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Das Lernen

  • Friedrich Rost
Chapter
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Zusammenfassung

Bitte überschlagen Sie diese Seiten nicht! — Wir lernen immer und überall, was uns oft gar nicht bewusst ist. Unsere Lernfähigkeit ist eine Grundvoraussetzung des menschlichen Lebens. So lernen wir — hoffentlich — aus Fehlern, die wir gemacht haben, und Sie könnten jetzt nicht studieren, wenn Sie nicht schon etliches in der Schule gelernt und entsprechende Leistungen erbracht hätten. Insofern haben Sie Ihre eigene Lernbiographie, Ihre individuellen Lerngewohnheiten und sind damit nicht schlecht gefahren. Dennoch gibt es einige spezielle Probleme des studentischen Lernens, von denen in diesem Kapitel ausgegangen wird, so z. B., dass
  • (hoch-)schulisches Lernen traditionellen Mustern folgt, die eine weitgehende Passivität des Lernenden fördern,

  • die Fähigkeit zu eigenständigem Lernen vom Studienbeginn an von den Dozenten aber vorausgesetzt wird, obwohl die Schulen es oft versäumt haben, ihren Schülern dieses selbstständige Lernen beizubringen,

  • die universitären Lerninhalte meist wenig anschaulich unterrichtet werden, sodass Studierende demotiviert werden,

  • dass Lern- und Leistungskontrollen in vielen Studiengängen eher selten und für den eigentlichen Lernprozess meist zu spät stattfinden, d. h., es gibt kaum bzw. nicht zum richtigen Zeitpunkt eine Rückmeldung über Lernerfolg und Leistungsstand.

Zahlreiche, z. T. unklare und widersprüchliche Anforderungen der Dozenten, eine Studiensituation und -organisation, die dem Lernen nicht gerade förderlich ist, die akademische Freiheit, mit der nicht alle Menschen zurande kommen, ein zeitaufwendiger Job, der den Lebensunterhalt sichert — all diese und andere Faktoren bedingen mehr oder minder manifeste Probleme mit dem eigenständigen Lernen.

Dieses Kapitel ist jedoch nicht nur für diejenigen geschrieben, die möglicherweise unter Lern- und Arbeitsstörungen leiden. Denn aufgrund der irrtümlichen, abendländisch-philosophisch bedingten Trennung von Körper und Geist werden eklatante Fehler beim Lehren und Lernen gemacht, sodass mancher die „Lust am Lernen“verliert. Etliche Akademiker sind so „verkopft“, dass sie vergessen haben, dass Menschen biologische Wesen sind, die wie alle anderen Lebewesen aufgrund von Stoffwechselprozessen funktionieren! — In diesem Kapitel werden Sie nicht nur darauf hingewiesen, dass Sauerstoff, Ernährung und Erholungspausen eine wichtige Rolle für das Lernen spielen. Da ein Lernen unter Stress das Abspeichern von Informationen be- oder gar verhindern kann, sind körperliches wie psychisches Wohlbefinden Grundvoraussetzungen für optimales Lernen. Darüber hinaus erfahren Sie einiges über Wahrnehmungs- und Gedächtnisphänomene sowie über die Rolle von Aufmerksamkeit und Konzentration.

Lernen kann Freude, aber auch Qual sein. Grund für das eine ist die menschliche Neugier, Grund für das andere ein „Fremdeln“vor Unvertrautem, das Angst und damit Probleme beim Abspeichern von Informationen auslösen kann. Insofern muss der Organismus — z. T. mit Hilfe von „Tricks“— davon überzeugt werden, dass der Lernstoff interessant und sinnvoll ist — und dass es Freude bereitet, ihn zu lernen. Doch nicht alles, was man z. B. für eine Prüfung wissen muss, interessiert einen. Was dann? — Es gibt noch andere Motivatoren als „Freude am Lernen“und sicherlich fallen Ihnen jetzt Ihre Belohnungsstrategien für solche „schweren Fälle“ein. Soll der „Stoff ins Gedächtnis und dort — zumindest bis zum Bestehen der Prüfung — behalten werden, wäre es nicht schlecht, einiges über den rechtzeitigen Beginn, kleinere Lerneinheiten sowie den richtigen Kontroll- und Übungsrhythmus zu wissen, um — durch Mehr-fachspeicherung, Elaboration und Anwendung — das Gelernte dem Vergessen zu entreißen, — doch für wie lange?

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1966

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  • Friedrich Rost

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