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Die Kriegsgenese in Nicaragua, El Salvador und Guatemala

  • Michael Krennerich
Chapter
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Part of the Politische Organisation und Repräsentation in Amerika book series (POURIA, volume 6)

Zusammenfassung

Daß Kriege facettenreiche und vielschichtige Phänomene sind, darauf wird in den Sozialwissenschaften allenthalben hingewiesen. Dementsprechend lassen sie sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Die vorliegende Studie versteht Kriege als eine besondere Form inner- und/oder zwischenstaatlichen Konfliktaustrags — und zwar als die am höchsten eskalierte gewaltsame Form. Der Prozeß vom latenten Konflikt bis zum offenen Antiregimekrieg ist freilich komplex.

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Literatur

  1. Diese Begriffsbestimmung greift die zentralen Elemente der Konfliktdefinitionen von Prein, zitiert in Glase (1992: 4), und Glase (1992: 14 f.) auf.Google Scholar
  2. Während Dahrendorf (1972: 23) einen sehr weiten Konfliktbegriff verwendet und als “Konflikt” jede Beziehung von Elementen bezeichnet, die sich durch objektive (“latente”) oder subjektive (“manifeste”) Gegensätzlichkeit kennzeichnen lasse, grenzen die meisten Autoren “latente Konflikte” im Sinne Dahrendorfs aus ihrer Konfliktdefmition aus und heben auf die konstitutive Bedeutung entsprechender Wahmehmungslagen und/oder Verhaltensweisen für die Begriffsbestimmung ab. Einen einführenden Überblick über verschiedene Definitionen sozialer Konflikte gibt Glasl (1992: 12–15).Google Scholar
  3. Hierbei handelt es sich strenggenommen um “Scheinkonflikte”, die auf Fehlwahrneh- mungen beruhen - in dem Sinne, daß “… misperception may lead to the perception of an incompatibility where no true incompatibility exists and leads to false conflict” (Deutsch 1991: 30).Google Scholar
  4. Eine Reihe von sozialpsychologischen Ansätzen untersucht die Entstehung subjektiv erfahrener Spannungs-und Unzufriedenheitsgefühle aus bestimmten objektiven soziostrukturellen Bedingungen wie Macht, Schichtung, Anomie etc. Hierzu zählen etwa die sog. Anomietheorien, Statusinkongruenz-bzw. Statusinkonsistenztheorien, Austauschtheorien verschiedener Façon (z.B. die Theorie der Verteilungsgerechtigkeit von Homans oder die equity-Theorie von Adams) oder auch das Konzept der relativen Deprivation in seinen zahlreichen Ausführungen (vgl. die kritischen Überblicke in: Seifert 1978, Widmaier 1978, Zimmermann 1977). Vor allem das Konzept der relativen Deprivation wurde häufig bei der Ursachenanalyse innerstaatlicher gewaltsamer Konflikte, insbesondere von Antiregimekriegen, herangezogen - auch im Falle der revolutionären Unruhen am Isthmus (statt vieler: Matthies 1988: 60 ff.).Google Scholar
  5. Der Organisationsproblematik schenken sogenannte Ressource-Mobilization-Ansätze verstärkte Aufmerksamkeit, die eigentlich bezogen auf soziale (Protest-)Bewegungen in den USA entwickelt wurden, aber auch zur Erklärung von revolutionären Bewegungen in Lateinamerika herangezogen wurden (vgl. Wickham-Crawley 1991). Im deutschen Sprachraum hat wohl Widmaier (1978) am entschiedendsten versucht, die Organisationsproblematik für die Erklärung kollektiver politischer Gewaltphänomene fruchtbar zu machen. Aus einer völlig anderen Blickwinkel widmen sich der Organisationsproblematik überdies diejenigen revolutionstheoretischen Ansätze, die - ausgehend von der Annahme, die objektiven Bedingungen seien “reif’ für eine Revolution - sich vornehmlich auf die Suche nach der angemessenen revolutionären Strategie kaprizierten: In Lateinamerika waren dies vor allem Verfechter des Fokuskonzepts (in der Tradition von Ernesto Ché Guevara und Regis Debray) sowie des (auf Mao Tse-Tung zurückgehenden) Konzepts des Verlängerten Volkskrieges (vgl. Lamberg 1972, Tangermann 1990, Wickham-Crawley 1991).Google Scholar
  6. Bezüglich des Zusammenhangs zwischen Differenzierungsgrad einer Gesellschaft und der Intensität sozialer Konflikte sind die allgemeinen konflikttheoretischen Überlegungen von Dahrendorf lehrreich; sie münden u.a. in die These: Je stärker sich die unterschiedlichen - politischen, ökonomischen, juristischen, militärischen, religiösen etc. - sozialen Strukturbereiche in einer Gesellschaft überlagern, also je weniger autonom sie nebeneinander bestehen, desto größer ist die Intensität der Konflikte; “umgekehrt nimmt die Intensität der Konflikte in dem Maße ab, in dem die Struktur einer Gesellschaft pluralistisch wird, also vielfältige autonome Bereiche aufweist” (Dahrendorf 1972: 39 f.). Denn: “Bei Überlagerung verschiedener sozialer Bereiche bedeutet jeder Konflikt einen Kampf ums Ganze; wer hier im wirtschaftlichen Bereich eine Forderung durchsetzen will, muß zugleich die politischen Herrschaftsverhältnisse verändern. Werden die Bereiche dagegen getrennt, dann hängt von jedem einzelnen Konflikt nicht so viel ab, dann sind die Kosten der Niederlage (und ist damit die Intensität) geringer ” (Dahrendorf 1972: 40 ).Google Scholar
  7. Während die Abgrenzung gewaltsamer Handlungsformen von gewaltlosen anhand des Abrenzungskriteriums der offenen Gewaltanwendung erfolgt, legt Schmid (zumindest explizit) kein Abgrenzungsmerkmal zwischen konventionellen und unkonventionellen politischen Verhaltensweisen offen. Auch Forschungen zur politischen Partizipation, welche diese Unterscheidung benutzen (vgl. Kaase 1987: 138 f.), konnten bislang keine systematisch vollends befriedigende Abgrenzung erarbeiten. Am ehesten erfassen noch die Kriterien Akzeptanz (Legitimität) und institutionelle Eingebundenheit (VerfaBtheit) der politischen Verhaltensweisen die obige Unterscheidung. Dabei ist freilich kritisch zu bemerken, daß der Begriff der unkonventionellen Beteiligungsformen, so wie er in der Partizipationsforschung zu westlichen Demokratien verwandt wird, nicht eindeutig zwischen legalen und illegalen Aktionen unterscheidet (vgl. Schmidtchen 1983: 203 ).Google Scholar
  8. Vgl. auch Gantzel/ Meyer-Stamer (1986: 8), Gantzel (1988: 26 f.). Bis auf kleine Ver3n-derungen entspricht diese Begriffsbestimmung der (1971 erstmals veröffentlichten) Kriegsdefinition von Kende (1982: 5 f.), die auch von einer Reihe weiterer Autoren, z.B. Khan/ Matthies (1981: 30 f.), Ferdowski (1987: 29, 1993: 40), Matthies (1988: 48 f.) favorisiert wurde.Google Scholar
  9. Mit derartigen quantitativen Defmitionskriterien von Krieg arbeiten etwa all diejenigen Autoren, die sich an die Studien von Small/Singer (1982) anlehnen.Google Scholar
  10. Gemäß Dahrendorfs konflikttheoretischen Überlegungen gliedert sich etwa der Weg vom latenten zum manifesten sozialen Konflikt in drei Etappen: die strukturelle Ausgangslage des sozialen Konflikts; die Kristallisienmg des Konfliktes, “also der Bewußtwerdung der latenten Interessen, der Organisation der Quasi-Gruppen zu faktischen Gruppierungen” (Dahrendorf 1972: 36); der ausgebildete Konflikt selbst, der sich in seiner Endgestalt als Auseinandersetzung zwischen Parteien/Elementen mit eigener organisatorischer Identität darstelle (vgl. Dahrendorf 1972: 35 f). Angewandt wurde der analytische Dreischritt Dahrendorfs u.a. in einer soziologischen Analyse des Jura-Konflikts in der Schweiz (vgl. Henecka 1972 ).Google Scholar
  11. So auch Forscher, die sich an Siegelbergs “Grammatik des Krieges” anleimen. Beispielsweise unterscheidet Kurtenbach (1991a: 11) dreierlei Möglichkeiten, wie der “Verdichtungsprozeß zum Krieg abbrechen könne: a) Gesellschaftliche Widersprüche werden nicht oder nicht realitätsgerecht wahrgenommen; b) sie werden zwar wahrgenommen und als krisenhaft empfunden, aber die Betroffenen können ihre Unzufriedenheit nicht in konfliktives Verhalten umsetzen; c) das konfliktive Verhalten wird nicht gewaltsam, da andere Mittel des Konfliktaustrages zur Verfügung stehen.Google Scholar
  12. Mit dieser Gefahr ist auch die Revolutionsforschung konfrontiert. Im allgemeinen beschäftigt sie sich, wie Vilas (1989: 17) zu Recht betonte, weitaus stärker mit den revolutionsfördenden als mit den revolutionsverhindemden Faktoren.Google Scholar
  13. So beziehen sich die Unzulänglichkeiten marxistischer Konfliktansätze gerade auf ihre eindimensionale Annahme ökonomischer Bedingtheit sozialer Konflikte. Als eindimensional erweist sich letztlich auch der konflikttheoretische Ansatz von Dahrendorf (1972), da er den Herrschaftskonflikt als den allgemeinsten und zentralen gesellschaftlichen Strukturkonflikt betrachtet, der allen übrigen gesamtgesellschaftlichen Konflikten (zwischen Rangungleichen) zugrundeliege. Zur Kritik an marxistischen und liberalen Konfliktansätze siehe u.a. Bühl (1972), dessen Überlegungen an dieser Stelle nichts hinzugefltgt werden muß. Auch der Theorieentwurf des Kriegsursachenforschers Siegelberg (1990, 1994) bleibt - obwohl er die Vielfalt von Kriegsursachen betont - insofern einer eindimensionalen Sichtweise verhaftet, als er die Konflikte, die den Kriegen in der Dritten Welt zugrundeliegen, in Abhängigkeit oder zumindest im Lichte eines Basiskonfliktes betrachtet, namentlich des konfliktiven Prozesses “kapitalistischer Vergesellschaftung”. Selbst traditionelle, “mitgeschleppte” Konflikte (etwa religiöser oder ethnischer Art) werden letztlich an der Trennungslinie zwischen vorbürgerlichen und bürgerlichen Vergesellschaftungsformen abgetragen bzw. auf diese vermeintlich zentrale strukturelle Konfliktlinie hin bezogen. Um einen einheitlichen, auf Marx gestützten Zugriff auf die Kriegsursachenvielfalt in der - doch äußerst heterogenen - Dritten Welt tätigen zu können, muß er die kapitalistische Vergesellschaftung als die wesentliche Determinante der Entwicklung in der Dritten Welt und als die zentrale strukturelle Konfliktlinie dortiger Kriege postulieren. Der Gefahr ahistorischer, allzu reduktionistischer Forschung ist damit Vorschub geleistet, auch wenn im Einzelfall der Ansatz heuristisch fruchtbar se in mag.Google Scholar
  14. Der erhebliche Anstieg von Dünger und landwirtschaftlichen Maschinen indiziert für den entsprechenden Zeitraum eine rasch fortschreitende Technisierung. In den beiden kleinsten der fünf zentralamerikanischen Staaten, Costa Rica und El Salvador, erreichte der Düngerverbrauch pro Hektar kultivierter Fläche ein Niveau, das vier-bis fünfmal höher lag als der lateinamerikanische Durchschnitt - und nur von Cuba überschritten wurde. Dagegen weitete sich der landwirtschaftliche Maschinenpark insbesondere in Honduras und Nicaragua extrem aus - über zwei Jahrzehnte mit jährlichen Wachstumsraten von 11% bis 15% (vgl. PREALC 1986: 140 ff.).Google Scholar
  15. Der Durchschnittsertrag pro Hektar kultivierter Fläche verschiedener Agrarexoportkultu- ren - etwa Kaffee in Costa Rica und El Salvador oder Baumwolle in Nicaragua, El Salvador und vor allem Guatemala - lag Mitte der 70er Jahre selbst im weltweiten Vergleich äußerst hoch (vgl. PREALC 1986: 161 ff. auf Basis von FAO-Daten; vgl. auch Dierckxsens 1989: 2 f.).Google Scholar
  16. Bulmer-Thomas (1987: 185) bezeichnet die Industrialisierung aus diesem Grund als “hybrid model.Google Scholar
  17. Infolge der industriellen Entwicklung stieg in allen zentralamerikanischen Staaten das Volumen extraregionaler Importe industrieller Kapital-und Zwischengüter erheblich an. (Daten zur Import-Intensität der Industrie in den einzelnen zentralamerikanischen Länder finden sich in: Bulmer-Thomas 1987: 193). Das Gros der Exporterlöse zur Deckung des extraregionalen Importsogs, den die kapital-und importintensive Industrialisierung nach sich zog, mußte letztlich aber Agrarexporte erwirtschaftet werden. Denn obwohl innerhalb der Region die Ausfuhr industrieller Erzeugnisse anstieg, beruhten die weitaus bedeutsameren extraregionalen Exporte wie eh und je auf den Agrarexportprodukten. Kurzum: Die Industrialisierung war auf Agrarexporterlöse angewiesen, die ihrerseits u.a. von einer günstigen Entwicklung der Weltmarktpreise für Agrarexportprodukte und von geringen Produktionskosten im Agrarexportsektor abhängig war. Letztere wurden in Zentralamerika nicht zuletzt über die Lohnkosten niedrig gehalten.Google Scholar
  18. Im Original: “Las actividades secundarias (industria y construcción) son ade subsidiarias de la situación primaria exportadora y no han logrado ade una minima autonomia de crecimiento que les permita alcanzar un desarrollo autosostenido” (PREALC 1986: 40).Google Scholar
  19. “For the period 1962–9 (inclusive) nearly 30% of the total finance required for fixed andworking capital in industry came from abroad, with the highest proportion in Nicaragua (3 7%) and the lowest in El Salvador and Honduras (20%). Within this flow of excternal finance, direct foreign investment (DFI) accounted for 36%, reinvested earnings for 27% and external loans for the remainder. The extent of foreign participation was not, of course measured very accurately by these figures, because firms with foreign equity were free to raise funds locally; the most careful study of DFI, however, suggested that by the end of the 1960s 30% of the industrial output was produced by firms partially or fully financed by foreign capital, although these same plants accounted for nearly half of all intra-regional industrial exports” (Bulmer-Thomas 1987: 191).Google Scholar
  20. Vgl. hierzu die Länderanalysen in: Boris/ Rausch (1983) und Nohlen/ Nuscheler (1982,1995).Google Scholar
  21. Abgesehen etwa von den großen Baumwoll-Plantagen in Guatemala, die zum überwie-genden Teil auf Pachtland betrieben wurden; vgl. Boris et al. (1983: 96 f.).Google Scholar
  22. In Ermangelung einer derartigen Agrarfront ließen sich viele salvadorianische Campesinos im honduranischen Grenzgebiet nieder. Die Zahl der salvadorianischen Emigranten nach Honduras schätzte Richter (1976) für den Zeitraum zwischen 1930 und 1961 auf ungefähr 547.000 und zwischen 1961 und 1971 auf ca. 236.000 (vgl. Niebling 1992: 224). Die Rückvertreibung der nach Honduras emigrierten Siedler war eine der wesentlichen Ursachen für den salvadorianisch-honduranischen “Fußballkrieg”; vgl. Rowles (1980), Niebling (1984).Google Scholar
  23. Mitte der 60er Jahre verfügten dort knapp 4% der Farmen über rund 80% der landwirtschaftlichen Nutzfläche; vgl. Brockett (1990: 70).Google Scholar
  24. Gespräch des Autors mit Rued Rúben am 29.3.1994 in Washington (USA).Google Scholar
  25. Für Nicaragua bezifferen entsprechende Schätzungen den anteilsmäßigen Anstieg landloser Bauern an der ökonomischen aktiven Landbevölkerung von 31% im Jahre 1963 auf - je nach Quelle - 34% bzw. 37% (Vilas 1984) bzw. knapp 40% (FIDA 1980) im Jahre 1978; vgl. darauf aufbauend auch Niebling (1992). Schätzungen fi7r El Salvador belaufen sich für 1961 auf 12% und 1975 auf 40% bzw. 41% (Sieglin 1983, Schulz 1984, Booth 1991), andere Schätzungen für 1961 auf knapp 20% und 1975 auf 40% (Cabamís 1983, Niebling 1992).Google Scholar
  26. n Costa Rica waren 1950 schätzungsweise 66% und 1980 etwa 64% der ökonomisch aktiven Bevölkerung im Agrarsektor Lohnarbeiter; zum Vergleich die Daten von 1950 und 1980 für Nicaragua: 59% und 46%; El Salvador: 48% und 45%, Guatemala: 35% und 39% sowie fier Honduras: 37% und 41% (vgl. Dierckxsens 1990: 32, auf Basis von PREALC-Angaben).Google Scholar
  27. In Guatemala etwa waren in den Jahren 1975/76 rund 80% der Arbeitskräfte in den Baumwoll-, Kaffee-und Zuckerrohrbetrieben nur zeitweise eingestellt; dort wanderten hunderttausende Saisonarbieter - z.T. von Arbeitsvermittlem in Arbeitskolonnen organisiert - zur Ernte auf Exportplantagen (vgl. Boris et al. 1983: 92 f.). Persönliche Erfahrungen hiervon vermittelt etwa die (Auto-)Biographie der Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú (Burgos 1993).Google Scholar
  28. Im Ländervergleich fällt freilich auf, daß der industrielle Sektor in Costa Rica und Honduras, d.h. also in den Ländern mit dem höchsten und dem niedrigsten Produktivitätsgrad pro Beschäftigtem in der Industrie, zwischen 1960 und 1980 anteilsmäßig die höchsten Beschäftigungszuwächse verzeichnete; vgl. Dierckxsens (1990: 88 f.).Google Scholar
  29. PREALC-Schätzungen zufolge wuchs die ökonomisch aktive Bevölkerung im informellen Sektor zwischen 1950 und 1980 im Jahresdurchschnitt etwa um 3,6% in Guatemala, 4,0% in El Salvador, 6,0% in Nicaragua sowie um 6,5% in Honduras an (vgl. PREALC 1986: 71 ff.). Far Costa Rica liegen nur fhr die einzelnen Dekaden Schätzungen vor (50er Jahre: 3,4%; 60er: 3,5%; 70er: 6,0%).Google Scholar
  30. Quantifizieren lassen sich die Beschäftigungsprobleme bedauerlicherweise nur unzureichend. Offizielle Arbeitsmarktdaten in Zentralamerika können für diesen Zeitraum nicht als zuverlässig gelten. So sind die folgenden PREALC-Schätzungen auf Basis offizeller Statistiken (zumeist auf Grundlage von Haushaltbefragungen) nur unter großem Vorbehalt zu verwenden. PREALC ( 1986: 62) bezifferte für etwa 1980 den Anteil der offen Arbeitslosen an der ökonomisch aktiven Bevölkerung auf rund 3% in Guatemala, 6% in Costa Rica, 11% in Nicaragua, 15% in Honduras und 16% in El Salvador, den Anteil der Unterbeschäftigten (und als “statistische Fiktion” dessen Äquivalent in offener Arbeitslosigkeit) dagegen auf ca. 43% (31%) in Guatemala, 26% (8%) in Costa Rica, 49% (11%) in Nicaragua, 64% (27%) in Honduras und 55% (26%) in El Salvador. Andere Schätzungen (vgl. etwa Booth 1991) weichen bezüglich einzelner Länder zum Teil beträchtlich von diesen Angaben ab und erschweren so erheblich den Ländervergleich. Als gesichert kann allerdings gelten, daß die Beschäftigungsprobleme alles in allem gravierend, im Ländervergleich aber in Costa Rica am weitaus geringsten waren. Ein diachroner quantitativer Vergleich für die Jahrzehnte vor dem Ausbruch der sozialrevolutionären Unruhen ist aufgrund der Datenlage strenggenommen nicht möglich, obwohl einige Autoren eine “Melange” aus unterschiedlichen Quellen, Datensätzen und Erhebungstechniken nicht scheuen. Hinsichtlich der Unterbeschäftigung ist zu beachten, daß PREALC, ebenso wie andere Studien, diese nicht nur auf Grundlage der Arbeitsstunden bemißt, sondern auch und insbesondere an den im jeweiligen Land festgesetzten Mindestlöhnen bzw. -einkommen. Demnach gelten nicht nur diejenigen als unterbeschäftigt, die zu wenig Arbeit haben, sondern auch diejenigen, deren Arbeit lediglich einen äußerst geringen Lohn bzw. ein äußerst geringes Einkommen hervorbringt. Demnach stellte sich das PM-nomen der Unterbeschäftigung in Zentralamerika nicht zuletzt als ein Problem unzureichender Einkommen dar.Google Scholar
  31. Entsprechende Schätzungen für die Jahre 1950 und 1970 belaufen sich auf rund: 69% und 73% in Costa Rica, 54% und 61% in El Salvador, 55% und 59% in Nicaragua, 40% und 49% in Guatemala sowie 31% und 48% in Honduras; vgl. Dierckxsens (1991: 17).Google Scholar
  32. Hier sind vor allem die Erdbeben in Nicaragua (1972) und Guatemala (1976) zu nennen. Im Falle Guatemalas sprach Jonas (1989: 124) bezeichnenderweise anstatt von einem “earthquake” von einem “class-quake”. Am meisten von den intematioanlen Wiederaufbauprogrommen profitierten die reichen Bevölkerungsgruppen, sei es durch direkte Bereicherung wie im Falle Somozas, sei es durch einen “Erdbebenboom” wie im Falle Guatemalas; vgl. Nuscheler/ Todt ( 1982: 24 ).Google Scholar
  33. In der Literatur besteht kein einheitliches Konzept von Armut. An dieser Stelle ist nun nicht möglich, eine Diskussion über überschiedliche Konzepte und Indikatorenbildungen zu entfalten, zumal wir ohnehin auf die verfügbaren Armutsbemessungen zu Zentralamerika angewiesen sind, so defizitär diese auch sein mögen. Anders ausgedrückt: Ohne entsprechende Daten nützt das beste Maß nichts.Google Scholar
  34. In EI Salvador stiegen die Einschreibungszahlen von 3.831 im Jahre 1965 auf 26.909 im Jahre 1975 (Anstieg um 602%), in Nicaragua von 3.042 auf 15.579 (412%) und in Guatemala von 8.459 auf 22.881 (189%). Einen hohen Anstieg verbuchten auch Costa Rica: von 5.824 auf 32.483 (458%) und Honduras: von 2.148 auf 10.635 (395%); vgl. Wickham-Crawley ( 1992: 220 ).Google Scholar
  35. Zu der Diktatur Zelayas siehe insbesondere Stansifer (1977) und Vargas (1990).Google Scholar
  36. Vgl. zu dieser Phase: Hills (1933), Kamman (1968), Dodd (1975), Vargas (1989) sowie die entsprechenden Passagen in: Woodward (1976), Booth (1982), Niess (1989) und Barahona (1989).Google Scholar
  37. Zur Biographie des älteren Somoza (Tacho) siehe u.a. Sanchez (1979: 75 ff.).Google Scholar
  38. Die Somozas waren innerhalb Nicaraguas als “el grupo de los dados cargados” (Wheelock 1985: 186) bekannt, was Boris (1983a: 277) treffend mit “die Gruppe mit gezinkten Karten” übersetzt.Google Scholar
  39. Vgl. Jung (1980: 42 ff.) sowie Comercio Exterior, Vol.28, Nr.10, Oktober 1978, S.1214 ff.Google Scholar
  40. Ausfilhrlich hierzu vgl. Rüppel (1983: 199 ff.), Posas/ del Cid (1983: 19 ff.), Arancibia (1988: 28 ff.).Google Scholar
  41. Die makropolitische Konfliktforschung, die sich weitgehend losgelöst von “klassischen” konfliktsoziologischen Ansätzen entwickelt hat (vgl. Massing 1978: 219), blähte in den 60er und 70er Jahren im Rahmen von ghetto-riots und politischen Unruhen in den USA auf. Sie wurde im deutschprachigen Raum vor allem durch Zimmermann (1975, 1977, 1978, 1981) und Weede (1975, 1986) rezipiert, welche die wesentlichen Ansätze und Ergebnisse dieses Forschungszweiges sorgfältig und kritisch aufarbeiteten; vgl. auch Bredthauer (1982: 45).Google Scholar
  42. Vgl. z.B. de Janvry (1981), Vilas (1989: 28), Gietl (1990: 106). Far El Salvador vgl. Auch die Studie von Cabarrús (1983), deren Fazit Kramer (1995: 30) folgendermaßen auf den Punkt bringt: “Die Bauern erheben sich, weil sie nicht mehr als Bauern leben können”. Jeffery Paige (1975) setzte in einem statistischen Test verschiedene Formen von Agrarstrukturen und verschiedene Formen von Widerstandsbewegungen in der Dritten Welt in Beziehung und kam zu dem Ergebnis, das es einzig in Agrrastrukturen, in denen sharecroppers oder migratory estate labores in signifikantem Maße vorzufmden seien, zu revolutionären Bewegungen käme; vgl. die Auseinandersetzung mit Paige in Wickham-Crawley (1991).Google Scholar
  43. Die hohe Bedeutung dieser Gruppe im nicaraguanischen Revolutionskampfs heben u.a. Gonzalez Marrero (1991: 75) und Niebling (1992: 158 ff.) hervor.Google Scholar
  44. Vor diesem Problem steht gerade die quantitativ-empirisch orientierte makropolitische Konfliktforschung. Entsprechende Ergebnisse, daß Armut oder sozioökonomische Ungleichheit, letztere vornehmlich anhand der Landverteilung operationalisiert, wichtige Bestimmungsgründe für politische Gewalt sind, müssen insofern relativiert werden, als sich auf der vergleichenden Aggregatdatenebene nicht prüfen läßt, ob politische Gewalt tatsächlich von armen Bevölkerungsgruppen ausgeht. Ob es arme, relativ arme oder sogar vergleichsweise wohlhabende Gruppen sind, die sich in Ländern mit einem hohen Maß an Armut bzw. sozioökonomischer Ungleichheit beteiligen, läßt sich erst durch eine Analyse auf Akteursebene klären.Google Scholar
  45. So auch die oben zitierten Autoren Booth (1991) und Dietrich (1987). Mit dem Verweis auf die soziostrukturelle Ähnlichkeit zwischen Nicaragua, El Salvador, Guatemala und Honduras rücken im deutschsprachigen Raum gerade die Studien von Knunwiede (1984a, 1987) die politischen Bedingungen für den Erfolg linksrevolutionärer Bewegungen am Isthmus in den Mittelpunkt. Die Dissertation von Gietl (1990) reproduziert im wesentlichen die Argumentation Krumwiedes.Google Scholar
  46. Im folgenden wird statt des bei uns geläufigen, in Zentralamerika aber vielfach als diskriminierend empfundenen Begriffs “Indio”, der (bislang noch) weniger negativ besetzte Begriff “Indigena” verwendet.Google Scholar
  47. Auf der “ethnischen Landkarte” Guatemalas werden Quiché, Cakchiquel, Tzutujil, Uspanteco, Mam, Aguacateco, Jacalteco, Kanjobal, Chuj, Ixil, Kekchi, Pocomchi, Pocoman Oriental, Pocoman Central, Achi, Chorti, Lacandon Chol, Lacandon Norte, Yucateco, Mopau, Itzâ und Caribe Araguaco unterschieden; vgl. Perales (1990: 15).Google Scholar
  48. In Honduras lassen sich etwa eine Reihe indigener Bevtilkenmgsgruppen unterscheiden, u.a. Lencas, Xiaques, Payas, Tolupanes, Twaka, Chorti; vgl. Bendel ( 1995: 148 ).Google Scholar
  49. Konservativen Schätzungen zufolge setzte sich die dortige Bevölkerung in den 80er Jahren aus etwa 150.000 Mestizen (Sprache: Spanisch), 80.000 Miskito-Indianern (Miskito), 25.000 Kreolen (Creole-English), 8.000 Sumu-Indianern (Sumu), 2.000 Garifunas bzw. Black Caribs (Creole English) und rund 800 Rama-Indianem (Creole/ Rama) zusammen; vgl. Freeland (1989).Google Scholar
  50. Es sollte nicht unbemerkt bleiben, daß die Erhebungen und Schätzungen des indigenen Bevölkerungsanteils nicht unerheblich variieren, nicht zuletzt, da die Zuordnungskriterien umstritten sind. So schreibt Gabriel (1988: 35). So schreibt Gabriel (1988: 35): “Über die so einfach erscheinende Frage, wer in Guatemala als ‘Indianer’ bezeichnet werden kann und wer als ’Mestize’, streiten sich die Gelehrten bis zum heutigen Tage. Die ethnologischen Kriterien klaffen nach wie vor weit auseinander: Sie reichen von der Hautfarbe über strukturfunktionalistische Analogien bis zu der von verschiedenen Anthropologen vertreteten Auffassung, wonach die Bestimmung der Volkszugehörigkeit dem subjektiven Empfinden des einzelnen überlassen bleiben müsse”. Die offiziellen Bevölkerungszensen weisen den indigenen Bevölkerungsteil mit 43% (1964), 44% (1973) und 42% (1981) aus (vgl. Koechert 1985: 200). Andere Schätzungen liegen zum Teil wesentlich höher. Der “Weltrat der indigenen Völker” (Consejo Mundial de Pueblo IndIgenas) veranschlagte den Bevölkerungsanteil bei - sicherlich übertriebenen - 75% (vgl. Gabriel 1988: 36 ).Google Scholar
  51. Dem heiligen Buch der Maya-Quiche Bevölkerung “Popol Vuh” zufolge wurden die Menschen aus Mais geschaffen (in spanischsprachiger Edition: Popol Vuh: Las antiguas historias del Quiché, San José, 111984). Die Nachfolger der Maya sehen sich ihren Ahnen und Gottheiten gegenüber verpflichtet, Mais - verstanden als Element der Menschwerdung - zur Sichenmg des Lebensunterhaltes ihrer Familien und des Fortbestands ihrer Gemeinschaft anzubauen; vgl. Koechert (1985), Arias (1990), Kurtenbach (1991).Google Scholar
  52. In diesem Zusammenhang sei die These von Waldmann (1993: 211) erwähnt, der zufolge die Unterdrückung der Indigenas in Guatemala primär aus wirtschaftlichen Gründen, nicht aber aus Überzeugung von der ethnischen Minderwertigkeit der Indianer erfolgte; der ethnische Moment sei für sozioökonomische Zwecke instrumentalisiert worden oder zumindest eine unlösbare Verbindung mit der sozioökonomischen Marginalisienmg und Zurücksetzung der indianischen Bauern eingegangen. Zweifelsohne ist richtig, daß sich die ethnische und die soziale Konfliktlinie in Guatemala weitgehend überlagerten. Dennoch drängt sich dem Beobachter vor Ort durchaus der Eindruck auf, daß das Verhältnis zwischen nicht-indianischen und indianischen Gruppen rassistische Komponenten birgt (vgl. auch Gabriel 1988: 37) - was freilich Waldmanns These strenggenommen auch nicht leugnet. Zwar fugt die im Alltag sichtbare Geringschätzung der Indigenas durch die Ladinos nicht zuletzt darauf, daß erstere des Spanischen nicht oder nur bruchstückhaft mächtig sind und an ihren vermeintlich rückständigen Gebräuchen und Traditionen festhalten, ist also eher kulturell und sozial bedingt (vgl. Kurtenbach 1991: 492 f.). Doch selbst Indigenas, die ihre traditionellen Lebensformen aufgeben und sich in die ladine Lebenswert eingliedern, stoßen immer wieder auf Zurückweisungen seitens der Ladinos, die sich m.E. sehr wohl als rassistisch bezeichnen lassen. Allerdings gibt es auch einen umgekehrten Rassismus, einen der Indigenas gegenüber den Ladinos.Google Scholar
  53. Anlehnend an Waldmann (1978: 194) wird caudillismo verstanden als “… ein Typus autoritärer Herrschaft, der nicht institutionell verankert ist, sondern primär auf den persönlichen Führungsqualitäten des bzw. der Herrschenden beruht”; vgl. auch Nohlen (1987: 69).Google Scholar
  54. Bezeichnenderweise wurden die Diktaturen auch als “depression dictatorships” (Anderson 1967: 215) charakterisiert, was freilich nicht unkritisiert blieb (vgl. Tobler 1991).Google Scholar
  55. Im Original: Los diez anos de primavera en el pals de la eterna tirania; dieser Ausspruch von Luis Caroza y Aragon, der an den eigentliche Bedeutung von “Guatemala” anknüpft - “das Land des ewigen Frühlings” - wurde in der Literatur verschiedentlich aufgegriffen, u.a. von Bendel (1995: 122).Google Scholar
  56. Im Unterschied zu den Offizieren entstammten die einfachen Soldaten zumeist den ländlichen Unterschichten. Mittels einer “allgemeinen” Wehrpflicht, die de facto nur selektiv angewandt wurde, wurden junge Männer vorwiegend aus kleinen Dörfern entlegener und unterentwickelter Regionen eingezogen, in denen der Bildungsgrad gering und traditionelle Autoritätsstrukturen tief verankert waren. In Guatemala waren die Rekruten zumeist indigenas. Die einfachen Soldaten erfuhren eine Ausbildung, die auf strikten Gehorsam abzielte, und wurden, eingebettet in rigide militärische Befehlsstrukturen, von der Militärführung und deren zivilen Bündnispartnern benutzt, um die autoritären Machtstrukturen mit Waffengewalt abzusichern; vgl. McDonald (1984: 143 f.).Google Scholar
  57. Der Begriff der Generationsunterschiede bezieht sich hier auf die unterschiedlichen Abgangsjahrgänge der Militärakademien (promociones bzw. tandis),die in El Salvador und Guatemala beachtliche Gruppenloyalitäten erzeugten und flu die Herausbildung und Dynamik innermilitärischer Faktionen bis in die Gegenwart eine wichtige Rolle spielen; vgl. McDonald (1984), Millets (1984), Aguilera Peralta (1989).Google Scholar
  58. Die gewählten Präsidenten aus den Reihen der Militärs waren: Oscar Osorio (1950–1956), José Maria Lemus (1956–1960), Eusebio Rodolfo Cordon Cea (1962–1967), Fidel Sanchez Hernandez (1967–1972), Arturo Armando Molina (1972–1977) und Carlos Humberto Romero (1977 bis zum Putsch von 1979 ).Google Scholar
  59. Sol (1980: 44) listet eine Reihe von autonomen Institutionen auf, die von Militärs geleitet wurden und mitunter wesentliche Funktionen für die sozioökonomische Entwicklung des Landes ausübten.Google Scholar
  60. Zum Überblick: Nach 1954 bekleideten folgende Militärs das Präsidentenamt: Carlos Castillo Armas (1954–1957), Oscar Mendoza Azurdia (1957), Guillermo Flores Aven-dallo (1957–1958), Miguel Ydígoras Fuentes (1958–1963), Alfredo Enrique Peralta Azurdia (1963–1966), Carlos Arana Osorio (1970–1974), Eugenio Kjell Laugerud Garcia (1974–1978), Romeo Lucas Garcia (1978–1982), José Efrain Rios Montt (1982–1983), Oscar Humberto Mejia Victores (1983–1986).Google Scholar
  61. Genaue quantitative Angaben zur US-Unterstützung zwischen 1950 und 1977 finden sich u.a. in: Black et al. (1984: 21).Google Scholar
  62. Detailliert aufgeschlüsselt in: Statistical Abstract of Latin America, Vol.28, Los Angeles 1990.Google Scholar
  63. Zur Nationalgarde siehe insbesondere: Millett (1977), Pisani (1981), Dietrich (1985: 109 ff.).Google Scholar
  64. Zwischen 1950 und 1975 nahmen knapp 5.000 Offiziere an Ausbildungskursen in den USA teil. 52 Offiziere graduierten sich zwischen 1970 und 1975 an US-amerikanischen Militärschulen; vgl. Gonzalez Marrero (1991: 63). Die offizielle Militärhilfe der USA an Nicaragua ist aufgeschlüsselt in: Statistical Abstract of Latin America, Vol.28, 1990, S. 1120.Google Scholar
  65. “Kupia Kumi” ist ein Ausdruck aus der Sprache der Miskito-Indianer und bedeutet soviel wie ein “Herz und eine Seele” (un solo corazón). Der Begriff wurde ironisch verwandt; vgl. Niebling (1992: 138).Google Scholar
  66. Nach der Revolution von 1979 stellte Anastasio Somoza Debayle fest: “I stood back to back with the US and gave my friend and ally all the support I could muster… No president anywhere supported the politics of the United States more devoutly than I did’ (zitiert nach Vanderlaan 1986: 24). Vgl. auch Christian (1986: 41).Google Scholar
  67. Zu den comisionados militares vgl. Amnesty International (1984: 15) und Heinz (1986:502 f.).Google Scholar
  68. Zur Abgrenzung der Begriffe “Staatsterrorismus” und “Massenmord” vgl. Waldmann (1991: 34 f.).Google Scholar
  69. Americas Watch Committee/ The American Civil Liberties Union ( 1982: XXI) beschrieben ORDEN folgendermaßen: “During the 1960s, a new instrument to ensure control of rural areas appeared, ORDEN (spanish for ‘order). This intelligence and paramilitary apparatus grew to an estimate 80.000 members and penetrated every hamlet in the country”. Vgl. zu ORDEN auch: White (1971: 207) und Baloyra (1982: 64), der die Mitgliederstärke bei 150.000 ansetzt. ORDEN unterstand bis zu ihrem Verbot im Jahre 1980 direkt der Nationalgarde und dem Präsidenten (vgl. Guha/ Nuscheler 1982: 77 ).Google Scholar
  70. Sanchez (1979: 88) spricht nach dem Staatsstreich des Jahres 1947 von der “bis zu diesem Moment brutalsten Repression” (Im Original: “… la represión mas brutal que hubiera llevado a cabo hasta ese momento”); vgl. auch Niess (1989: 302 f.).Google Scholar
  71. Hier sind vor allem das American Institute for Free Labor Development (AIFLD) bzw. das American Federation of Labor/ Congress of Industrial Organizations (AFL/CIO) zu nennen sowie die Regionalorganisation des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) in Lateinamerika, die Organizaconn Regional Interamericana de Trabajadores (GRIT).Google Scholar
  72. Hier sind u.a die Junta Nacional de Defensa (gegründet 1932), der Instituto de Mejoramiento Social (1942) oder der mit größeren Kompetenzen ausgestattete Instituto de Colonización Rural (1959) zu nennen.Google Scholar
  73. In diesem Sinne äußerte sich Nicolas Mariscal in einem Gespräch mit dem Autor, Oktober 1994 in Bilbao (Spanien). Mariscal, der heute an der Jesuiten-Universität in Bilbao lehrt, forschte seinerzeit an der angesehenen Jesuiten-Universität UCA in El Salvador. Die UCA war einer der wichtigsten Befürworter von Agrarreformen, obwohl das UCATeam, wie Mariscal gesteht, nur über unzureichende technische Kenntnisse von Agrarreformen verfügte.Google Scholar
  74. aut Gesetz konnten prinzipiell folgende Ländereien für ISTA-Projekte genutzt werden: Ländereien im Eigentum von ISTA; Ländereien des Staates und autonomer oder semi-autonomer öffentlicher Institutionen, die der ISTA Abereignet wurden; Ländereien, die ISTA auf freiwilliger Basis Landbesitzern abkaufte; enteignete Ländereien; vgl. Gordon (1989: 188 ff.).Google Scholar
  75. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung konnte die Regierung zwischen 70.000 und 100.000 Bauern, zumeist freilich Mitglieder des regimetreuen Verbands ORDEN, zu einer Unterstützungskundgebung in der Hauptstadt mobilisieren, während die Reformgegner in den Medien eine “hysterische” (Baloyra 1982: 59) Anti-Kommunismus-Kampagne lancierten.Google Scholar
  76. Bis Ende der 70er Jahre wurden an 16.500 Familien Landtitel vergeben und 63 Kolonisierungsprojekte durchgeführt, in denen 2.651 Familien organisiert waren; vgl. Glembotzki (1984: 18 f), Brockett ( 1990: 167 ).Google Scholar
  77. Das Gesetz zur Agrarreform wurde 1952 verabschiedet. Schon im folgenden Jahr wurden insgesamt 750.000 ha Land, davon allein 162.000 ha der US-amerikanischen Bananengesellschaft United Fruit Company, enteignet und zusammen mit rund 200 staatlichen Fincas an mehr als 100.000 Familien verteilt; vgl. Bendel ( 1995: 122 ).Google Scholar
  78. Einer Studie der OAS zufolge waren 1956 lediglich 0,4% der Campesino-Familien noch im Besitz des unter Arbenz verteilten Landes; vgl. Allemann (1974: 166).Google Scholar
  79. Im Original: “Des élections pas comme les autres”, Paris 1978.Google Scholar
  80. Bezeichnenderweise antwortete etwa der Generalsekretär der sozialdemokratischen Partei Movimiento Nacional Revolucionario (MNR), Victor Manuel Valle, auf die Frage des Autors, warum die autoritären Regime in El Salvador in den 70er Jahren Wahlen durchgeführt hätten, die er doch zuvor als gefälscht charakterisiert hatte, spontan: “Sehen Sie, in diesem Land hat es immer Wahlen gegeben” (Mire, en el pals siempre ha habido elecciones).Google Scholar
  81. Der Autor beruft sich hier u.a. auf Interviews in Nicaragua, El Salvador und Guatemala zum Thema Wahlen und Antiregimekriege (siehe Interviewliste im Anhang); zum Teil waren die befragten Politiker bereits während der autoritären Phasen politisch aktiv.Google Scholar
  82. Zu dem politischen System und den Wahlen in Mexiko siehe Lehr (1981, 1984 ), Mols (1983), Femândez/Nohlen (1993) und Nohlen/ Lauth (1995).Google Scholar
  83. Interview des Autors mit Rubén Zamora (San Salvador, Juli 1992 ). Im Original: “Las elecciones permitian el mecanismo de renovación del poder militar o del personal en la cúpula del poder militar, sin recurrir a crisis muyfuertes”.Google Scholar
  84. Im Original: “Este principio pues es un instrumento de corrupción politica porque se permise a quien controle el poder pagarse su propia oposición” (Hidalgo/ Guzman 1978: o.S.).Google Scholar
  85. Interview des Autors mit Fernando Agüero Rocha (Managua, Juni 1992).Google Scholar
  86. Einschränkend ist jedoch zu beachten, daß in Zentralamerika der Einfluß der Militärs im politischen Leben weniger legitimationsbedürftig war, als dies aus der Sicht moderner Demokratien erscheinen mag. In mehr oder minder großem Maße gehörte militärischer Interventionismus zum politischen Alltag in Zentralamerika, der selbst dann gegeben war, wenn Zivilisten die politischen Amtsgeschäfte leiteten; vgl. McDonald (1984: 146 f.).Google Scholar
  87. Demzufolge haben die politischen Systeme in Entwicklungsländern im Verlauf des Modernisierungsprozesses verschiedene Krisen zu meistern, namentlich Identitats-, Legitimations-, Partizipations-, Distributions-und Pentrationskrisen zu meistern (vgl. LaPalombra/ Weiner 1966, Binder et al. 1971). Interessanterweise knüpfen an diese Entwicklungsprobleme bzw. -krisen jüngere Studien an, die sich mit der Problembelastung junger Demokratien (Krumwiede 1993a) oder mit Kriegen (Ferdowski 1993) beschäftigen. Zur kritischen Diskussion von Modernisierungstheorien im allgemeinen siehe die entwicklungstheoretischen Beiträge in: Nohlen/ Nuscheler (1992).Google Scholar
  88. Dies erkennt auch Krumwiede (1984: 463, 470 f.), wenn er schreibt, daß allgemeine Regimeverwundbarkeit noch nicht mit revolutionärer Regimeverwundbarkeit (im Falle Zentralamerikas spezifischer: sozialrevolutionärer Regimeverwundbarkeit) gleichzusetzen ist.Google Scholar
  89. Die Professionalisierung der honduranischen Streitkräfte wurde als “creeping professionalization” (Ropp 1974: 509) beschrieben. Länger als in El Salvador und Guatemala stellten die dortigen Streitkräfte lediglich lose Truppenverbände dar, ohne eine zentralistisch strukturierte Militärführung und einen professionellen Offiziersstab. Bezeichnenderweise entstanden erst nach dem Zweiten Weltkrieg Ausbildungsstätten für Unteroffiziere und Offiziere, dauerte es bis 1952, bis auf Betreiben der USA eine Militärakademie gegründet wurde. Zum Vergleich: In Guatemala entstand die Nationale Militärakademie bereits 1873; in El Salvador waren seit 1868 verschiedene militärische Ausbildungsstätten in Betrieb, bevor schließlich 1929 die Militärschule (Escuela Militar) gegründet wurde. Vor allem die USA bemühten sich ab den 50er Jahren mittels Ausbildungs-und Materialhilfen um eine Professionalisierung der honduranischen Streitkräfte.Google Scholar
  90. Das Agrarreformgesetz von 1962 zielte auf die Verteilung von Ländereien ab, die von ihrem Besitzer nicht genutzt wurden oder deren Nutzung nicht den im Gesetz festgelegten sozialen Funktionen genügten, d.h. nicht zur ländlichen Entwicklung oder der Verbesserung der Lebensqualität der Landbevölkerung beitrugen. Das Reformgesetz wurde zwar - u.a. auf Druck der United Fruit Company, die hinreichend brachliegendes Land in Honduras besaß - abgeschwächt und kam nach dem Militärputsch von 1963 zunächst kaum zur Anwendung; zwischen 1962 und 1966 wurden lediglich 1.357 ha Land an 281 Familien verteilt. Doch in Anbetracht zunehmender Organisations-und Kampfbereitschaft von Bauern und Landarbeitern, die u.a. in gewaltsame Landbesetzungen mündete, nahm das Militärregime von López Arellano ab 1967/68 die Agrarreform wieder auf. Von 1967 bis 1972 wurden immerhin 34.604 ha Land an 5.348 Familien verteilt. Nach dem kurzlebigen zivilen Intermezzo von Roman Ernesto Cruz (1971–1972), der sich als unfähig erwies, die anwachsenden sozialen Spannungen, insbesondere den Druck der landlosen Bevölkerung, auf friedliche, reformerische Weise zu lösen, ergriffen reformorientierte Militärs unter Führung von López Arrellano erneut die Macht (vgl. Brockett 1990: 131 f., Bendel 1995a: 15). López Arellano trieb die Agrarreform in den Jahren 1973/74 ihren vorläufigen Höhepunkt entgegen: 79.522 ha Land wurden an 11.739 Familien vergeben. Mit beträchtlichem propagandistischen Aufwand wurde Anfang 1975 die Verteilung von 600.000 ha unter 120.000 Familien innerhalb der nächsten fünf Jahre angekündigt (vgl. Rüppel 1983: 216). Die konservativen Militärregime, die López Areallano 1975 ablösten, verzögerten freilich die Agrarreform beträchtlich, so daß das Reformziel nur zum Teil umgesetzt wurde: Rüppel (1983: 216) zufolge wurden zwischen 1975 und 1979 171.480 ha (davon 128.436 ha kultivierbares Land) an 28.013 Familien verteilt; gemäß Brockett (1990: 134) waren es im Zeitraum von 1975 bis 1981 sogar nur 119.087 ha an 21.579 Familien. Im Zuge der Demokratisierung der 80er Jahre wurde die Agrarreform fortgeführt. Insgesamt wurden von 1962 bis 1986 312.516 ha Land (etwa 8,5% der landwirtschaftlichen Nutzfläche) an 66.517 Familien übertragen. Circa 45% dieser Familien hatten sich genossenschaftlich organisiert, der Rest besaß das Land individuell oder in individuellen-kollektiven Mischformen (vgl. Isaula 1995: 5 ).Google Scholar
  91. Andino et al. (1987: 147) sprechen sogar von einer “gescheiterten Agrarreform”, betrachten sie als ein Projekt des Bürgertums (1987: 157), welche die Herrschaftsstrukturen unberührt ließen.Google Scholar
  92. Auch wenn der Agrarreformprozeß nur unter Schwierigkeiten vorankam und seine strukturellen Grenzen hatte, ist doch unbestritten, daß er die Entfesselung aufständischer Kräfte auf dem Land verhinderte“ (Isaula 1995: 5).Google Scholar
  93. Eine der wichtigsten Ventile war die Agrarreform, die in den 70er Jahren beachtliche Mengen Land an Bauern verteilte, viele von ihnen kooptierend, anderen Hoffnungen gebend und die Legitimitität des politische Systems unterstützend“ (Schulz 1995: 3). Im Orginal: ”Una de las vc lvulas de escape mas importante ha sido la Reforma Agraria, que en los anos setenta distribuyó cantidades significativas de tierra al campesinado, co-optando a muchos de ellos, dando esperanza a otros, y respaldando la legitimidad del sistema politico“.Google Scholar
  94. Aus eigenen Beobachtungen bei den Wahlen von 1970 berichtete er beispielsweise, wie der PR, der PID und der MLN mittels Stimmenkauf und -fâlschung gerade in denjenigen Gebieten die Wahlen zu manipulieren versuchten, wo fast ausschließlich Indigenas wohnten (Thesing 1976: 240 f.).Google Scholar
  95. Den Recherchen des Autors zufolge stieg bei den nationalen Wahlen in Nicaragua der Anteil der Wähler an der Bevölkerung von 17% im Jahre 1947 auf 39% im Jahre 1974 mehr oder minder kontinuierlich an. Im Verhältnis zur Zahl der Wahlberechtigten läßt sich allerdings eine Absinken der Wahlbeteiligung ausmachen, soweit diesbezügliche Daten vorliegen: 79% (1963), 73% (1972) und 69% (1974). In allen Fällen wurde aufgrund der mangelhaften Datenlage die Wahlbeteiligung nur anhand der gültigen Stimmen gemessen und nicht, wie international üblich, anhand der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen. Detailliert zu den absoluten und prozentualen Angaben siehe Krennerich (1993a).Google Scholar
  96. Im Rahmen der gefälschten Wahlen war, wie bereits in Kap. 2.2 ausgeführt wurde, Mehrfachwahl durchaus nicht ungewöhnlich. In einzelnen Stimmbezirken überstieg zuweilen die Zahl der abgegebenen Stimmen diejenige der eingeschriebenen Wahlberechtigten; vgl. etwa Rediske (1984: 214, Fn. 68).Google Scholar
  97. Es sei hier nur daran erinnert, daß die Wähler (der Regimepartei) mit der magnifica ein Dokument erhielten, das im öffentlichen Leben eine wichtige Rolle spielte; vgl. Dunker-ley (1990: 231) sowie Kap. 2.2.Google Scholar
  98. Im Vorfeld der Wahlen von 1963 bemühte sich Agüero Rocha um “technische Hilfe” der OAS (vgl. Agüero Rocha 1962). Um seine Forderung durchzusetzen, führte er 1963 mit martialischem Gebaren eine kleine Protestdemonstration durch Managua. Er wurde ver-haftet und unter Hausarrest gestellt, worauf der PCN die Wahlen boykottierte. An diese Zeit erinnert auch der damals gesungene Slogan: “con Fernando ando, con Agüero mu-ero” (vgl. Saballos 1990: 60) - ein Wortspiel, das sich in deutscher Sprache so nicht rekonstruieren läßt. ([)hersetzt:“mit Fernando laufe ich, mit Agüero sterbe ich”). Im Rahmen des Somoza-Agüero-Paktes gelang es Agüero, Somoza dazu zu verpflichten, zu den Wahlen von 1974 mindestens 200 OAS-Beaobachter einzuladen; vgl. die Clbergangsbestimmungen der Verfassungsreform von 1971 (La Gaceta, Diario Oficial, Nr.207, 11.9.1971). Gleichwohl wurden die Wahlen von 1974 nicht international beobachtet.Google Scholar
  99. Im Original: “bajo la bandera de la democracia”; Interview des Autors mit Agüero Rocha ( Managua, Juni 1992 ).Google Scholar
  100. Im Original: “No hay por quién votar”; vgl. Chamorro Cardenal (1990: 19).Google Scholar
  101. Die UDEL umfaßte in Gestalt der von Chamorro angeführten Acción Nacional Conservadora (ANC) dissidente Politiker der auseinanderbrechenden “offiziellen” Oppositionspartei PCN, des weiteren nicht-legalisierte Oppositionsparteien liberaler, sozialchristlicher und sozialistischer Ausrichtung (PLI, PSC, PSN), die beiden wichtigsten unabhängigen Gewerkschaftsverbände, namentlich die sozialchristlich orientierte Central de Trabajadores de Nicaragua (CTN) und die mit dem PSN liierte Confederación General de Trabajo - Independiente (CGTI), sowie in der Gefolgschaft von Sacasa einige dissidente Politiker der Regimepartei PLN. Der Vollständigkeit halber sind auch noch die bedeutungslosen Gruppierungen Movilización Nacional und Movimiento de Salvación Nacional zu nennen.Google Scholar
  102. In der Guatemala-Forschung herrscht weitgehend Einvernehmen, daß der Staatsstreich vornehmlich gegen einen befürchteten Wahlsieg Arévalos gerichtet war; statt vieler: Bendel (1995: 122).Google Scholar
  103. Julio César Méndez Montenegro übernahm die Präsidentschaftskandidatur, nachdem sein Bruder Mario, der langjährige, caudillistische Parteiführer und ursprüngliche Präsidentschaftskandidat des PR, erschossen aufgefunden worden war. Während unter der reformistischen Linken die politische Glaubwürdigkeit von Mario Méndez Montenegro darunter gelitten hatte, daß dieser sich mit dem Militärmachthaber arrangiert hatte, galt Julio César als integer: Er hatte an der Revolution von 1944 teilgenommen, sich aber 1948 aus der Politik zurückgezogen und seitdem als Rechtsprofessor und Dekan der Juristischen Fakultät an der staatlichen Universität San Carlos gelehrt. Seine Präsidentschaftskandidatur wurde auch von erklärten Gegnern seines Bruders und von Kritikern des PR unterstützt; vgl. Sloan (1968: 28 f).Google Scholar
  104. Sloan (1968: 31) vertritt sogar die These: “In all likelihood, the PR would have had no chance to win or to take office without the support of the United States”.Google Scholar
  105. Aguilera et al. (1981: 98). Im Original: “La manipulación, bastante burda, de los resu!tados electorales del 74 tuvieron como resultado una aceleración en la pérdida de legitimidad del gobierno, el Estado y los procesos electorales; fueron así esas elecciones las últimas que provocaron cierto nivel de adhesion y movilización popular a la candidatura de oposición”.Google Scholar
  106. Die entsprechenden Daten für die vorangegangenen Präsidentschaftswahlen sind: 56,3% und 11,5% (1966), 53,8% und 12,3% (1970) sowie 46,4% und 12,3% (1974). Detailliert zu Daten der Wahlbeteiligung, der Eingeschriebenen und der Bevölkerung siehe: Bendel/ Krennerich (1993: 368). Nach Maßgabe der Datenlage wurde die Wahlbeteiligung lediglich an der Zahl der gültigen Stimmen und nicht - wie international üblich - an der Zahl der abgegebenen Stimmen gemessen.Google Scholar
  107. Konkret von 727.174 im Jahre 1974 auf 652.073 im Jahre 1978; vgl. Bendel/ Krennerich (1993: 368).Google Scholar
  108. Interview des Autors mit dem damaligen Generalsekretär des PDC und späteren Staatspräsidenten Vinicio Cerezo Arévalo (Guatemala-Stadt, August 1992).Google Scholar
  109. Im Original lautet die hier paraphrasierte Textstelle: “… el camino de las elecciones cobró ante las manas una validez, aparente si se quiere, pero ‘real’ en aquel entonces para ellas y otros partidos, de manera especial el Demócrata Cristiano, surgido en 1960, que empezó a tener muchos éxitos” (Mendez Rodriguez 1984: 152).Google Scholar
  110. Ein Beispiel hierfür ist Widmaier (1978: 128 f.), der auf Grundlage allgemeiner organisationstheoretischer Überlegungen den marginalisierten Massen in Entwicklungsländern zwar ein Potential für (gewaltsame) politisch-soziale Konflikte zuspricht, ihnen aber rundweg die Fähigkeit abspricht, eine evolutionäre oder revolutionäre Bewegung zu tragen.Google Scholar
  111. Vgl. die unterschiedlichen Angaben bei Booth (1982: 122) und Boris (1983: 291).Google Scholar
  112. In der ersten Hälfte der 70er Jahre lag die gewerkschaftliche Organisationsquote offiziell bei sehr geringen 1,6% der ökonomisch aktiven Bevölkerung (vgl. Dunkerley 1990: 468). In absoluten Zahlen waren dies ca. 27.500 Gewerkschaftsmitglieder. Die offiziellen Angaben sind als eher konservativ anzusehen; inoffizielle Schätzungen belaufen sich auf etwa 85.000 Mitglieder. “In any event, the union movement remained exeptionally small” (Dunkerley 1990: 510, Fn.88).Google Scholar
  113. Der CFT seinerseits war 1970 als Zusammenschluß aus der Confederación de Trabajadores und der Confederación Sindical de Guatemala entstanden.Google Scholar
  114. Beispielsweise im Rahmen der zunächst moderaten Central Nacional de Trabajadores (CNT), die bis 1978 dem Dachverband christlicher Gewerkschaften in Lateinamerika (Confederación Latinoamericana de Trabajadores CLAT) angehörte, oder im Rahmen der radikaleren Federación Autonoma Sindical de Guatemala (FASGUA), die eng mit der kommunistischen Partei liiert und dementsprechend staatlicher Repression ausgesetzt 142 So gründeten beispielsweise Bewohner der Elendsviertel in Gestalt des Movimiento Nacional de Pobladores eine eigene, nicht-gewerkschaftlich strukturierte Interessenvertretung.Google Scholar
  115. Aufgrund eines erfolglosen Streiks der Minenarbeiter von Ixtahuacân im November 1977, der auf die Durchsetzung höherer Löhne und besserer Arbeitsbedingungen zielte, machten sich die Frauen der Minenarbeiter auf einen 300 km langen Marsch in die Hauptstadt. Bei ihrer Durchquerung des von Indigenas besiedelten Hochlands schlossen sich zahlreiche indigene Gruppen an und 60 km vor der Hauptstadt zusätzlich streikende Arbeiter von Zuckerplantagen und einer Zuckerfabrik. Triumphierend zogen sie in Guatemala-Stadt ein, nachdem die Minenbesitzer bereits tags zuvor nachgegeben hatten; vgl. Neidhart ( 1982: 223 ).Google Scholar
  116. Im Mai 1978 erschossen Soldaten mehr als 100 Kekchi-Indianer, als diese in Panzos ( Alta Verapaz) fier ihre Landrechte demonstrierten; vgl. Amnesty International ( 1984: 13 ).Google Scholar
  117. Mit Blick auf das revolutionäre Potential in den städtischen Elendsvierteln ist zu bedenken, daß infolge des Erdbebens von 1976 allein 50.000 Menschen in die Elendsviertel von Guatemala-Stadt zugewandert waren und die soziale Sprengkraft erheblich verschärft hatten (vgl. Jonas 1991: 124).Google Scholar
  118. Der nationalen Presse zufolge wurden zwischen Oktober 1978 und Februar 1979 insgesamt 3.856 Menschen ermordet; vgl. FDCR (1980: 51). Derartige Angaben sind mit Vorsicht zu interpretieren, vermitteln aber zumindest einen Eindruck von der Mordwelle, die Guatemala ab Oktober 1978 überzog.Google Scholar
  119. Im Januar war eine Bauemdelegation aus Nebaj, unter ihnen auch einige CUCAktivisten, in die Hauptstadt gezogen, um gegen die Repression in ihren von Militärs besetzten Dörfern zu protestieren. Um öffentliche Aufmerksamkeit zu erzielen, besetzten sie friedlich die spanische Botschaft. Guatemaltekische Sicherheitskräfte setzten das Gebäude in Flammen und verbrannten die Besetzer, 39 Bauern, bei lebendigem Leibe. Spanien brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Guatemala ab. Vgl. Jonas (1991: 128), die das Massaker als zweiten “turning point” im Bewußtsein der Indígenas bezeichnete. Siehe auch die entsprechende Passage in der Biographie von Rigoberta Menchú (Burgos 1984: 181 ff.), deren Vater bei dem Massaker ums Leben kam.Google Scholar
  120. Das komplizierte rechtliche Genehmigungsverfahren machte es seinerzeit, wie Kader (1995: 34, Fn.30) erkannte, nahezu unmöglich, legal zu streiken. Fast alle Streiks in den folgenden Jahren waren illegal.Google Scholar
  121. Quantiative Angaben hierzu finden sich u.a. in Lopez Vallecillos (1979) und Béjar (1990).Google Scholar
  122. Der FAPU stellte ursprünglich einen Zusammenschluß aus dem Kleinbauerverband FECCAS, dem linken Gewerkschaftsverband FUSS, der Lehrergewerkschaft ANDES und aus weiteren Organisationen dar. Ober die Frage eines Bündnisses mit reformistischen Kräften kam es 1975 zur Spaltung. Die sich radikalisierende FECCAS trat aus der FAPU aus; ihr folgten weitere Organisationen wie u.a. ANDES (vgl. Jung 1980a: 16 ).Google Scholar
  123. Im Jahre 1980 umfaßte der FAPU den mitgliederstarken Gewerkschaftsdachverband Federación Nacional Sindical de Trabajadores (FENASTRAS) sowie kleinere Organisationen von Bauern (Movimiento Revolucionario Campesino) Lehrern (Organización Magisterial Revolucionario) Studenten (Frente Unido de Estudiantes Revolucionarios “Salvador Allende”) und Gymnasiasten (Movimiento Revolucionario de Secundaria).Google Scholar
  124. Die LP-28 setzten sich aus Kleinbauern (Ligas Populares Campesinas “Heroes del 29 de Octubre”) Arbeitern (Ligas Populares Obreras “Marco Antonio Solis’) Studenten (Ligas Populares Universitarias ”Nelson Alfaro“) und Schülern (Ligas Populares de Secundaria ”Edwin Arnaldo Contreras“) zusammen, wobei die Namen der Organisationen auf Opfer (semi-)staatlicher Morde Bezug nahmen; darüber hinaus gehörten den LP-28 Stadtteilkomitees (Comités de Barrios) in San Salvador an sowie die Marktverkäufer-organisation Asociación de Usuarios de Mercados die auf den Märkten des Landes vorherrschend war; vgl. Guerra (1980: 104 f.)Google Scholar
  125. Der MPL setzte sich aus den Comités de Base Obrera den Brigadas Revolucionarias de Estudiantes de Secundaria den Brigadas de Trabajadores del Campo und den Ligas Para la Liberación zusammen.Google Scholar
  126. Nach Ansicht des Generalsekretärs der kommunistischen UDN, Mario Rolando Aguiïlada Carranza, handelte es sich hierbei um die die “pluralistischste Regierung” in der salvadorianischen Geschichte. Aguifiada hatte seinerzeit als Verhandlungsführer des Foro Popular mit den Militärs maßgeblich an der Regierungsbildung mitgewirkt. Interview des Autors mit Aguifiada (San Salvador, Juli 1992). Zur genauen Zusammensetzung der Reformjunta und des Kabinetts siehe u.a. Dunkerley ( 1986: 154 ).Google Scholar
  127. Interview des Autors mit Gerson Martinez, der zum Zeitpunkt des Interviews (San Salvador, Juli 1992) Mitglied der Politischen Kommission der Fuerzas Populares de Liberación - Farabundo Marti (FPL) und Mitglied des Nationalen Politischen Komitees des Frente Farabundo Marti para la Liberación Nacional (FMLN) war.Google Scholar
  128. Vgl. ausführlicher: “Man/esto de la Coordinadora Revolucionario de Masas” vom 11. Januar 1980, abgedruckt in: Guerra (1980: 185–189). Dort findet sich auch die “Plataforma Programatica del Gobierno Revolucionario” des CRM vom 23. Februar 1980 (vgl. Guerra 1980: 190–199).Google Scholar
  129. Zu den einzelnen Organisationen des FDR siehe das Organgramm in Benitez (1989: 224).Google Scholar
  130. Vgl. ausführlicher die “Primera Declaración del Frente Democratico Revolucionario” vom 18. April 1980, abgedruckt in: Guerra (1980: 282–285).Google Scholar
  131. Den Angaben der nicht-staatlichen Menschenrechtsorganisation Comisión de Derechos Humanos de El Salvador (CDHES) zufolge sollen alleine 1980 14.343 Menschen politischen Morden zum Opfer gefallen sein. Internationale Menschenrechtsorganisationen lassen sich auf keine genauen Zahlenangaben ein, bestätigen aber ungefähr das Ausmaß der politischen Morde; vgl. Dietrich (1988: 68).Google Scholar
  132. Dies darf freilich nicht darüber hinwegtäuschen, daß in Guatemala die gesellschaftlichen Gräben zwischen Ladinos und Indigenas, aber auch die Vielfalt indigener Volksgruppen eine ethnienübergreifende Organisation erheblich erschwerten. So sahen Boris et al. (1983: 90) im Rassismus einen Faktor, der das Verhältnis zwischen indigener und ladini-scher Unterklasse entscheidend prägte und Probleme hinsichtlich einer gemeinsamen Organisierung aufwarf.Google Scholar
  133. Dem aufmerksamen Leser fällt auf, daß in dem hier entwickelten Argumentationsgang zwei vorderhand konträre Auswirkungen mit (semi)staatlicher Unterdrückungsgewalt verbunden wurden: Zum einen trug die Repression dazu bei, daß die VolksbewegungenGoogle Scholar
  134. Im Unterschied zu Nicaragua, El Salvador und Guatemala bestanden in erstarkten, zum anderen zerschlug sie diese. Abhängig von Ausmaß und “Effektivität” zeitigte die Unterdrückungsgewalt tatsächlich beide Auswirkungen. Für El Salvador stellte Rubén Zamora (Interview mit dem Autor, San Salvador, Juli 1992) treffend fest, daß in der zweiten Hälfte der 70er Jahre die Repression nicht massiv genug war, um die Volksbewegungen zu unterdrücken - und sie dadurch indirekt stärkte. In den Jahren 1980 bis 1982 hingegen sei die Repression derart massiv gewesen, daß die Volksbewegung zerschlagen wurde. Analoges läßt sich für die Volksbewegung in Guatemala feststellen. In Nicaragua hingegen konnte der FSLN die aufständischen Massen rechtzeitig zum Sieg führen.Google Scholar
  135. Detailliert zu Gewerkschaften und Bauernorganisationen vgl. Rüppel (1983), Sieder (1995) sowie in historischer Dimension Posas (1981).Google Scholar
  136. Am meisten profitierten von der Landverteilung im Rahmen der Agrarreform die in der Federación de Cooperativas de la Reforma Agraria de Honduras (FECORAH) zusanungenschlossen Kooperativen, die vom Agrarreforminstitut Instituto Nacional Agrario (INA) gefördert wurden, sowie Mitglieder der Bauemorganisation Asociación Nacional de Campesinos de Honduras (ANACH), welche dem ORIT-gestützten, regierungsfreundlichen Gewerkschaftsverband Comisión de Trabajadores de Honduras (CTH) angeschlossen war. Am wenigsten profitierten die Bauernligen der Union Nacional de Campesinos (UNC), die aus der entwicklungsbezogenen Gemeindearbeit der katholischen Kirche hervorgingen und von Christdemokraten unterstützt wurden; vgl. Sie-der (1995: 120 f.).Google Scholar
  137. Hier sind etwa die Guerilla-Gruppe um General Ramón Raudales, einem der Anführer des Verteidigungsheeres der Nationalen Unabhängigkeit von Sandino, zu nennen, die Guerilla-Gruppe El Chaparall die Gruppe “15. September” oder der Frente Revolucionario Sandino, die allesamt in ihren Anfängen zerschlagen wurden; vgl. Rediske (1984: 39 f.), Borge (1990: 100).Google Scholar
  138. Im deutschen Sprachgebrauch werden die Bezeichnungen “Verlängerter Volkskrieg”, “langandauernder Volkskrieg” oder neuerdings “lange auszuhaltender Volkskrieg” verwandt. Wir haben uns hier für “Verlängerten Volkskrieg” entschieden, da er der spanischen Bezeichnung am nächsten kommt. Tangermann (1990: 165, Fn.6) weist jedoch darauf hin, daß Mao Tse-tung, auf den der Begriff zurückgeht, ursprünglich nicht nur einen langen, sondern einen lange auszuhaltenden Krieg meinte; vgl. auch Krämer (1995: 43).Google Scholar
  139. Zum Ablauf des Revolutionskampfes siehe u.a.: Black (1981), Booth (1982), Rediske (1984) und Lanzano (1989).Google Scholar
  140. Allemann (1974: 190) zufolge kamen sie sogar einer wirklichen Volksmobilisierung näher als seinerzeit jede der übrigen lateinamerikanischen Guerillabewegungen in Lateinamerika; vgl. auch Waldmann (1983: 430).Google Scholar
  141. Hierzu zählten u.a. die Ermordung des US-Botschafters in Guatemala, John Gordon Mein, bei einem gescheiterten Entführungsversuch im Jahre 1968, die Entführung des guatemaltekischen Außenministers Alberto Fuentes Mohr und des US-amerikanischen Diplomaten Michael Sean Holly im Jahre 1970 sowie noch im selben Jahr die Verschleppung und Ermordung des deutschen Botschafters Karl von Spreti.Google Scholar
  142. Boris et al. (1983: 11) bezifferten die Truppenstärke der Guerilla zu Beginn der 80er auf rund 6.000 Guerilleros, Bendel (1992: 141) führt Schätzungen des Verteidigungsministeriums an, denen zufolge die Guerilla im Jahre 1982 rund 9.000 Mann umfaßte.Google Scholar
  143. Rein theoretisch stellten die FPL eine Partei dar und die Fuerzas Armadas Populares de Liberación (FAPL) den bewaffneten Arm dieser Partei. Da jedoch in der Praxis diese Unterscheidung weitgehend bedeutungslos blieb, wird hier - anlehnend an Tangermann (1990: 166, Fn.14) - auf die Unterscheidung zwischen Partei und bewaffneter Organisation verzichtet.Google Scholar
  144. Zu den näheren Umständen siehe etwa Tangermann (1990: 166, Fn. 16) und Kramer (1995: 42, Fn.43).Google Scholar
  145. Den militärischen Arm der Resistencia Nacional stellten theoretisch die Fuerzas Armadas de Resistencia Nacional (FARN) dar; beide wurden bis zu seinem Tod 1980 von Ernesto Jovel angeführt. Angesichts ihrer geringen praktischen Bedeutung läßt sich die Unterscheidung vernachlässigen.Google Scholar
  146. Immerhin leitete aber der Jura-Student César Montes nach dem Tod von Turcios Lima (1966) den FAR und war einer der Gründer des EGP. Von dem Führungstrio der späteren URNG studierte Rodrigo Asturias (“Comandante Gaspar Ilom”). Jorge Soto (“Comandante Pablo Monsanto”) trat 1963 bereits als Gymnasiast der Guerilla bei; Ricardo Ramirez (“Comandante Rolando Moran”) ging eigenen Angaben zufolge - vgl. das Interview in: Perales (1990: 61 ff.) - auf eine Agrarschule in Honduras, die er aber aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung vorzeitig abbrechen mußte.Google Scholar
  147. In Nicaragua war das Gros der späteren FSLN-Kader in marxistisch geprägten Studentenorganisationen aktiv. Auch in El Salvador und Guatemala fungierten die staatlichen Universitäten als Rekrutierungs-oder Unterstützungsbasis der Guerilla. Unter den Universitäten waren vor allem die Nationale Autonome Universität in Leon (Nicaragua), die Nationale Universität in San Salvador (El Salvador) und die staatliche San-CarlosUniversität in Guatemala-Stadt (Guatemala) als “Brutstätten” der Guerilla bedeutsam.Google Scholar
  148. Etliche Führungsfiguren der ersten Guerilla-Generation in Guatemala stammten aus den Reihen der Militärs, beispielsweise Marco Antonio Yon Sosa (“El Chino”), Luis Augusto Turcios Lima und Luis Trejo Esquivel oder auch Alejandro de Leon Aragon, der ehemalige Leiter der nationalen Kadettenschule Escuela Politécnica in Guatemala, Carlos Paz Tejada und Augusto Loarca; vgl. Payeras (1985: 123), Wickham-Crawley (1992: 330 f.).Google Scholar
  149. Paige (1985: 108 ff.) versuchte nachzuweisen, daß die - für die nicaraguanische Revolution so wichtige - Aufstandsbereitschaft der städtischen Unterschichten maßgeblich von zugewanderten Bauern getragen wurde, die zum Teil sogar weiterhin als Saisonarbeiter auf dem Lande arbeiteten.Google Scholar
  150. In El Salvador sind hier etwa Mélida Anaya Montes zu nennen, die vor ihrer Ermordung im April 1983 stellvertretende Kommandantin der FPL war (vgl. Dunkerley 1986: 272 ff.), oder auch Ana Guadelupe Martinez, Maria Marta Valladares und Rebeca Palacios (Lorena Guadelupe Pena). In Nicaragua wären beipielsweise Doris Maria Tijerino und später Nora Astorga und Dora Maria Téllez Agüero zu erwähnen. Auf den hohen Anteil weiblicher Feldkommandanten im nicaraguanischen Revolutionskampf verweisen u.a. Reif (1986: 158) und Mason ( 1992: 64 ).Google Scholar
  151. Comandante Rolando Moran vom guatemaltekischen EGP etwa veranschlagte das Alter seiner Kämpfer auf 14 bis 24 Jahre (vgl. Pers.les 1990: 77). Für Nicaragua ergab die von Vilas (1987) vorgenommene Auswertung der Daten jener Kämpfer, die in den Jahren 1978 und 1979 gefallen waren, ein großes Übergewicht der 15- bis 30-jährigen,,,… mit einem signifikant hohen Prozentsatz von Heranwachsenden und Jugendlichen unter 19 Jahren “ (Mackenbach 1995: 177 ).Google Scholar
  152. Am offensichtlichsten ist dies wohl in Guatemala. Mitte der 60er Jahre lag das Durchschnittsalter der Guerilla-Führung lediglich bei 25–26 Jahren (vgl. Wickham-Crawley 1992: 20). Betrachtet man hingegen das Führungstrio der URNG der 80er und den 90er Jahre, ist festzustellen: Comandante Rolando Moran wurde bereits 1932 geboren, Comandante Gaspar Ilom 1940 und Comandante Pablo Monsanto im Jahre 1946. In El Salvador waren die meisten FMLN-Führer zwischen 35 und 45, als der Friedensvertrag von 1992 unterzeichnet wurde; Shafik Handal, geboren 1930, hatte freilich schon sein 60. Lebensjahr überschritten. Ein ausgesprochener Veteran war dort Salvador Cayetano Carpio (Jahrgang 1919), der allerdings 1983 Selbstmord verübte. In Nicaragua war zum Zeitpunkt der Revolution von 1979 die Mehrheit der sandinistischen Führung noch sehr jung: zwischen 25 und 35 Jahre. Der 1930 geborene Tomas Borge war mit seinen knapp 50 Jahren der Veteran unter den Revolutionskommandanten.Google Scholar
  153. Für Guatemala vgl. u.a. Cambranes (1982: 20); für Nicaragua vgl. etwa Mackenbach (1995: 87 ff.).Google Scholar
  154. Die “heresy” von der Borge spricht, war Nolan (1984: 22) zufolge “… the desire to engage in military voluntarism in the countryside and to forsake the classical Communist (the PSN) party’s political struggle to convert the urban workers”.Google Scholar
  155. Gut belegt ist dies im Falle Nicaraguas, vgl. u.a. Christian (1986), Borge (1990) und Mackenbach (1995). In seinen Lebenserinnerungen beginnt Borge (1990: 108) die Schilderung seines ersten Kuba-Aufenthalts folgendermaßen: “Im Dezember 1959 kam ich nach Kuba. Dort empfingen mich Noel Guerrero und die vom Feuer der Revolution hellerleuchteten Straßen von La Habana. Bewegt genoß ich die Parolen, die Götzen vom Sockel stürzten und Tonnen von Müll in Asche verwandelten. Alles auf dieser Insel war mir heilig. Ich kann kaum beschreiben, was ich bei den großen Kundgebungen empfand, an denen ich teilnahm und bei denen die Redner Sklaverei, Ausbeutung, Unrecht und Lüge mit dem Tode durch Erschießen bedrohten. Und nebenbei wurden auch noch die Mörder und Folterer des gestürzten Regimes erschossen”. Die engsten direkten Verbindungen zu Kuba unterhielt von den nicaraguanischen Guerilla-Führern wohl Carlos Fonseca, der sich mehrmals in Kuba aufhielt (vgl. Mackenbach 1995: 90 f.).Google Scholar
  156. Mit Krumwiede (1984a: 464) sprechen wir hier von “mehr oder minder marxistisch” und “mehr oder minder sozialistisch”, “… weil sich die unterschiedlichen Guerillagruppen zu unterschiedlichen Versionen von Marxismus und Sozialismus bekennen und strittig ist, inwieweit ihr ‘Marxismus” und ’Sozialismus’ mit orthodoxen Marxismus-Leninismus-Vorstellungen in Übereinstimmung steht“.Google Scholar
  157. In Nicaragua war Carlos Fonseca, Gründer und bis zu seiner Ermordung im Jahre 1976 Leitfigur des FSLN, bereits 1960 überzeugt, daß es lediglich eine militärische Option gäbe, Somoza zu stürzen. Die Wahlbemühungen der gemäßigten anti-somozistischen Opposition erachtete er als nutzlos, wies jegliche Möglichkeit eines “Auswegs mittels Wahlen” (salida electoral) kategorisch zurück und betrachtete die Wahlen lediglich als eine “heuschlerische Farce” (hipócrita farsa), als einen großen Schwindel, der kein anderes Ziel habe, als die Tyrannei zu stützen (vgl. Fonseca 1985: 112). Bereits 1966 rief der FSLN - unter dem Motto: “Sandino ja, Somoza nein, Wahlfarce nein!” (Sandino si, Somoza no, farsa electoral no) zum bewaffneten Kampf gegen die Wahlen auf. Die Strategie des bewaffneten Kampfes unterschied den FSLN lange Zeit von der orthodoxen sozialistischen Partei und dem Rest der anti-somozistischen Opposition (vgl. Dunkerley 1990: 238 ).Google Scholar
  158. Die Wahl des zivilen Staatspräsidenten Méndez Montenegro (1966–1970) wurde, wie erwähnt (vgl. Kap. 2.4.3) von der verbotenen kommunistischen Partei unterstützt; die Guerilla legte eine abwartende Pause ein. Die Erfahrungen mit der Amtszeit von Méndez Montenegro wirkten sich dann jedoch nachhaltig negativ auf die Bewertung von Wahlen aus. Kurz nach dessen Amtsübernahme leitete das Militär umfassende counterinsurgency-Kampagnen ein, mittels derer die erste Guerilla-Generation in Guatemala zerschlagen wurde.Google Scholar
  159. Unter dem Eindruck der kubanischen Revolution hatte die kommunistische Partei PCS in den Jahren 1961 bis 1963 zwar bereits begonnen, die Bevölkerung zur Unterstützung für eine bewaffnete Revolution zu mobilisieren. Aufgrund der erfolgreich anlaufenden Industrialisierung und der Konsolidierung des Regimes durch eine politische Öffnung, die u.a. eine Reform des Wahlsystems beinhaltete und ein Erstarken der jungen christdemokratischen Partei ermöglichte, ließ der PCS von dieser Strategie in den folgenden Jahren ab, wie Shafik Jorge Handal, der spätere Generalsekretär des PCS, in einem Interview mit dem mexikanischen Journalisten Méndez Rodriguez (1984: 152) ausführte. Als sich die Politische Kommission des PCS noch 1970 mehrheitlich gegen die Aufnahme des bewaffneten Kampfes und für ein Bündnis mit den bürgerlichen Parteien aussprach, legte der damalige Generalsekretär Carpio, der entschieden für den bewaffneten Kampf eintrat, sein Parteiamt nieder und gründete mit einigen Gesinnungsgenossen die erste salvadorianische Guerilla-Organisation, den FPL (vgl. Harnecker 1993: 54 f.). Die PCS nahm erst Ende der 70er Jahre den bewaffneten Kampf auf.Google Scholar
  160. Obwohl in dieser Studie, wie erwähnt, Revolution und Antiregimekrieg nicht gleichgesetzt werden, macht es Sinn, revolutionstheoretische Überlegungen aufzugreifen, weil in Zentralamerika revolutionäre Bewegungen durch (Revolutions-)Kriege die Macht zu erlangen versuchten.Google Scholar
  161. Im Falle Nicaraguas wäre hier das Oppositionsbündnis FAO zu nennen, das sich zu einer Verhandlungslösung mit Somoza bereit erklärte, damit aber in den Augen derjenigen Gruppen an Glaubwürdigkeit verlor, die auf einen Regimesturz hin wirkten. In den anderen beiden Bürgerkriegsländern betraf dies vor allem die Christdemokraten: In El Salvador gingen die Christdemokraten gewissermaßen den “Pakt mit dem Teufel ein”, als sie von 1980 bis 1982 gemeinsam mit den Militärs die Regierungsgeschafte übernahmen. In Guatemala setzten sie - trotz blutiger Repression - weiterhin auf Wahlen als Mittel, um eine politische Öffnung einzuleiten.Google Scholar
  162. Zu Details der revolutionären Mobilisierung siehe Jung (1980), Black (1981), Walker (1981), Booth (1982), Rediske (1984), Lozano (1989), Niebling (1992).Google Scholar
  163. Vgl. zur Aufbauarbeit der ORPA und des EGP u.a. Fried et al. (1983: 257 ff.), Davis/ Hodson (1984), Payeras (1985), Arias (1990), Perales (1990), Wickham/ Crawley (1992: 250 ff.).Google Scholar
  164. Die Gruppe der Zwölf wurde auf Initiative des Schrifstellers Sergio Ramirez gegründet und umfaßte neben Ramirez die beiden katholischen Priester Miguel d’Escoto und Fernando Cardenal, den ehemaligen Rektor der Nationalen UniversitAt Carlos Tunnermann, den Agrarwissenschaftler Ricardo Coronel, der einer Großgrundfamilien entstammte, den Bankexperten Arturo José Cruz, die RechtsanwAlte Joaquin Cuadro Chamorro und Ernesto Castillo, die Unternehmer Emilio Baltodano und Felipe Mantica, den Architekten Casimiro Sotelo sowie den Zahnarzt Carlos Gutiérrez; vgl. Black (1981: 104). Lange Zeit war nicht bekannt, daß Sergio Ramírez dem FSLN angehörte und eng mit den Brüdern Ortega zusammenarbeitete; vgl. Christian (1986: 43 ff.).Google Scholar
  165. Zur Ideologie der Sandinisten siehe aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Nolan (1984), Girardi (1986), Krumwiede (1987: 152 ff.), Gilbert (1988: 19 ff.), Gonzalez Marrero (1991: 20 ff.), Links (1992: 8 ff.).Google Scholar
  166. The consolidation of this alliance represented an enormous success from the revolutionaries’ perspective. It established their credentials as a truly broad-based social movement, a status confirmed by at least a portion of the international community when France, Mexico, and the Socialist International offically recognized the FDR-FMLN as a ‘representative political force’ deserving of some level of diplomatic legitimacy“ (Ryan 1994: 38).Google Scholar
  167. So waren in vielen Demokratisierungsprozessen Lateinamerikas “Wahlen der Schlüssel des Regimewechsels” (Cerdas et al. 1992: 663), indem sie maßgeblich zum Zerfall der autoritären Regime und/oder zum Aufbau einer demokratischen Ordnung beitrugen (vgl. Nohlen 1984, Fernandez 1987, Barrios 1995).Google Scholar
  168. Aus der umfassenden Bibliographie zu Sandino seien hier nur Selser (1981) und Wunderich (1995) genannt.Google Scholar
  169. Das Historische Programm des FSLN ist u.a. in der Sondernummer der Zeitschrift Barricada Intemacional von Juli 1989 abgedruckt.Google Scholar
  170. In englischer Übersetzung ist der Artikel abgedruckt in Borge et al. (1986: 23–42).Google Scholar
  171. Zur Politik der Carter-Administration gegenüber Nicaragua siehe statt vieler: Pastor (1987).Google Scholar
  172. So mußten u.a. 60% der Gelder in den privaten Sektor fließen, die Kredite durften ausschließlich für den Ankauf amerikanischer Produkte verwandt werden und der US-Präsident mußte vor Auszahlung der Kredite beglaubigen, daß die Sandinisten keinen Revolutionsexport betrieben; vgl. Heitman (1989: 106, Fn.3).Google Scholar
  173. Gietl (1990: 46), maßgeblich aufbauend auf Krumwiede (1987). Der Kissinger-Report, im Jahre 1984 von Vertretern beider Kongreßparteien der USA erarbeitet, gab vier Gründe für das US-Engagement in Zentralamerika an: “(1) die Präsenz Kubas und der UdSSR binde US-amerikanische Kräfte, die im Konfliktfall an anderen Orten der Welt gebraucht werden könnten; (2) die lebenswichtigen Seewege der Karibik könnten bedroht werden; (3) die Etablierung marxistisch-leninistischer Diktaturen rufe erheblich politisch-soziale Probleme (u.a. gewaltige Flüchtlingsströme) hervor; und (4) die Macht der USA, globale Entwicklungen zu beeinflussen, sei der Erosion ausgesetzt”; vgl. Kissinger et al. (1984); Übersetzung nach Ehrke (1986: 96).Google Scholar
  174. Die Reagan-Administration erließ eine sofortige Kreditsperre und beeinflußte Privatbanken, befreundete Staaten und multilaterale Finanzorganisationen erfolgreich, Kredite an Nicaragua einzustellen oder zu verringern; vgl. die Daten zur offiziellen Kreditfinanzierung Nicaraguas zwischen 1979 und 1985 in: Stahler-Sholk (1987: 162). Nachdem die Importquoten bereits herabgesetzt worden waren, verhängten die USA 1985 ein völliges Handelsembargo über Nicaragua.Google Scholar
  175. Ihren Höhepunkt erlangten die Invasionsbefürchtungen im Jahre 1984. Im Oktober 1983 erfolgte die US-Invasion in Grenada. Unter Leitung des CIA fanden ab September 1983 zahlreiche Angriffe auf strategisch und ökonomisch wichtige Ziele Nicaraguas statt (Flughafen in Managua, Hafen von Corinto, Ölverladestation in Puerto Sandino), und im Frühjahr 1984 erfolgte die Verminung nicaraguanischer Häfen. Hinzu kamen großangelegte US-amerikanisch-honduranische Dauermanöver in Honduras. Die sogenannte MIGAff’are von November 1984 trieb letztlich die Invasionsbefürchtungen innerhalb Nicaraguas auf den Höhepunkt.Google Scholar
  176. Mit anderen, kleineren Contra-Organisationen schloß sich die FDN 1985 zur Unidad Nicaragüense Opositora zusammen und nach deren Auseinanderbrechen 1987 zur Resistencia Nicaragüense ( RN); vgl. Morales Carazo (1989).Google Scholar
  177. Bermúdez war während der somozistischen Diktatur Oberst in der Nationalgarde, Militärattaché in Washington und Vertreter Nicaraguas im interamerikanischen Verteidigungsrat. In den 80er Jahren war er der wichtigste militärische Führer der Contra.Google Scholar
  178. Vgl. hierzu u.a. Reimann (1986), wo kurze Lebensläufe etlicher ehemaliger Offiziere der Nationalgarde zu finden sind, die in der FDN aktiv waren.Google Scholar
  179. Vgl. Dietrich (1988: 191). Eine genaue Auflistung der Parteien und Organisationen, die im Staatsrat vertreten waren, findet sich bei Close (1988: 200 f.).Google Scholar
  180. Die wirtschaftspolitische Entwicklung hat der Autor an anderer Stelle ausführlicher dargelegt; vgl. Krennerich (1995).Google Scholar
  181. In den jeweiligen Wirtschaftssektoren stieg der Staatsanteil folgendermaßen an: Landwirtschaft: 0% - 21%, Verarbeitendes Gewerbe: 0% - 33%, Baugewerbe: 40% - 70%, Bergbau: 0% - 100%, Dienstleistungen: 31% - 55%; vgl. Colbum ( 1990: 42 ).Google Scholar
  182. Im Zuge der Agrarreformen ging der Anteil privat bewirtschafter Latifundien beachtlich zurück (vgl. Groot 1993 ). Allerdings wurden gesetzlich keine Obergrenzen für Privateigentum festgelegt; gesetzlich war all jenen ihr Landbesitz garantiert, die ihn produktiv bearbeiteten.Google Scholar
  183. Über die Verstaatlichung des somozistischen Industrie-Imperiums hinaus waren eigentlich keine weiteren Enteignungen geplant, wurden aber - mit der Begründung von 231 So wurden etwa die Investition-und die Agrarpolitik der sandinistischen Regierung maßgeblich durch junge Technokraten beeinflußt, die der traditionellen konservativen Oligarchie entstammten (vgl. Vilas 1992: 329 f.).Google Scholar
  184. Der Unternehmer Adolfo Calero Portocarrero war 1979 Geschäftsführer der Coca-Cola Nicaragua und politischer Sekretär des PCD. 1982 verließ er Nicaragua, schloß sich dem FDN an und wurde Mitglied bzw. Präsident des Politischen Direktoriums des FDN. Calero war einer der politischen Führer der 1985 gegründeten Unidad Nicaraguense Opositora und der 1987 gegründeten Resistencia Nicaraguense.Google Scholar
  185. Alfonso Robelo, langjähriger Präsident des MDN, war bürgerliches Mitglied der ersten Regierungsjunta, bis er im April 1980 aus Protest zurücktrat. 1982 ging er mit dem MDN ins Exil, schloß sich der ARDE an und trieb Mitte der 80er Jahre - gegen den Widerstand des ARDE-Gründers Edén Pastora - die Vereinigung mit der US-geleiteten FDN an. Ro-belo gehörte gemeinsam mit Calero und Cruz dem Führungstrio der Unidad Nicaraguense Opositora und später dem politischen Direktorium der Resistencia Nicaraguense an.Google Scholar
  186. Der ehemalige Zentralbankchef Arturo Cruz gehörte vor der Revolution zur Gruppe der Zwölf und war später konservatives Mitglied der Regierungsjunta (Mai 1980 bis März 1981 ). Anschließend bekleidete er bis November 1981 das Amt des nicaraguanischen Botschafter in den USA. Im Vorfeld der Wahlen von 1984 war er Führer des zivilen, systemoppositionellen Bündnisses CDN, welches unter dem Einfluß der USA die Wahlen boykottierte. Sympathisierte Cruz als CDN-Führer schon offen mit der Contra, gehörte er - gewissermaßen als “demokratisches Aushängeschild” - zwischen 1985 und 1987 dem Führungstrio der Unidad Nicaraguense Opositora an.Google Scholar
  187. Alfredo César war nach der Revolution für kurze Zeit Generalsekretär der ersten Regierungsjunta. Nachdem er mit einer kleinen Rebellengruppe namens Bloque Opositor del Sur (BOS) von Costa Rica aus gegen die Sandinisten gekämpft hatte, wurde er 1987 ins RN-Direktorium aufgenommen. 1988 war einer der drei Verhandlungsführer der RN bei den direkten Waffenstillstandsverhandlungen mit der sandinistischen Regierung in Sapóa und Verhandlungsführer der RN bei den Verhandlungsrunden in Managua. Zusammen mit Enrique Bermúdez und Aristides Sanchez bildete César de facto das neue Machttrio innerhalb der RN, bis er schließlich 1989 nach Nicaragua zurückkehrte, um an den Wahlen teilzunehmen.Google Scholar
  188. Etwa die Unternehmer Edgar Chamorro, Alfonso Callejas und Marco Aurelio Zeledón, die Mitglieder des ersten politischen Direktoriums der FDN waren; Pedro Joaquin Cha-mono jr, der ehmalige Co-Direktor von “La Prensa” und Parteisekretär des PSD, sowie Maria Azucena Ferrey, Führungsmitglied der PSC, die beide zeitweilig im Politischen Direktorium der RN saßen; der Partei(vize)präsident des MDN, Roberto Urrot und der konservative Politiker Fernando Agüero Rocha, die 1987 Mitglieder der Verhandlungs-kommission der RN bei den indirekten Gesprächen mit der sandinistischen Regierung waren.Google Scholar
  189. Zu den Agrarreformen siehe u.a. Wunderich (1985), Ruben/ Groot (1988), Enriquez (1991), Groot (1993).Google Scholar
  190. Im Original lautet die Interviewpassage: “Nosotros sabiamos prefectamente al triunfar la revolución que si el fiente Sandinista convocaba a elecciones iba a obtener un éxito rotundo. Sin embargo, el hecho de que el poder revolucionario haya surgido de una lucha armada masiva en la que participó, bajo diferentes formas de lucha, todo el pueblo nicaragaense, nos proporcionó una legitimidad de mayor calidad que la que puede dar-nos una nueva elección civil… Cuando la voluntad del pueblo se expresa en una lucha armada contra un poder antipopular, el poder que surge tiene un asidero histórico que no requiere de otra fuente de legitimidad” (Wheelock 1985a: 77).Google Scholar
  191. Im Original lautet die Interviewpassage: “Lo analizamos, pero vimos ocras tareas mas urgentes para el pueblo, que en ese momento no estaba pensando en votar, sino que (odo el mundo tuviera empleo, comida, atención médica. Con una mentalidad bastante magica iodas esperaban que Nicaragua cambiara de la noche a la mairana. Nos occupamos en primer lugar de darle forma a una estructura que permitiera afrontar esos problemas. No hay que olvidar que aqui no se derrocó a un gobierno, sino que se destruyó Lodo el Estado. Al dia siguiente del triunfo no había ejército, ni tribunales, ni goder legislativo, ni gobierno. Entonces tuvimos que organizar todo eso y dejar las elecciones para mas adelante” (Invemizzi et al. 1986: 84 f.).Google Scholar
  192. Im Original lautet die entsprechende Textpassage:Para el Frente Sandinista, la democracia no se mide únicamente en el terreno politico y no se reduce solamente a la participación del pueblo en las elecciones. Democracia no es simplemente elecciones. Es algo mas, mucho mas. Para un revolucionario, para un sandinista, significa PARTICIPACION del pueblo en los asuntos politicos, económicos, sociales y culturales. Mientras mas tome parte el pueblo en esa materia sera mas democratico. Y hay que decirlo de una vez por todas, la democracia ni empieza ni termina con las elecciones. Es un mito el querer reducir la democracia a esa condición. La democracia se inicia en el orden economico, cuando las desigualdades sociales principian a debilitarse, cuando los trabajadores, los campesinos mejoran sus niveles de vida. Ala se orgina la verdadera democracia“. Die Erklärung ist abgedruckt in:OEA, Comisión Interamericana de Derechos Humanos (1981: 129 f.).Google Scholar
  193. Vgl. auch die entsprechenden Interviewpassagen in: Invemizzi et al. (1986: 79 ff.)Google Scholar
  194. Dunkerley (1990: 234) vertrat aus diesem Grund sogar die Ansicht: “The delay of five years in holding a national poll after the revolution should, therefore, be seen as just as much a function of popular lack of interest as ist was the result of FSLN policy”.Google Scholar
  195. Vgl. etwa die Zitatensammlung in der von der konservativen Opposition herausgegebenen Zeitschrift Revista de Pensamiento Centroamericano, 1983, Nr.181, S.119 f.; siehe auch Godoy ( 1992: 183 ).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1996

Authors and Affiliations

  • Michael Krennerich
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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