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Mittel, Wege und Wirkungen geschlechtsspezifischer Erziehung

  • Carol Hagemann-White
Part of the Alltag und Biografie von Mädchen book series (AUB, volume 1)

Zusammenfassung

Die Frage nach unterschiedlichem Erziehungsverhalten gegenüber Mädchen und Jungen kann nicht von der Voraussetzung ausgehen, daß dadurch verschiedene Charaktere bewirkt oder hergestellt würden. Aus der Feststellung von Erziehungsmaßnahmen ist noch kein Schluß auf den Erziehungserfolg zu gewinnen; selbst massiver sozialer Druck kann auch das Gegenteil seines Ziels bewirken. Die in diesem Abschnitt zu beschreibenden Mittel und Wege geschlechtsspezifischer Erziehung vermitteln der heranwachsenden Generation vor allem, daß das gleiche Verhalten unterschiedliche Bedeutung hat, je nachdem, ob ein Junge oder ein Mädchen es tut. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Geschlechtsnormen zugleich auch Altersnormen sind: Was als weiblich oder männlich gilt, ist für verschiedene Altersgruppen unterschiedlich definiert. Es wird als „für ihr Alter normal“ eingeschätzt, wenn Mädchen und Jungen im Grundschulalter getrennt spielen wollen, für 15jährige gilt der Wunsch nach Aktivitäten gemeinsam mit dem anderen Geschlecht als „normal“. Bei Achtjährigen ist es für Mädchen eher typisch, daß sie gut im Rechnen sind und gerne rechnen; bei Achtzehnjährigen ist starkes Interesse an Mathematik eher untypisch. Daher ist anzunehmen, daß auch die Mittel und Wege der Erziehung altersspezifisch in ihrer Wirksamkeit sind.

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© Leske Verlag + Budrich GmbH, Leverkusen 1984

Authors and Affiliations

  • Carol Hagemann-White

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