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Sozialstruktur und Systemtransformation

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Part of the Schriftenreihe „Sozialstrukturanalyse“ book series (SSA, volume 2)

Zusammenfassung

“Systemtransformation” in der DDR/in den NBL ist ein in wesentlichen Punkten einmaliger Vorgang. Zwar ist der Zusammenbruch des (sozialistischen) Gesellschaftssystems nicht auf dieses Land beschränkt, aber er weist in wesentlichen Punkten Eigenarten auf, die sich in den anderen Ländern nicht vorfinden lassen: diese ergeben sich einfach daraus, daß hierzulande ein (wie auch immer) funktionierendes System einfach “übernommen” wird, während die anderen Länder neue Wege völlig auf sich gestellt gehen — was man sowohl als Vorteil wie als Nachteil deuten kann. Allerdings folgt aus der Art und Weise der spezifisch deutschen (ostdeutschen) Transformationsprozesse eine wesentliche Besonderheit: die hiesigen Verhältnisse werden recht eigentlich nicht “transformiert” (was eine gewisse Prozeßhaftig-keit, bestimmte Übergangsformen etc. einschlösse) — sie werden einfach beendet. Das hat Konsequenzen. Während sich in den anderen Ländern neue Strukturen allmählich herausbilden, erfolgt die Übertragung neuer Verhältnisse in unserem Fall schlagartig, damit ohne die Chance allmählicher sozialer Lernprozesse. Die Gesamtheit der Vorgänge läßt sich somit als “umfassender Strukturbruch” definieren, nicht nur im Hinblick auf Makrostrukturen wie Eigentums- und Machtverhältnisse, sondern letztlich in der Gesamtheit alltäglicher Lebensbedingungen.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1993

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