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Einleitung

  • Renate Fricke-Finkelnburg

Zusammenfassung

Mehr als vierzig Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland ist der Bereich Schule und Nationalsozialismus trotz einer Vielzahl von Veröffentlichungen noch immer nicht hinreichend erforscht. Die Bearbeitung dieses historischen Problemfeldes begann in der Bundesrepublik Mitte der sechziger Jahre mit einer ersten systematischen Studie zur Schulpolitik der Zeit nach 1933.1 Darin wurden vor allem die strukturellen Veränderungen im Bildungswesen sowie die entscheidenden inhaltlichen Eingriffe und Umorientierungen untersucht. Wenig später erschien die erste Quellensammlung.2 Die dafür ausgewählten Texte dokumentierten vor allem die Absichten und Ziele der nationalsozialistischen Erziehung. Schulpolitische Maßnahmen, wie sie sich in amtlichen Erlassen und Verordnungen spiegeln, waren für diese Edition nur von untergeordneter Bedeutung.3 Dasselbe gilt für die erste Dokumentation zum Sportunterricht, die 1966 erschien.4

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. Rolf Eilers, Die nationalsozialistische Schulpolitik, Köln, Opladen 1963.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Hans —Jochen Gamm, Führung und Verführung, München 1964.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. dazu auch Wolfgang W. Wittwer, Die Geschichte der deutschen Bildungspolitik als Gegenstand und Aufgabe der Geschichtswissenschaft, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 26, 1975, S. 261 f.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Hajo Bernett, Nationalsozialistische Leibeserziehung. Eine Dokumentation ihrer Theorie und Organisation, Schorndorf 1966.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Karl Christoph Lingelbach, Erziehung und Erziehungstheorien im nationalsozialistischen Deutschland, Weinheim, Berlin, Basel 1970, Hubertus Kunert, Deutsche Reformpädagogik und Faschismus, Hannover 1973.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. u.a. Alex Diel, Die Kunsterziehung im Dritten Reich. Geschichte und Analyse, München 1969, Peter Hasubek, Das Deutsche Lesebuch in der Zeit des Nationalsozialismus, Hannover 1972, Gernot Friese, Anspruch und Wirklichkeit des Sports im Nationalsozialismus, Ahrensburg 1974.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. u.a. Horst Ueberhorst (Hrsg.), Elite für die Diktatur. Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten 1933 —1945. Ein Dokumentarbericht, Düsseldorf 1969, Harald Scholtz, NS — Ausleseschulen, Göttingen 1973.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. u.a. Kurt—Ingo Flessau, Schule der Diktatur. Lehrpläne und Schulbücher des Nationalsozialismus, München 1977, Renate Fricke—Finkelnburg, Nationalsozialistische Schulpolitik, in: Peter Meyers, Dieter Riesenberger (Hrsg.), Der Nationalsozialismus in der historisch—politischen Bildung, Göttingen 1979, S. 94–119, Elke Nyssen, Schule im Nationalsozialismus, Heidelberg 1979, Manfred Heinemann (Hrsg.), Erziehung und Schulung im Dritten Reich, 2 Bde., Stuttgart 1980, Harald Scholtz, Erziehung und Unterricht unterm Hakenkreuz, Göttingen 1985.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. u.a. Ottwilm Ottweiler, Die Volksschule im Nationalsozialismus, Weinheim und Basel 1979, Manfred Höck, Die Hilfsschule im Dritten Reich, Berlin 1979.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. u.a. Helmut Genschel, Politische Erziehung durch Geschichtsunterricht. Der Beitrag der Geschichtsdidaktik und des Geschichtsunterrichts zur politischen Erziehung im Nationalsozialismus, Frankfurt/M. 1980, Hajo Bernett, Sportunterricht an der nationalsozialistischen Schule. Der Schulsport an den höheren Schulen Preußens 1933 —1940, Sankt Augustin 1985.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. u.a. Willi Feiten, Der nationalsozialistische Lehrerbund. Entwicklung und Organisation, Weinheim 1981, Marion Klewitz, Lehrersein im Dritten Reich, Weinheim 1987.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. u.a. Meine Schulzeit im Dritten Reich. Erinnerungen deutscher Schriftsteller, hrsg. von Marcel Reich — Ranicki, Köln 1982.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. für viele Matthias Andrich, Guido Martin, Schule im 3. Reich. Die Musterschule. Ein Frankfurter Gymnasium 1933 —1939, Frankfurt/M. 1983, Arbeitsgruppe Pädagogisches Museum (Hrsg.), Heil Hitler, Herr Lehrer. Volksschule 1933–1945. Das Beispiel Berlin, Reinbek 1983, Manfred Köhler, Die Volksschule Harsum im Dritten Reich. Widerstand und Anpassung einer katholischen Dorfschule, Hildesheim 1985, Rudolf Willenborg, Die Schule muß bedingungslos nationalsozialistisch sein. Erziehung und Unterricht im Dritten Reich, Vechta 1986.Google Scholar
  14. 14.
    Heinrich Kanz (Hrsg.), Der Nationalsozialismus als pädagogisches Problem. Deutsche Erziehungsgeschichte 1933–1945, Frankfurt/M., Bern, New York 1984.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. hierzu u.a. Karl Christoph Lingelbach, Gibt es eine “faschistische Pädagogik”? in: Demokratische Erziehung 5, 1979, S. 40 f., mit Verweisen auf Broszat, Jäckel und Hitlers Tischgespräche. Vgl. auch Lingelbach, Erziehung, S. 27.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Adolf Hitler, Mein Kampf, München 1942 (691. —695. Aufl.), S. 451–487. Es wird nach dieser Ausgabe zitiert. Zur Bedeutung dieser Ausführungen für die NS — Schulpolitik vgl. u.a. Eilers, Schulpolitik, S. 106, der von “kanonischer Geltung”, und Lingelbach, Erziehung, S.30, der vom “pädagogischen Dogma” spricht. Vgl. auch Nyssen, Schule, S. 19, und Hubert Rohde, Der Nationalsozialismus im zeitgeschichtlichen Unterricht. Am Modell “Nationalsozialistische Erziehung” durchgeführt, Freiburg, Basel, Wien 1965, S. 45.Google Scholar
  17. 17.
    Hitler, Mein Kampf, S. 452 (im Original gesperrt). Vgl. hierzu auch Kapitel 3, Dokument 1 und 3 (Ausleseerlasse).Google Scholar
  18. 18.
    Frick war zu dieser Zeit, soweit das Reich überhaupt Kompetenzen besaß, für schulpolitische Fragen zuständig. Die Rede ist u.a. wiedergegeben in: Dokumente der deutschen Politik, hrsg. von Paul Meier—Benneckenstein, Bd. 1, Berlin 1935, S. 266–277. Vgl. zur Absicht der Rede ebenda, S. 267: “Überstürzte Versuche, Augenblicksmaßnahmen sind hier fehl am Platze. Der organische Staatsgedanke, dessen Sieg wir erreicht haben, verlangt gerade auf dem Gebiete der Erziehung einen klaren Blick, eine ruhige Hand und einen auf lange Dauer wirkenden stahlharten Willen.”Google Scholar
  19. 22.
    So hatte es ein zeitgenössischer Autor gefordert. Vgl. Hans—Joachim von Schumann, Die nationalsozialistische Erziehung im Rahmen amtlicher Bestimmungen, Langensalza, Berlin, Leipzig 0.1. (ca. 1934 ), S. 31.Google Scholar
  20. 24.
    Vgl. u.a. Eilers, Schulpolitik, S. 126 f., Nyssen, Schule, S. 91. Vgl. auch Alfred Homeyer (Bearb.), Die Neuordnung des höheren Schulwesens im Dritten Reich. Sammlung der wichtigsten diesbezüglichen Gesetze, Erlasse und Verfügungen seit Januar 1933, Berlin 1939 (mit Nachtragen bis 1943 ), S. C 1 (7. Nachtrag), der auf einen Erlaß vom März 1941 aufmerksam macht, in dem darauf hingewiesen worden sei, “daß über den Mangel an elementarem Wissen und Können bei den Schülern lebhaft geklagt” würde.Google Scholar
  21. 25.
    Vgl. hierzu ausführlicher Fricke—Finkelnburg, Schulpolitik, S. 96 ff. Harald Scholtz, Erziehung, S. 47 ff., dazu die Übersicht S. 50–55, unterteilt die Phasen zeitlich etwas anders.Google Scholar
  22. 27.
    Vgl. Erste Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 2.2.1934, RGBI. 1934 I, S. 81.Google Scholar
  23. 30.
    Vgl. RGBI. 1933 I, S. 175, Zentrbl. 1933, S. 216, Nr. 264. Zugehörigkeit von Beamten usw. zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, vom 7.8.1933, A 1736/33. Damit wurde allen SPD—Mitgliedern, die nicht schriftlich ihre Lösung von der SPD erklärten, die Entlassung angedroht. Zentrbl. 1933, S. 184, Nr. 216. Auflösung der Bezirkslehrerräte, vom 4.7.1933, U II A 1209 A., ebenda, S. 215, Nr. 263. Eingaben und Anträge von Beamten usw. an die Behörden, vom 5.8.1933, A 1872., und Zentrbl. 1934, S. 192, Nr. 215. Einsichtnahme in die Personalakten, vom 8.5. 1934, I C 3300 /12. 4.Google Scholar
  24. 31.
    Vgl. Zentrbl. 1934, S. 43, Nr. 35. Leitgedanken zur Schulordnung, vom 20.1. 1934, U II G 3186/33 U II O, U II C, und ebenda, S. 327, Nr. 356. Schaffung von Schulgemeinden und Berufung von Jugendwaltern, vom 24.10.1934, U II A 2514.Google Scholar
  25. 34.
    Vgl. Deutsch.Wiss.Erziehg.Volksbildg. 1941, S. 29, Nr. 43. Schuljahrbeginn in Deutschland, vom 7.1.1941, E III a 2828 E II, E I V, E V, R V (a).Google Scholar
  26. 35.
    Die Edition orientiert sich dabei an Johannes Schultze, Richtlinien für die äußere Textgestaltung bei Herausgabe von Quellen zur neueren Geschichte, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 102, 1966, S. 1–10, Heinz Boberach, Zur Edition zeitgeschichtlicher Quellen, in: Jahrbuch der historischen Forschung in der Bundesrepublik Deutschland, Berichtsjahr 1985, 1986, S. 61–68, und Rudolf Morsey, Friedrich Kahlenberg, Edition zeitgeschichtlicher Quellen, Arbeitspapier, vorgelegt auf dem XIV. Internationalen Kongreß der Historischen Wissenschaften San Francisco 1975.Google Scholar
  27. 36.
    Zur Auseinandersetzung um die Gemeinschaftsschule vgl. u.a. Franz Sonnenberger, Der neue “Kulturkampf”. Die Gemeinschaftsschule und ihre historischen Voraussetzungen, in: Bayern in der NS—Zeit III. Herrschaft und Gesellschaft im Konflikt, Teil B, hrsg. von Martin Broszat, Elke Fröhlich, Anton Grossmann, München, Wien 1981, S. 235–327.Google Scholar
  28. 37.
    und 1934: Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen, hrsg. in dem Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Ab 1935: Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Amtsblatt des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und der Unterrichtsverwaltungen der LänderGoogle Scholar
  29. 38.
    Vgl. die Angaben im Abkürzungsverzeichnis. Bei Erlassen, die im Amtsblatt nicht veröffentlich wurden, ist als Quelle jeweils die erste Fundstelle angegeben. Auf weitere Nachweise wird verzichtet.Google Scholar
  30. 39.
    Vgl. Zentrbl. 1933, S. 23, Nr. 22. Geschäftsverteilungsplan im Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, vom 14.1. 1933, Bekanntmachung. B. 60.Google Scholar
  31. 40.
    Vgl. Handbuch der Erziehung, Jahrgang 1, Berlin 1937, S. 1–5, Geschäftsverteilungsplan des Reichs— und Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Weitere Jahrgänge des Handbuchs sind nicht erschienen.Google Scholar

Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH, Opladen 1989

Authors and Affiliations

  • Renate Fricke-Finkelnburg
    • 1
  1. 1.Fakultät für GeschichtswissenschaftUniversität BielefeldDeutschland

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