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Subventionspolitische Prosperität? Die Entwicklung neuer subventionspolitischer Programme 1967–1974

  • Zoltán Jákli
Part of the Schriften des Zentralinstituts für sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin book series (SZFB)

Zusammenfassung

Der „Erfolg“ keynesianischer Wirtschaftspolitik in der Bewältigung der Wirtschaftspolitik 1966/67 gab einem Politikkonzept Überzeugungskraft, das in der Rationalisierung und Modernisierung staatlicher Politik auf politisch-programmatischer wie administrativ-struktureller Ebene die Voraussetzung erkannte, ökonomische und soziale Problemlagen zu bewältigen. So bestand die Arbeit der Großen Koalitionl im wesentlichen darin, anstehende bzw. längst überfällige Reformen vor allem des institutionellen Gefüges der staatlichen Wirtschafts- und Finanzpolitik zu verwirklichen. Diese Veränderungen der Rahmenbedingungen zur Verbesserung wirtschafts- und finanzpolitischer Steuerung vollzogen sich auf drei Ebenen:

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Literatur

  1. 1.
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  3. 3.
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  4. 4.
    Vgl. ebd., S. 4f.; detailliert: Wolfgang Albert, Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur — Rahmenplan, in: Handbuch der regionalen Wirtschaftsförderung, hrsg. v. H. H. Eberstein, Köln o. J. (1972), ( Loseblattsammlung ), Teil III B.Google Scholar
  5. 5.
    Vor allem dadurch, daß die Vergabe der Investitionsprämie sehr großzügig gehandhabt wurde: Zwar wurde in § 32 Kohleanpassungsgesetz definiert, daß die zu fördernden Investitionen „strukturverbessernd und volkswirtschaftlich besonders förderungswürdig" sein sollten, tatsächlich wurde die Investitionsprämie für fast alle Investitionen gewährt (vgl. Stahl, Entwicklung [Anm. 3], S. 6 f.; Fritz Scharpf /Bernd Reissert /Fritz Schnabel, Politikverflechtung: Theorie und Praxis des kooperativen Föderalismus in der Bundesrepublik, Kronberg/Ts. 1976, S. 77). Um das Gewicht der Investitionsprämie zu verdeutlichen: In der Laufzeit der Kohlegesetze (1968-71) wurden Investitionsprämien in Höhe von ca. 2 Mrd. DM vergeben; damit erhielt das Ruhrgebiet innerhalb von vier Jahren soviele Fördermittel, wie der Bund im Rahmen seiner Regionalförderung in 17 Jahren für alle Fördergebiete bereitgestellt hatte (vgl. Scharpf/Reissert /Schnabel, S. 77 ).Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. ebd., S. 78.Google Scholar
  7. 7.
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  8. 8.
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  9. 9.
    Vgl. Albert, Verbesserung (Anm. 4), S. 15 f.Google Scholar
  10. 10.
    Hier unterscheidet sich die Investitionszulage nach dem Investitionszulagengesetz von jener nach dem Berlinförderungsgesetz: Nach dem Berlinförderungsgesetz (§ 19) wird die Zulage ausgezahlt — ohne ein Bescheinigungsverfahren —, wenn die entsprechenden Wirtschaftsgüter und der Personenkreis die entsprechenden Merkmale erfüllen; eine Beurteilung der Investition nach der „volkswirtschaftlichen Förderungswürdigkeit" erfolgt nicht.Google Scholar
  11. 11.
    Von den 28 000 Anträgen, die bis zum 30.6.1972 beim BMWi eingegangen sind, ist die Hälfte mit einem Investitionsvolumen von ca. 23 Mrd. DM genehmigt worden, die andere Hälfte mit einem Investitionsvolumen von ca. 8 Mrd. DM wurde abgelehnt. (Vgl. Albert, Verbesserung [Anm. 4], S. 15).Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Peter Becker, Das Bescheinigungsverfahren nach § 2 des Investitionszulagengesetzes, in: Handbuch der regionalen Wirtschaftsförderung, hrsg. v. H. H. Eberstein, Köln o. J. (1974), (Loseblattsammlung), Teil C II, S. 2.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. H. H. Eberstein, Grundlagen der Regionalpolitik und ihre wesentlichen Grundsätze, in: Handbuch der regionalen Wirtschaftsförderung, hrsg. v. H. H. Eberstein, Köln o. J. (1972), (Loseblattsammlung), Teil A III, S. 23.Google Scholar
  14. 14.
    Scharpf/Reissert/Schnabel, Politikverflechtung (Anm. 5), S. 100.Google Scholar
  15. 15.
    Ebd., S. 100.Google Scholar
  16. 16.
    Ebd., S. 93.Google Scholar
  17. 17.
    BTDrs. 9/1642.Google Scholar
  18. 18.
    Albert Klein, Aktivitäten der Länder in eigener Verantwortung versus bundesweite Planung in der regionalen Strukturpolitik, in: Planung in der regionalen Strukturpolitik,hrsg. v. Heinz Müller/Theodor Dams, Berlin 1982, S. 31 (Klein war zu diesem Zeitpunkt Regierungsdirektor im Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr, Baden-Württemberg).Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. ebd., S. 36 ff.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. Albert, Verbesserung (Anm. 4 ), S. 15.Google Scholar
  21. 21.
    Siebter Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" v. 26.7.1978, BTDrs. 8/2014, S. 11.Google Scholar
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  23. 23.
    Vgl. Albrecht Funk, Abschied von der Provinz, Opladen/Stuttgart 1977, S. 90.Google Scholar
  24. 24.
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  25. 25.
    Entsprechende Berechnungen bei E. Recker, Investitions-und Arbeitsplatzerfolge der Regionalpolitik, in: Informationen zur Raumentwicklung, H. 12/1976, S. 825, zit. nach Funk, Abschied (Anm. 23 ), S. 90.Google Scholar
  26. 26.
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  27. 27.
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  28. 28.
    Ebd., S. 104.Google Scholar
  29. 29.
    Ulrich Freund, Rolle und Ausmaß des Mitnahmeeffekts in der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur", in: Planung in der regionalen Strukturpolitik (Anm. 18), S. 76.Google Scholar
  30. 30.
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  31. 31.
    Klaus Mackscheidt /Heinz-Hermann Menzenwerth/Jessica Metzmacher-Helpenstell, Un-ternehmensgrößenspezifische Benutzerprofile von Staatsleistungen,Göttingen 1977.Google Scholar
  32. 32.
    Für die Forschungspolitik gelangte Duisberg zu einem ähnlichen Befund (Carl-Heinz Duisberg, Forschungssubventionen an Großunternehmen: wettbewerbs-und verfassungsrechtliche Probleme der Vergabepraxis, Bielefeld 1983). Die Bevorzugung der Großunternehmen ist jedoch hier explizite Methode: Wie schon Hauff/Scharpf feststellten, könne nur den Großunternehmen die entsprechende Forschungs-und Innovationskraft zugesprochen werden, so daß nur sie für die Projektförderung infrage kämen — eine Feststellung, die wohl heute nicht mehr geteilt werden kann. Vgl. Volker Hauff/Fritz Scharpf, Modernisierung der Volkswirtschaft, Frankfurt a. M. 1975, S. 55.Google Scholar
  33. 33.
    Vgl. Albert, Verbesserung (Anm. 4), S. 16; Stahl, Entwicklung (Anm. 3 ), S. 7.Google Scholar
  34. 34.
    Die jeweiligen Sonderprogramme können dem Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" entnommen werden.Google Scholar
  35. 35.
    Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" v. 4.9.1969.Google Scholar
  36. 36.
    Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" v. 6.10.1969.Google Scholar
  37. 37.
    Ein kurzer Überblick zur Entwicklungsgeschichte der einzelnen Vergünstigungen des Berlinförderungsgesetzes findet sich bei Heinz George, Berliner Steuerpräferenzen. Kommentierung des Berlinförderungsgesetzes,Stuttgart/Wiesbaden 51975.Google Scholar
  38. 38.
    Auf die Darstellung der Entwicklung der Stützungsmaßnahmen des Bundes für die Berliner Wirtschaft, die ja einen erheblichen Teil der gesamten Subventionen ausmachen (1982 betrugen die Steuermindereinnahmen aufgrund des Berlinförderungsgesetzes 6,8 Mrd. DM, 9. Subventionsbericht,S. 43), wurde im Rahmen dieser Arbeit verzichtet, da sich hier eine von der übrigen Subventionspolitik abgehobene Eigendynamik entfaltet.Google Scholar
  39. 39.
    Erst der 10. Subventionsbericht nennt (nachrichtlich) die gesamten FuE-Ausgaben des Bundes an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Sie belaufen sich einschließlich der Steuererleichterungen und einschließlich der Ausgaben für die Verteidigungsforschung des Bundesministeriums für Verteidigung auf 5,7 Mrd. im Jahr 1982 (militärische Forschung 1,3 Mrd. DM) (10. Subventionsbericht,S. 294).Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Zoltán Jákli

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