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Politisches Interesse und politische Informationsquellen

  • Ursula Hoffmann-Lange
  • Ulrike Six
Chapter

Zusammenfassung

Umfrageergebnisse zum politischen Interesse, aber auch die Ergebnisse für die Wahlbeteiligung verschiedener Alterskohorten haben gezeigt, daß das Niveau des politischen Interesses und der politischen Partizipation Jugendlicher unter dem der Erwachsenenbevölkerung liegen. Bei der Wahlbeteiligung betrug beispielsweise die Differenz zwischen den Erstwählern und der Gesamtwählerschaft bei der Bundestagswahl 1990 ganze 11.6%, nämlich 64.7% im Vergleich zu 76.3%.39 Dabei liegt die Wahlbeteiligung der Erstwähler stets noch über der der nächsten Altersgruppe der 21- bis 25jährigen, die mit 61.8% insgesamt 14.5% unter dem Durchschnitt lag (vgl. H.L. Mayer, 1991). Diese geringere Einbindung jüngerer Menschen ist nicht auf die Bundesrepublik beschränkt, sondern läßt sich in allen westlichen Demokratien beobachten. Sie ist darauf zurückzuführen, daß die Entwicklung stabiler politischer Orientierungen Ergebnis eines längeren Sozialisationsprozesses ist, dessen Abschluß erst mit der Einbindung in das Berufsleben und der Übernahme der vollen Erwachsenenrolle erreicht wird.

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Literatur

  1. 44.
    Vgl. z.B. Wilke (1989) sowie die dort angegebene Literatur.Google Scholar
  2. 45.
    Vgl. hierzu z.B. Oberreuter (1987); Kaase (1989); Schulz (1989); Wilke (1989); aus der DDR-Medienforschung vgl. z.B. Wiedemann/Stiehler u.a. (1984).Google Scholar
  3. 46.
    So kommt Ludes (1991: 212) auf der Grundlage von Experteninterviews mit Journalisten des DDR-Femsehens im Frühjahr 1990 und mit Journalisten von ARD und ZDF im Frühjahr und Herbst 1990 sowie unter Einbeziehung von “zivilisationstheoretischen und mediensoziologischen Aspekten” sogar zu dem Schluß: “Nur mit Hilfe des Westfemsehens hat sich die Entwicklung in der DDR beschleunigt, wodurch die SED-Führung derart in Handlungs- und Legitimationszwang geriet, daß die Oppositionsbewegung nach und nach die Initiative an sich reißen konnte… Die aktuelle Fernsehberichterstattung hat die Revolution nicht gemacht, aber einer revolutionären Situation schneller zum Durchbruch verholfen…”.Google Scholar
  4. 47.
    Zur Rolle der Massenmedien im Prozeß der politischen Sozialisation siehe z.B. Bonfadelli (1981); vgl. außerdem verschiedene Beiträge in Nimmo/Sanders (1981) sowie in Kaase/Schulz (1989).Google Scholar
  5. 48.
    Vgl. z.B. Sturm (1991).Google Scholar
  6. 49.
    Vgl. dazu z.B. Bonfadelli (1981 und 1990); für Ergebnisse aus der ehemaligen DDR vgl. Wiedemann/Stiehler u.a. (1984).Google Scholar
  7. 50.
    Zu Ergebnissen aus der ehemaligen DDR vgl. z.B. Wiedemann/Stiehler u.a. (1984), Friedrich (1987).Google Scholar
  8. 51.
    Vgl. z.B. Bonfadelli (1981), Patzelt (1988), Pfetsch/Kutteroff (1988).Google Scholar
  9. 52.
    Vgl. dazu z.B. die bei Bonfadelli (1981) aufgeführten Ergebnisse aus dem internationalen Bereich sowie für Daten aus der ehemaligen DDR z.B. Wiedemann/Stiehler u.a. (1984). Stiehler (1990) führt folgende Zeitreihe von Prozentwerten bei DDR-Schülern für die “Mediennutzung zur Information über das politische Geschehen” an: 1988 nutzten 45% hierfür mindestens mehrmals wöchentlich das DDR-Femsehen und 80% ARD/ZDF; die entsprechenden Werte für 1989 lagen bei 81% und 85%, für 1990 bei 58% und 80%. Den BRD-Rundfunk nutzten 1988 mindestens mehrfach wöchentlich für politische Informationen: 74%; 1989: 84%; 1990: 72%; den DDR-Rundfunk nutzten 35% im Jahr 1988, 55% 1989 und 29% 1990. 1988 nutzten außerdem mindestens mehrmals wöchentlich 67% der Schüler DDR-Zeitungen für politische Informationen, 1989 waren es 82%; 1990 nutzten 67% der Schüler mindestens mehrmals wöchentlich hierfür “alte” DDR-Zeitungen, 15% “neue” DDR-Zeitungen und 51% BRD-Zeitungen.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Ursula Hoffmann-Lange
  • Ulrike Six

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