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Kalkulationen

  • Gerhard Werner

Zusammenfassung

Die Hauptaufgabe der Handelskalkulation besteht in der Ermittlung von Preisen. Einkauf und Verkauf von Waren sind wesentliche Funktionen im Handelsbetrieb (Groß- und Einzelhandel). Der Verkaufspreis einer Ware ist in der Regel höher als ihr Einkaufspreis. Der Transport vom Lieferer zum Lager des Handelsbetriebes verursacht Kosten (Bezugskosten), die häufig vom Handelsbetrieb als Käufer zu tragen sind. Im Handelsbetrieb selbst entstehen Kosten für Personal, Miete, Lagerhaltung, Werbung u.a.m. Diese Kosten werden anteilmäßig in die Verkaufspreise der Waren einkalkuliert. Wirtschaftliche Tätigkeit soll im allgemeinen einen Gewinn erbringen, dieser kann gleichfalls anteilmäßig in die Verkaufspreise eingerechnet werden. Die Ein- und Verkaufspreise selbst können Veränderungen durch die Gewährung von Rabatten und Skonti erfahren. Dieser knappe Überblick zeigt wesentliche Elemente der Handelskalkulation.

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Literatur

  1. 1.
    Hier werden zunächst Kalkulationen auf der Basis von Vollkosten behandelt (81–86). Kalkulationen auf der Basis von Teilkosten folgen unter 87.Google Scholar
  2. 1.
    Im folgenden soll bei Skontoangaben stets angenommen werden, daß der Skontoabzug ausgenutzt wird.Google Scholar
  3. 2.
    Ein Betrieb hat an das Finanzamt monadich die sogenannter Mehrwertsteuerzahllast abzuführen, die den vom Betrieb geschaffenen Mehrwert versteuert. Die Mehrwertsteuerzahllast ist die Differenz aus der Mehrwertsteuer für die Verkaufspreise abzüglich der Mehrwertsteuer für die Einkaufspreise (Vorsteuer). Der Handelsbetrieb führt mithin den Betrag ab, den er über den an die Lieferer gezahlten Betrag hinaus von den Kunden eingenommen hat. Für den Handelsbetrieb entsteht hieraus keine steuerliche Belastung. Ein Beispiel möge dies verdeutlichen. Der Mehrwertsteuersatz betrage 11%, der Einkaufspreis einer Ware 50, — DM und ihr Verkaufspreis 60, — DM. Der Betrieb erhält vom Kunden 60 DM • 0,11 = 6,60 DM an Mehrwertsteuer, er zahlt an den Lieferer 50 DM • 0,11 = 5,50 DM. An das Finanzamt hat er 11 % des Mehrwertes abzuführen: (60–50) DM • 0,11 = 1,10 DM. Somit hat der Betrieb 6,60 DM an Steuer eingenommen und entsprechend 5,50 DM + 1,10 DM = 6,60 DM an Steuer entrichtet. Die Kalkulation wird hierdurch nicht beeinflußt.Google Scholar
  4. 3.
    Die Klammerausdrücke weisen darauf hin, daß Zwischenadditionen bzw. Zwischensubtraktionen erforderlich sind, da sich prozentuale Zu- und Abschläge jeweils auf den ihnen zugehörigen Grundwert beziehen; vgl. oben: Aufbau einer Rechnung.Google Scholar
  5. 4.
    In Kostenrechnung und Kalkulation bezeichnet K die Gesamtkosten, k die Kosten pro Einheit (Stückkosten). Es besteht kein Zusammenhang mit K k der Finanzrechnungen (Zins-, Diskont-, Termin-, Wertpapierrechnung).Google Scholar
  6. 5.
    r entstammt der Verteilungsrechnung und ist nicht mit Rabatt zu verwechseln, vgl. 15 Verteilungsrechnung.Google Scholar
  7. 1.
    Bezugskosten sind Anschaffungskosten und daher buchhalterisch in Klasse 3 zu aktivieren. In der Handelsbuchführung sind sie folglich im Umsatz zu Einstandspreisen enthalten und werden mit diesem dem Umsatz zu Verkaufspreisen auf dem Warenverkaufskonto bzw. dem Gewinn- und Verlustkonto gegenübergestellt. Kalkulatorisch werden die Bezugskosten eigens erfaßt, sie können im Vergleich zum Kostenzuschlag (für Gemeinkosten) als Einzelkosten angesehen werden.Google Scholar
  8. 2.
    Der Umsatz zu Einstandspreisen ergibt sich auf dem Wareneinkaufskonto (nach Umbuchung der Bezugskosten) durch Gegenüberstellung von Anfangsbeständen und Zugängen einerseits und Endbestand andererseits.Google Scholar
  9. Im Bezugspreis sind Liefererskonti nicht enthalten, da sie in der Kalkulation zuvor abgesetzt worden sind. Der Umsatz zu Einstandspreisen müßte folglich um die entsprechenden Skontibuchungen (aus Klasse 4) reduziert werden. Hierauf soll im folgenden aus Vereinfachungsgründen verzichtet werden.Google Scholar
  10. 3.
    Vgl. 35 Zinsrechnung vom vermehrten und verminderten WertGoogle Scholar
  11. 4.
    Diese Positionen können auch als kalkulatorische Kosten berücksichtigt werden.Google Scholar
  12. 1.
    Vgl. 81 Bezugskalkulation.Google Scholar
  13. 2.
    Sind Provisionen (für Handlungsreisende im Verkaufsbereich) zu berücksichtigen, werden sie im Zusammenhang mit dem Skonto erfaßt, da Provisionen auf den Rechnungsbetrag (ohne Mehrwertsteuer) gleich Zielverkaufspreis bezogen werden. Hierauf soll nicht näher eingegangen werden.Google Scholar
  14. 3.
    Die Klammerausdrücke weisen auf erforderliche Zwischenadditionen für die jeweilige Prozentrechnung vom verminderten Wert hin.Google Scholar
  15. 4.
    i.H. = im Hundert, Prozentrechnung vom verminderten Grundwert.Google Scholar
  16. 5.
    Die Mehrwertsteuer ist kalkulationsneutral; vgl. 81 Bezugskalkulation (Fußnote 2).Google Scholar
  17. 1.
    v.H. = vom Hundert (vom reinen Grundwert),Google Scholar
  18. i.H. = im Hundert (vom verminderten Wert),Google Scholar
  19. a.H. = auf Hundert (vom vermehrten Wert).Google Scholar
  20. Vgl. 22 Prozentrechnung vom vermehrten und verminderten Wert.Google Scholar
  21. 1.
    Die Entscheidung über die Aufnahme der Ware B in das Sortiment könnte hier auch retrograd durch einen Vergleich von tatsächlichem und kalkulatorischem Einkaufspreis getroffen werden (Gewinnansatz 7,5 %).Google Scholar
  22. 2.
    Hierauf soll nicht weiter eingegangen werden. Vgl. hierzu 87 Kalkulation auf Teilkostenbasis.Google Scholar
  23. 1.
    Unterscheiden sich Rabattsätze nach Kunden, Waren, Abnahmemengen usw., sind dementsprechend verschiedene Kalkulationszuschläge zu berechnen.Google Scholar
  24. 2.
    Hiervon ist der untenstehende Kalkulationsfaktor zu unterscheiden.Google Scholar
  25. 3.
    Anstelle von Preisen können auch hier die Zahlen des Rechnungswesens herangezogen werden: der Umsatz zu Verkaufspreisen und der Umsatz zu Einstandspreisen. Vgl. hierzu 82 Interne Kalkulation.Google Scholar
  26. 1.
    Vgl. 82 Interne Kalkulation.Google Scholar
  27. 2.
    Vgl. 85 Differenzkalkulation.Google Scholar
  28. 3.
    Der Einfachheit halber sollen Rabatte und Skonti nicht betrachtet werden (pa = pa(Bar), Pe = Pe(Bar)). Als Einzelkosten sollen im folgenden nur Bezugskosten gesehen werden.Google Scholar
  29. 4.
    Die Ergebnisrechnung wird hier nicht durch Multiplikation von Stückgewinnen und Mengen entwickelt, sondern ausgehend von den Umsätzen, da sich diese durch die Sortimentsumstellung ändern (Upbi: Umsatz zu Einstandspreisen der Ware i, Upsi: Umsatz zu Selbstkosten der Ware i, Upai: Umsatz zu Verkaufspreisen der Ware i).Google Scholar
  30. 1.
    Vgl. 91 bis 94 Divisionskalkulation.Google Scholar
  31. 2.
    Vgl. 95 bis 98 Zuschlagskalkulation.Google Scholar
  32. 3.
    Vgl. 99 Kalkulation auf Teilkostenbasis.Google Scholar
  33. 4.
    Bezugskosten sind die Kosten der Beschaffung (Frachten, Zölle usw.).Google Scholar
  34. 5.
    Auf den Gewinn Zuschlag kann ganz oder teilweise verzichtet werden, wenn entsprechende kalkulatorische Kosten berücksichtigt werden (insbesondere kalkulatorische Zinsen und kalkulatorischer Unternehmerlohn).Google Scholar
  35. 6.
    Vgl. Lücke, Wolfgang, Produktions- und Kostentheorie, Würzburg—Wien 1969; und (insbesondere zur Entwicklung der Kalkulation)Google Scholar
  36. 6a.
    Huch, Burkhard, Einführung in die Kostenrechnung, 2. durchgesehene und erweiterte Auflage, Würzburg—Wien 1972.Google Scholar
  37. 1.
    Eine Periode umfaßt im allgemeinen ein Jahr oder einen Monat.Google Scholar
  38. 2.
    Genau genommen dürften nur die Vertriebskosten auf die abgesetzte Menge bezogen werden. Die Verwaltungs- und die Vertriebskosten sollen hier der Einfachheit halber zusammengefaßt werden.Google Scholar
  39. 3.
    Siehe oben (Industriekalkulation und Handelskalkulation, sowie 22 Prozentrechnung vom vermehrten und verminderten Wert.Google Scholar
  40. 1.
    Vgl. 91 Einstufige Divisionskalkulation.Google Scholar
  41. 2.
    Vgl. Riehl, Karl sowie Lücke, Wolfgang, Mehrstufige Divisionskalkulation bei geschlossener Erzeugung, in: Kostenrechnungs-Praxis 1968, S. 107–116 sowie S. 157–158.Google Scholar
  42. 3.
    Dies Verfahren ist für drei- und mehrstufige Fertigungsprozesse entsprechend zu erweitern. Hier sollen nur zweistufige Prozesse betrachtet werden.Google Scholar
  43. 1.
    Vgl. 15 Verteilungsrechnung. Die Äquivalenzziffernrechnung ist eine gewichtete Verteilungsrechnung.Google Scholar
  44. 2.
    Vgl. 96 Elektive Zuschlagskalkulation.Google Scholar
  45. 1.
    Vgl. 93 Kalkulation mit Äquivalenzziffern.Google Scholar
  46. 3.
    Vgl. Anmerkungen zur Behandlung der Verwaltungs- und Vertriebskosten in Fußnote 2.Google Scholar
  47. 1.
    Die Indizes der Gemeinkostenzuschlagsfaktoren stehen zur Unterscheidung von der elektiven Zuschlagskalkulation (vgl. 96) hier in Klammern.Google Scholar
  48. 1.
    Im Betriebsabrechnungsbogen werden die Gemeinkosten auf Kostenstellen verteilt. Nacheinander werden allgemeine Kostenstellen (zum Beispiel Energieversorgung) und Hilfskostenstellen (den Hauptkostenstellen zugeordnete Kostenstellen) aufgelöst, das heißt, ihre Kosten werden den Hauptkostenstellen belastet. Von der Darstellung eines Betriebsabrechnungsbogens soll hier abgesehen werden, für die Kalkulation interessieren im wesentlichen dessen Ergebnisse.Google Scholar
  49. 2.
    Die Verwaltungsgemeinkosten können auch wie die Vertriebsgemein kosten auf den Umsatz zu Herstellkosten bezogen werden. Dies entspricht jedoch dem Prinzip der Kostenverursachung weniger, weshalb hier davon abgesehen wird.Google Scholar
  50. 3.
    Die Bestandsveränderungen sollen aus Vereinfachungsgründen nicht nach fertigen und halbfertigen Erzeugnissen unterteilt werden.Google Scholar
  51. 4.
    Vgl. 95 Summarische Zuschlagskalkulation.Google Scholar
  52. 5.
    Der Zuschlagsfaktor für Vertriebsgemeinkosten wird hier auf die Herstellkosten pro Einheit bezogen; bei der Berechnung des Zuschlagsfaktors wurden die Vertriebsgemeinkosten auf den Umsatz zu Herstellkosten bezogen. Hierin liegt kein Widerspruch, da dem Umsatz zu Herstellkosten gleichfalls die Herstellkosten pro Einheit zugrunde liegen.Google Scholar
  53. 6.
    Vgl. Beispiel B 91/3 (Absatzkalkulation).Google Scholar
  54. 7.
    Der Umsatz zu Herstellkosten wird zur Berechnung des Zuschlages für die Vertriebsgemeinkosten benötigt. Er wurde im B 96/1 mit 360 000 DM vorgegeben. Seine Berechnung erfolgt erst an dieser Stelle, damit B 96/1 und B 96/2 von Nebenrechnungen frei sind. Die Berechnung des Umsatzes zu Herstellkosten hätte (ohne Vorgabe) nach der Ermittlung der Herstellkosten pro Stück in B 96/2 erfolgen können.Google Scholar
  55. 1.
    Vgl. 96 Elektive Zuschlagskalkulation.Google Scholar
  56. 1.
    Die pro Stück verrechneten Gemeinkosten werden entsprechend der Veränderung der Einzelkosten erhöht oder gesenkt. Im Falle b) und c) sind die Einzelkosten um 4 DM/St (Fertigungseinzelkosten) gestiegen. Dadurch verändern sich absolut die verrechneten Gemeinkosten für Fertigung, Verwaltung und Vertrieb sowie der verrechnete Gewinn. Der Verkaufspreis steigt von 110, — DM/St (a) auf 123,75 DM/St (b) um 13,75 DM/St. Im Falle c) kommt zu der Einzelkostenerhöhung von 4, — DM/St eine Preissenkung von 5, — DM/St. Infolge der proportionalen Gemeinkostenzurechnung wird damit aus dem Gewinn von 10, — DM/St (a) ein Verlust von 7,50 DM/St (c). Die Kalkulation auf Teilkostenbasis vermeidet proportionale Zuschläge für Gemeinkosten. Vgl. 99 Kalkulation auf Teilkostenbasis.Google Scholar
  57. 1.
    Vgl. Beispiel B 98 (Vor- und Nachkalkulation, Kalkulationsverfahren).Google Scholar
  58. 2.
    In der Platzkostenrechnung wird diesem Nachteil begegnet, jedoch verbleiben hier häufig Restgemeinkosten in einer Kostenstelle. Vgl. 97 Kalkulation mit Platzkosten.Google Scholar
  59. 3.
    Es soll hier aus Vereinfachungsgründen keine Unterscheidung von produzierter und abgesetzter Menge (Bestandsveränderungen) vorgenommen werden, das heißt es gilt: xi = xpi = xai.Google Scholar
  60. 4.
    Die Kalkulation auf Teilkostenbasis wird hier in Anlehnung an die Gliederung der Kosten in der Zuschlagskalkulation vorgenommen. Sie kann gleichfalls bei der Divisionskalkulation vorgenommen werden, wenn Einzel- und Gemeinkosten getrennt werden können. Hierauf soll nicht eingegangen werden. Zur Kalkulation werden die Positionen zweckmäßigerweise untereinander gesetzt (Kalkulationsschema). Vgl. 96 Elektive Zuschlagskalkulation.Google Scholar
  61. 5.
    Langfristig kann der Betrieb insgesamt nicht auf die Deckung der Gemeinkosten verzichten. Die langfristige Preisuntergrenze für ein Erzeugnis wird durch dessen Einzelkosten pro Einheit zuzüglich eines erforderlichen Deckungsbeitrags pro Einheit bestimmt. Dieser ergibt sich durch Division des erforderlichen Gesamtdeckungsbeitrags für ein Erzeugnis durch die Menge des Erzeugnisses. Der erforderliche Gesamtdeckungsbeitrag für ein Erzeugnis ist die Differenz aus den gesamten Gemeinkosten (Blockkosten) und der Summe der Gesamtdeckungsbeiträge der anderen Erzeugnisse (mit konstant anzunehmenden Absatzpreisen und Einzelkosten). Die langfristige Preisuntergrenze soll hier nicht im Beispiel betrachtet werden.Google Scholar
  62. 6.
    Das Betriebsergebnis soll nicht durch Multiplikation von Stückgewinnen und Mengen ermittelt werden, da dieses Vorgehen nach der Produktionsänderung die Berechnung neuer Zuschlagsfaktoren erforderlich machte.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1980

Authors and Affiliations

  • Gerhard Werner

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