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Individuelle Arbeitsmarktchancen und berufliche Anforderungen im Transformationsprozeß

Analysen mit Daten des Sozio-ökonomischen Panels (Ost)
Chapter
Part of the Schriftenreihe „Sozialstrukturanalyse“ book series (SSA, volume 2)

Zusammenfassung

Der radikale und mit enormem Tempo vorangetriebene Umbau des gesamten Wirtschaftssystems der neuen Bundesländer führt zwangsläufig zu einer nachhaltigen Veränderung der Berufsstruktur. Dies betrifft sowohl den Umfang und die Art der angebotenen Arbeitsplätze als auch die Anforderungen an die Qualifikationen der Arbeitnehmer. Die DDR kennzeichnete gegenüber der “alten” Bundesrepublik eine “Tertiärisierungslücke” (Geißler 1991b, 183), wobei im Dienstleistungssektor zudem große intrasektorale Unterschiede festzustellen waren. Wenn nun — wie politisch (vgl. Plander 1991) und ökonomisch (vgl. Franz 1991)2 angestrebt — eine Anpassung der Wirtschaftsstruktur im Beitrittsgebiet erfolgt, so ist ein drastischer Beschäftigungsrückgang insbesondere im primären und sekundären Wirtschaftssektor zu erwarten, der durch die wenigen Wachstumsbranchen im privaten Dienstleistungsbereich (vor allem Banken und Versicherungen, der wiederbelebte alte Mittelstand und die freien Berufe) nicht aufgefangen werden kann (vgl. Priewe und Hickel 1991, 32ff.; Lutze und Steher 1991, 51ff.). Obwohl der wirtschaftsstrukturelle Umbruch die gesamte Volkswirtschaft erfaßt, ergeben sich somit durch die unterschiedlichen Entwicklungs- und Anpassungschancen einzelner Wirtschaftsbereiche starke sektorale Differenzierungen und verschiedene zeitliche Verläufe des Umbauprozesses.

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Literatur

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1993

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