasch, Koks und Anmache” schrieb “Der Spiegel” 26/1997, S. 48 in der Unterschlagzeile: “Um Hamburg-Besuchern eine saubere Metropole zu präsentieren, wurden Junkies und Dealer aus der Bahnhofsgegend vertrieben. Jetzt bringt die Drogenszene einen links-alternativen Stadtteil aus der Balance”. Auch die Bürgerinitiative “Erste Hilfe für Sternschanze”, in der sich Anwohner, Sozialarbeiter, Kirchenvertreter und Polizei zusammengeschlossen hatten, hat Anfang April 1998 das Forum verlassen, auf dem die Probleme des Stadtteils gelöst werden sollten (FR v. 8.4.1998, S. 6).Google Scholar
  23. 20.
    So der Titel eines Beitrags von Ebermann/Trampert in der Zeitschrift “Konkret” (12/1997, S. 12 ff.), wiederveröffentlicht in: Paul/Schmidt-Semisch 1998, S. 193 ff., der sich vor allem gegen die Stigmatisierung von Schwarzafrikanern als “Drogendealer schlechthin” sowie die “Anti-Drogenkampagnen” einer rot-grünen Mehrheitsbevölkerung wendet. Vgl. auch die Artikel von Sömnez, Blechschmidt und Hauer/Peddinghaus, in: StadtRat 1998.Google Scholar
  24. 21.
    Um hierzu nur ein prägnantes Beispiel zu geben: Allein die Frankfurter Polizei setzt im Rahmen ihres “Raub-/Rauschgiftprogramms” tagtäglich allein 140 Beamte in der City ein, die in erster Linie verhindern sollen, daß sich die Szene an einem bestimmten Ort festsetzt. Dies wird unter anderem dadurch erreicht, daß von außerhalb kommende Abhängige und Händler konsequent in ihre Heimatorte zurückgeschickt werden. So wurden nur in der ersten Oktoberwoche 1998 insgesamt 2141 Personen kontrolliert und 1033 Platzverweise erteilt (FR v. 10.10.1998, S. 21). Aufgrund der Vielzahl ordnungspolitischer Interventionen gegen die offene Szene urteilt Lesting (1997, S. 223) denn auch zutreffend: “Kaum jemand zweifelt daran, daß die polizeirechtlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der offenen Drogenszenen juristisch fragwürdig und drogenpolitisch kontraproduktiv sind”.Google Scholar
  25. 22.
    In diesem Zusammenhang ist jedoch nicht immer klar, aufweiche Grundgesamtheit sich diese Zahl von Abhängigen bezieht und um welche Drogen es sich dabei handeln soll. Einmal werden jene Personen genannt, die in Frankfurt harte Drogen wie Heroin, Crack und Kokain erwerben (FR 26.7.1995); sodann heißt es vereinfachend: “Die Zahl aller Rauschmittelabhängigen in der Stadt wird auf rund 10000 geschätzt, die Menge all derer, die (auch in Räumen) mit dem Stoff handeln, soll ‘über tausend’ betragen” (FR v. 10.10.1998, S. 21).Google Scholar
  26. 23.
    Siehe obigen (Fn. 21) FR-Artikel.Google Scholar
  27. 24.
    Vgl. Kemmesies 1995. Die nachfolgend genannten Daten sind dieser Untersuchung (S. 33 ff.) entnommen.Google Scholar
  28. 25.
    Kreuzer et al. (1991) gehen in ihrer BKA-Auftragsstudie über die Beschaffungs-kriminalität Drogenabhängiger von einem durchschnittlichen Betrag von 100 bis 150 DM pro Tag für Drogenkonsum aus. Sie berücksichtigen im Rahmen dieser Schätzung auch drogenfreie Phasen der Konsumentinnen, die sich etwa durch Therapie, Inhaftierung, Selbstentzug oder Krankheit ergeben können. Diese Zeiten beliefen sich immerhin auf 16,9 Wochen (Männer: 18,8 Wochen; Frauen: 13,5 Wochen) des letzten Jahres vor der Befragung (S. 199 ff.).Google Scholar
  29. 26.
    Jedoch wurde bereits im November 1993 das Thema “Crack” von der Montagsrunde aufgegriffen. Das Drogenreferat sprach von 60 bis 80 Crack-Konsumenten, die sich in der Innenstadt aufhielten. Die Polizei ging von einem “harten Kern” von 40 bis 50 Konsumenten aus, die vorzugsweise im Bereich des “Willy-Brandt-Platzes” anzutreffen seien. Vgl. auch: Drogenreferat der Stadt Frankfurt am Main: Jahresbericht 1994, S. 28 ff.Google Scholar
  30. 27.
    Crack Street Projekt 97. Endbericht der Projektphase vom 8.9.1997 bis 7.12.1997, S.2f.Google Scholar
  31. 28.
    Vgl. Crack Street Projekt 97, S. 3. Diese Gruppe konsumiert aus unterschiedlichen Gründen — etwa weil die Venen am gesamten Körper stark in Mitleidenschaft gezogen sind — zeitweise auch Crack.Google Scholar
  32. 29.
    Wahlprogramm der CDU Frankfurt am Main für die Kommunalwahl am 10. März 1985, S. 3.Google Scholar
  33. 30.
    Unser Frankfurt, eine Stadt fürs Leben. Kommunalwahlprogramm 1989 – 1993, CDU Frankfurt, S. 3.Google Scholar
  34. 31.
    Thesenpapier des Arbeitskreises der Frankfurter CDU zur Fachtagung “Drogen” am 29.8.1991.Google Scholar
  35. 32.
    Vgl. Wahlplattform 1993 – 1997. Mit Frankfurt wieder Staat machen, CDU Frankfurt, S. 67 ff.Google Scholar
  36. 33.
    Siehe dazu das “Thesenpapier” (Fn. 31), S. 2.Google Scholar
  37. 34.
    Wahlplattform (Fn. 32), S. 16.Google Scholar
  38. 35.
    So der Gesundheitsdezernent Albrecht Glaser (CDU) in einem Experteninterview v. 24.1.1997.Google Scholar
  39. 36.
    Vgl. Kommunalwahlprogramm der CDU 1997 – 2001.Google Scholar
  40. 37.
    Siehe Kommunalwahlprogramm (Fn. 36), S. 56.Google Scholar
  41. 38.
    So Gesundheitsdezernent Albrecht Glaser (CDU) in einem Experteninterview v. 24.1.1997.Google Scholar
  42. 39.
    Siehe Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main/Drogenreferat der Stadt Frankfurt am Main (Hg.): Drogenpolitik in Frankfurt — Modell für die Republik? Der Frankfurter Weg: Erfolge durch Akzeptanz, Frankfurt 1994, S. 4.Google Scholar
  43. 40.
    Siehe Positionspapier der SPD-Fraktion im Römer zur Drogenpolitik, Frankfurt 1996, S. 2.Google Scholar
  44. 41.
    Bilanz der SPD-Fraktion im Römer 1989 – 1996, Frankfurt 1996.Google Scholar
  45. 42.
    In diese Richtung argumentiert etwa Heinz Lietz als Vertreter der Geschäftsstelle der SPD im Römer in einem Experteninterview v. 10.1.1997.Google Scholar
  46. 43.
    In diese Richtung argumentiert Gerd Fürst, ehemaliger persönlicher Referent der Gesundheitsdezernentin Margarethe Nische (Die Grünen) in einem Experteninterview v. 21.5.1996.Google Scholar
  47. 44.
    So Heinz Lietz (Fn. 42).Google Scholar
  48. 45.
    So Heinz Lietz (Fn. 42).Google Scholar
  49. 46.
    So Heinz Lietz (Fn. 42).Google Scholar
  50. 47.
    Siehe “Handeln für Frankfurt. Das Programm der Frankfurter SPD 1993”.Google Scholar
  51. 48.
    Siehe Bilanz der SPD-Fraktion (Fn. 41), S. 28.Google Scholar
  52. 49.
    Siehe Bilanz der SPD-Fraktion (Fn. 41), S. 25.Google Scholar
  53. 50.
    Siehe “Handeln für Frankfurt” (Fn. 47), S. 12.Google Scholar
  54. 51.
    So Heinz Lietz (Fn. 42).Google Scholar
  55. 52.
    So Gerd Fürst (Fn. 43).Google Scholar
  56. 53.
    So Gerd Fürst (Fn. 43).Google Scholar
  57. 54.
    Vgl. Wahlprogramm 1993, S. 2 f.Google Scholar
  58. 55.
    Vgl. Kommunalwahlprogramm 1997 von Bündnis 90/Die Grünen, Frankfurt am Main, S. 23.Google Scholar
  59. 56.
    Kommunalwahlprogramm (Fn. 55), S. 24.Google Scholar
  60. 57.
    Kommunalwahlprogramm (Fn. 55), S. 24.Google Scholar
  61. 58.
    Der Etat-Antrag zur Haushaltsstelle 706501 vom 2.12.1996 beinhaltet die Forderung nach einer Neuverhandlung des Mietvertrags mit dem “städtischen Almosenkasten’ in bezug auf Moselstr. 47 (‘Café Fix’), um die Mietpacht zu halbieren. Eine neue Haushaltsstelle fordert der Etat-Antrag vom 4.11.1996 mit einem Substitutionsfonds zur Erstattung der Medikamentenkosten, die von den Krankenkassen nicht beglichen werden. Die weiteren Etat-Anträge vom 2.12.1996 zu den Haushaltsstellen 706515 (psychosoziale Betreuung, methadongestützte Drogenhilfe Elbestr.), 706524 (Projekt Arbeit, Technik und Kultur) und 706507 (Fachstelle Prävention) fordern die Erhöhung der entsprechenden Haushaltsstellen.Google Scholar
  62. 59.
    Gerd Fürst (Fn. 43) im Expertengespräch: “Es war, glaube ich, notwendig, die Kontaktstruktur der Taunusanlage zu zerschlagen und es in der Tat den Junkies ein wenig schwerer zu machen, an ihr tägliches, mehrmaliges Dope ranzukommen; um sie ein bißchen zu bewegen, in diese neuen Angebote zu gehen”.Google Scholar
  63. 60.
    Vgl. Werner Schneider: Sind Junkies noch zu retten?, in: Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main/Drogenreferat der Stadt Frankfurt am Main (Hg.): Drogenpolitik in Frankfurt — Modell für die Republik? Der Frankfurter Weg: Erfolge durch Akzeptanz, Frankfurt 1994, S. 13 ff.Google Scholar
  64. 61.
    Vgl. 1. Konferenz: Europäische Städte im Zentrum des illegalen Drogenhandels. Dokumentation. Frankfurt am Main 20.–22.11.1990.Google Scholar
  65. 62.
    Unterzeichner sind u.a.: Paul Vasseur, Drugscoordinator Amsterdam, Margarethe Nimsch, Dezernentin für Frauen und Gesundheit Frankfurt am Main, Dr. Horst Bossong, Drogenbeauftragter Hamburg, Stadträtin Dr. E. Lieberherr, Vorsteherin des Sozialamtes Zürich. Insgesamt beteiligten sich Vertreter von mehr als 20 europäischen Großstädten an dieser Konferenz.Google Scholar
  66. 63.
    Margarethe Nimsch, in: Dokumentation (Fn. 61), S. 24.Google Scholar
  67. 64.
    Margarethe Nimsch, in: Dokumentation (Fn. 61), S. 25 ff.Google Scholar
  68. 65.
    Vgl. “Frankfurter Resolution”, 5 S.Google Scholar
  69. 66.
    Nach Presseinformationen nutzen 75% der ‘intravenösen’ Drogenkonsumenten das Spritzenaustauschprogramm der Drogenhilfe (FR v. 10.10.1995).Google Scholar
  70. 67.
    Während die Frankfurter CDU und OB Petra Roth die Einrichtung von Konsumräumen lange Zeit für rechtspolitisch untragbar hielten, tritt nach einer entsprechenden Erklärung der IHK im April 1995 die Wende ein. Jetzt hat auch Petra Roth “kein Problem” mit der Einrichtung von Druckräumen und befürwortet ab sofort auch die kontrollierte Abgabe von Heroin (FR v. 25.4.1995).Google Scholar
  71. 68.
    Die Frankfurter Staatsanwaltschaft behält sich auch beim Besitz einer Kleinstmenge Haschisch vor, Anklage zu erheben und Einzelheiten in der Hauptverhandlung zu klären (FR v. 14.3.1996).Google Scholar
  72. 69.
    Im Magistrat der Stadt besteht hinsichtlich der Durchführung des Modellprojekts zwischen CDU, SPD und Grünen Einigkeit (FR v. 28.10.1996, 1.11.1996). Der Hessische Generalstaatsanwalt betont ebenfalls, daß der Modellversuch nicht gegen das BtMG verstoße (FR v. 27.4.1995). Auch das Berliner Verwaltungsgericht, das das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erneut verpflichtet hat, eine Überprüfung des Modellversuchs vorzunehmen, steht auf Seiten der Befürworter (FR v. 30.8.1996).Google Scholar
  73. 70.
    Siehe: “Drogenproblematik in Frankfurt: Alle Indikatoren deuten auf Verbesserung”. Rede von Stadträtin Margarethe Nimsch anläßlich des 5-jährigen Jubiläums der “Montagsrunde”, S. 1.Google Scholar
  74. 71.
    Vgl. zur Finanzierungspraxis der Stadt Frankfurt im Bereich der Zuwendungen für Maßnahmen der Drogenhilfe, gem. Haushaltsplan 1998/99 (Entwurf), die Tabelle 14 im Tabellenanhang. Hinzuzurechnen sind allerdings noch die Spendenaufkommen der “Gemeinschaftsaktion gegen Drogenabhängigkeit” (IHK), die größtenteils aber auch vom Drogenreferat verwaltet werden.Google Scholar
  75. 72.
    Diese Interpretation der Diskussionen innerhalb der Montagsrunde ergibt sich durch die Befunde, die im Rahmen mehrerer Experteninterviews mit diversen Teilnehmern des Gremiums ermittelt wurden.Google Scholar
  76. 73.
    Dies ist in bezug auf das Eastside in der Schielestraße Anfang 1994 konkret geschehen. Mit einem großen Aufgebot an Polizeibeamten und Staatsanwälten wurdeGoogle Scholar
  77. (Fortsetzung...)Google Scholar
  78. 73.
    (...Fortsetzung)Google Scholar
  79. die Einrichtung an einem Tag geschlossen. Gleichzeitig wurden Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche, Mitarbeiter, Betreiber, Konsumenten und Dealer eingeleitet. Der Hauptgrund für diese Aktion lag darin, daß im Eastside offenbar in unkontrollierter Weise gedealt und — vor allem in den Duschkabinen — konsumiert wurde, wobei ein separater Druckraum erst später eingerichtet wurde. Mit dieser ordnungspolitischen Intervention sollte demonstriert werden, daß sich die Betreiber der Drogenhilfe-Einrichtungen an die einschlägigen Vorgaben zu halten haben und daß andernfalls Festnahmen sowie die Schließung des Betriebs drohen (in diese Richtung argumentiert Oberstaatsanwalt Dr. Körner in einem Experteninterview v. 11.12.1998).Google Scholar
  80. 74.
    Siehe “Stellungnahme der Träger der Frankfurter Drogenhilfe zur Montagsrunde und zur Drogenpolitik” aus Anlaß des Besuchs von Herrn Staatssekretär Lintner in der Montagsrunde am 25.04.94, S. 1.Google Scholar
  81. 75.
    Ruhm und Anerkennung für eine neue drogenpolitische Kontrollstrategie dürfte ohnehin nur der polizeilichen Führungsebene zuteil werden. Im Kontext der gehaltenen und nicht gehaltenen Reden erscheinen immer wieder dieselben Protagonisten, die als die kreativen “Macher” gelten. Die “kleinen” Akteure vor Ort spielen häufig nur dann eine Rolle, wenn etwas schiefgeht, gehandelt werden muß und man folglich “Verantwortliche” braucht.Google Scholar
  82. 76.
    Allein vom 5.12.1988 bis zum 21.2.1994 wurden insgesamt 170 offizielle “Abstimmungsgespräche” von der Montagsrunde durchgeführt.Google Scholar
  83. 77.
    So ein leitender Frankfurter Polizeibeamter in einem Experteninterview v. 23.4.1997.Google Scholar
  84. 78.
    Vgl. dazu folgende Ausgaben der FR: 27.8.1992, 7.9.1992, 8.9.1992 und 9.9.1992. Insbesondere zwischen dem Wiesbadener OB Exner und dem Frankfurter OB vonGoogle Scholar
  85. (Fortsetzung...)Google Scholar
  86. 78(... Fortsetzung)Google Scholar
  87. Schoeler entbrannte ein heftiger innerparteilicher Streit um die Folgen der neuen Frankfurter Drogenpolitik für die Umlandgemeinden (FR v. 7.9.1992).Google Scholar
  88. 79.
    Dieses Kürzel steht für Junkies, Ex-User und Substituierte.Google Scholar
  89. 80.
    So der Fachbereichsleiter ‘Drogenhilfe’ des Vereins für Arbeits- und Erziehungshilfe (VAE), Volker Best, in einem Experteninterview v. 13.6.1998.Google Scholar
  90. 81.
    So ein leitender Frankfurter Polizeibeamter in einem Experteninterview v. 23.4.1997.Google Scholar
  91. 82.
    So Polizeivizepräsident Peter Frerichs in einem Experteninterview v. 19.11.1998.Google Scholar
  92. 83.
    Der Leiter der “Zentralstelle für die Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität” (ZfB), Dr. H. H. Körner, ist ein weiterer zentraler Akteur der Frankfurter Drogenpolitik. Denn diese seit Anfang 1989 existierende Behörde, die der Generalstaatsanwaltschaft zugeordnet ist, ist mit weitreichenden Ermittlungskompetenzen ausgestattet die hierzulande wohl einmalig sind: Sie regelt als überhaupt erste Zentralstelle zur Bekämpfung der Drogenkriminalität in der Bundesrepublik, welche Staatsanwaltschaft hinsichtlich sogenannter “kontrollierter Transporte” quer durch das Land zuständig ist (FR v. 13.9.1991). Sie fungiert insoweit als Dienstaufsichtsbehörde für alle übrigen Staatsanwaltschaften des Landes Hessen.Google Scholar
  93. 84.
    Vgl. Polizeipräsidium Frankfurt am Main (Hg.): Polizeiliche Kriminalstatistik 1997, Frankfurt am Main, Juni 1998, S. 209 ff.Google Scholar
  94. 85.
    Polizeiliche Kriminalstatistik 1997 (Fn. 84), S. 210. Diese polizeiliche Einschätzung wird von den Mitarbeitern in den Einrichtungen der Drogenhilfe nicht unbedingt geteilt. Vielmehr sind nach dieser Ansicht die Kapazitäten gegenwärtig besonders am späten Nachmittag bzw. frühen Abend (d.h. zwischen 16 und 21h) sowie an Wochenenden voll ausgeschöpft, so daß in mittelfristiger Sicht ein deutlicher Mehrbedarf angemeldet wird.Google Scholar

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© Leske + Budrich, Opladen 2000

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  • Hubert Beste

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