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Die Verbände

  • Otto Heinrich von der Gablentz
Chapter

Zusammenfassung

Wenn man in Deutschland von Interessenverbänden spricht, dann überläuft den guten Bürger und ebenso den guten Arbeiter, eine Gänsehaut. Er denkt an illegitime Einflüsse, Monopole, Korruption. Das amerikanische Wort pressure-groups, das bei uns modern geworden ist, tut ein übriges. Parteien sind ja sowieso schon bei uns im Verdacht, die nationale Einheit zu zerstören, das Volk zu »mediatisieren«45 — als ob die nationale Einheit da gewesen wäre, als ob das Volk ohne Vermittlung — mehr heißt ja Mediatisierung gar nicht — sich selbst regieren könnte ! Wenn die Parteien bei ihrem an sich verdächtigen Werk nun auch noch dem Einfluß »oligarchischer Machtgruppen« ausgesetzt sind, dann sieht das nach abgefeimter Bosheit aus. Natürlich versteht jeder unter pressure-groups nur die andere Seite. Für den Arbeiter sind die Gewerkschaften tabu; auf Unternehmerseite läuft immer dieselbe Walze über »unsere« Arbeiter und die »betriebsfremden« Gewerkschaften. Noch schlimmer als die Organisationen sind natürlich die Funktionäre, die »von der Zwietracht leben«. Herman Ehlers hat in einem seiner letzten Vorträge sehr energisch erklären müssen: »Interessenvertretung ist auch ein ehrenwerter Beruf46.« Wir müssen also unsere Untersuchung damit beginnen, zunächst einmal die Ideologie über die Verbände zu analysieren.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag · Köln und Opladen 1960

Authors and Affiliations

  • Otto Heinrich von der Gablentz

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