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Wahlkampf zwischen demokratischem Lernprozeß und Amerikanisierung

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Zusammenfassung

Die Kritik an Wahlkämpfen in der modernen Massendemokratie ist fast so alt wie diese Wahlkämpfe selbst — Wahlkämpfe der sechziger und siebziger Jahre wurden schon mit inhaltlich ähnlichen Argumenten diskutiert, wie sie in den neunziger Jahren auch unter dem Etikett Amerikanisierung gebraucht werden. Als einen der ersten Kritiker einer Amerikanisierung könnte man gar Adenauer anführen, der 1961 die Brandt-Kampagne entsprechend analysierte. Hauptunterschied zwischen der unter der Überschrift Amerikanisierung geführten aktuellen Diskussion und der in früheren Jahrzehnten ist, daß heute stärker die Medienorientierung der Kampagnen und Kandidaten im Vordergrund der Kritik steht, während früher die Folgen einer (vermeintlichen) Fremdbestimmung durch Werbeagenturen die Wahlkampfkritik bestimmten. Diese veränderte Akzentuierung hängt eng mit dem Wandel der Rahmenbedingungen im Mediensystem, also der Diffusion des Fernsehens bzw. der späteren Dualisierung, und der Verarbeitung durch die Akteure in Wahlkampfstrategien und -führung zusammen. Die politische Öffentlichkeitsarbeit wurde so zum schlechthin entscheidenden Faktor und die Wahlkämpfe mehr und mehr zu Dauerkampagnen via Fernsehen. Zwangsläufig rückten durch die dem Fernsehen eigenen Formatkriterien die handelnden Personen noch mehr in den Mittelpunkt, als dies ohnehin schon der Fall war. Mit der Etablierung der privaten Fernsehprogramme erhielt zudem die Personalisierung der Politik einen neuen Impuls, da Spitzenpolitiker nun zunehmend in Sendeformaten auftraten, die eine verstärkte Privatisierung mit sich brachten.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  1. 1.LudwigshafenDeutschland

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