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Der hilfreiche Staat — Subventionspolitik 1948–1955

  • Zoltán Jákli
Part of the Schriften des Zentralinstituts für sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin book series (SZFB)

Zusammenfassung

Subventionen können auf eine umfangreiche Geschichte zurückblicken, deren Entwicklungslinie entlang der Herausbildung nationalstaatlichen Interesses an wirtschaftlicher Expansion und wohlfahrtsstaatlicher Aufgabenerfüllung verläuft. Erste Anfänge staatlicher Subventionspraxis finden sich in der Wirtschaftspolitik des Merkantilismus; mit einem System von Schutzzöllen wurde hier die heimische Produktion vor der Weltmarktkonkurrenz abgeschirmt und ihre Entwicklung durch finanzielle und materielle staatliche Unterstüzung gefördert1. Absicherung von Herrschafts- und Machtstrukturen und Förderung der Wirtschaft werden so in der merkantilen Wirtschaftspolitik miteinander verknüpft. In der Schutzzoll- und Subventionspolitik des Deutschen Kaiserreiches trat der konservativ-reaktionäre Aspekt von Abschottungspolitik in den Vordergrund: Nicht um die Entwicklung neuer Wirtschaftsbereiche ging es, sondern um die Absicherung agrarisch-schwerindustriellen Machtpositionen im Verein mit militaristisch-vorbürgerlicher Herrschaftsstrukturen. Schutzzollpolitik und die ihr untergeordnete Subventionspolitik hat hier einen innen-wie außenpolitisch und außenwirtschaftlich folgenschweren Beitrag geleistet2.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. A. Burgin, Artikel „Merkantilismus", in: HdSW, Bd. VII, Stuttgart usw. 1961, S. 308ff.; Leo Kofler, Zur Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft, Darmstadt/Neuwied 71979, S. 203 f.; Norbert Elias, Über den Prozeß der Zivilisation, Bd. 2, Frankfurt a.M. 1979, S. 222 - 312; Karl Alewell, Subventionen als betriebswirtschaftliche Frage, Köln/ Opladen 1965.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. George W.F. Hallgarten/Joachim Radkau, Deutsche Industrie und Politik von Bismarck bis zur Gegenwart, Hamburg 1981, S. 37 ff.; Hans Ulrich Wehler, Das Deutsche Kaiserreich 1871-1918, Göttingens 1983; L. Rathmann, Bismarck und der Übergang Deutschlands zur Schutzzollpolitik 1873/74 bis 1879, in: Zeitschrift für die Geschichtswissenschaft, 1956, S. 899ff.; Ulrich Teichmann, Die Politik der Agrarpreisstützung, Köln 1955.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Fritz Blaich, „Garantierter Kapitalismus" — Subventionspolitik und Wirtschaftsförderung in Deutschland zwischen 1925 und 1932, in: Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, 22. Jg., 1977, S. 50-70; Dieter Gessner, Agrardepression und Präsidialregierungen in Deutschland 1930-1933, Düsseldorf 1977; Bernd Weisbrod, Schwerindustrie in der Weimarer Republik, Wuppertal 1978; Jacques Bariety, Das Zustandekommen der Internationalen Rohstahlgemeinschaft (1926) als Alternative zum mißWarum mit 1948 beginnen?Google Scholar
  4. 4.
    Die wichtigsten finanzwissenschaftlichen Beiträge zur Subventionsdiskussion in den zwanziger und dreißiger Jahren waren: Joseph Schumpeter, Subventionspolitik, in: Berliner Börsencourier, (Berlin), Nr. 87 v. 2.2.1926; Gertrud Zachau-Mengers, Subventionen als Mittel moderner Wirtschaftspolitik, Diss. Jena 1930; Hans Erich Freudenberg, Die Subventionen als Kreislaufproblem in der Marktwirtschaft und Staatswirtschaft, Tübingen 1934; Karl Hochdörfer, Die staatlichen Subventionen in der Nachkriegszeit in Deutschland, Diss. Köln 1939.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. hierzu die Literaturangaben in Anm. 2.Google Scholar
  6. 6.
    Anders sah die Situation in Berlin und der sowjetisch besetzten Zone aus. In den Westsektoren Berlins hatte die sowjetische Besatzungsmacht bis zu ihrem Abzug Ende Juni 1945 innerhalb von vier Wochen die wichtigsten Industrieunternehmen nahezu vollständig demontiert; in der sowjetischen Zone geschah dies sehr viel langsamer im Laufe der folgenden Monate. Die Westberliner Wirtschaft mußte somit im Juli 1945 tatsächlich mit dem Aufbau der Produktionsanlagen beginnen. Hinzu kam, daß in Berlin wie in der sowjetischen Besatzungszone mit der Besetzung durch die sowjetischen Truppen Anfang Mai die Banken geschlossen wurden und damit der Zugriff der Unternehmen auf ihre Bankguthaben unterbunden worden war. Um Löhne und Gehälter zahlen zu können, mußten somit die Berliner Unternehmen wie die Unternehmen der sowjetischen Besatzungszone so rasch wie möglich produzieren und verkaufen; ein Horten von Waren — in Erwartung einer Reform der Währung — war hier nicht möglich.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Werner Abelshauser, Die Rekonstruktion der westdeutschen Wirtschaft und die Rolle der Besatzungspolitik, in: Claus Scharf/Hans-Jürgen Schröder (Hrsg.), Politische und ökonomische Stabilisierung Westdeutschlands, Wiesbaden 1977, S. 1-17; ders., Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland (1945-1980), Frankfurt a.M. 1983.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Abelshauser, Wirtschaftsgeschichte (Anm. 7 ), S. 20.Google Scholar
  9. 9.
    Kontrollratsgesetz Nr. 3 v. 20.10.1945.Google Scholar
  10. 10.
    Illusorisch deshalb, weil die dazu notwendige Stillegung der Steuergelder nicht durchgeführt wurde.Google Scholar
  11. 11.
    Das Institut für Besatzungsfragen (Tübingen) führt an, daß die Steuergesetzgebung der Alliierten weder auf die spezifischen Eigenheiten des deutschen Steuerrechts noch der Steuerverwaltung Rücksicht genommen habe, so daß die Steuerverwaltung einer „erheblichen Erschwernis" gegenüberstand (Institut für Besatzungsfragen Tübingen, Die Einwirkung der Besatzungsmächte auf die westdeutsche Wirtschaft,Tübingen 1949, S. 170). Dies läßt den Schluß zu, daß in jenen Jahren aus verwaltungstechnischen Gründen die tatsächliche Steuerlast erheblich hinter der formalen Belastung zurückblieb.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Ernst-Ulrich Huster/Gerhard Kraiker/Burkhard Scherer/Friedrich-Karl Schlotmann/Marianne Welteke, Determinanten der Westdeutschen Restauration 1945-1949,Frankfurt a.M. 1972, S. 86 ff.; Henry C. Wallich, Triebkräfte des deutschen Wiederaufstiegs,Frankfurt a.M. 1955, S. 70 ff.Google Scholar
  13. 13.
    Abelshauser, Wirtschaftsgeschichte (Anm. 7), S. 51.Google Scholar
  14. 14.
  15. 15.
    Eine Lastenausgleichsregelung sollte erst später gefunden werden. Dieser endgültige Lastenausgleich (Lastenausgleichsgesetz 1952) brachte jedoch keine Verschiebung der Vermögensverteilung bzw. Minderung der bestehenden Vermögen, da er aus den Vermögenszuwächsen finanziert und somit auf den Verbraucher abgewälzt werden konnte. Vgl. Abelshauser, Wirtschaftsgeschichte (Anm. 7 ), S. 50.Google Scholar
  16. 16.
    Eine Untersuchung über Entstehungsgeschichte und Wirkung des DM-Eröffnungsbilanzgesetzes steht noch aus. Eine Darstellung des Gesetzes gibt Wolfgang Mersmann, Die Bewertung in der DM-Eröffnungsbilanz, in: Steuer und Wirtschaft, 1949, S. 678-704; noch relativ ausführlich berichtet Karl W. Roskamp, Capital Formation in West Germany, Detroit 1965, S. 125 - 127.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. Gerhard Bessau, Steuerpolitik und Kapitalakkumulation in der Bundesrepublik Deutschland, in: Gesellschaft — Beiträge zur Marxschen Theorie,Nr. 8/9, Frankfurt a.M. 1976, S. 9 ff.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. Roskamp, Capital Formation (Anm. 16), S. 127. Google Scholar
  19. 19.
    Mersmann, DM-Eröffnungsbilanz (Anm. 16), S. 684.Google Scholar
  20. 20.
    Günter Pehl, Steuerpolitik in der Bundesrepublik Deutschland,Köln 1962, S. 65.Google Scholar
  21. 21.
    Mersmann, DM-Eröffnungsbilanz (Anm. 16), S. 686. Darüber hinaus wurden die Möglichkeiten der Höherbewertung so gestaltet, daß nicht durch die Hintertür Mehrbelastungen entstehen konnten: So lag der Beschränkung der Höherbewertung auf bewegliches Anlagevermögen die Annahme zugrunde, daß die Höherbewertung dieses Teils des Anlagevermögens durch massive Abschreibungen schon in wenigen Jahren abgebaut werden würde. Eine Höherbewertung des unbeweglichen Anlagevermögens (das aufgrund der Einheitswertfestlegung aus dem Jahre 1935 eher unterbewertet war) hätte jedoch längerfristige Auswirkungen gehabt, die im Rahmen der angestrebten Lastenausgleichsregelung die Unternehmen stärker belastet hätten. Vgl. Roskamp, Capital Formation (Anm. 16 ), S. 126.Google Scholar
  22. 22.
    Ober den finanziellen Umfang der Vergünstigung sind der Literatur keine genauen Zahlen zu entnehmen — er dürfte jedoch beträchtlich gewesen sein. Roskamp(ebd., S. 127) zitiert eine Untersuchung, die aufgrund einer Analyse der Bilanzen von 21 Aktiengesellschaften eine Höherbewertung des Anlagevermögens um das Drei-bis Vierfache feststellt. Der Steuerberater D. Meilicke berichtet auf der Vierten Bonner Steuertagung (30.5.-1.6. 1950 ) von einer Aufwertung des beweglichen Anlagevermögens in der DM-Eröffnungsbilanz gegenüber der RM-Schlußbilanz von 150% — berechnet aus 37 bis dahin veröffentlichten Bilanzen. Jürgen Kuczynski (Die Lage der Arbeiter unter dem Kapitalismus, Bd. 7a, Berlin [DDR] 1963, S. 180) schätzt die Steuerersparnis der Unternehmen aufgrund der Regelungen des DMEBG auf 12 Mrd. DM. Elmar Altvater/ Jürgen Hofmann/Wolfgang Semmler (Vom Wirtschaftswunder zur Wirtschaftskrise, Berlin 1979, S. 287) beziffern die Steuerersparnis auf 6 Mrd. DM.Google Scholar
  23. 23.
    Ähnlich Roskamp, Capital Formation (Anm. 16), S. 127.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Hans-Hermann Hartwich, Sozialstaatspostulat und gesellschaftlicher Status quo, Köln, Opladen 1970, S. 233.Google Scholar
  25. 25.
    Christoph Bellstedt, Steuer als Instrument der PolitikBerlin 1966, S. 307.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. Günther Wöhe, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre,München 51978, S. 474.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. ebd.; Hans Ruchti, Die Abschreibung, Stuttgart 1953.Google Scholar
  28. 28.
    Wöhe, Steuerlehre (Anm. 26), S. 485.Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. Horst Albach, Steuersystem und unternehmerische Investitionspolitik, Wiesbaden 1970.Google Scholar
  30. 30.
    BTDrs. 9/795, S. 64; vgl. unten Kapitel VIII.Google Scholar
  31. 31.
    Der Arbeitgeber, H. 8/1951, S. 5 ff.Google Scholar
  32. 32.
    Ebd., S. 6.Google Scholar
  33. 33.
    Ebd. (Hervorhebungen dort).Google Scholar
  34. 34.
    Gesetz zur Änderung steuerlicher Vorschriften auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und Ertrag und des Verfahrensrechts vom 18.8.1958 (BGBl. I, S. 473).Google Scholar
  35. 35.
    Bühler-Paulick, EStG-Kommentar, 1963, Vorbemerkung zu §§ 7a—e EStG TZ1, zit. nach Bellstedt, Steuer als Instrument (Anm. 25), S. 311.Google Scholar
  36. 36.
    Bellstedt gibt als Beispiel ein Wirtschaftsgut von 100000 DM, das durch Kombination von Buchwertabschreibung und § 7a EStG nach zwei Jahren mit 93 750 DM abgesetzt ist. Vgl. Bellstedt, Steuer als Instrument (Anm. 25 ), S. 314.Google Scholar
  37. 37.
    Gerhard Zeitel, Die Steuerlastverteilung in der Bundesrepublik Deutschland,Tübingen 1959, S. 22.Google Scholar
  38. 38.
    Vgl. Der Spiegel,Nr. 10/1959, S. 31.Google Scholar
  39. 39.
    Der Spiegel(Nr. 10/1959)bezeichnet als „erfinder" den Hamburger Finanzmakler Wolfgang Esser, Inhaber der Firma Sachwert Anlagen Gesellschaft mbh, der in Zusammenarbeit mit Gewerkschaftern, Wohnungsbaupolitikern und Industriellen diese Konzeption ersann.Google Scholar
  40. 40.
    Bei der Neuen Heimat ging man dabei folgendermaßen vor: Man setzte das 7c-Geld auf dem Papier für Projekte ein, die die Geschäftsbank durch Kapitalmarktmittel bereits voll finanziert hatte. Die 7c-Mittel wurden bei derselben Bank auf ein Sperrkonto gelegt, und der Neuen Heimat flossen lediglich die Zinsen zu (jährlich zwischen 10 und 20 Mio. DM), mit denen die Hypothekenzinsen abgetragen werden konnten. Um dem Einspruch der Finanzämter zu entgehen, veranstaltete man umfangreiche Manipulationen (vor allem Kontenaustausch), da 7c-Mittel direkt in Bauvorhaben fließen mußten. Die Banken gewährten nun den Unternehmen Kredite in Höhe der vorher abgegebenen 7c-Darlehen. Zwar mußten sie normal verzinst werden, doch war dies immer noch wesentlich „billiger" als eine Besteuerung der Spitzengewinne der Hochkonjunktur. Vgl. Der Spiegel,Nr. 10/1959.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. Zeitel, Steuerlastverteilung (Anm. 37), S. 22.Google Scholar
  42. 42.
    Ab 1. Juli 1951 wurde die Absetzbarkeit an die Voraussetzung geknüpft, daß das Bundesverkehrsministerium die Förderungwürdigkeit des Baus oder Umbaus eines Schiffes anerkannte und die Mittel einem deutschen Unternehmen zum Bau oder Umbau zuflossen.Google Scholar
  43. 43.
    Bussgen berechnet — abweichend von Zeitel, Steuerlastverteilung (Anm. 41) — einen Steuerausfall von 700 bis 800 Mio. DM. Vgl. Hans-Rico Bussgen, Wiederaufbau eines Wirtschaftszweiges: „Indirekte" Subventionen für den Schiffbau, in: Karl-Heinrich Hansmeyer (Hrsg.), Subventionen in der Bundesrepublik Deutschland,Berlin 1963, S. 57-78.Google Scholar
  44. 44.
    Büssgen (ebd., S. 77) führt als Beispiel eine (ungenannte) AG an, die ihren gesamten steuerpflichtigen Gewinn in Höhe von 60 Mio. DM in 7d-Mittel anlegte.Google Scholar
  45. 45.
    Zum Beispiel die Handelsflotte des Oetker-Konzerns, der vor 1950 in diesem Bereich nicht tätig war.Google Scholar
  46. 46.
    Vgl. Heiner Adamsen, Investitionshilfe für die Ruhr. Wiederaufbau, Verbände und Soziale Marktwirtschaft 1948-1952, Wuppertal 1981, S. 44.Google Scholar
  47. 47.
    Ein solcher Preisschub hätte das Gesamtkonzept der Wirtschaftspolitik Erhards gefährdet: Vgl. ebd., S. 50 ff.; Gerold Ambrosius, Die Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft in Westdeutschland 1945-1949, Stuttgart 1977, S. 159.Google Scholar
  48. 48.
    Vgl. hierzu Werner Abelshauser, Die Rekonstruktion der westdeutschen Wirtschaft und die Rolle der Besatzungspolitik, in: Claus Scharf/Hans-Jürgen Schröder (Hrsg.), Politische und ökonomische Stabilisierung Westdeutschlands, Wiesbaden 1977, S. 1-17; ders., Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland (1945-1980), Frankfurt a.M. 1983; Adamsen, Investitionshilfe (Anm. 46); Egon Baumgart, Investitionen und ERP-Finanzierung, Berlin 1961; John Gimbel, The Origins of the Marshall Plan, Stanford University California 1976; Ernst-Ulrich Huster/Gerhard Kraiker/Burkhard Sche-Google Scholar
  49. 49.
    Vgl. Knapp, Marshallplan (Anm. 48 ), S. 31.Google Scholar
  50. 50.
    Vgl. ebd., S. 30.Google Scholar
  51. 51.
    Vgl. Huster u.a., Determinanten (Anm. 48), S. 72 ff.Google Scholar
  52. 52.
    Das ERP-Sondervermögen zählt zu den subventionspolitischen Instrumenten der Bundesregierung; seine Ausgaben werden im Subventionsbericht nachrichtlich erwähnt. Einen kurzen Überblick über das ERP-Sondervermögen gibt Dietrich Dickertmann, Öffentliche Finanzierungshilfen, Baden-Baden 1980, S. 292 - 308.Google Scholar
  53. 53.
    Vgl. ebd., S. 293.Google Scholar
  54. 54.
    Vgl. hierzu Baumgart, ERP-Finanzierung (Anm. 48), S. 120 ff.; Abelshauser, Wirtschaftsgeschichte (Anm. 48), S. 58.Google Scholar
  55. 55.
    Baumgart, ERP-Finanzierung (Anm. 48), S. 48; Wallich, Triebkräfte (Anm. 48), S. 345.Google Scholar
  56. 56.
    Der Wachstumsprozeß war schon 1947 in Gang gekommen, also lange vor Beginn der Lieferungen aus dem Marshallplan, die in relevantem Umfang (verspätet) 1949 einsetzten und hinter dem von der Bundesregierung erwarteten Niveau zurückblieben. Vgl. Abelshauser, Wirtschaftsgeschichte (Anm. 48), S. 54 ff.Google Scholar
  57. 57.
    Knapp, Marshallplan (Anm. 48), S. 33.Google Scholar
  58. 58.
    Adamsen, Investitionshilfe (Anm. 46), S. 51 f.Google Scholar
  59. 59.
    Hermann Josef Abs, Nachwort, in: Pohl, Wiederaufbau (Anm. 48), S. 143.Google Scholar
  60. 60.
    Daran versuchte die christlich-liberale Bundesregierung anzuknüpfen, als sie wenige Monate nach ihrem Regierungsantritt zusammen mit dem Haushaltsbegleitgesetz vom 29.6.1983 ein „Investitionshilfeabgabegesetz" verabschiedete. Das Bundesverfassungsgericht erklärte es in seinem Urteil vom 6.1.1984 für verfassungswidrig.Google Scholar
  61. 61.
    Eingehendere Untersuchungen über Entstehungsgeschichte, Struktur und Wirkung der Investitionshilfe sind spärlich gesät. Zwar wird in kaum einer Darstellung der Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik die Investitionshilfe ausgelassen (Wallich, Triebkräfte [Anm. 48], S. 169 f.; Roskamp, Capital Formation [Anm. 16], S. 167 ff.; Andrew Shonfield, Geplanter Kapitalismus,Köln 1968, S. 323 f.), eine detaillierte Analyse insbesondere der Entstehungsgeschichte liegt aber erst mit der Monographie von Heiner Adamsen (Investitionshilfe [Anm. 46]) vor. Sie liegt der folgenden Darstellung zugrunde.Google Scholar
  62. 62.
    Hierzu zählte auch der „Abs-Plan", der vorsah, die Abschreibungsmöglichkeiten der Unternehmen einzuschränken und so unter Beteiligung des Kapitalmarktes Finanzmittel zugunsten des preisgebundenen Wirtschaftsbereichs umzuschichten (vgl. Pohl, Wiederaufbau [Anm. 48], S. 103 ff.; Adamsen, Investitionshilfe [Anm. 46], S. 133 ff.) sowie der Plan Bundesfinanzministers Schäffer; er favorisierte zum einen eine Sonderumsatzsteuer zur Finanzierung eventuell erwartbarer Haushaltslücken, zum anderen unterstützte er zur Begünstigung der Engpaßbereiche ein dem Abs-Plan ähnliches Modell der Reduzierung von Abschreibungen und gleichzeitiger Förderung des KapitalmarktsGoogle Scholar
  63. 63.
    So schlug der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium als erster eine Lösung des Engpaßproblems durch Umschichtung der Investitionsmittel innerhalb der Unternehmenssphäre vor (18. Gutachten vom 5.11.1950, zit. nach Adamsen, Investitionshilfe [Anm. 46], S. 111 f.).Google Scholar
  64. 64.
    Vgl. Adamsen, Investitionshilfe (Anm. 46), S. 164 ff.Google Scholar
  65. 65.
    Die Opposition der mittelständischen Wirtschaft gegen das IHG fand ihren endgültigen Abschluß erst mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum IHG vom 20.7.1954, das die Verfassungsbeschwerde zurückwies.Google Scholar
  66. 66.
    Diese Erweiterungen waren nicht auf den Einfluß schwerindustrieller Kreise zurückzuführen, obwohl die Schwerindustrie davon weit mehr als von der Investitionshilfe selbst profitierte; hier schlugen sich die Interessen des mittelständischen Gewerbes nieder, das gegen die Sanierung der Grundstoffindustrien durch Kapitaltransfer opponierte und diese Interessen vor allem über die FDP in den parlamentarischen Raum transportieren konnte. Vgl. Adamsen, Investitionshilfe (Anm. 46), S. 193; s. auch S. 181-198, 103ff., 249f.Google Scholar
  67. 67.
    In § 3 wurden diejenigen Unternehmen näher bestimmt, die von dieser Verpflichtung befreit werden.Google Scholar
  68. 68.
    So stiegen die Preise für Eisen und Stahl von einem Index von 122 (1951) auf 177 (1953) und die von Kohle in denselben Jahren von 112 auf 154; vgl. Adamsen, Investitionshilfe (Anm. 46), S. 271, Tab. 18.Google Scholar
  69. 69.
    Vgl. Fritz Terhalle, Das Finanz-und Steuersystem der Bundesrepublik Deutschland, in: Handbuch der Finanzwissenschaft,Bd. III., Tübingen 21956, S. 142.Google Scholar
  70. 70.
    Adamsen, Investitionshilfe (Anm. 46), S. 229. Nach Berechnungen von Adamsen resultierten 93% der Eigenmittel der Unternehmen für Investitionsprojekte aus dem § 36 IHG.Google Scholar
  71. 71.
    Vgl. ebd., S. 264, Tab. 10.Google Scholar
  72. 72.
    Vgl. ebd., S. 272, Tab. 16.Google Scholar
  73. 73.
    BVerfG E 4,18;7 377/400Google Scholar
  74. 74.
    So will Wilhelm Meinhold (Artikel „Subventionen", in: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften,Bd. X, S. 238) sie als Subvention gelten lassen, während Luitgard Sieber (Subventionen, Subventionen, Subventionen,Ludwigsburg 1971, S. 35) dies ablehnt.Google Scholar
  75. 75.
    Insofern ist die Studie von Roskamp, Capital Formation (Anm. 16), der eine Gesamtsicht der Wirtschafts-und Finanzpolitik in den Wiederaufbaujahren versucht, trotz einiger Einschränkungen bis heute noch nicht überholt.Google Scholar
  76. 76.
    Vgl. dazu Bessau, Steuerpolitik (Anm. 17).Google Scholar
  77. 77.
    Aus heutiger Sicht mag die Summe von einer Mrd. DM Aufbringungsvolumen bei der Investitionshilfe gering erscheinen; ein — bezogen auf das Bruttosozialprodukt — vergleichbares Finanzvolumen hätte sich 1982 auf ca. zehn bis elf Mrd. DM belaufen, die ausschließlich die gewerbliche Wirtschaft hätte aufbringen müssen. Im Vergleich dazu erscheint die 1983 beschlossene Investitionshilfeabgabe der Bundesregierung, die bei Lohn-und Einkommensteuerzahlern erhoben werden sollte, als Miniatur: Sie sollte in drei Jahren (1983-85) vier Mrd. DM erbringen (Finanzbericht 1984,S. 212 f.).Google Scholar
  78. 78.
    So auch Roskamp (Capital Formation [Anm. 16], S. 44) über die ausbleibende Kritik an der Ungleichverteilung der Lasten der Währungsreform.Google Scholar
  79. 79.
    Vgl. Abelshauser, Wirtschaftsgeschichte (Anm. 48), S. 50.Google Scholar
  80. 80.
    Vgl. Karl-Heinrich Hansmeyer, Transferzahlungen an Unternehmen (Subventionen), in: Handbuch der Finanzwissenschaften,Bd. I, Tübingen 31977, S. 989.Google Scholar
  81. 81.
    August Schülein, Normalität und Opposition, in: Leviathan,H. 2/1983, S. 263.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Zoltán Jákli

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