Advertisement

Der unscharfe Ort der Politik — eine Einleitung

  • Ulrich Beck
  • Maarten Hajer
  • Sven Kesselring
Chapter

Zusammenfassung

Erleben wir eine Wiederkehr der Politik? Oder eine Krise, vielleicht sogar das Ende der Politik? Für beide Deutungen finden sich Anzeichen. Auf der einen Seite steht das für viele überraschende Faktum einer Renaissance der Sozialdemokratie in Europa: und zwar einer pluralen Mitte-links-Sozialdemokratie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Wohlfahrtsstaat unter den Bedingungen der Globalisierung zu reformieren, die Demokratie transnational im Gestaltungsraum Europa zu erweitern und zu erneuern sowie den global entfesselten Finanzmärkten im Sinne einer verantwortlichen Globalisierung Zügel anzulegen. Der Optimismus eines Third Way jenseits von Neoliberalismus und Staatssozialismus, den sich die britische Labour-Regierung, aber auch die rot-grüne Koalition in Deutschland auf die Fahnen geschrieben haben, ist nur ein wesentliches Symptom dafür. Auf der anderen Seite steht die Erkenntnis, daß die Politik die ihr theoretisch oftmals zugeschriebene Gestaltungsmacht unter den Bedingungen globaler Märkte und abnehmender Erwerbsarbeit in einem hohen Maße verloren hat. Ist der politische Handlungsspielraum nicht auf das Dilemma geschrumpft, entweder etwas geringere Arbeitslosigkeit mit wachsender Armut zu bezahlen (wie in den USA), oder aber hohe Arbeitslosigkeit und etwas geringere Armut hinzunehmen (wie in den meisten kontinentaleuropäischen Ländern)?

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Albrow, M. (1998). Abschied vom Nationalstaat. Edition Zweite Moderne,.Google Scholar
  2. Beck, U. (1986). Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt/Main.Google Scholar
  3. Beck, U. (1993). Die Erfindung des Politischen. Zu einer Theorie reflexiver Modernisierung. Frankfurt/Main.Google Scholar
  4. Beck, U./Giddens, A./Lash, S. (Hg.) (1996). Reflexive Modernisierung. Eine Kontroverse. Frankfurt/Main.Google Scholar
  5. Benhabib S. (1996) Toward a Deliberative Model of Democratic Legitimacy. In: Benhabib, S. (Hrsg.). Democracy and Difference: Contesting the Boundaries of the Political. S. 67–94. Princenton, NJ.Google Scholar
  6. Berking, H./Neckel, S. (1990). Die Politik der Lebensstile in einem Berliner Bezirk. Zu einigen Formen nachtraditionaler Vergemeinschaftungen. In Berger, P. A. /S. Hradil (Hg.) Lebenslagen, Lebensläufe, Lebensstile. Soziale Welt. Sonderband 7. (S. 481500). Göttingen.Google Scholar
  7. Beyme, K. v. (1992). Theorie der Politik im 20. Jahrhundert. Von der Moderne zur Postmoderne. Frankfurt/Main.Google Scholar
  8. Böhme, G. (1992). Die Natur im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit. In ders. (Hg.), Natürliche Natur. Die Natur im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit (S. 107–124.). Frankfurt/Main.Google Scholar
  9. Bonß, W. (1995). Vom Risiko. Unsicherheit und Ungewißheit in der Moderne. Hamburg.Google Scholar
  10. Cohen, J./Rogers, J. (1992). Secondary Associations and Democratic Governance. Politics and Society, 4 (Sonderausgabe), 393–472.Google Scholar
  11. Douglas, M./Wildavsky, A. (1993). Risiko und Kultur. Können wir wissen, welchen Risiken wir gegenüberstehen? In W. Krohn und G. Krücken (Hg.), Riskante Technologien. Reflexion und Regulation. Einführung in die sozialwissenschaftliche Risikoforschung. (S. 113–137). Frankfurt/Main.Google Scholar
  12. Dryzek, J. S. (1990). Discursive Democracy. Politics, Policy and Political Science. New York.Google Scholar
  13. Dubiel, H. (1994). Ungewißheit und Politik. Frankfurt/Main.Google Scholar
  14. Ewald, F. (1993). Der Vorsorgestaat. Frankfurt/Main.Google Scholar
  15. Giddens, A. (1991). Modernity and Self-Identity. Self and Society in the Late Modern Age. Cambridge.Google Scholar
  16. Giddens, A. (1997). Jenseits von Links und Rechts. Die Zukunft radikaler Demokratie. Frankfurt/Main.Google Scholar
  17. Giegel, H.-J. (Hg.) (1992). Kommunikation und Konsens in modernen Gesellschaften. Frankfurt/Main.Google Scholar
  18. Giegel, H.-J. (Hrsg.) (1998). Konflikt in modernen Gesellschaften. Frankfurt/Main.Google Scholar
  19. Greven, M. Th. (1997). Politisierung ohne Citoyen. Über die Kluft zwischen politischer Gesellschaft und gesellschaftlicher Individualisierung. In Klein, A./Schmalz-Bruns, R. (Hg.), Politische Beteiligung und Bürgerengagement in Deutschland (S. 231–251). Bonn.Google Scholar
  20. Habermas, J. (1992a). Faktizität und Geltung. Frankfurt/Main.Google Scholar
  21. Habermas, J. (1992b). Drei normative Modelle der Demokratie: Zum Begriff deliberativer Politik. In: Münkler, H. (Hrsg.) Habermas, J. S. 11–24. München u.a..Google Scholar
  22. Held, D. (1995). Democracy and the Global Order. From the Modern State to Cosmopolitan Governance. Cambridge.Google Scholar
  23. Hitzler, R. (1996). Der in die Polizeiarbeit eingebundene Bürger. Zur symbolischen Politik mit der bayerischen Sicherheitswacht. In Jo Reichertz (Hg.), Qualitäten polizeilichen Handelns (S. 30–47). Opladen.Google Scholar
  24. Hitzler, R. (Hrsg.) (1998). Inszenierung: Innere Sicherheit. Daten und Diskurse. Opladen.Google Scholar
  25. Hitzler, R. (1997). Der unberechenbare Bürger. Über einige Konsequenzen der Emanzi-Google Scholar
  26. pation der Untertanen. In Beck, U. (Hg.), Kinder der Freiheit (S. 175–194). Frank-furt/Main.Google Scholar
  27. Inglehart, R. (1998). Modernisierung und Postmodernisierung. Kultureller, wirtschaftlicher und politischer Wandel in 43 Gesellschaften. Frankfurt/Main.Google Scholar
  28. Klein, A /Schmalz-Bruns, R. (Hrsg.) (1997). Politische Beteiligung und Bürgerengagement in Deutschland. Möglichkeiten und Grenzen. Bonn.Google Scholar
  29. Lash, S. (1996). Reflexivität und ihre Doppelungen: Struktur, Ästhetik und ihre Gemeinschaft. In Beck, U./Giddens, A./Lash, S. (Hrsg.) Reflexive Modernisierung. (S. 195288). Frankfurt/Main.Google Scholar
  30. Latour, B. (1995). Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie. Berlin.Google Scholar
  31. Miller, D. (1995). Acknowledging Consumption. A Review of New Studies. New York.Google Scholar
  32. Prittwitz, V. von (1996). Verhandeln und Argumentieren. Dialog, Interessen und Macht in der Umweltpolitik. Opladen.Google Scholar
  33. Schmalz-Bruns, R. (1995). Reflexive Demokratie. Baden-Baden.Google Scholar
  34. Schulze, G. (1992). Die Erlebnisgesellschaft. Kultursoziologie der Gegenwart. Frankfurt/Main u.a.Google Scholar
  35. Schwarz, M./Thompson, M. (1990). Recognizing and Analyzing the Inchoate. In dies. (Hg.), Divided We Stand: Redefining Politics, Technology and Social Choice (S. 113 ). New York, London.Google Scholar
  36. Sznaider, N. (1998). Vom Wehrbürger zum Einkaufbürger: Nationalismus und Konsum in Israel. In: Soziale Welt. Nr. 1 /1998. S. 43–56.Google Scholar
  37. Vester, M. (1998). Klassengesellschaft ohne Klassen. Auflösung oder Transformation der industriegesellschaftlichen Sozialstruktur. In Berger, P. A. Nester, M. (Hg.), Alte Ungleichheiten — neue Spaltungen (S. 109–147). Opladen.Google Scholar
  38. Voigt, R. (Hg.) (1995). Der kooperative Staat. Krisenbewältigung durch Verhandlung? Baden-Baden.Google Scholar
  39. Wessels, B. (1997). Politisierung entlang neuer Konfliktlinien. In Klein, A./SchmalzBruns, R. (Hg.), Politische Beteiligung und Bürgerengagement in Deutschland (S. 205–231). Bonn.Google Scholar
  40. Willke, H. (1992). Ironie des Staates. Grundlinien einer Staatstheorie polyzentrischer Gesellschaft. Frankfurt/Main.Google Scholar
  41. Zürn, M. (1998). Regieren jenseits des Nationalstaates. Globalisierung und Denationalisierung als Chance. Frankfurt/Main.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1999

Authors and Affiliations

  • Ulrich Beck
  • Maarten Hajer
  • Sven Kesselring

There are no affiliations available

Personalised recommendations