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Zusammenfassung

Für die marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftspolitik lag die Aufgabenstellung im ersten Nachkriegsjahrzehnt klar auf der Hand: Die Gewinnsituation der Unternehmen mußte verbessert werden, um sicherzustellen, daß die notwendigen Investitionen finanziert werden konnten. Es war eher ein „Mengenproblem“ als eine Frage von Zielfindung und Zielkontrolle. Währungsreform und DM-Bilanzgesetz boten zusammen mit der steuerlichen Subventionspolitik eine gute Voraussetzung, den Unternehmen die interne Finanzierung der notwendigen Investitionen — und mehr als diese — zu ermöglichen. Die Wahl der Unterstützungsformen prägte Wirtschaft und Gesellschaft der Bundesrepublik in stärkerem Maße als dies aus der isolierten Beachtung einzelner Instrumente erkennbar ist. Übersehen wird dabei häufig der interventionistische und investitionslenkende Charakter von Marshallplan und Investitionshilfegesetz. Die subventionspolitische Botschaft jener Jahre lautete vor dem Hintergrund dieser selektiven Wahrnehmung: Ein Erfolg staatlicher Wirtschaftsförderungspolitik stellt sich dann ein, wenn sich staatliche Wirtschaftspolitik auf die finanzielle Begünstigung der Unternehmen beschränkt und es den Unternehmen überläßt, über die Verwendung der finanziellen Mittel nach eigenem betriebswirtschaftlichem Kalkül zu entscheiden.

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Literatur

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Zoltán Jákli

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