Advertisement

Punk und Pop. Die siebziger und achtziger Jahre

  • Dieter Baacke

Zusammenfassung

Mit den Beatles hatte die erfolgreichste Rock-Band der sechziger Jahre ihre großen Erfolge gefeiert. Die Beatles hatten den Rock‚n‘Roll aus den USA abgelöst. Sie gehörten ursprünglich zu den Liverpooler Beat-Bands; das Musizieren hatten sie wie viele andere beim Skiffeln gelernt. Auch diese Gruppe entstand einst inmitten sozialer Spannungsfelder, wie sie in den Docks und Slums von Liverpool sinnlich und sichtbar wurden. Die jungen Musiker, zwischen 16 und 19 Jahre alt, spielten in Liverpooler Clubs; es gab etwa 400 Bands und zehn- bis zwanzigtausend junge Liverpooler, die den Kern der Beatszene ausmachten (Kaiser 1972, S. 336). Die Transformation fand statt, als die Kommerzialisierung des Rock einsetzte. Dazu mußte man nach London ziehen, wo die großen Schallplattengesellschaften ihren Sitz hatten. Also zog Brian Epstein, der die Beatles im Liverpooler Cavern-Club entdeckt hatte, nach London, um einen Schallplattenvertrag auszuhandeln. Damit begann der Aufstieg der Beatles, freilich auch ihre Loslösung aus der Liverpooler Szene. Im Jahre 1962 waren sie zum ersten Mal in die englische Hitparade gekommen, ein Jahr später waren sie nationale Berühmtheiten. Das Musikgeschäft, bisher von den USA beherrscht, belebte sich am Rock nun auch in Europa. Die Beatles verfeinerten mit jeder LP ihre Arrangements, erhielten schließlich königliche MBE-Orden und wurden von den internationalen Feuilletons kunstkritisch gewürdigt. John Lennon: „Da war dieser Typ in England, Wiliam Mann, der als erster Intellektueller über die Beatles in der Times schrieb und die Leute dazu brachte, sich über uns intellektuell zu unterhalten. Er schrieb von äolischen Kadenzen und solchen musikalischen Begriffen, und er schrieb wirklich Scheiße. Aber er machte uns bei den Intellektuellen glaubwürdig.“ (zit. bei Kaiser ebd. S. 340).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Allan, R. (1977): Punk Rock. London.Google Scholar
  2. Allan, R. (1979): Skinhead. London.Google Scholar
  3. Amman, J. (1987): Who’s been sleeping in my brain? Interviews Post-Punk. Frankfurt.Google Scholar
  4. Anscombe, I./Blair, D. (1978): Punk. New York.Google Scholar
  5. Baacke, D. (19932): Jugend und Jugendkultur. Darstellung und Deutung. Weinheim.Google Scholar
  6. Büsser, M. (1995): if the kids are united. Von Punk zu Hardcore und zurück. (Bezug: Jens Neumann, Nerotalstraße 38, 55124 Mainz)Google Scholar
  7. Clarke, J. u.a. (1979): Jugendkultur als Widerstand. Frankfurt/M.Google Scholar
  8. Cohn, N.: Ursprünge, in: K. Humann (1984): Das rowohlt Lesebuch der rockmusik, S. 29–37.Google Scholar
  9. Coun, C. (1982): 1988: The New Wave Punk-Rock Explosion. London.Google Scholar
  10. Dewes, K. (1986): Punk. Was uns kaputt macht, was uns anmacht. München.Google Scholar
  11. Döbbeling, W. (1980): Good Times Bad Times. Ein Rückblick auf die New Wave 1975–79, in: T. Kneif (Hg.): Rock in den 70ern. Jazzrock, Hardrock, Folkrock und New Wave. Reinbek, S. 246–281.Google Scholar
  12. Estelman, L.D. (1986): Der Oklahoma-Punk. Frankfurt/Berlin.Google Scholar
  13. Frith, S.: Zur Ideologie des Punk, in: J. Gülden/K. Humann (Hgg.) (1978), S. 25–32.Google Scholar
  14. Frith, S. (1981): Jugendkultur und Rockmusik. Soziologie der englischen Musikszene, Reinbek.Google Scholar
  15. Groen, B. (1990): Sexpistols. Chaos! London/New York/Sydney.Google Scholar
  16. Gülden, J./Humann, K., (Hgg.) (1978): Rock Session 2. Magazin der populären Musik, Reinbek.Google Scholar
  17. Hartmann, W.: Patti Smith, in: J. Gülden/K. Humann (Hgg.) (1978). Reinbek. S. 84–111.Google Scholar
  18. Humann, K. (Hg) (1984): Das rowohlt-lesebuch der rockmusik, Reinbek.Google Scholar
  19. Hurley, B. (1989): Making a scene. New York.Google Scholar
  20. Jones, A.: Punk — Die verratene Revolution, in: J. Gülden/K. Humann (Hgg.) (1978): Rock Session 2, Reinbek, S. 5–24Google Scholar
  21. Kaiser, R.: (1972) RockZeit. Stars, Geschäfte und Geschichte der neuen Pop-Musik, Düsseldorf.Google Scholar
  22. Klempnauer, G. (1986): Ich will raus. Jugend und Rockmusik der 50er bis 80er Jahre. Interviews und Reportagen, Wuppertal.Google Scholar
  23. Kneif, T. (19822): Sachlexikon der Rockmusik: Instrumentale, Stile, Techniken, Industrie und Geschichte, Reinbek.Google Scholar
  24. Knight, N. (1982): Skinhead London.Google Scholar
  25. Königstein, H.: Deutscher Straßenfilm, in: K. Humann (Hg.) (1984): Das rowohlt Lesebuch der rockmusik. S. 158–166.Google Scholar
  26. Lau, Th. (1992): Die heiligen Narren: Punk 1976–1986, Berlin, New York.Google Scholar
  27. Lindner, R. (Hg.) (1977): Punkrock oder: Der vermarktete Aufruhr. Frankfurt.Google Scholar
  28. Matlock, G. (1990): I was a teenage-sexpistol. London/New York/Sydney.Google Scholar
  29. Matti, R. (1982): No Future. Punk— Von Anfang bis zum vorläufigen Ende. Basel.Google Scholar
  30. May, M. (1986): Provokation Punk. Versuch einer Neufassung des Stilbegriffes in der Jugendforschung. Frankfurt.Google Scholar
  31. Mead, M. (1988): Skinhead Girl. London.Google Scholar
  32. Penth, B./Franzen, G. (1982): Last Exit. Punk: Leben im toten Herzen der Städte. Reinbek.Google Scholar
  33. Salzfinger, H.: Ein Revolutionär (1984), in: K. Humann, das rowohlt Lesebuch der rockmusik, Reinbek, S. 105.Google Scholar
  34. Schmidt-Joos, S./Graves, B. (1973): Rock-Lexikon. Reinbek.Google Scholar
  35. Schwaner, T.: Reggae. Volksmusik aus Babylon, in: J. Gülden/K. Humann (Hgg.) (1977): Rocksession I Magazin der populären Musik, Reinbek, S. 68–90.Google Scholar
  36. Seffcheque, X.: Public Image Limited. Hirn im Bauch, in: W. Hartmann/G. Pott (Hgg.) (1982): Rock Session 6, Reinbek, S. 29–43.Google Scholar
  37. Skai, H. (1981): Punk. Versuch der künstlerischen Realisierung einer neuen Lebenshaltung. Hamburg.Google Scholar
  38. Stark, J./Kurzawa, M. (1981): Der große Schwindel? Punk — New Wave — Neue Welle. Frankfurt.Google Scholar
  39. Thomas, D. (1988): Johnny Rotten. In his own words. London/New York/Cologne/Sydney.Google Scholar
  40. Vermorel, F. and J. (1987): Sexpistols. The inside story. London.Google Scholar
  41. Wolfe, T.: Der erste Tykoon der Teenager (1984), in: K. Humann, das rowohlt Lesebuch der rockmusik, Reinbek, S. 90–104.Google Scholar
  42. Wood, L. (1988): Sexpistols. Day by Day. The sexpistols diary. London/New York/ Cologne/Sydney.Google Scholar
  43. Zimmermann, P. (1984): Rock’n Roller, Beats und Punks Rockgeschichte und Sozialisation, Essen.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Dieter Baacke

There are no affiliations available

Personalised recommendations