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Totenkult und Rebellion — Rechtsextremistische Orientierung als Reaktion auf die Erfahrung sozialer Marginalität

  • Luise Wagner-Winterhager

Zusammenfassung

Um zu erklären, weshalb gegenwärtig eine sich vergrößernde Anzahl von Jugendlichen der Geburtenjahrgänge 1960 bis 1970 von rechtsextremistischen Organisationen und Mentalitäten mit faschistischem Gepräge angezogen wird, reicht der Hinweis auf das Szenario, aus dem der klassische „autoritäre Charakter“ sich bildete, nicht mehr aus. Dieses klassische Szenario bestand aus einem starken Vater, der sich mit entliehener Autorität dem Kind als eine übermächtige Straf-und Machtfigur präsentierte, einer gefügig-unterwürfigen Mutter, die mit dem Vater im Bündnis stand, gleichzeitig aber auch dessen Härten zu mildern verstand, dazu harte und gewalttätige öffentliche Erzie­hungsinstitutionen, in denen sich die häusliche Allmacht und Willkür des Vaters noch einmal wiederholte, diesmal versehen mit den Weihen der öffent­lich-legitimierten Machtausübung im Auftrag eines eigenartig-großmächtigen Wesens namens „Staat“.

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Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH, Leverkusen 1985

Authors and Affiliations

  • Luise Wagner-Winterhager

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