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»Labor omnia vi(n)cit«

Arbeit ist Kampf. Wandlungen und Inversion eines kulturellen Leitbildes
  • Klaus Türk
Chapter
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Part of the Organisation und Gesellschaft book series (OUG)

Zusammenfassung

Es fällt uns kaum mehr auf: Die Sprache, mit der Wirtschaft und Arbeit beschrieben wird, ist geprägt durch eine militärische Gewaltrhetorik und -semantik. Es wird von Konkurrenzkampf und Arbeitskampf gesprochen, Konkurrenz wird geschlagen oder gar vernichtet, es gibt Siege und Niederlagen in Handelskriegen, wirtschaftlichen Ruin und Untergang, Marktbeherrschung und aggressive Werbung, Kampf gegen Armut, Ausbeutung von Rohstoffvorkommen, es gibt Strategien und Taktiken ökonomischer Kriegführung. Noch bis vor kurzem war in der DDR von »Arbeitsschlacht« und »Getreideschlacht« die Rede, wie zuvor unter dem deutschen Faschismus.1 Wenn wir in der Geschichte ein wenig weiter zurückgehen, ist im Zweiten Weltkrieg vom »großartigen Vernichtungswerk« der Wehrmacht die Rede oder auch von einer »Vernichtung durch Arbeit«. Hermann Göring formuliert: »Der deutsche Arbeiter ist ein Soldat des Friedens, wie der deutsche Soldat ein Arbeiter des Krieges ist«.2 Alfred Krupp meint: »Mit Schweigen erreichen wir unser Ziel nicht und mit Nichtstun, sondern nur mit energischem, hartnäckigem Kampf«.3 Die Kriegssemantik der Arbeit ist tief verwurzelt in der abendländischen Kultur, keineswegs beschränkt auf Faschismus, auf Großindustrielle oder auf die Vergangenheit.

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Literatur

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    Vgl. z.B. Eliade, M.: Schmiede und Alchemisten. Stuttgart, 2. Aufl. 1980.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Klaus Türk
    • 1
  1. 1.WuppertalDeutschland

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