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Hinführung der Jugend zur politischen Verantwortung und zu politischem Engagement

  • Klaus Wasmund

Zusammenfassung

Was die Themenstellung der Arbeitsgruppe betrifft, so erscheint eine Vorbemerkung angebracht, um möglichen Mißverständnissen vorzubeugen. Die Formulierung „Hinführung der Jugend zur politischen Verantwortung und zu politischem Engagement“ könnte suggerieren, daß es über das verfassungsrechtlich normierte demokratische Procedere hinaus einen vorgegebenen gesellschaftlich-politischen Bereich gebe, der nicht kontrovers ist und dem sich die Jugend vorbehaltlos anzupassen habe bzw. an den die Jugend angepaßt werden müsse. Aufgabe der politischen Bildung wäre dann, für diesen affirmativen Hinfiihrungsprozeß theoretische und praktische Hilfestellungen zu geben. Es ist aber davor zu warnen, „Hinführung“ mit kritikloser Anpassung an das Vorgefundene gleichzusetzen und der nachwachsenden Generation damit die Chance zu nehmen, eigene Interessen, Bedürfnisse und Glücksansprüche zu definieren und durchzusetzen. „Hinführung“ der Jugend zu politischer Verantwortung darf nicht darauf hinauslaufen, diese als getreues Abbild der Erwachsenen und ihrer Wertewelt sozialisieren zu wollen und eine gelungene politische Sozialisation in erster Linie darin zu sehen, daß die junge Generation sich konfliktlos in die Gesellschaft einpaßt und die Werte und Leitbilder der älteren Generation übernimmt, ohne sie auf ihre Tauglichkeit für den eigenen Lebensentwurf zu überprüfen.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Klaus Dieter Hartmann: Wünsche und Vorstellungen von Primanern über die thematische und methodische Gestaltung des Politikunterrichts. In: Gegenwartskunde 1979, H. 2, S. 171–182, ebd. S. 176.Google Scholar
  2. 2.
    Repräsentativumfrage der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF — Politbarometer, Sept. 1980 ) Vgl. K. Wasmund: Jugendliche — Neue Bewußtseinsformen und politische Verhaltensweisen. Stuttgart 1982, S. 64 ff.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Hans Joachim Veen: Mit den Risiken wächst die Zuversicht. Jüngste Meinungsdaten zur politischen Kultur und den Wertorientierungen Jugendlicher. In: FAZ v. 2.5. 1984, S. 9.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Jürgen Fijalkowski: Alternativbewegungen und Politik: Negation oder Innovation? In: H. H. Hartwich (Hrsg.): Gesellschaftliche Probleme als Anstoß und Folge von Politik. Opladen 1983, S. 27–44, ebd. S. 29.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Der Spiegel Nr. 13, 1980, S. 32.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Hans Rattinger: Das Wahlverhalten der Arbeitslosen bei der Bundestagswahl 1980. In: W.-D. Eberwein: Politische Stabilität und Konflikt. Sonderheft der PVS 14/1983, S. 94–11, ebd. S. 108.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Klaus Wasmund: Jugend und politische Kultur. In: Politische Bildung mit Jugendlichen. Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 201. Bonn 1983, S. 17–35.Google Scholar

Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH, Leverkusen 1985

Authors and Affiliations

  • Klaus Wasmund

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